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Gaming-Monitor AOC C24G1 mit Freesync und 144 Hz im Test

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AOC verspricht beim C24G1 trotz VA-Panel eine Reaktionszeit von einer Millisekunde. Wir testeten den Full-HD-Gaming-Monitor, der mit einer Bildrate von 144 Hertz, gutem Preis und Freesync-Support lockt.

AOC bewirbt den C24G1 explizit als Gaming-Monitor, die Spezifikationen sprechen eine eindeutige Sprache: 23,6-Zoll-Full-HD, 144 Hz Bildwiederholungsrate, Free-Sync-Support, 1 ms Reaktionszeit. Damit eignet sich der C24G1 auf dem Papier perfekt als Gaming-Monitor für Einsteiger. Als Anschlüsse stehen neben DisplayPort 1.2 auch zwei HDMI 1.4- sowie ein VGA-Port zur Verfügung. Darüber hinaus lässt sich per Klinken-Stecker ein Kopfhörer an den Monitor anschließen.

Der Monitor ist Teil unserer Themenwelt zu Gaming-Zubehör und -Monitoren. Bislang sind folgende Artikel und Tests erschienen:

Zum Straßenpreis von aktuell rund 200 Euro erhalten Käufer außerdem folgende Features:

  • Panel-Typ: VA (WLED)
  • Form: curved/gebogen (1500R)
  • Reaktionszeit laut Hersteller: 4ms nativ, 1ms via MPRT-Technologie
  • Bildrate: maximal 144 Hertz

Wie es sich für einen dedizierten Gaming-Monitor der Einsteiger-Preisklasse gehört, unterstützt der AOC C24G1 die Freesync-Technologie von AMD. Freesync funktioniert sowohl mit AMD- als auch Nvidia-Grafikkarten und sorgt für eine flüssigere Darstellung auf dem Bildschirm. Dazu stimmt Freesync die von der Grafikkarte erzeugte Bildrate mit der des Monitors ab. Die Technik verhindert den Tearing-Effekt, also das Auftreten von störenden Bildartefakten.

Auf der Rückseite des Displays ist der C24G1 üppig mit Anschlüssen bestückt.

In der Praxis bedeutet dies, dass die Freesync-Technologie greift, wenn die dargestellte Bildrate zwischen 48 Hz und 144 Hz liegt. Sinkt die Bildrate unter einen Wert von 48 Hertz, funktioniert Freesync normalerweise nicht mehr. Für diesen Fall hat AMD aber die sogenannte „Low Framerate Compensation“ (LFC) entwickelt. LFC sorgt dafür, dass die Bildwiederholungsrate sich automatisch dem Output der Grafikkarte anpasst, wenn die von einem Spiel generierten Bilder pro Sekunde unter den von Freesync normalerweise unterstützten Wert sinken. Das ist insbesondere bei Spielen interessant, die zum Veröffentlichungszeitpunkt über einen Framerate-Lock verfügen und nur mit maximal 30 Bildern pro Sekunde laufen – das war zum Beispiel bei Mafia 3 und Need for Speed (2015) zum Release der Fall. Weil der AOC C24G1 die LFC-Funktion unterstützt, stellen auch derartige Einschränkungen bestimmter Spieletitel kein großes Problem für den Freesync-Support des Geräts dar.

Wer den eigenen PC-Monitor vor allem zu Gaming-Zwecken nutzt und schnelle Shooter spielt, legt besonders viel Wert auf eine möglichst geringe Reaktionszeit des Displays. In dieser Beziehung ist der AOC C24G1 ein Sonderfall: Denn obwohl die native Reaktionszeit dieses Displays eigentlich bei vier Millisekunden liegt – und damit für Gaming-Monitore an der oberen Schmerzgrenze –, kann der Bildschirm diesen Wert als Moving Picture Response Time (MPRT) auf eine Millisekunde reduzieren.

Dieser Wert gibt dabei an, wie lange ein Pixel auf dem Display für das Auge sichtbar ist. Dabei kommt das sogenannte Backlight Strobing zum Einsatz. Dabei blitzt die Hintergrundbeleuchtung des LED-Panels in schneller Folge auf, was Bewegungsunschärfeeffekte verringert. Die Technik nutzen mehrere Hersteller unter dem Namen "Motion Blur Reduction", kurz MBR.

