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GoPro Fusion im Test – top Bildqualität, top Akku, top Apps

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Die GoPro Fusion ist eine 360-Grad-Kamera, sie kostet stolze 729 Euro und macht hochauflösende Fotos und Videos im vollspährischen Format. Wir nutzen die GoPro Fusion nun seit einigen Wochen und sind von der Qualität begeistert. Warum? Das erklärt der Testbericht von TechStage.

Der Lieferumfang der Fusion-Kamera ist GoPro typisch: umfangreich, mit vielen Beigaben. Die Fusion kommt in einer hochwertigen Tasche mit Reißverschluss. Der Schutz ist notwendig, weil die zwei empfindlichen Linsen der Kamera aus dem Gehäuse schauen und bei kleinster Unachtsamkeit zerkratzen können. Professioneller Tipp der GoPro-Mitarbeiter: Die Fusion immer auf die gepolsterte Innenseite der Tasche legen. Oder noch besser: Auf dem Stativ stehen lassen.

Zusätzlich zu einem Verbindungskabel mit dem Stecker USB Type C, liegen zwei GoPro-Mounts bei. Damit lässt sich die 360-Grad-Kamera an verschiedenen Stellen montieren: Helm, Auto, Motorrad, Fahrrad und mehr. Der austauschbare Akku der GoPro Fusion ist bereits eingesetzt und in der Regel zur Hälfte geladen. Er hat eine Kapazität von 2620 Milliamperestunden. Das Vollladen mit einem Smartphone-Netzstecker – meistens 5 V Stromspannung und 1 A Stromstärke – dauert im Test eine Stunde und 53 Minuten. Unter winterlichen Bedingungen hält der Akku rund 105 Minuten bei einer durchgehenden Videoaufzeichnung. Im Sommer ist mit einem temporären Verlust von etwa 40 Prozent Nennladung zu rechnen. Rund 60 Minuten sollte die Kamera demnach aufzeichnen können.

Auch bereits eingesetzt: Zwei MicroSDs mit einer Kapazität von 32 GByte. Das Abspeichern auf den beiden Speichern verwaltet das System selbst. Die Desktop-Software Fusion Studio unterscheidet die Speicherkarten hierbei als Fusion Front und Fusion Back. Auch unsere 400 GByte großer Speicherkarte der MicroSDXC hat einwandfrei funktioniert. Wichtig ist die Lesegeschwindigkeit der Karte, die mindestens 90 MByte pro Sekunde betragen muss. Geringere Datenraten führen zu einem langsameren Export.

GoPro Fusion: Lieferumfang
Bei der GoPro Fusion ist ab Werk alles dabei: Speicherkarten, Akku, Kabel sowie ein Selfie-Stick mit integriertem Stativ.

GoPro hat für die Fusion speziell den Fusion Grip entwickelt: Ein dreifach ausfahrbarer Selfie-Stick mit integriertem Dreibein-Stativ. Da bei 360-Grad-Kameras gilt: Je weiter der Abstand zur Hand, desto schöner die Aufnahmen, lässt sich das Stativ auf eine Länge von 1 Meter ausziehen. Die Halterung lässt sich vielseitig nutzen und ist bereits als solide verarbeitetes Zubehör im Lieferumfang enthalten. Im Test ist die Kamera lediglich auf dem Fusion Grip montiert gewesen.

GoPro Fusion: USB Type C mit USB 3.1
Die GoPro Fusion besitzt einen USB Type C als Anschluss. Die Spezifikation ist USB 3.1.

GoPro bietet für die Fusion viel Zubehör zum Nachkaufen: Da bietet sich an, einen Ersatzakku anzuschaffen. Praktisch ist jedoch auch eine Powerbank für die Stromversorgung unterwegs. Dann wird die Kamera auch bei stundenlangen Zeitrafferaufnahmen .

Dritthersteller bieten Schutzhüllen, GoPro bietet hingegen keine an.. Sie sollen Kratzer am Gehäuse oder an den Linsen verhindern, kosten nicht viel und sind meist empfehlenswert.

GoPro Fusion mit Hero5 Black, Hero6 Black und Hero5 Session
GoPro Fusion mit Hero5 Black, Hero6 Black und Hero5 Session.

