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Garmin Vivosport im Test: Langläufer mit GPS

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Der Vivosport kombiniert eine lange Akkulaufzeit mit GPS und intelligenter Software. Im Test klären wir, wie gut sich der Fitness-Tracker für Sportler eignet.

Äußerlich gleicht das Vivosport dem Vivosmart 3 (Testbericht). Garmin setzt auf Silikon, das 9,7 × 19,3 mm große farbige Touchdisplay ist fest in das Armband integriert. Neben dem grau-schwarzem Gerät, das wir im Test hatten, kommt das Vivosport noch in Limelight (einem gelb-grünem Farbton) und Fuchsia Focus (helles Rot). Aber Achtung: Nicht alle Modelle gibt es in allen Größen, die Variante S/M ist bei breiten Handgelenken fast zu schmal. Im Test konnten wir die Schließe im letzten Loch befestigen, alles andere war zu eng.

Dennoch hielt der Tracker gut und war bequem zu tragen. Das breite Armband schnürt nicht ein und hält den Vivosport so fest, dass er den Puls zuverlässig messen kann. Beim Schlafen hat der Tracker ebenfalls nicht gestört.

Die Bedienung klappt über den farbigen Touchscreen noch besser als beim schwarz-weißen Vivosmart 3. Die Informationen sind übersichtlich mit 72 (x) 144 Pixel dargestellt, das Gerät reagiert sehr gut auf Eingaben. Das Display lässt sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch erkennen, besser ist es aber, einen Schatten darauf zu werfen.

Die Garmin-Connect-App ist enorm umfangreich, zugleich angenehm einfach gehalten. Der erste Blick zeigt die wichtigsten Informationen des letzten Tages. Ein Klick auf die Daten geht dann in die Tiefe: Die Herzfrequenz etwa zeigt genaue Details zum Puls an, in der Zeitleiste sind auch Ereignisse wie etwa der Wecker, die Einschlafzeit oder Aktivitäten zu sehen.

Auf der linken Seite lassen sich noch weitere Informationen abrufen, etwa zu Trainings, Strecken, Ausrüstung oder Aktivitäten. Über den Punkt Insights lassen sich weitere Analysen aufrufen, über „Live“ und „Golf“ führen zu weiteren, integrierbaren Garmin-Apps.

Bereits im letzten Test hat uns die Intelligenz der App gut gefallen. Diese sammelt nicht nur Daten, sie liefert sie auch intelligent an den Nutzer zurück. Das sieht man etwa bei den Schritten: Die App passt das Tagesziel dynamisch an. Wer sein Ziel oft erreicht, dessen Schrittziel geht nach oben, wer weniger schafft, dessen Schritte gehen nach unten.

Wie schon erwähnt, passt der Fitness-Tracker die Ziele für Schritte an den Nutzer an. Das klappt im Alltag zuverlässig. Der Vivosport erkennt sowohl die Schritte wie auch das Treppensteigen über Etagen ohne Probleme.

Die optischen Sensoren messen die Herzfrequenz

Ähnlich gut ist die Pulserkennung. Der Tracker sitzt zwar fest aber nicht unangenehm, so dass er ständig die Herzfrequenz messen kann. Die Daten werden nicht nur für den Sport oder die Berechnung des Ruhepulses gebraucht, Garmin versucht daraus auch einen allgemeinen Stresslevel zu erkennen. Dieser setzt die Zeiten mit hohem Puls den Erholungszeiten entgegen und liefert so einen allgemeinen Blick auf die eigene Auslastung. Die Herzfrequenz kann nicht nur per Bluetooth an die App, sondern per ANT+ auch an andere kompatible Geräte übertragen werden.

Eine Auswertung zu einem Training.

Der Vivosport verfügt über ein integriertes GPS-Modul, kann also die zurückgelegte Strecke zuverlässig aufzeichnen. Im Test funktionierte das gut, auch wenn der Tracker bei der ersten Nutzung sehr lange (knapp 10 Minuten) ein GPS-Signal suchen musste. Die Positionsbestimmung bei nachfolgenden Test ging deutlich schneller. Garmin scheint den Stromverbrauch des GPS-Moduls deutlich besser im Griff zu haben als Huawei beim Band 2 Pro (Testbericht).

