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Günstige True Wireless mit ANC im Test: Xiaomi Mi Airdots Pro

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Xiaomi Mi bietet mit den Airdots Pro komplett kabellose Kopfhörer im Airpods-Design mit aktiver Geräuschunterdrückung für unter 50 Euro. TechStage hat sie getestet und verrät, ob sich der Kauf lohnt.

Neben dem Klang der Airdots Pro interessiert uns vor allem die ANC-Funktion, die in der Preisklasse äußerst selten ist. Der Test erscheint in unserer Themenwelt True-Wireless. Dort haben wir beispielsweise die Highend ANCs von Sennheiser, die Momentum True Wireless 2 (Testbericht) und die Soundcore Spirit X2 (Testbericht) für Sportler getestet. Auch die Microsoft Surface Earbuds (Testbericht), die Powerbeats Pro (Testbericht), die Jabra Elite Active 65t (Testbericht) und die Huawei Freebuds 3 (Testbericht) mussten bereits zeigen, was sie können. Wer wissen will, welche Budget-Modelle verfügbar sind, sollte sich den Ratgeber Die günstigsten True-Wireless-Kopfhörer ansehen

Das Design der Airdots Pro erinnert, wie so ziemlich alle weißen True-Wireless-Kopfhörer mit der In-Ear-Bauweise, an die Airpods von Apple. Dabei sind sie keinesfalls eine schnöde 1:1-Kopie. Vielmehr sind sie eine Mischung aus Airpods, Airpods Pro und einigen eigenständigen Designelementen. Uns gefallen sowohl das Erscheinungsbild der Kopfhörer als auch das der Ladeschale.

Die kompakte Ladeschale aus weißem Kunststoff ist bis auf die geraden Kanten des Deckels abgerundet. Auf der Frontseite sitzt mittig im unteren Drittel die weiße Status-LED. Darüber ist eine kleine Einkerbung zum bequemen Öffnen des Klappdeckels. Der bündig zum Gehäuse abschließende Funktionstaster sitzt auf der rechten Gehäuseseite. Die USB-C-Buchse zum Laden des Akkus befindet sich auf der Unterseite. Der USB-Port ist nicht durch eine Schutzkappe geschützt und so sammeln sich hier während des Tests immer wieder Schmutz und Fusseln.

Die USB-Buchse ist ein Sammelpunkt für Flusen und Fussel.

Die beiden Ohrstöpsel selbst sind ebenfalls sehr schlicht gehalten. Die kleine, vom Ohr abgewandte LED, sitzt im Schaft der Kopfhörer und ist nur im eingeschalteten Zustand zu sehen. Insgesamt sind im Kopfhörergehäuse neben dem Lautsprecher vier kleine Öffnungen und ein schwarzer Punkt zu erkennen. Letzteres ist der Näherungssensor. Er erkennt, wenn die Kopfhörer aus dem Ohr genommen werden. Die Musikwiedergabe pausiert in diesem Fall automatisch. Das erneute Einsetzten der In-Ears quittiert der Kopfhörer aber nur mit einem kurzen Tonsignal. Starten muss der Nutzer die Musik selbst.

Zwei der kleinen Öffnungen sind laut Xiaomi die Mikrofone. Das Hauptmikrofon zum Telefonieren sitzt dabei auf der Unterseite, zwischen den beiden Ladekontakten. Das für die Geräuschunterdrückung zuständige Mikrofon ist auf leicht abgeflachten Seite des Schafts untergebracht. Die berührungsempfindlichen weißen Touch-Felder bestehen aus geriffeltem Metall und sind durch einen silberfarbenen Ring eingefasst. Durch den großzügigen Durchmesser von 12 mm sind sie einfach zu bedienen.

Welcher Kopfhörer in welches Ohr gehört, ist zwar in grauer Schrift auf dem Schaft erkennbar, allerdings nur bei sehr genauem Hinsehen. Der Grauton der Beschriftung ist derart hell, dass er sich kaum vom weißen Kopfhörer abhebt. Eine Beschriftung in der Ladeschale fehlt. Das ist allerdings nicht weiter schlimm. Der rechte Kopfhörer kommt auf die rechte Seite, der Linke auf die Linke.

Das Gewicht der Ladeschale inklusive der Ohrstöpsel liegt bei knapp 59 g. Die Box allein wiegt gute 47 g, die einzelnen Kopfhörer jeweils etwa 6 g. Die Verarbeitung der Schale ist tadellos. Bei den Ohrstöpseln stört uns allerdings der sicht- und spürbare Übergang zwischen Kopf und dem Schaft. Der matte, weiße Kunststoff ist angenehm griffig, aber anfällig für Schmutz und Staubfussel.

Die Airdots Pro sitzen bequem und zuverlässig.

