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HP Reverb im Test: Windows-VR mit hoher Auflösung

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Wir testen das HP Reverb VR Headset, ein Gerät auf Basis von Windows Mixed Reality. Reicht die hohe Auflösung, um Oculus und Co auszustechen?

Geräte mit Windows Mixed Reality gehen gegenüber anderen VR-Platzhirschen oft unter. Schade, denn Microsoft hat die Grundlagen für ein eigentlich sehr spannendes VR-System geschaffen. Das HP Reverb ist ein gutes Beispiel: Denn während sich HP an die Designvorgaben von Microsoft hält, kann das Headset sich dennoch gut von den anderen VR-Brillen absetzen. Wir testen das Reverb im Rahmen unserer Themenwelt zu VR-Headsets. Dort sind bereits Tests zu anderen Geräten wie dem HTC Vive (Testbericht), dem Lenovo Explorer (Testbericht) oder dem Oculus Rift S (Testbericht) erschienen.

Ein Punkt setzt das HP Reverb deutlich von der Konkurrenz ab: Die hohe Auflösung seiner LCDs. Die zeigen die VR-Inhalte mit 2160 × 2160 Pixel an – und das pro Auge. Das sind Werte, die sich Oculus Rift S (1280 × 1440 pro Auge), HTC Vive (1080 × 1200 pro Auge) oder PSVR (960 × 1080 pro Auge) nur wünschen. Kombiniert mit einem Sichtfeld von 114 Grad hat man im HP Reverb einen sehr guten Eindruck der virtuellen Umgebung und fühlt sich gut in die digitale Welt versetzt. Die Bildwiederholfrequenz liegt bei 90 Hz, also über dem Oculus Rift S (80 Hz), aber gleichauf mit dem ersten Rift.

Der zweite Vorteil ist das Inside-Out-Tracking. Statt externer Sensoren wie beim ersten Oculus Rift oder beim HTC Vive erfassen beim HP Reverb Kameras im Headset die relative Position in der Umgebung und orten die zwei Controller. Das funktioniert sehr gut und setzt sich immer mehr als Standard der Next-Gen-Headsets durch. Oculus etwa nutzt diese Technik sowohl für die Oculus Quest wie auch die Oculus Rift S. Am PC findet das 500 g schwere Headset per Displayport 1.3 Anschluss, HDMI gibt es nicht mehr als Option. Praktisch: HP legt sowohl ein 3,5 m langes Kabel wie auch ein 0,6 m langes Kabel bei. Das erstere ist für Bewegungen im Raum gedacht, das zweite, wenn man nah am PC sitzt.

Der Aufbau geht erfreulich einfach. Windows 10 erkennt nach dem Anstecken das Gerät direkt und lädt die passenden Treiber. Die Mixed Reality App aus dem Microsoft Store führt anschließend durch die Einrichtung des Headsets, der Koppelung der beiden Controller und die Definition des Spielfeldes. Wie auch bei anderen Systemen lässt sich eine virtuelle Grenze einrichten, sodass man nicht an Tische oder ähnliches stößt. Wir empfehlen zudem noch die Installation der App Windows Mixed Reality for SteamVR. Damit hat man neben dem Windows-VR-Katalog auch Zugriff auf die Titel bei Steam. Die sind nicht nur deutlich mehr, sondern meist auch günstiger zu bekommen.

Alles in allem war das Setup schnell erledigt. Allerdings mussten wir einen kompletten Neustart durchführen, damit alle beteiligten Programme die Hardware problemlos erkannten.

Beim Reverb setzt HP auf einen Mesh-Überzug, der an das inzwischen eingestellte Google Daydream erinnert.

Um es kurz zu sagen: Die höhere Auflösung ist toll. Das zeigte sich gut in Spider-Man: Far From Home. Wenn man sich von einem der Wolkenkratzer stürzt, um sich durch die Häuserschluchten von Manhattan zu schwingen, dann fühlt sich das einfach richtig gut an. Fast schon ein wenig zu echt. Ebenfalls gut ist das Tracking. HP nutzt die relativ großen Standard-Controller von Windows Mixed Reality und die machen ihren Job größtenteils einwandfrei. Selbst auf hohen Stufen konnten wir bei Beat Saber zuverlässig die Blöcke zerschneiden und im Space Pirate Trainer die Gegner treffen, während wir uns unter Laserfeuer wegduckten. Einziges Manko: Die Controller sind etwas glatt und das Batteriefach geht zu einfach auf. Beides kann man mit etwas rauem Sportler-Tape in den Griff bekommen.

Es ist aber nicht alles super. Borderlands 2 VR sieht zwar gut aus, zickte allerdings mehrfach herum. Nicht nur wurden Teile des Head-Up-Displays abgeschnitten, nerviger war, dass der Controller nicht korrekt funktionierte. Das scheint ein Problem der Integration zwischen Windows Mixed Reality und SteamVR zu sein. Einige Nutzer konnten es umgehen, indem sie die Funktionen des Controllers neu definierten, bei uns hat das leider nicht wirklich geholfen. Schade, denn wie gesagt, es sieht toll aus.

Die Controller sind im Standard-Design von Windows Mixed Reality.

Das zeigt leider eines der Probleme von Windows Mixed Reality. Irgendwie scheint die Entwicklung da etwas eingeschlafen zu sein, zumindest fühlt es sich nicht an, als wäre Microsoft immer noch voll dahinter. Wer sich das Headset holt, muss also im Zweifel etwas in der Konfiguration herumspielen.

Das HP Reverb sitzt fest und stabil auf dem Kopf. Es ist nicht zu schwer, die 500 g kann man verkraften. Dennoch sollte man, wie bei allen Headsets, regelmäßige Pausen einlegen. Gut gefallen haben uns die Kopfhörer, die sich seitlich wegklappen lassen. Obwohl sie nur auf dem Ohr liegen, sorgen sie für einen guten Raumklang, das hilft dem Einstieg ins Spiel. Für Voice-Chats sind zudem zwei Mikrofone integriert.

Der Blick auf die Linsen, hinter denen die LCDs mit der hohen Auflösung sitzen.

Auf der Seite von HP fallen für das Reverb bis zu 739 Euro an, das ist aber der reine Wunschpreis. Im freien Handel ist das Headset für unter 600 Euro zu bekommen, in Aktionen fällt es sogar regelmäßig auf 500 Euro.

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Das Highlight des HP Reverb ist die hohe Auflösung. Gerade wenn man von einer PSVR oder einem älteren Gerät kommt, merkt man einen krassen Unterschied. Dabei stört uns auch nicht, dass LCDs und kein OLED verbaut ist. Kombiniert mit dem guten Sound fühlten wir uns richtig in die digitalen Welten versetzt, ein absolutes Highlight.

Das gilt eigentlich auch für Windows Mixed Reality als Plattform. Die Technik ist solide und voll mit netten Features. Leider zickt es dann beim Übersetzen von anderen VR-Umgebungen, das klappt bei Oculus besser.

Wir empfehlen das HP Reverb allen, die ein High-End-Headset mit hoher Auflösung möchten und sich nicht zu schade sind, im Zweifel etwas in den Einstellungen von Spielen zu fummeln. Wer dagegen ein günstigeres Gerät mit geringerer Auflösung aber fast garantierter Kompatibilität möchte, der sollte zum Oculus Rift S (Testbericht) greifen.

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