Die GoPro Fusion sieht den Kameras der Hero- und Session-Reihe ähnlich. Farblich ist sie in dunkelgrau und anthrazit gehalten, und auch Material sowie Verarbeitung sind identisch: gummiert, robust und stabil.

Obwohl die wenigen beweglichen Bauteile am Gehäuse nicht nahtlos und bündig übergehen – wie die Öffnung für den Ladeanschluss oder der Bereich des Akkus – ist die Kamera ohne ein spezielles Zusatzgehäuse wasserdicht bis zu einer Tiefe von fünf Meter. Der Kontakt mit Salzwasser erlaubt die Kamera. Allerdings empfiehlt der Hersteller sich danach mit Klarwasser abzuspülen.

Auf der vorderen Seite der Fusion wurde links neben der Linse ein kleines Display verbaut. Darauf lassen sich Informationen zu Speicher, restlicher Akku-Kapazität sowie dem aktuellen Bildmodus ablesen. Ein eingebautes Display mit Touch-Bedienung, wie bei der 2D-Actionkamera Hero5 Black (Testbericht) oder Hero6 Black (Testbericht), existiert nicht.

Die Steuerung der GoPro Fusion funktioniert ausschließlich über ein drahtlos verbundenes Smartphone und Tablet sowie den Knöpfen am Gerät. Der multifunktionale Taster zum An- und Aus-Schalten sowie zum Menü und den Optionen befindet an der Seite. Der Taster für Start und Stopp der Aufnahme und Stopp in an der Front angebracht. Auf beiden Seiten wurde eine große LED platziert. Diese blinkt während einer Aufnahme rot – egal ob Foto oder Video.

GoPro Fusion: Akku und MicroSD-Karte
Der Akku der GoPro Fusion hat eine Größe von 2620 mAh. Links und rechts sitzen zwei Speicherkarten mit je 32 GByte Speicher.

Die GoPro Fusion zeichnet 360-Grad-Videos in einer Auflösung von 5,2K (5228 × 2624 Pixel) bei 30 Bildern pro Sekunde (fps). Wer mehr speichern möchte, soll auf die nächst größere Speicherkarte mit 64 GByte greifen. Die Bildwiederholfrequenz lässt sich auf 60 fps hochschrauben, um ein Video in Slow Motion aufzunehmen. Dann sinkt jedoch die Auflösung auf 3K, also 3000 × 1504 Pixel. Von der Auflösung ist die Fusion vergleichbar mit der Garmin Virb 360, die mit einer Auflösung von 5,7K leicht besser ist. Nachdem sogenannten Stitching – also dem Zusammenfügen beider Kameraperspektiven – reduzieren sich die Auflösungen der einzelnen Kamera auf 4992 × 2496, respektive 2880 × 1440 Pixel bei höherer Bildfrequenz. Fotos schießt die GoPro Fusion in einer maximalen Auflösung von 18 Megapixeln.

GoPro Fusion: rote LED
Auf der vorderen und hinteren Seite der GoPro Fusion sitzen zwei rote LEDs.

Die Inhalte lassen sich die App wiedergeben und zusätzlich zu JPEG auch im Rohdatenformat Adobe DNG abspeichern. Für eine 360-Grad-Kamera liefert die GoPro Fusion gute Ergebnisse und Kontraste. Trotz der hohen Videoauflösung zeigt sich an manchen Stellen leichte Unschärfe . Vor allem bei kontraststarken Motiven, wird lilafarbene chromatische Aberration sichtbar – es stellen sich also lila Farbsäume dar. Die Resultate aus der GoPro Fusion erfüllen dennoch unsere Erwartungen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Licht vorhanden ist, desto besser und fehlerfreier die Bildqualität. Ist die Umgebung dunkel, rauscht das Bild und ist kaum zu gebrauchen.

Die Fusion zeichnet nicht nur Fotos und Videos in 360 Grad auf, sondern auch Ton. Die Kamera besitzt gleich mehrere Mikrofone. Die Spatial-Audio-Technologie der Action-Cam kann so den Doppler-Effekt – also beispielsweise ein herannahendes Polizeiauto mit Sirene – exakt lokalisieren und später in einem Virtual Reality Headset (VR) optimal wiedergeben. Es ist ein Vergnügen, dass Bild und Ton nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich synchron sind.