Die weichen Silikonkappen sind in insgesamt vier Größen im Lieferumfang enthalten und sorgen für einen guten Halt im Ohr. Während des Tests nutzen wir die im Auslieferungszustand eingesetzte Größe und kommen damit sehr gut zurecht. Selbst bei schnellen und ruckartigen Bewegungen sitzen die Airdots Pro erfreulich zuverlässig. Ein USB-C-Ladekabel gehört selbstverständlich ebenfalls zum Lieferumfang. Ein Netzteil liegt aber nicht bei.

Was wir allerdings bereits beim Blick auf die Spezifikationen vermissen, ist eine IPX-Klassifizierung. Ohne sind die Kopfhörer eigentlich nicht gegen Schweiß oder Regen geschützt. Im Test haben die True Wireless aber zumindest leichten Nieselregen problemlos ausgehalten.

Die Soundqualität ist wie bei anderen True-Wireless-Kopfhörern stark vom Sitz der Ohrstöpsel im Ohr abhängig. Erst wenn der Nutzer die richtige Größe an Silikonpolster gefunden und die Kopfhörer vernünftig ins Ohr eingeschoben hat, können die In-Ears das volle Potenzial entfalten.

Hier punkten die Kopfhörer von Mi mit ihrem sehr zuverlässigen Halt. Bei vielen True-Wireless-Kopfhörern muss der Sitz regelmäßig korrigiert werden, um einen ordentlichen Klang zu haben; das ist hier nicht der Fall. So sind die Airdots Pro sogar für leichte sportliche Aktivitäten wie Joggen geeignet. Einen derart sicheren Halt wie echte Sportkopfhörer, beispielsweise die kürzlich getesteten Soundcore Spirit X2 (Testbericht), bieten die Mi True Wireless natürlich nicht.

Der Sound der dynamischen 7-mm-Treiber und der Titan-Membran ist insgesamt recht ordentlich und vor allem sauber. Selbst bei maximaler Lautstärke überzeichnen weder Hoch-, Mittel-, noch Tieftöner. Einschränkend muss man allerdings sagen, dass wir schon deutlich lautere Kopfhörer im Test hatten.

Der Bass ist zwar präzise, aber leider etwas schwach auf der Brust. Wer sich gerne von richtig druckvollen Bässen durchschütteln lässt, wird von den Airdots Pro enttäuscht sein. Mittel- und Hochtonbereich schneiden insgesamt gut ab. Eine so exakte Differenzierbarkeit wie bei teuren True-Wireless-Modellen, beispielsweise den Momentum True Wireless 2 (Testbericht), erreichen die Airdots Pro nicht.

Kurzum, für einen mittelpreisigen Kopfhörer ist der Sound der Mi-Kopfhörer durchaus in Ordnung. Er kann sich aber weder von den günstigeren True-Wireless ohne ANC absetzen, noch erreicht er die Qualität von teureren Oberklasse-Modellen.

Xiaomi Mi Airdots Pro (12 Bilder)

Die aktive Geräuschunterdrückung funktioniert und führt erfreulicherweise nicht zu deutlich wahrnehmbaren Hintergrundrauschen. Durch die vergleichsweise geringere Polsterung und Abschirmung ist der Effekt allerdings weit weniger beeindruckend als bei Over-Ear-Kopfhörern mit ANC. Die Geräuschunterdrückung der Airdots Pro kann auch nicht mit den teuren Modellen mithalten.

Zum Ansehen von Filmen oder zum Zocken sind die Airdots Pro nicht geeignet. Der fehlende AptX-Codec zeigt sich in einer deutlich spürbaren Latenz zwischen Wiedergabegerät und Kopfhörer. Wer keine Lust auf asynchrone Lippenbewegungen hat, muss das bedenken. Günstige Modelle mit dem Codec finden sich beispielsweise in unserem Ratgeber Die günstigsten True-Wireless-Kopfhörer. Beim Musikhören spielt das fehlende AptX keine Rolle.

Die Sprachqualität beim Telefonieren ist einwandfrei. Die eigene Stimme wird ausreichend laut übertragen und hört sich natürlich an. Mikrofon-Aussetzer oder störendes Rauschen sind in unseren Tests nicht aufgetreten.

Das größte Manko True Wireless von Mi tritt immer dann auf, wenn man die Ohrstöpsel aus der Ladeschale entnehmen möchte. Die beiden Kopfhörer sitzen derart tief in der Ladeschale, dass man sie nur mit den Fingerspitzen greifen kann. Durch die abgerundete Form, den wenig griffigen Kunststoff und die magnetische Arretierung ist dies aber gar nicht so einfach. Hat man sehr trockene Hände, entwickelt sich das Herausnehmen schnell zur Geduldsprobe. Allerdings muss man den Kopfhörern zugutehalten, dass dieses Problem nicht bei allen Testpersonen aufgetreten ist.