Dementsprechend bietet der Monitor, der die Reaktionszeit als MPRT-Wert angibt, strenggenommen keine echte Reaktionszeit von einer Millisekunde. AOC setzt aber darauf, dass man mit der Technik bei dem Display die Nachteile der höheren Reaktionszeit wettmachen und zugleich die Vorteile des VA-Panels (wie bessere Farb- und Kontrastwerte) nutzen kann. Wer also einen Gaming-Monitor sucht, der sich nebenher auch noch für andere Tätigkeiten wie etwa Bildbearbeitung eignet, bekommt mit dem AOC C24G1 eine potenzielle eierlegende Wollmilchsau.

Aber wie wirken sich Reaktionsrate und Bildqualität des AOC-Monitors in der Praxis aus? Der Nutzer kann im Untermenü "Game Setting" einen Wert zwischen 0 und 20 wählen. Dieser definiert die "Stärke" der MBR-Funktion und deaktiviert zugleich Freesync. Beide Techniken lassen sich nicht zeitgleich nutzen.

Im Test konnte uns MBR nicht wirklich überzeugen: Wer es aktiviert, muss deutliche Einbußen bei der Helligkeit des Bildschirms in Kauf nehmen. Zwar gibt AOC die “typische” Helligkeit des Monitors mit 250 cd/m2 an – ein Wert, den der Monitor bei voller Helligkeitseinstellung im Durchschnitt in unseren eigenen Messungen mit 221,5 cd/m2 um gut zehn Prozent verfehlt.

Das eigentliche Problem der MBR-Funktion besteht darin, dass ein erhöhter Wert die Helligkeit des Bildschirms verringert. Bei einer Einstellung von 10 erreicht der AOC C24G1 durchschnittlich nur noch 115,7 cd/m2 und damit gerade einmal etwas mehr als die Hälfte der maximal möglichen Helligkeit. Stellen wir den MBR-Wert auf 20, halbiert sich die Helligkeit noch einmal auf durchschnittlich 58,8 cd/m2. Das hat deutlich sichtbare Auswirkungen auf die Farbgebung: Bereiche, die bei maximaler Helligkeit eindeutig als weiß zu erkennen sind, erscheinen jetzt in grau.

Die MBR-Einstellung führt darüber hinaus zu Abweichungen des Kontrasts. Ohne Anpassung erreicht der Monitor einen durchschnittlichen Kontrastwert von 1013,2:1. Bei einem MBR-Wert von 10 steigt der Kontrast auf 2126,4:1 und erreicht bei der Maximaleinstellung von 20 endlich 2938,9:1. Den Kontrastwert, den AOC selbst mit 3000:1 angibt, erreicht der C24G1 also lediglich auf der höchsten MBR-Einstellung – und die geht wie erwähnt stark zulasten der Helligkeit und Farbgebung.

Beim Gamma-Test schneidet der Monitor sehr gut ab: Ohne MBR zeigte der Monitor im Test bei voller Helligkeit alle Farbbereiche korrekt an und ließ deutliche Unterschiede bei allen Farben erkennen. Insbesondere überzeugte uns der Monitor beim Schwarz-Weiß-Kontrast, wo die Differenzen der Farbsegmente am besten sichtbar waren. Allerdings wirkte sich auch hier – trotz der höheren Kontrastwerte – eine hohe Einstellung beim MBR-Wert negativ auf den Gamma-Test aus. Bei der Farbe Blau konnten wir der Einstellung 10 die dunklen Bereiche gerade noch von Schwarz unterscheiden, aber mit dem Wert t20 zeigte der Monitor die untersten sechs Farbsegmente der Farbe Blau komplett als Schwarz an.

Abschließend bleibt die entscheidende Frage: Wie wirkt sich die MBR-Einstellung tatsächlich auf die Bildrate beziehungsweise das vom Monitor erzeugte Ghosting aus? Ist das Ergebnis die starken Einbußen bei Farbgebung und Helligkeit wert? Die Antwort lautet: Nein. Denn für das bloße Auge ist zwischen der Einstellung ohne MBR und dem höchsten MBR-Wert praktisch kein Unterschied zu erkennen. In beiden Fällen wird deutliches Ghosting ab einer Geschwindigkeit von etwa 1000 Pixeln pro Sekunde sichtbar.

