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Garmin Fenix 6s im Test: Die Rolex unter den Sportuhren

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Die Fenix 6s von Garmin gehört zu den teureren Sportuhren auf dem Markt. Der Hersteller rechtfertigt den Preis mit umfangreichen Navigations- und Tracking-Optionen. Wir klären im Test, ob diese Rechnung aufgeht.

Garmin hat mit der Fenix 6s ein Oberklasse-Modell unter den Sportuhren im Angebot, dass interessierte Kunden vor allem mit diversen Sensoren, einem vielseitigen Navigationssystem und einer hohen Akkulaufzeit überzeugen will. Wir haben die Uhr in unserem Test ausgiebig geprüft und uns mit der Frage beschäftigt, ob und wenn ja, für wen die Fenix 6s ihr Geld wirklich wert ist.

Der Test zur Fenix 6s erscheint in unserer Themenwelt Sportuhren. Dort sind bereits Tests zur Garmin Venu (Testbericht), zur Honor Magic Watch 2 (Testbericht) oder zur Polar Grit X (Testbericht) erschienen. Darüber hinaus vergleichen wir elf Sportuhren und im Ratgeber: Sportuhren oder Fitness-Tracker für Jogger klären wir die Frage, wer einen Fitness-Tracker kaufen und wer zu einer Sportuhr greifen sollte.

Die Garmin Fenix 6s gibt es ähnlich wie die Vivoactive 4 in mehreren Varianten mit unterschiedlich großen Anzeigen für Männer und Frauen. Die feminine Variante mit dem kleineren Display hört auf den Namen Fenix 6s und besitzt ein Gehäuse mit einem Durchmesser von 42mm. Als Farben stehen Weiß/Roségold und Schwarz zur Auswahl. Die Uhr mit dem kleineren Gehäuse wirkt im Vergleich zu anderen Smartwatches zwar kleiner, besitzt im direkten Kontrast zur Vivoactive 4s (Testbericht) aber immer noch ein eher wuchtiges Äußeres. Im Inneren unterscheiden sich die Varianten minimal, weswegen wir in diesem Artikel die Schreibweise Fenix 6 nutzen.

Immerhin liegen die fünf seitlichen Bedienknöpfe dezent im Gehäuse, sodass die Uhr insgesamt einen verhältnismäßig dezenten Auftritt hinlegt. Eine Besonderheit der Fenix 6 besteht im Vergleich zu anderen Smartwatches übrigens im fehlenden Touchscreen: Die Bedienung erfolgt ausschließlich über die fünf seitlichen Bedienknöpfe. Das Gehäuse der Fenix 6 besteht je nach Modell aus Edelstahl, Titan oder Titan mit DLC-Beschichtung.

Garmin Fenix 6s im Test (6 Bilder)

Wer möchte, kann das Display statt mit Corning Gorilla Glass 3 gegen Aufpreis mit kratzfestem Saphirglas erwerben. Die Armbänder der Uhr bestehen aus Silikon, Velours oder Nylon. Wir haben die Fenix 6s in Schwarz mit Silikonarmband getestet. Das von uns getragene Modell überzeugte in Sachen Robustheit und Haltbarkeit vollumfänglich: Wir konnten trotz hoher Beanspruchung beim Wandern, Schwimmen, Laufen und Crossfit keine sichtbaren Gebrauchsspuren am Gehäuse oder Display feststellen. Der Lieferumfang der Fenix 6s besteht neben der Uhr selbst aus einem dehnbaren Silikonarmband, das für einen Handgelenkumfang von 108-182mm vorgesehen ist. Außerdem liegt der Uhr ein spezielles USB-Adapter-Ladekabel bei.

Wer die Fenix 6 nach dem Auspacken das erste Mal startet, braucht nur den Anweisungen auf dem Bildschirm zu folgen, um die Einrichtung der Uhr abzuschließen. Wie bei der Vivoactive 4 benötigen wir für die Fenix 6 einen Garmin-Account und die Garmin-Connnect-App.

Wie bei den meisten Garming-Uhren steckt die Fenix 6 voll mit Profilen für die verschiedensten Sportarten.