GoPro Fusion: Linsen
Die zwei Linsen der GoPro Fusion sind versetzt und fangen gemeinsam mehr als 5,2K Pixel ein.

Eine Videostabilisierung bei 360-Grad-Kameras ist ein Muss, denn ein ruhiges und sanftes VR-Bild empfinden Betrachter angenehmer, als eines das wackelt und zu Motion Sickness – also Übelkeit – führt. Darüber hinaus zeugt Videostabilisierung von Qualität. Die GoPro Fusion beherrscht ein Dual-Stabilisierungssystem bestehend aus der Hardware in der Kamera sowie der Desktop-Software Fusion Studio.

In der GoPro Fusion sitzen mehrere Sensoren und Kommunikationsmodule: Kompass, Gyroskop beziehungsweise Kreiselstabilisator, GPS sowie Beschleunigungssensor. Dennoch reicht diese Hardware zur Stabilisierung nicht aus, um zu ruckelfreien Aufnahmen zu gelangen. Die – noch als „Beta“ gekennzeichnete – Software zur weiteren Stabilisierung der Aufnahmen gleicht nahezu jegliches Ruckeln aus – selbst starke Vibrationen. Per Bluetooth oder WLAN stellt die Kamera Verbindung mit einem Smartphone oder Tablet her.

Die GoPro Fusion ist eine leistungsstarke 360-Grad-Kamera, die sich sowohl an Einsteiger als auch an Profis richtet. Für eine einfache, schnelle und unkomplizierte Handhabung stellt GoPro seine Apps für iPhone und Android zur Verfügung. Android hinkt mit essentiellen Funktionen noch etwas hinterher. Denn VR- und 360-Grad-Inhalte erfordern extrem viel Rechenleistung, die Android unter anderem wegen seiner Fragmentierung - also der Umgang mit den internen Speichern – nicht durchgängig und auf allen Geräten bereitstellen kann. Doch die iPhone- und iPad-Apps beherrschen seit Januar 2018 den vollen Funktionsumfang. Denn Apple garantiert hierbei für eine konstant performante Hardware. Bei Apple läuft’s. Wobei auch hier die offizielle Empfehlung lautet: „Uneingeschränkte Nutzung der GoPro Fusion ab der Generation iPhone 7“. Mit älteren iPhones funktioniert es auch, doch dann benötigt das Gerät signifikant länger, um die Inhalte zu verarbeiten.

Die iPhone-App importiert das Material drahtlos von der GoPro Fusion. Auf dem Telefon lässt sich das 360-Grad-Video schneiden und einzelne Frames extrahieren. Weiteren Funktionen zum Teilen der Inhalte auf sozialen Netzwerken stehen bereit.

Mit leichter Latenz zeigt die Kamera Live-Bilder der Kamera. Über die GoPro-App bestimmen Nutzer auch den aktuellen Kameramodus: Video, Foto, Zeitraffer und mehr. Das ist komfortabler als die Bedienung an der Kamera mit einer einzigen Taste. Parameter wie Farbe, Auflösung und Zeit lassen sich lediglich über die App steuern. Die Handhabung der App erfordert ein wenig Eingewöhnungszeit und Lernbereitschaft. Wer jedoch oft mit 360-Grad-Kameras umgeht, kann sein Wissen hier auf andere Modelle übertragen.

Die GoPro-App kann mit dem 360-Material einiges anfangen: zum Beispiel Bilder in verschiedene Ansichten umwandeln. Eine Möglichkeit bietet die Funktion Tiny Planet: Dabei wird die Umgebung wie ein kleiner Planet dargestellt. Der Effekt kommt besonders zur Geltung, wenn man sich im Wasser oder in einer Landschaft befindet. Ein Stadtbild wirkt unproportioniert.

Das zusammen gesetzte Bild der beiden Kameras wird in erster Linie sphärisch dargestellt – also als Panorama. Die Welt um sich herum lässt sich entdecken, indem Anwender entweder den Finger auf den Display hin- und herschieben oder Telefon oder Tablet bewegen. Die Funktion Overcapture gestattet Nutzer aus einem 360-Grad-Video ein herkömmliches Video in zwei Dimensionen zu erstellen. Der Ausschnitt sowie die Perspektive des Bildes lassen sich live - also während der Aufnahme – bestimmen. So lassen sich Motive verfolgen oder unterschiedliche Blickwinkel einstellen.

