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Garmin Index im Test: smarte Waage mit WLAN für 129 Euro

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Die Garmin Index ist eine intelligente Personenwaage zum Preis von 129 Euro. Sie erkennt bis zu 16 Nutzer und ermittelt sechs Körperwerte, unter anderem BMI und Körperfettanteil. Doch ist der Preis gegenüber den günstigeren Alternativen gerechtfertigt? TechStage macht den Test.

Einmal ausgepackt, findet sich folgendes im Lieferumfang der smarten Waage: die eigentliche Garmin Index, vier AA-Batterien, vier Teppich-Füße sowie eine Bedienungsanleitung samt Unterlagen für die Herstellergarantie.

Ein Reinigungstuch aus Mikrofaser oder ähnliches ist nicht dabei. In Anbetracht des hohen Preises wäre das eine nette Beigabe.

Verpackung der Garmin Index
Verpackung der Garmin Index

Der Aufbau der Garmin Index ist simpel: aus der Verpackung nehmen, Folien entfernen und die vier mitgelieferten Batterien einsetzen. Ab Werk ist die smarte Waage für harte Böden ausgelegt. Wer sie auf Teppich platzieren möchte, muss die zusätzlichen Füße anbringen. Die Füße gleichen Unebenheiten auf weichem Boden aus.

Lieferumfang der Garmin Index
Lieferumfang der Garmin Index

Die Garmin Index ist eine große Waage. Im Vergleich zu anderen Produkten, wie beispielsweise der Fitbit Aria 2 (Testbericht) oder der Bodysense von Anker Eufy (Testbericht), ist die Form nicht quadratisch, sondern rechteckig gehalten. Die Trittfläche misst eine Breite von 35 cm, damit ist es die breiteste Personenwaage im Test. Der Nutzung tut das nichts, allerdings machen sich die Dimensionen mit einem Gewicht von 2,8 kg auch deutlich bemerkbar.

Garmins intelligente Personenwaage ist hochwertig verarbeitet – so wie die 50 Euro günstige Eufy Bodysense auch. Der Rahmen des Gerätes ist aus schwarzem Kunststoff gefertigt. Darüber sitzt eine dicke Glasplatte mit eingelassenen Leiterbahnen für die bioelektrische Impedanz. Oben mittig ist das Schwarz-Weiß-Display. Direkt unter der Anzeige kennzeichnet ein Garmin-Logo das Produkt.

Design der Garmin Index

Die maximale Belastung der Waage liegt bei 180 kg.

Die Garmin Index ist eine vielseitige Personenwaage mit sechs unterschiedlichen Metriken, die Aria 2 ermittelt lediglich drei (Gewicht, BMI und Fett). Neben dem eigentlichen Körpergewicht zeigt die Garmin Index auch Body-Mass-Index, Körperfett, Wasseranteil sowie Muskel- und Knochenmasse an.

Die Waage befindet sich dauerhaft im Bereitschaftsmodus. Erst mit dem Daraufstellen des Nutzers startet die Garmin Index einen Messvorgang. Der Vorgang nimmt 5 bis 8 Sekunden in Anspruch und ist beendet, wenn die Werte auf dem LC-Display auftauchen.

Display der Garmin Index
Display der Garmin Index

Das gemessene Gewicht gleicht auf die Kommastelle genau dem Ergebnis anderer digitaler und mechanischer Waagen. Eine Abweichung fand in zehn von zehn Fällen nicht statt. Umstritten dagegen ist die Methode zum Feststellen der Körperanalyse: Auch die Garmin Index arbeitet mit der bioelektrischen Impedanz. Im Grunde ist Methode völlig richtig, allerdings findet die Messung lediglich an den Füßen sowie Beinen und damit im großenteils am Unterkörper statt. Für exaktere Ergebnisse, wie beim Sportarzt oder im Fitness-Studio, müssen auch die Hände und der Oberkörper angeschlossen sein. Bei der Körperfettanalyse hat die Garmin Index eine Abweichung von ± 100 g zu der Fitbit Aria 2, die restlichen Werte weichen minimal von Ergebnissen anderer Personenwaagen ab.

