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Galaxy-S8-Kopie Bluboo S8 im Test: nicht wirklich geil…

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Für knapp 200 Euro bekommt man mit dem Bluboo S8 ein Handy, das auf den ersten Blick dem Galaxy S8 stark ähnelt. Bei näherer Betrachtung gibt es logischerweise viele Unterschiede zum um einiges teureren High-End-Smartphone von Samsung. Was das Bluboo S8 so auf dem Kasten hat, verraten wir Euch in unserem Test.

Das Design des Bluboo S8 ist augenscheinlich dem des Galaxy S8 nachempfunden. Der Hersteller des günstigen China-Handys nennt das Display sogar ebenfalls „Infinity Display“ – also einen Bildschirm mit kaum Rand außenrum. Das kommt in der Tat auch hin und mit den Abmessungen von 149,5 × 70,6 × 8 Millimeter liegt das Gerät gut und angenehm in der Hand. Die schwarze hochglänzende Kunststoffrückseite ist an den Seiten abgerundet und anfällig für Fingerabdrücke. Hinten oben sitzt die Dual-Kamera nebst LED-Blitz, direkt darunter ein Fingerabdruckscanner.

Der Powerbutton ist auf der rechten, die Lautstärkewippe auf der linke Seite des Bluboo S8. Am oberen Rand findet sich der Slot für zwei SIM- oder eine SIM- und eine microSDXC-Karte, der Lautsprecher befindet sich unten neben dem USB-Type-C-Anschluss. Einen 3,5-Millimeter-Audio-Ausgang hat das Handy nicht, im Lieferumfang findet sich ein entsprechender Adapter zum Anschließen eines Kopfhörers.

Mit seinem Metallrahmen, der für Kunststoff recht wertig anmutenden Rückseite und dem einen großen Teil der Front einnehmenden Display macht das Smartphone nicht nur optisch was her. Auch haptisch gefällt uns das Gerät und die Verarbeitung ist gut.

Als Antrieb kommt beim Bluboo S8 ein Mediatek-Chip zum Einsatz. Der MTK6750T hat acht Kerne mit einem Maximaltakt von jeweils 1,5 GHz. Neben 3 GByte Arbeitsspeicher hat das Handy 32 GByte internen Speicher. Weiterhin hat das Telefon einen microSD-Karten-Slot zur Erweiterung. Im mobilen Internet gibt es LTE inklusive des bei manchen China-Phones fehlenden Band 20, ins WLAN geht das Gerät nach 802.11 a, b g und n. Neben Bluetooth 4.0 gibt es noch GPS, NFC hat das Gerät nicht an Bord. Der fest verbaute Akku hat eine Kapazität von 3450 mAh und lädt mit zugehörigem Netzteil mit einer Spannung von 4,4 Volt.

Zum Lieferumfang gehört neben dem Netzteil der schon erwähnte Adapter um einen Klinkeneingang nachzurüsten, eine Displayschutzfolie und ein durchsichtiges Gelcase für das Telefon.

Das Display des Bluboo S8 ist nicht wie beim Galaxy S8 an den Rändern stärker gekrümmt. Es kommt ein 2.5D-Glass zum Einsatz, dass nur eine leichte Krümmung an den Seiten aufweist. Die Diagonale des 1440 × 720 Pixel auflösenden Bildschirms beträgt 5,7 Zoll bei einem Seitenverhältnis von 18:9. Laut Hersteller beträgt das Display-Gehäuse-Verhältnis 83 Prozent.

Bild: Techstage

Obwohl die Auflösung des Panels für heutige Maßstäbe nicht besonders hoch ist, erscheint Dargestelltes scharf genug. Die Farbdarstellung ist gut und die Blickwinkelstabilität top. Meist reagiert das Panel präzise auf Eingaben, ab und an wurden Fingertipps jedoch erst beim zweiten Mal erkannt. Dies war vor allem recht weit unten und recht weit oben auf dem Bildschirm der Fall.

Die Hauptkamera mit einer Auflösung von 13 Megapixel, Kontrastautofokus und Dual-LED-Blitz wird bei der Tiefenschärfe von einer zusätzlichen 3-Megapixel-Knipse unterstützt. Aufnahmen mit Bokeh-Effekt wirken allerdings sehr gekünstelt und machen nicht wirklich was her. Auf der Vorderseite gibt es eine 5-Megapixel-Kamera, mit der wir im Test nur schlechte Ergebnisse erzielten. Der Fixfokus war nicht dazu in der Lage auch nur ansatzweise irgendetwas scharf abzubilden.

Bild: Techstage Der Unschärfe-Effekt wirkt sehr künstlich.

