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Gigaset GS185 im Test: schlichtes Design, lange Akkulaufzeit

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Das Gigaset GS185 ist ein Android-Smartphone made in Germany. Es überzeugt mit langer Akkulaufzeit und guter Verarbeitung, aber es gibt auch Haken.

Anders als die meisten Smartphone-Hersteller, wie Apple, Huawei oder Samsung, setzt Gigaset nicht auf eine hochwertige Verpackung mit Lack und Glanz, sondern auf umweltschonende Wellpappe. Außerdem handelt es sich um eine Einwegverpackung: Einmal aufgerissen, lässt sich die Box nicht wieder sauber verschließen.

Lieferumfang des Gigaset GS185
Lieferumfang des Gigaset GS185

Im Lieferumfang befinden sich Smartphone, Netzgerät, Kopfhörer und Micro-USB-Ladekabel. Obendrein liegt noch ein kleines Handbuch dabei. Die mitgelieferten Kopfhörer mit integriertem Mikrofon reichen zum Telefonieren und gelegentlichen Musik hören aus, klanglich können sie aber nicht überzeugen.

Das Gehäuse des GS185 ist schlicht und funktional. Auf außergewöhnliche Designelemente wie beispielsweise einen mehrschichtigen Glasrücken verzichtet der Hersteller. Das Telefon ist hauptsächlich aus Kunststoff gefertigt. Allerdings wirkt es nicht billig oder minderwertig. Im Gegenteil: Die Übergänge des Gerätes sind nahtlos und sauber verarbeitet. Auch Kleinigkeiten wurden solide und sinnvoll umgesetzt, wie die geriffelte Ein-/Ausschaltetaste, die man hervorragend ertasten kann.

Das Design des Telefons erinnert ein wenig an das iPhone 8 (Testbericht). Sowohl die Vorder- als auch die Rückseite verfügen über die gleiche Designsprache. Unterschiede gibt es lediglich beim Fingerabdrucksensor: Der sitzt bei Gigaset nicht auf der Front, sondern ist nach hinten gewandert. Er ist schnell und arbeitet zuverlässig, zumindest sperrt er den Nutzer nicht überdurchschnittlich oft aus. Das Telefon gibt es in zwei Farben: Blau und Braun.

Mattblaue Rückseite des Gigaset GS185
Mattblaue Rückseite des Gigaset GS185

Eine Besonderheit macht das GS185 aber dann doch noch aus. Auf der Rückseite steht: „[…] Made in Germany“. Danach folgt die Anschrift der Produktionsstätte in nordrhein-westfälischen Bocholt. Die Einzelteile des kommen aus China, wie bei nahezu allen Handys. Allerdings baut Gigaset das Gerät erst hier in Deutschland zusammen, Aplple würde wohl „Assembled in Germany“ aufdrucken. Nach eigenen Angaben findet 60 Prozent der Wertschöpfung auf deutschem Boden statt.

Made in Germany beim GS185
„Made in Germany“ beim GS185

Wer mit dem Gigaset GS185 hochauflösende 3D-Spiele spielen oder viele Dinge gleichzeitig machen möchte, sollte sich nach Alternativen umsehen. Der verbaute Snapdragon 425 mit 1,4 GHz und 2 GByte RAM reichen für rechen- und grafikintensive Applikationen nicht aus. Trotzdem läuft die normale Bedienung flüssig – obwohl das Gerät schnell an seine Grenzen kommt und anfängt zu ruckeln, etwa beim schnellen Hin- und Herspringen zwischen mehreren Apps. Das Herunterladen und Installieren von Apps aus dem Playstore dauert im Schnitt 1,5 Mal länger, als beim technisch und preislich vergleichbaren Moto G6 Play (Testbericht).

13-Megapixel-Kamera des Gigaset GS185
13-Megapixel-Kamera des Gigaset GS185

Der Speicher des Telefons ist 16 GByte groß. Das ist nicht allzu viel, zumal dem Nutzer keine 8 GByte für seine eigenen Apps, Daten und Fotos übrig bleiben. Immerhin: Neben zwei Nano-SIM-Karten lässt sich eine Speicherkarte im Format Micro-SD einsetzen. Eine im Test verwendete Micro-SDHC mit 400 GByte wurde einwandfrei erkannt. Welche Speicherkarte die beste für Android ist, haben wir ausführlich getestet: Kaufberatung & Test: Welche Micro-SD-Karte für Android?