Sobald wir die App installiert haben, können wir die Uhr mit dem Smartphone via Bluetooth koppeln. Die App führt anschließend durch den Einrichtungsprozess und erklärt alle wichtigen Funktionen sowie die Bedienung der Uhr. Wer mag, kann zu guter Letzt noch Zusatzfunktionen wie Musik, Garmin Pay und Wi-Fi-Netzwerke einrichten.

Die Funktionsweise der Garmin-Connect-App haben wir bereits ausführlich in unserem Test der Vivoactive 4s beschrieben. Unsere dortigen Angaben sind vollumfänglich auch für die Fenix 6s zutreffend – Unterschiede bei der Bedienbarkeit gibt es zwischen den beiden Modellen in der App keine. Die Fenix 6 unterstützt außerdem wie die Vivoactive 4s die meisten Apps im Garmin Connect IQ-Shop. Insgesamt lassen sich 30 Apps auf der Uhr installieren, dazu stehen 15,66 MB Speicherplatz zur Verfügung. Andere Uhrenoberflächen zählen genauso zum App-Limit wie Geräte-Apps, Widgets und Musik-Apps.

Karten, Karten und noch mehr Karten: Die umfangreichen Navigationsoptionen der Fenix 6 gehören zu den Alleinstellungsmerkmalen der Uhr und machen deutlich, an welche Zielgruppe sich die hochpreisige Sportuhr richtet. Die Fenix 6 nutzt zur Navigation mehrere unterschiedliche Satellitensysteme, darunter GPS, GLONASS und Galileo. Darüber hinaus verfügt die Smartwatch über vorinstallierte topografische Karten, Skikarten und Karten von Golfplätzen. Die Uhr erleichtert die Navigation außerdem mit Abbiegehinweisen – das ist besonders für Radfahrer hilfreich, die auf einer längeren Tour unterwegs sind.

Rufen wir das Navigationsmenü der Smartwatch auf, haben wir mehrere Optionen zur Auswahl:

  • Points of Interest (PoI) lotst uns zu Restaurants, Hotels, Sehenswürdigkeiten, Unterhaltungsstätten, Tankstellen und vergleichbaren Orten in unserer Nähe.
  • Around Me lädt eine Karte unserer Umgebung und zeigt uns alle PoI in der Nähe.
  • Strecken erlaubt uns das Erstellen einer Strecke zum Laufen, Radfahren etc. direkt über die Uhr. Wir können unsere eigene Position, PoIs, Koordinaten oder einzelne auf der Karte ausgewählte Punkte als Ziel oder Zwischenstopp festlegen.
  • Roundtrip-Routing berechnet eine Strecke auf Basis einer definierten Distanz.
  • Peilen und los ruft einen Kompass inklusive Höhenmesser und Barometer zur Navigation auf.

Ergänzend dazu kann die Uhr anhand einer Karte oder mit Koordinaten navigieren. Wir haben die einzelnen Funktionen in unserem Test während einer Wanderung auf bekannter Strecke ausprobiert. Wie von Garmin nicht anders zu erwarten funktionierten alle Navigationsoptionen zuverlässig und mit einem hohen Maß an Genauigkeit. Hier gibt es also absolut nichts zu meckern.

Die Fenix 6s zeichnet zuverlässig zurückgelegte Schritte, Stockwerke, die Herzfrequenz und die Atmung. Außerdem misst die Fenix 6 wie die Vivoactive 4 den Energielevel, die Sauerstoffsättigung und den Stresslevel. Wer nur diese Funktionen nutzt, für den ist die Uhr aber eigentlich Overkill. Denn ihre ganzen Stärken spielt sie erst aus, wenn man sie aktiv nutzt. Die Trainingsoptionen der Fenix 6 ergänzen sich direkt mit den umfangreichen Navigationsoptionen. Weil die Uhr sich explizit an Outdoor-Sportler richtet, die die Smartwatch zum Wandern, Laufen, Radfahren und Skifahren nutzen möchten, besitzt die Fenix 6 umfassende Trainingsfeatures für diese Sportarten:

  • Climbpro zeigt Nutzern den noch bevorstehenden Anstieg und die Neigung der geplanten Strecke an.
  • Pacepro erlaubt (wie bei der Garmin Vivoactive 4) eine detaillierte Streckenplanung, bei der Nutzer eine Ziel-Pace festlegen können und die Uhr dann unterwegs je nach Streckenabschnitt eine bestimmte Pace empfiehlt.
  • Die Skitouren-App zeichnet die zurückgelegten Höhenmeter beim Skifahren auf.
Die Fenix 6s ist die kleinere Variante der Fenix-6-Serie.