Weil wir für die Funktion außerdem auf Freesync verzichten müssen, verliert diese Option zur Anpassung der Reaktionszeit vollkommen seine Daseinsberechtigung. Der C24G1 hält also das Versprechen nicht ein, mithilfe von MBR für eine Bildrate von einer Millisekunde zu sorgen und damit den Nachteil des VA- gegenüber dem schnelleren TN-Panel auszugleichen.

Der Standfuß des AOC C24G1 nimmt zwar ziemlich viel Platz weg, bietet dafür aber auch diverse Optionen, den Neigungswinkel und die Höhe des Displays zu regulieren.

Ein Blick auf das Äußere des AOC C24G1 offenbart die Prämisse, dass AOC einen Gaming-Monitor kreieren wollte, der zudem über eine hohe Funktionalität verfügt. Der Rahmen des C24G1 besteht aus schwarzem Kunststoff, wobei der untere Teil des Bildschirms mit einem weinroten Rand versehen ist. Dieser ziert auch den Fuß des Geräts, der seinerseits aus Metall gefertigt ist.

Dabei ist der Standfuß Blickfang und Staubfänger zugleich, denn mit seinem ausladenden, zweigeteilten Design nimmt er im Vergleich zu anderen Monitoren viel Platz ein. Allerdings kann AOC bei dem C24G1 in diesem Zusammenhang auch diverse Pluspunkte verbuchen: Der Monitor lässt sich nämlich stufenlos in der Höhe verstellen und außerdem in einem Winkel zwischen -34 und +34 Grad drehen beziehungsweise zwischen -4 und +21,5 Grad neigen.

Das eigentliche Highlight beim Design des C24G1 stellt aber die schmale Einfassung des Displays dar. AOC wirbt diesbezüglich explizit damit, dass sich dadurch besonders gut mehrere Monitore nebeneinander stellen und zu einem Dreifach-Bildschirm kombinieren lassen. Wer über die entsprechende Hardware verfügt, kann deshalb diverse Spieletitel im Großformat genießen, insbesondere Rennspiele profitieren von dieser Option.

Schließlich überzeugt der C24G1 auch beim Strombedarf. Diesen gibt AOC im Normalbetrieb mit 20 Watt an – in unserem Test lag dieser Wert mit 22,5 Watt leicht höher, aber immer noch im sparsamen Bereich. Schaltet sich der Monitor selbst ab, wenn der Nutzer eine bestimmte Zeit inaktiv war, sinkt der Strombedarf praktisch auf null (unser Messgerät gab einen Wert von 0,0 Watt an).

Bei AOCs Gaming-Monitor C24G1 liegen Licht und Schatten sehr nahe beieinander. Der Bildschirm hat uns im Test vor allem mit den sehr guten Farb- und Kontrastwerten und der Bildwiederholungsrate überzeugt. Mit Freesync-Support, den offenkundigen Vorteilen des VA-Panels sowie der Bildrate von 144 Hertz liefert AOC mit diesem Monitor ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis.

Allerdings dürfen Käufer nicht den Fehler machen zu glauben, dass sie hier eine echte Reaktionszeit von einer Millisekunde bekommen, wie der Hersteller es auf der Packung verspricht. Denn wie unser Test zeigt, handelt es sich bei der MBR-Funktion, die diese Reaktionszeit ermöglichen soll, größtenteils um Augenwischerei – und die geht dann auch noch auf Kosten der eigentlichen Stärken des Displays.

Wer einen guten Gaming-Monitor zum fairen Preis sucht, der überdies jede Menge Flexibilität bei der Aufstellung besitzt, bekommt mit dem AOC C24G1 ein vernünftiges Gesamtpaket. Die von AOC versprochene eierlegende Wollmilchsau ist dieser Bildschirm allerdings nicht. Dafür ist die Bildrate in der Praxis einfach nicht ausreichend schnell genug und eignet sich zu wenig für schnelle Spiele, etwa Ego-Shooter.

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