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GoPro Hero6 Black im Test: Perfekt für Geschichten

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Im September dieses Jahres hat GoPro die Hero6 Black vorgestellt. Die Action-Kamera zeichnet Videos im hochauflösenden Format 4K UHD bei 60 Bildern pro Sekunde auf, hat einen erweiterten Dynamikumfang und soll dank neuem Prozessor eine bessere Bild- und Videoqualität bei schwachem Licht bieten. Wir haben die Action-Cam ausführlich getestet.


Eine der Neuheiten der Hero6 Black ist der erste selbstentwickelte Prozessor mit dem Namen GP1. Er soll GoPro nicht nur strategisch von seinen Wettbewerbern absetzen, sondern auch technisch überzeugen. Zum Beispiel ist die Bildrate um den Faktor 2 gestiegen: Videos im Format 4K UHD nimmt das neue Modell mit 60 Bildern pro Sekunde auf, bei 1080p sind es sogar 240 fps. Einen Nachteil haben diese hohen Auflösungen und Wiederholraten dann aber doch: Statt auf den bewährten H.264-Codec setzt GoPro nun auf HEVC. Einerseits verbraucht das 50 Prozent weniger Speicher, weil die Komprimierung signifikant besser ist, andererseits ist das Format aber ziemlich neu und es mangelt an Kompatibilität.

GoPro HERO6 Black

Mit der Hero6 Black zeigt GoPro auch eine neue und stark in das System greifende Videostabilisierung. Beim Aktivieren wird der Bildausschnitt um 5 Prozent geschnitten, beim Vorjahresmodell waren es 10 Prozent. Die elektronische Stabilisierung arbeitet wirklich phänomenal: Manchmal wirkt es fast so, als würde man ein Gimbal- oder eine Steadycam einsetzen. 4K UHD und 1080p werden zwar stabilisiert, allerdings nicht in den hohen Bildwiederholfrequenzen (60 respektive 240 fps).

Die Hero6 Black schießt Fotos nun in HDR, der Vorgänger unterstützte lediglich das sogenannte WDR. Beim Fotografieren der Hochkontrastaufnahme nimmt die Kamera drei Aufnahmen auf und fügt sie zu einem Bild zusammen. Im Test haben wir festgestellt, dass das Auslösen und Speichern eines solchen Bildes mehr Zeit in Anspruch nimmt als ein gewöhnliches JPEG.

Vergleich: WDR (HERO5 Black) vs HDR (HERO6 Black)
Vergleich: WDR (HERO5 Black) vs HDR (HERO6 Black)

Die Hero6 Black von GoPro sieht ihrem Vorgänger unglaublich ähnlich. Wenn man nicht genau hinsieht oder die Kamera aus einer Tasche kramt und nur ertastet, bemerkt man keinen Unterschied.

GoPro HERO6 Black
GoPro HERO6 Black

Die einzige optische Differenz gibt es an der Seite: Dort steht eine 6 statt der 5. Als störend empfinden wir das nicht. Anders als ein Smartphone ist eine Action-Kamera kein Lifestyle-Objekt, das immer neu oder anders aussehen muss. Stattdessen ist die Funktionalität wichtiger, etwa die Kompatibilität zu älterem Zubehör. Das Gehäuse der Hero6 Black ist dunkel und rugged, also solide und kräftig gebaut. Es ist wasserdicht bis zu einer Tiefe von 10 Metern, mit einem optionalen Gehäuse sogar bis zu 50 Meter.

Auch der austauschbare Akku der Hero6 Black hat die gleichen Abmessungen wie der der 5er-Baureihe. Entsprechend ist seine Leistung: Bei einer Videoaufnahme in 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde hält die Kamera um die zwei Stunden durch. Bei 4K mit 60 fps hält die Freude nur rund 65 Minuten. Das Aufladen läuft über USB Type C, für die Datenübertragung gibt es die schnelle Spezifikation USB 3.1.

Auch kabellos erfolgt die Datenübertragung der Hero6 Black nun flotter. Verbunden einem modernen Smartphone oder Tablet im 5-GHz-Band werden Daten dreimal so schnell übertragen wie bei WLAN-Netzen, die nur auf 2,4 GHz setzen. In der Praxis ist das ein echter Vorteil. Wir haben die Datenübertragung viel öfter genutzt als bisher.