Daneben besitzt die Fenix 6 diverse weitere Sportprofile, darunter neben verschiedenen Varianten für Laufen, Schwimmen, Radfahren und Skifahren beispielsweise auch Yoga, Golf, SUP und Klettern. Schließlich gibt es die Möglichkeit, Krafttraining aufzuzeichnen. Leider kämpft die Fenix 6 hier mit denselben Problemen wie die Vivoactive 4 und registriert die einzelnen Wiederholungen unregelmäßig und unzuverlässig: Wir haben die Uhr mit Überkopfdrücken, Bankdrücken, Kreuzheben und Kniebeugen getestet. Die Sensoren lieferten bei keiner Übung exakte Ergebnisse – trotz mehrerer Testdurchläufe. Immerhin können wir die Fenix 6 beim Krafttraining noch zur Pulsmessung verwenden – und wer ernsthaft Kraftsport betreibt, nutzt ohnehin ein separates Trainingstagebuch. Als nettes, aber überflüssiges Gimmick bietet die Fenix 6 übrigens auch noch kurze Trainingsvideos für Yoga und Pilates.

Die Garmin-Connect-App bereitet unsere Trainingseinheiten schließlich in umfangreichen Tabellen auf, in denen wir unsere durchschnittliche und maximale Herzfrequenz, unseren Trainingseffekt, unseren Kalorienverbrauch und unsere Atemfrequenz ablesen können. Außerdem informiert die App über die erwartete Menge an Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen. Die von der Fenix 6 erfassten Werte erlauben einen umfassenden Überblick über die eigene Trainingsbelastung. Wem das nicht ausreicht, der kann sich im Menü Trainingszustand weitere Informationen zum eigenen Fitnesslevel abholen: Die App zeigt hier das VO2max und die Belastung an und informiert, ob wir uns in einer Erholungsphase, einer Formaufbauphase oder einer Phase der Überlastung befinden. Zwar sollte man sich beim Training nicht ausschließlich auf diese Angaben verlassen und zusätzlich auf die Signale des eigenen Körpers hören. Wir empfanden die detaillierten Informationen der Fenix 6 zu unserem Trainingszustand aber als sehr hilfreich für unsere allgemeine Trainingsplanung.

Die Fenix 6 unterstützt genauso wie die Vivoactive 4 kontaktloses Bezahlen via Garmin Pay. Die Einrichtung funktioniert denkbar einfach über die Garmin Connect App und funktionierte in unserem Test tadellos, allerdings wird unsere Bank auch direkt unterstützt. Alle kompatiblen Banken und Kreditkarten führt Garmin hier auf.

Wer über die Fenix 6 Musik wiedergeben möchte, kann auf dieselben Optionen wie bei der Vivoactive 4 zurückgreifen: Drittanbieter-Apps (Spotify. Deezer und Co.), die Wiedergabe von Musik auf dem Smartphone und die Wiedergabe von Musik, die wir zuvor auf die Smartwatch übertragen haben. Wie bei der Vivoactive 4 sind diese drei Optionen der Musikwiedergabe verhältnismäßig umständlich zu bedienen und kranken an denselben Problemen, die wir bereits im Test der Vivoactive 4 bemängelt haben. Hier sollte Garmin definitiv nachbessern. Die Sportuhren verfügen über 32 GByte Speicher, effektiv nutzbar sind davon 28 GByte. Allerdings teilt sich die Musik den Speicher mit dem Kartenmaterial, das überraschend viel Platz benötigt. Effektiv sollte man mit etwa 5 bis 10 GByte für Musik planen.

Über die Garmin Connect App zeigt die Fenix 6s auf dem Smartphone eingehende Nachrichten per Bluetooth an. Die Smartwatch bietet dabei die Möglichkeit, unterschiedliche Einstellungen vorzunehmen, je nachdem, ob sich der Träger gerade in einer Trainingseinheit befinden oder nicht.