GoPro Fusion

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die mobilen Apps umfangreich und intuitiv sind: Von der Übertragung des Materials über den ersten Rohschnitt bis hin zur Perspektiv-Effekten sowie der fortgeschrittenen Erstellung eines Kleinfilms zum Geschichten erzählen, ist alles dabei. Diesen Workflow bietet lediglich GoPro. Einziges Manko betrifft das Stitching. Im Gegensatz zu der professionellen und komplizierten Computersoftware Fusion Studio mit Plugins für Adobe Premiere und Adobe After Effects, ist das Zusammenfügen beider Kameraperspektiven unsauber. Die Ergebnisse aus Fusion Studio sind fast immer frei von Fehlern. Die mobilen Apps stellen den einen oder anderen Übergang nicht präzise dar.

Für den finalen Export eines 360-Grad-Videos mit einer Laufzeit von zwei Minuten und einer Auflösung von 4K im gängigen Format H.264 benötigt ein leistungsstarkes Apple MacBook Pro etwa 66 Minuten. Das präzise genaue Stitching mit der nachträglichen Stabilisierung kostet den Computer so viel Rechenaufwand, dass ein paralleles Arbeiten nicht möglich ist. Das Rohmaterial nimmt 1,05 GByte in Anspruch, die exportierte Datei 800 MB. Doch das Warten lohnt sich:

Das Exportieren eines Videos in voller 5,2K-Auflösung ist nur im Format Apple ProRes 422 oder GoPro CineForm 422 High möglich. Aus dem Rohmaterial von zwei Minuten resultiert eine Datei mit einer Größe von 12,4 GB, dessen Rendering 185 Minuten dauert. Das Video im Format JPEG kommt lediglich auf 25 MB pro Datei.

Die GoPro Fusion kommt in einer einzigen Farbe und Modellausführung auf den Markt. Besondere Pakete – wie es bei den Actionkameras Hero-Reihe der Fall ist – bietet der Hersteller nicht an.

GoPro Fusion

GoPro Fusion

(Kein Produktbild vorhanden)

GoPro Fusion Ersatz- oder Zweitakku

Anker PowerCore 5000 mAh

Anker PowerCore 5000 mAh

SanDisk Extreme microSDXC (64 GByte)

SanDisk Extreme microSDXC (64 GByte)

(Kein Produktbild vorhanden)

kingwon Silikon für GoPro Fusion (Gehäuse- und Linsenschutz)

(Kein Produktbild vorhanden)

Rhodesy E078-MK für GoPro Fusion (Gehäuseschutz)

(Kein Produktbild vorhanden)

Kupton E076-KP für GoPro Fusion (Reisetasche)

GoPro Fusion: Display
Die GoPro Fusion besitzt ein kleines Display für die Darstellung von Informationen.

Die GoPro Fusion ist nicht einfach ein Konstrukt aus zwei zusammengesetzten Hero-Black-Kameras. Mit der Rundum-Action-Cam wirft der US-amerikanische Hersteller ein ausgesprochen sehr gutes und ausgereiftes Produkt auf den Markt, das sowohl von der Qualität als auch System- und Akkuleistung seinesgleichen sucht. 360-Grad-Kameras gibt es auch schon unter 400 Euro, wie der Testbericht zu der Insta360 ONE zeigt. Allerdings können sie qualitativ der Fusion nicht das Wasser reichen, auch wenn der an Videofunktionen deckungsgleich ist.

Auch die Ausstattung wird den Preis von 700 Euro gerecht: Sprachsteuerung, GPS, WLAN und Zubehörkompatibilität mit dem gesamten GoPro-Ökosystem. Nennenswert sind vor allem die Möglichkeiten der mobilen und stationären Software.

Doch die Fusion ist nicht perfekt: Uns ist aufgefallen, dass die Temperatur schnell steigen kann. Auch das mobile Stitching ist unzureichend und sollte auf Dauer per Update nachgebessert werden. Am Ende macht es viel Spaß, Momente aus der Vergangenheit mit großer Immersion noch einmal zu erleben und Freunde daran teil haben zu lassen.

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