Vier AA-Batterien in der Garmin Index
Vier AA-Batterien in der Garmin Index

Schwangere sollten sich nicht auf die Waage stellen, genau wie Personen mit einem Herzschrittmacher. Für Leistungssportler ist die Garmin Index ebenso wenig sinnvoll, da ein „Athletenmodus“ fehlt, der die Perzeption der Sensoren verstärkt und ein exakteres Abbild der Körperzusammensetzung liefert. Dieser Modus ist bei der Aria 2 vorhanden, aber nicht bei der Eufy Bodysense.

Eines der Besonderheiten der Garmin Index ist Vielfalt an Schnittstellen: Neben Bluetooth und WLAN verfügt sie auch über Garmins hauseigenen Standard ANT+ für Verbindungen mit anderen Fitness-Produkten über kurze Distanzen bis 30 m. Wirklich durchgesetzt hat sich das allerdings nie.

Das Prinzip der Waage ist ähnlich wie bei der Fitbit Aria 2: Die Personendaten wie Gewicht, BMI und mehr überträgt das System selbstständig in ein Nutzerkonto auf der Garmin Cloud. Jeder Nutzer ruft seine eigenen Werte individuell über eine App auf dem Smartphone ab. Die Erkennung, wann welcher Nutzer auf der Garmin Index steht, funktioniert automatisch – ein Smartphone muss man nicht mit sich tragen. Eine lokale Verbindung zum Smartphone ohne Umwege zu der Garmin-Cloud ist nicht möglich.

Laut Garmin sollen die vier AA-Batterien etwa neun Monate halten. Das System meldet sich rechtzeitig, wenn die Energieträger aufgebraucht sind.

Für die Einrichtung und Verwaltung stellt Garmin seine universelle App Garmin Connect bereit. Sie ist kostenlos für iPhone und Android-Smartphones erhältlich und arbeitet mit anderen Garmin-Geräten zusammen. Für die Verwendung verlangt sie personenbezogene Daten wie E-Mail, Name, Alter und Körpergröße. Garmin Connect bietet auch eine Nutzeroberfläche im Web an, falls man die App nach der Einrichtung entfernen möchte.

Die Applikation ist intuitiv aufgebaut, Informationen und Werte sind maximal drei Berührungen entfernt. Eine Art Übersichtsseite zeigt die wesentlichen Kennzahlen des Nutzers an, darunter auch ein Gewichtsverlauf.

Optional lässt sich die App mit sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google verbinden. So findet man Freunde und kann gegen sie antreten, wenn es beispielsweise um gelaufene Schritte oder andere Aktivitäten geht, die die App aus anderen Quellen wie Apple Health gewinnt. Das ist sinnvoll, wenn man alle Werte an einem Ort oder eine Kalorienbilanz einbeziehen möchte.

Garmin Index (Schwarz)

Schwarz

Garmin Index (Weiß)

Weiß

Die Kernfunktionen der Garmin Index decken sich mit anderen Personenwaagen, unter anderem auch mit preiswerteren Alternativen wie der Anker Eufy Bodysense für 50 Euro. Der eigentliche Mehrwert der Garmin-Waage ist die WLAN-Schnittstelle für die automatische Übertragung, ähnlich wie bei der Fitbit Aria 2 (Testbericht).

Wer sollte sie kaufen? In erster Linie nur Nutzer, die bereits Garmin-Produkte wie einen Fitness-Tracker oder eine Sportuhr mit Herzfrequenzmessung besitzen. Wer in die Welt der smarten Personenwaagen einsteigt und auf WLAN verzichten kann, sollte zu der Bodysense von Anker Eufy greifen.

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