Die Fenix 6 zeigt aber nicht nur Benachrichtigungen, sondern auch eingehende Anrufe an. Wir können Anrufe annehmen oder ablehnen sowie beim Ablehnen ergänzend eine vorgefertigte SMS-Antwort senden. Allerdings können wir die Uhr nicht direkt zum Telefonieren nutzen, dafür benötigen wir weiterhin unser Smartphone. Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, SMS mit vorgefertigten Nachrichten zu beantworten, die wir aus einer Liste auswählen. Diese Funktion steht allerdings nur für Android-Smartphones zur Verfügung.

Garmin bewirbt die Fenix 6 mit einem besonders leistungsstarken Akku: Der Lithium-Akku soll bis zu 34 Tage im Energiesparmodus durchhalten, bis zu 9 Tage im Smartwatch-Modus überstehen und eine Laufzeit von 6 Stunden bei aktiviertem GPS-Modus mit Musikwiedergabe bieten.

Auf der Rückseite sitzt der Puls-Scanner sowie der proprietäre Anschluss, um die Fenix 6 zu laden oder um Daten vom PC oder Mac zu übertragen.

Wir konnten diese Werte im Test für den Smartwatch- und den GPS-Modus bestätigen. Wir haben dazu die Uhr einmal vollständig durch dauerhaft aktivierte GPS-Funktion und Musikwiedergabe entladen und sie ergänzend dann noch einmal im normalen Smartwatch-Modus mit insgesamt vier Trainingseinheiten über mehrere Tage hinweg eingesetzt. Die Fenix 6 besitzt eine integrierte Verwaltung zum Energieverbrauch, der Nutzern einen Überblick über den Strombedarf der einzelnen Smartwatch-Funktionen verschafft. Das ist besonders hilfreich, wenn man viel mit der Uhr in der freien Natur unterwegs ist und sie primär zur Navigation auf längeren Touren nutzen möchte, beispielsweise beim Skifahren, Mountainbiken oder Wandern. Auf Wunsch gibt es gegen Aufpreis eine Solar-Variante, die sich tagsüber auflädt.

Garmin bietet die Fenix 6 in insgesamt 19 unterschiedlichen Versionen mit variierender Displaygröße, Zusatzfunktionen für Musik, Karten und WLAN, Versorgung via Solarenergie und Display mit kratzfestem Saphirglas an. Je nach Modell und Version rangiert der UVP zwischen 599,99 Euro für das günstigste Modell (42mm Display ohne Zusatzfunktionen, Saphirglas und Solar) und 1.099,99 Euro für das teuerste Modell (51mm Display mit Titanarmband, Zusatzfunktionen und Solar, aber ohne Saphirglas). Der Straßenpreis für die einzelnen Modelle schwankt ebenfalls stark, liegt aber teilweise deutlich unter der UVP zwischen 459,00 Euro und 999,00 Euro. Garmin verkauft ergänzend Silikonarmbänder in verschiedenen Farben für 49,99 Euro, Lederarmbänder in Braun und Schwarz für 99,99 Euro und Titanarmbänder in verschiedenen Farben zwischen 199,99 Euro und 299,99 Euro.

Die Fenix 6s ähnelt ein wenig der Dissertation unserer Autorin Sara Petzold: Sie bedient eine kleine Zielgruppe, eine Nische im großen Markt der Smartwatches – und kostet dementsprechend viel. Wer sich die Fenix 6s kauft, weiß genau, was er will, und bekommt es auch: nämlich eine Sportuhr, die sich vor allem an Outdoor-Sportler richtet und die Vorzüge einer Smartwatch, eines Fitness-Trackers und eines Navigationssystems in einem Gerät kombiniert.

Ja, der Preis der Fenix 6 ist hoch. Aber er ist unserer Meinung nach gerechtfertigt. Die Smartwatch ist hervorragend verarbeitet, sie bietet umfassende Tracking- und Trainingsoptionen und verfügt über ein Navigationssystem, bei dem Garmin seine Stärken voll ausspielt und das am Markt für Smartwatches seines Gleichen sucht. Einzige Wermutstropfen sind die etwas umständliche Musiksteuerung sowie das mäßige Kraftsport-Tracking.

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