Die zugehörige App erzeugt aus einzelnen Aufnahmen auf Wunsch automatisch eine sogenannte QuikStory, also einen kurzen, zusammengeschnittenen Film. Natürlich funktionieren die GoPro-Apps auch mit älteren Kameras, aber das langsame Übertragen von Daten nervt. Außerdem nutzt der GP1-Prozessor Methoden aus der künstlichen Intelligenz. So werden beispielsweise Menschen automatisch in den Vordergrund gerückt. Wie so eine Story aussehen kann, seht Ihr hier:

In einem persönlichen Gespräch mit GoPro-Repräsentanten in München wurde uns erklärt, dass der GP1 derzeit noch gedrosselt arbeitet. Er könne noch mehr. Wir sind gespannt, was künftige Updates vielleicht bringen werden.

GoPro HERO6 Black

Für seine Kameras bietet GoPro verschiedene Applikationen für Android, iPhone und iPad an. In der gleichnamigen App GoPro (früher Capture) werden die Hero-Kameras verwaltet, auf den neuesten Stand gebracht und ferngesteuert. Die Verbindung per Bluetooth und WLAN zur Kamera ist kein Muss, da sich die Kameras auch eigenständig über Knöpfe, Touchscreen und Sprachkommandos bedienen lassen. Für die richtige Perspektive oder zum Sichten des Materials ist es jedoch eine Sache des Komforts.

Für die einfache, schnelle und vor allem automatisierte Bearbeitung wird zusätzlich GoPro Quik benötigt. Nicht zu Verwechseln mit Quik Desktop, der Software für macOS und Windows. Mit der Quik-App für Android und iPhone lässt sich im Handumdrehen ein Kurzfilm mit untergelegter Musik und Texten zusammensetzen. Noch besser ist, wenn beide Apps im Hintergrund laufen. Von Zeit zu Zeit wird das Bild- und Videomaterial auf das Smartphone heruntergeladen und automatisch zu QuikStories verarbeitet. Das Einzige, was der Nutzer dann noch tun muss, ist die Geschichte zu erzählen: per Facebook, Instagram, WhatsApp oder sonst wie.

Ein etwas professionelleres Tool zum Bearbeiten von Videos ist GoPro Splice. Die App bietet deutlich mehr Spielraum für kreatives Schneiden und bietet Übergangseffekte sowie spurenbasiertes Untermalen mit Musik.

GoPro HERO6 Black (CHDHX-601)

GoPro HERO6 Black

GoPro Karma Grip (AGIMB-002)

GoPro Karma Grip

GoPro AABAT-001 Li-Ionen-Akku

GoPro Akku

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GoPro Akku Ladegerät

GoPro AADIV-001 Super Suit Tauchgehäuse

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GoPro Shorty

GoPro HERO6 Black
GoPro HERO6 Black

Die Hero6 Black sieht der ein Jahr alten Hero5 Black zum Verwechseln ähnlich. Unter der Haube hat sich jedoch einiges getan: doppelte Bildrate, ein sehr guter Dynamikumfang sowie die starke Bildstabilisierung. Außerdem ist uns im direkten Vergleich das hellere Display und die merklich flüssigere Bedieneroberfläche aufgefallen.

Sollte ein Nutzer der Hero5 Black auf das neue Modell umsteigen und die 6 Black kaufen? Nicht zwingend, denn die gute Hero5 Black wird ja nicht schlechter. Wer allerdings auf die Stabilisierung angewiesen ist, wird die 6er lieben. Hinzu kommt die schnellere Verbindung und das Übertragen von Dateien; das spart Zeit im Alltag.

Ja, es gibt Kameras mit vergleichbarer Bild- und Videoqualität und ja, einige von denen beherrschen ebenfalls die gleiche Auflösung mit entsprechender Bildrate. Und sie kosten deutlich weniger, fast 25 Prozent Ersprarnis sind problemlos möglich. Aber nirgendwo ist der Ansatz von vertikaler Integrität deutlicher vorhanden, als bei GoPro: erstklassige Kameras, umfangreiches Zubehör und Apps zum Erstellen von kurzen Filmen – all das aus einer Hand, es spielt perfekt zusammen.

Es ist das Komplettpaket, das eine GoPro hervorhebt. Klar: Es gibt auch preiswerte Alternativen von Yi Technology (YI 4K+) oder Sony (FDR-X3000) – wobei Letzteres nicht wirklich günstiger ist. Am besten und einfachsten funktioniert das Erzählen von Geschichten mit der aktuellen Hero6 Black von GoPro.

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