Direkt vom Tracker aus lassen sich Trainingseinheiten vom Typ Gehen, Laufen, Fahrrad oder Indoor-Trainings samt Hanteltraining starten. Wie auch der Vivosmart 3 zählt der Vivosport automatisch Wiederholungen beim Gewichtheben, eine praktische Zusatzfunktion. Zu jeder Trainingseinheit liefert der Tracker umfangreiche Informationen. Dazu gehören neben Zeit und Ort auch der Puls sowie Daten zur Höhe oder der Geschwindigkeit.

Der Vivosport ist von Garmin als „Wasserdicht: Schwimmen“ zertifiziert. Das bedeutet, dass er gegen Spritzwasser, Schnee, Duschen und kurze Ausflüge ins Wasser wie Schwimmen oder Schnorcheln geschützt ist. Schnelle Wassersportarten oder Gerätetauchen kann er aber nicht ab.

Wie schon erwähnt stört der Tracker beim Schlafen nicht. Er erkennt automatisch, wenn der Nutzer einschläft und zeichnet die Phasen in den Kategorien Tief, Leicht und Wach auf. Die draus generierten Daten sind übersichtlich und geben einen guten Blick auf den eigenen Schlaf. Im Praxistest fühlen sie sich passend an, ohne Schlaflabor sind sie aber nur schwer zu überprüfen. Entsprechend raten wir, die Daten eher als Anhaltspunkt für einen Trend zu nutzen als konkret auf eine Tag zu begrenzen. Es ist aber gut zu sehen, ob man etwa jede Nacht zum gleichen Zeitpunkt aufwacht oder wie die Aufteilung in leichten und tiefen Schlaf ist.

Der Tracker kann als Wecker arbeiten, dann vibriert er zum festgesetzten Zeitpunkt. Leider fehlt hier ein smarter Wecker, wie ihn etwa das Huawei Band 2 Pro bietet. Den darf Garmin gerne nachreichen. Über das Touch-Display lässt sich der Wecker abschalten oder in einen 10-minütigen Snooze-Modus schalten.

Über den Tracker lässt sich die Medienwiedergabe steuern.

Solange der Vivosport mit dem Smartphone per Bluetooth verbunden ist, zeigt er Benachrichtigungen und eingehende Anrufe auf dem Display an. Bei Nachrichten, etwa aus WhatsApp, werden der Empfänger und die ersten paar Zeichen angezeigt, auf Wunsch kann man auch die komplette Nachricht durchscrollen. Bei Anrufen zeigt das Display die Nummer oder den hinterlegten Kontakt an. Am Vivosport lässt sich der Anruf ablehnen oder annehmen, telefonieren muss man aber am Smartphone – der Tracker hat weder Lautsprecher noch Mikrofon.

Ein praktischer Zusatznutzen: Der Tracker kann die Wiedergabe von Medien auf dem Handy steuern, etwa indem Lieder pausiert oder übersprungen werden. Das ist beim Training ganz hilfreich und hat im Test gut funktioniert.

Die Laufzeit des Vivosport hat uns positiv überrascht. Ohne GPS-Nutzung schafft der Tracker gut eine Woche. Bei aktiviertem GPS geht die Laufzeit zwar deutlich nach unten – aus Tagen werden Stunden – dennoch ist sie deutlich länger als etwa beim Huawei Band 2 Pro. So sind auch längere Trainingsgseinheiten machbar. Das mitgelieferte Ladegerät, ein USB-Kabel mit einem proprietärem Stecker, lädt den Tracker unter eine Stunde wieder voll auf.

Das Ladekabel sitzt fest am Gerät.
Garmin vivosport L Aktivitäts-Tracker grau (010-01789-02)

Grau, L

Garmin vivosport S/M Aktivitäts-Tracker grau (010-01789-00)

Grau, S/M

Garmin vivosport L Aktivitäts-Tracker limelight (010-01789-03)

Limelight, L

Garmin vivosport S/M Aktivitäts-Tracker fuchsia focus (010-01789-01)

Fuchsia, S/M

Garmin Daten-/Ladekabel (010-12491-01)

Lade/Datenkabel

Uns hat bereits der Vivosmart 3 gut gefallen, der Vivosport legt nochmal eine Schippe drauf. Die Mischung aus intelligenter Software, integriertem GPS-Modul und vernünftiger Akkulaufzeit macht den Fitness-Tracker zu einem soliden Begleiter für Sportler. Wir würden uns nur noch eine intelligente Weckfunktion wünschen, zudem dürfte der GPS-Fix teilweise deutlich schneller gehen.

Wer einen Fitness-Tracker sucht, der nicht nur die Aktivitäten, sondern auch Sporteinheiten draußen sauber aufzeichnet, kann ohne Bedenken zuschlagen.

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