Was die Bildqualität der Hauptkamera angeht, erzielten wir bei guten Lichtverhältnissen recht brauchbare Ergebnisse. Bei zunehmend schlechterem Licht wurden Bilder jedoch öfter unscharf und auch ein deutlich sichtbares Bildrauschen setzte recht schnell ein.

An gemessener Systemperformance spuckt der AnTuTu-Benchmark 42521 Punkte, Geekbench 614 Punkte im Single- und 2654 Punkte im Multi-Core-Score aus. Das sind keine besonders beeindruckenden Ergebnisse, allerdings sprechen sie für eine zumindest solide Performance bei den Basictasks eines Smartphones. Und das zeigt sich beim Bluboo S8 auch in der Praxis: Beim Surfen, Videos schauen, Chatten, Mailen, Social-Networking und Co. läuft das System mit dem Octa-Core-Prozessor und seinen 3 GByte Arbeitsspeicher die meiste Zeit flüssig und ohne Denkpausen.

Zum Zocken von grafisch aufwendigeren Games eignet sich das Bluboo S8 nicht. Bei Modern Combat 5 beispielsweise wird in den Grafikeinstellungen die Renderskalierung automatisch auf 70 Prozent gesetzt. Das sorgt zwar für ein flüssiges Spiel, sieht aber nicht mehr gut aus. Ähnlich auch bei Real Racing 3: Auch dort wird die Grafikqualität für ein flüssiges Spiel soweit heruntergesetzt, dass die Optik merklich leidet. Bei Asphalt 8 hingegen lässt sich die Qualität merkwürdigerweise nicht manuell von High auf Mittel oder Niedrig herunterstellen – das Ergebnis ist ein stark ruckelndes Spiel.

Mit der Akkulaufzeit kann das Handy nicht punkten. Wir kamen bei starker Nutzung nicht über den Tag, mussten spätestens nachmittags wieder an die Steckdose. Bis der Akku komplett aufgeladen ist, dauert es mit dem beiliegenden Schnellladegerät knapp eine Stunde und vierzig Minuten. Der direkt unterhalb der Dual-Kamera sitzende Fingerabdruckscanner lässt sich gut und problemlos erfühlen. Die versprochene Zeit von nur 0,1 Sekunden bis zum Erkennen des Abdrucks können wir nicht bestätigen, im Gegenteil. Es dauert manchmal zwei bis drei Sekunden, bis das Gerät entsperrt wird. Die prinzipielle Erkennung von Abdrücken hingegen ist gut.

Auf dem Bluboo S8 läuft Android 7.0 mit dem Google-Sicherheitspatch vom 5. Juli 2017. Optisch hat der Hersteller dem Betriebssystem seinen eigenen Stempel aufgedrückt, softwareseitig gibt es hingegen nur wenige zusätzliche Features vonseiten Bluboos. Recht nützlich präsentiert sich Quick Touch, ein Floating-Shortcut mit Zugriff auf die Kamera, den Rechner und alle wichtigen Konnektivitätseinstellungen.

Beim Test stießen wir auf Probleme mit der Synchronisierung von Gmail. Manuell funktionierte dies zwar, jedoch nicht automatisch. Dementsprechend bekamen wir keine Mitteilungen über eingehende E-Mails. Auch bei den Google-Kontakten mussten wir nachhelfen, damit diese angezeigt wurden. Aus dem Play Store mussten wir die Google-Kontakte-App herunterladen und installieren, außerdem mehrmals manuell die Synchronisierung anstoßen, bis diese endlich vollzogen wurde.

Auf ein weiteres Problem stießen wir beim Versuch, Bilder auf den PC zu kopieren. Nachdem das Handy zuerst gar nicht erkannt wurde, installierten wir einen speziellen Treiber von Bluboo. Danach war zwar Zugriff auf das S8 möglich, beim Versuch Dateien herunterzuziehen gab es jedoch immer Fehlermeldungen.

  • Schwarz
  • Gold
  • Blau

Das Bluboo S8 konnte uns im Test nicht überzeugen. Zwar weiß das Handy optisch und haptisch zu gefallen und punktet mit einem guten Display und einer guten Performance im normalen Betrieb. Zum Zocken eignet es sich aber nur bedingt, die Akkulaufzeit ist nicht besonders gut, die Kamera bietet nur eine mäßige Qualität, der Fingerabdruckscanner ist langsam und es gibt Probleme bei der automatischen Synchronisierung mit Gmail. In der Preisklasse um die 200 Euro gibt es bessere Smartphones, beispielsweise das Gigaset GS270 (Testbericht) oder das Moto G5 (Testbericht).

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