Im GS185 hat Gigaset einen Akku mit einer Nennladung von 4000 mAh verbaut. Bei moderater Nutzung hält er gute zwei Tage, manchmal sogar mehr. Im Test mit einer Videoschleife und maximaler Helligkeit kommt das Telefon auf eine Laufzeit von 12:23 Stunden. Das ist viel. Das Laden mit dem mitgelieferten Netzteil nimmt durchschnittlich drei Stunden in Anspruch.

Ins Internet geht es über WLAN und LTE. Telefonie und Klang sind zufriedenstellend. Bluetooth und UKW-Radio sind an Bord, NFC fehlt allerdings.

Design des GS185
Schlichtes Design des GS185.

Das Display hat eine Diagonale von 5,5 Zoll und löst HD+ auf, das sind 1440 × 720 Pixeln. Klingt nach wenig, reicht jedoch im Alltag aus – zumal man auf dem Geräte ohnhin nicht die Intention hat, hochauflösende VR-Inhalte zu konsumieren. Die Schärfe mit knapp 300 Pixel pro Zoll (ppi) ist ausreichend. Das IPS-LCD ist mit einer Lichtstärke von 450 Candela pro Quadratmeter hell, allerdings sind die Farben etwas trüb und könnten ruhig mehr Kontrast vertragen.

Im Test haben Lichtautomatik und Helligkeitssensor versagt: Trotz unterschiedlichen Umgebungen stellt das System die Helligkeit jedes Mal auf 20 Prozent ein – egal, ob es hell oder dunkel ist. Hier empfiehlt es sich, die Automatik auszuschalten.

Die beiden Kameras des GS185 auf der Vorder- und Rückseite schießen Bilder mit 13 Megapixeln. Darüber hinaus verfügen beide über einen LED-Blitz. Die Kameraqualität ist zufriedenstellend, sofern das zu fotografierende Motiv gut ausgeleuchtet ist. Schon bei wenig Licht taugen die Kameras nichts. Der Fokus der Hauptkamera ist unpräzise und langsam, oft muss der Nutzer manuell durch Tippen nachhelfen und der Kamera sagen, was scharf im Vordergrund stehen soll.

Das GS185 von Gigaset läuft mit Android in der aktuellen Version 8.1 Oreo. Angesichts der geringen Hardware-Ausstattung wäre Android One oder Android Go empfehlenswerter gewesen. Letztere sind besonders auf Geräte mit wenig Rechenleistung ausgelegt. Enttäuschend: Der Sicherheits-Patch auf dem Telefon ist vom 5. Februar 2018. Google hat erst kürzlich Juni veröffentlicht und arbeitet derweil an Juli.

Das System ist frei von Bloatware, sprich Werbung in Form von Apps. Gigaset verzichtet auf eine eigene Oberfläche und setzt auf pures Android. Das ist löblich. Trotzdem gibt es hier und dort doppelte Apps. Zum Beispiel Gigaset Galerie und Google Fotos, Google Dateien und ein hauseigener Dateimanager. Oder Musik und Play Musik. Apps wie diese lassen sich nicht deinstallieren, lediglich deaktivieren. Das kostet weiterhin Speicher. Es ist zwar nicht viel – vielleicht 50 bis 100 MByte –, doch ausgerechnet Speicher ist beim GS185 eben knapp. Außerdem finden wir es einfach nicht in Ordnung, wenn der Hersteller und nicht der Käufer entscheidet, was auf dem Smartphone installiert wird. Unterm Strich macht Gigaset seine Sache in diesem Bereich aber gut, da sind wir von anderen Herstellern weit schlimmeres gewöhnt.

Gigaset GS185

blau

Gigaset GS185

braun

Das Gigaset GS185 ist kein besonders aufregendes Smartphone. Die Optik ist schlicht und die Hardware nicht potent. Hervorzuheben sind das aktuelle Betriebssystem sowie die lange Akkulaufzeit. Für den Preis von 179 Euro bekommt der Nutzer etwas Solides geboten. Wer 20 Euro drauf legt, ist mit dem Motorola Moto G6 Play besser beraten. In Sachen Kameraqualität und Hardware ist es leicht besser als das GS185.

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