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Gaming-Headset Steelseries Arctis 1 im Test: gut und günstig

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Gaming Headsets sollten bequem sein und gut klingen. Dass dies auch günstige Modelle erfüllen, zeigt der Test des Einsteigermodells Arctis 1 von Steelseries.

Für Gamer ist ein gutes Headset fast ebenso wichtig wie ein leistungsstarker Gaming-PC (Kaufberatung) und ein schneller Monitor (Ratgeber). 2018 haben wir bereits einige Modelle in der Preisklasse zwischen 120 und 300 Euro getestet (Gaming-Headsets im Vergleichstest).

Nun stellen wir uns der Frage, ob auch günstige Headsets unter 100 Euro für Gamer ausreichend sind. Nach den Headsets Kraken V2 Pro von Razer (Testbericht), Logitech G432 (Testbericht), Corsair HS-50 (Testbericht), Sennheiser GSP 300 (Testbericht) und dem Trust GTX 410 (Testbericht) folgt nun der Einzeltest des knapp 60 Euro teuren Arctis 1 von Steelseries.

Das Arctis 1 sieht weit mehr wie ein Audio-Kopfhörer fürs Wohnzimmer aus statt wie ein Gaming-Headset. Das Headset ist komplett in Schwarz gehalten und verzichtet auf futuristisches Design und auffällige RGB-Beleuchtung. Der optische Auftritt ist besonders bei abgestecktem Mikrofon sehr dezent.

Die Verarbeitung ist gut, aber nicht hervorragend. Das viele Plastik und die nicht abgerundeten Kanten am Kopfbügel sind zwar in Ordnung, wirken aber nicht hochwertig.

Zum Lieferumfang gehören Headset, Mikrofon und Verlängerungskabel.

Der in der Größe verstellbare Kopfbügel besteht aus Metall und ist lediglich mit einem Kunststoffmantel überzogen. Der Rest des Headsets besteht aus Plastik. Die Kunstleder-Polsterung des Bügels ist deutlich weniger voluminös als dies beispielsweise beim Corsair HS-50 der Fall ist. Die sehr weichen Ohrpolster sind mit Stoff bezogen. Wer will, kann die beiden Ohrmuscheln um 90 Grad nach vorne verdrehen, um Platz zu sparen. Das Headset ist dann deutlich flacher und passt so bequem in einen Rucksack.

Die Mikrofon-Mute-Taste und der Drehregler für die Lautstärke sitzen, wie bei fast allen Headsets, am linken Kopfhörer. Die Position des Rädchens und des Tasters sind vernünftig gewählt: Die Bedienung klappt blind mit nur einem Griff. Das ist gut, da man so nicht unnötig vom Zocken abgelenkt wird. Das vierpolige Klinkenkabel ist mit einer Länge von 135 cm recht knapp bemessen. Für Diejenigen, die das Headset an den PC unterm Schreibtisch anschließen wollen, hat der Hersteller deshalb ein Verlängerungskabel beigepackt. Dieses ist 165 cm lang und verfügt über getrennte Stecker für Mikrofon und Lautsprecher. Die Gesamtlänge inklusive der Verlängerung ist ausreichend dimensioniert. Auf eine schützende Gewebeummantelung der Kabel verzichtet der Hersteller.

Der Mikrofoneingang am linken Kopfhörer liegt offen und ist nicht durch eine Abdeckung geschützt. Das Ansteck-Mikrofon mit 3,5-mm-Klinken-Stecker ist gut 15 cm lang und flexibel. So praktisch das abnehmbare Mikrofon auch sein mag; ohne Tasche kann es schnell verloren gehen. Das gilt auch für das im Lieferumfang enthaltene Verlängerungskabel.

Das wichtigste Testkriterium ist die Audioqualität. Trotz des moderaten Preises liefert das Arctis 1 eine überraschend hohe Audioqualität. Der Bass ist zwar recht dominant, aber nicht störend überdreht. Mittel- und Hochtöner machen einen guten Job, und so ergibt sich ein insgesamt sehr harmonisches Klangbild, welches sich auch zum Musikhören eignet. Lediglich die Gesamtlautstärke dürfte nach unserem Geschmack ein Ideechen höher sein.

Kopfhörer und Mikrofon machen einen sehr guten Job.

Gegner zu lokalisieren, klappt beispielsweise in Counter-Strike: GO zuverlässig. Selbst bei hoher Lautstärke kommt es zu keinen Überzeichnungen. Die Umgebungsgeräusche sind durch die Ohrpolsterung spürbar gedämpft. Vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten ist man aber trotzdem nicht. Uns gefällt das gut.

Mit teuren Highend-Headsets (Vergleichstest) kann der Klang zwar nicht ganz mithalten, dies ist aber auch gar nicht der Anspruch des Arctis 1. Audiophil veranlagte Nutzer sollten trotzdem lieber zu einem reinen Audio-Kopfhörer greifen oder mit einem Equalizer nachhelfen.

Das Mikrofon arbeitet sehr gut und liefert einen klaren Sound. Hintergrundgeräusche werden herausgefiltert sind kaum hörbar. Überzeichnete, abgehakte oder blecherne Tonlagen der Stimme sind uns im Test nicht aufgefallen. Durch das flexible Mittelteil des Mikrofons kann man es relativ frei ausrichten. Ob es sehr nah oder etwas weiter vom Mund entfernt platziert wird, hat praktisch keinen Einfluss auf die Sprachqualität.

Mute-Schalter und Lautstärkeregler sind gut zu erreichen.

Die das Mikrofon abzustecken ist besonders dann interessant, wenn man das Headset unterwegs zum Musikhören verwendet und nicht auffallen möchte.

Das Arctis 1 ist sehr bequem – auch nach mehreren Stunden auf dem Kopf. Durch die weiche Polsterung und das niedrige Gewicht von 269 g (inklusive Mikrofon, ohne Verlängerung) fällt kaum auf, dass man überhaupt Kopfhörer trägt.

Das Headset ist sehr bequem und ausreichend durchlüftet.

Selbst nach langen Spiele-Sessions wird es unter den Ohrpolstern nicht übermäßig warm. Die Belüftung ist dementsprechend gut und kann locker mit dem optisch ähnlichen Kraken V2 Pro mithalten.

Das optisch unspektakuläre Steelseries Arctis 1 gefällt uns richtig gut. Die Kombination aus hoher Klangqualität, erstklassigem Tragekomfort und moderatem Preis überzeugt im Test. Wer ein unauffälliges, aber klanglich ausgereiftes Headset zum Zocken sucht, macht mit dem Arctis 1 alles richtig.

Vor anderen namhaften Konkurrenz-Modellen von Logitech, Sennheiser und Razer muss sich das Steelseries-Einsteigermodell nicht verstecken. Wer allerdings ein futuristisches Design und auffällige RGB-Beleuchtung sucht, ist mit Arctis 1 an der falschen Adresse. Hier wäre beispielsweise das Modell GTX 410 von Trust (Testbericht) besser geeignet.

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