Mit trockenen Händen ist die Entnahme eine Geduldsprobe.

Das Pairing mit Smartphone und Notebook hat im Test problemlos geklappt. Ungewöhnlich ist, dass die Koppelung nur mit Hilfe der Ladeschale funktioniert. In der Praxis hat das aber nicht gestört. Die Bluetooth-Verbindung ist stabil und funktioniert bis zu einer Reichweite von gut zehn Metern.

Die Bedienung per Touch-Feld funktioniert gut. Allerdings muss man bei Airdots Pro erst die entsprechenden Befehle lernen. Die Funktionen, die der Nutzer damit steuern kann, sind allerdings deutlich eingeschränkter als bei vielen anderen True-Wireless-Kopfhörern. Das Springen zwischen Musiktiteln oder die Lautstärkeregelung ist mit den Airdots Pro nicht möglich. Hier muss der Nutzer auf sein Smartphone zurückgreifen.

linker Kopfhörer rechter Kopfhörer
Start/Pause 2x Antippen
Anruf annehmen/beenden 2x Antippen 2x Antippen
Sprachassistent 2x Antippen
ANC ein-/ ausschalten Gedrückt halten (3 Sekunden) Gedrückt halten (3 Sekunden)

In der Hosentasche fallen die Airdots Pro kaum auf. Sowohl Größe als auch das Gewicht sind angenehm unauffällig. Da der USB-Port nicht durch eine Schutzkappe geschützt ist, sammeln sich dort allerdings Schmutz und Fusseln.

Die Akkus der beiden Ohrstöpsel hält im Test gut drei Stunden bei zwischen 70 und 75 Prozent Lautstärke. Wer die Lautstärke auf unter 50 Prozent reduziert, schafft knapp die Herstellerangabe von vier Stunden. Bei aktiviertem ANC reduziert sich die Wiedergabedauer um etwa 20 bis 30 Minuten.

Die beiden Kopfhörer lassen sich außerdem zweimal mit der Ladeschale nachladen. Insgesamt kommt man so auf eine Gesamtlaufzeit von rund 9 bis 10 Stunden. Das Nachladen ist dabei ausreichend fix. Nach 10 Minuten in der Schale, halten die Kopfhörer gut 60 Minuten lang durch. Das vollständige Aufladen dauert etwas länger als eine Dreiviertelstunde. Diese Werte sind für den Alltagsgebrauch ausreichend. Für Heavy-User ist die Akkulaufzeit aber zu kurz.

Zur Soundübertragung setzt Xiaomi Mi auf Bluetooth 4.2. Das ist zwar nicht mehr ganz aktuell, reicht aber für eine stabile Verbindung aus. Ein Gang ins Nebenzimmer ist mit den Airdots Pro ohne Unterbrechungen möglich.

Die Mi Airdots Pro hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck. Positiv ist vor allem der zuverlässige und bequeme Sitz der In-Ears. Der Sound ist gut, wenn auch nicht erstklassig. Dasselbe gilt für Design, Verarbeitung und Akkulaufzeit. Wer True-Wireless für den gelegentlichen Musikgenuss sucht, macht mit den Airdots Pro zumindest nicht verkehrt.

Die ANC-Funktion ist verglichen mit Over-Ear-Kopfhörern, wie dem Bose NC 700 (Testbericht), aber enttäuschend. Dumpfe Töne werden zwar reduziert, der Effekt ist wegen der fehlenden dicken Polsterung aber nur minimal. Negativpunkte sind die fehlende IPX-Klassifizierung, die eingeschränkte Steuerung und der fehlende AptX-Codec. Auch die Probleme beim Herausnehmen aus der Ladeschale hinterlassen einen faden Beigeschmack.

Hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses sind wir insgesamt nicht überzeugt. Vergleichbar teure True-Wireless-Kopfhörer mit AptX bieten häufig einen satteren und klarer differenzierbaren Klang. Als Beispiel wären hier beispielsweise die Anker Souncore Life P2 zu nennen. Wer sowohl auf AptX als auch auf ANC verzichtet bekommt günstige True-Wireless-Kopfhörer mit vergleichbarer Klangqualität schon ab 20 Euro.

Ist ANC ein entscheidendes Kriterium, muss man entweder tiefer in die Tasche greifen und beispielsweise die teuren Sennheiser Momentum True Wireless 2 (Testbericht) kaufen, oder besser gleich zu einem On-Ear-Kopfhörer greifen. Hier kommt der ANC-Effekt selbst bei Modellen deutlich stärker zur Geltung. Geeignete Kopfhörer finden sich beispielsweise im Ratgeber ANC-Kopfhörer unter 100 Euro: Das können die Budget-Modelle .

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