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Fossil Q Marshal im Test: tolle Smartwatch mit kleinem Makel

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Fossil zeigt gerade eindrucksvoll, dass das Uhrengeschäft der Zukunft nicht kampflos an Samsung, FitBit & Co. abgegeben wird. Der Uhrenhersteller hat erst auf der IFA in Berlin vier neue Smartwatches mit Android Wear vorgestellt – und will bis Jahresende über acht verschiedene Marken hinweg mehr als 100 Wearables im Programm haben. Wie sich die Fossil Q Marshal in der Praxis schlägt, verrät Euch dieser Testbericht.

Am Ende dieses Testberichts findet Ihr ein Video zur Fossil Marshal Q.

Die Q Marshal von Fossil sieht aus wie eine richtige Uhr – und fühlt sich auch so an. Das 45-Millimeter-Gehäuse aus rostfreiem Stahl macht einen hochwertigen Eindruck und schmiegt sich fein ans Handgelenk an. Hier merkt man einfach im Vergleich zu manch einem Wettbewerber, dass die Q Marshal von einer Firma kommt, die schon seit über 30 Jahren Uhren baut. Zum Vergleich: Die deutlich mehr auf Fitness-Funktionen ausgerichtete Garmin Vivoactive HR (Testbericht) sieht einfach ... nunja, sehr „technisch“ aus. Aber nicht unbedingt im positiven Sinne.

Hochwertig, das gilt auch für das bei unserem Modell mitgelieferte Lederarmband, das auch nach zwei Wochen noch wie neu aussieht – und das definitiv eine signifikant längere Lebensdauer haben wird als das nach dem gleichen Testzeitraum merklich angegrindete Lederarmband von der Fitbit Alta (Testbericht). Das Lederarmband lässt sich übrigens durch ein beliebiges anderes 22-Millimeter-Armband ersetzen – auch wenn das bei diesem Gliederarmband eine etwas eigenwillige Farbkombination ergibt.

Die Armbänder lassen sich dank Schnellverschluss sehr einfach wechseln. Einen Pulssensor gibt es auf der Rückseite übrigens nicht.

Die Q Marshal gibt es übrigens in einer ganzen Reihe verschiedener Designs zu kaufen. Neben Metallisch-Blau mit braunem Lederarmband bietet Fossil die Uhr auch in Schwarz mit Silikon-Armband an – diese beiden Versionen kosten jeweils 299 Euro. Für 20 Euro Aufpreis gibt es dann schließlich noch ein Gliederarmband in den beiden Farbvarianten Rauchgrau und Edelstahl. Interessanterweise ist aktuell die silberne Ausführung mit Gliederarmband die günstigste. Dank IP67-Zertifizierung ist die Smartwatch in allen Ausführungen staubdicht und bietet Schutz vor zeitweiligem Untertauchen bis einen Meter Wassertiefe für maximal 30 Minuten.

Weiterhin hat die Q Marshal auch noch eine Schwester namens Q Wander, die zwar die gleiche Größe, dafür aber ein etwas feminineres Design mitbringt. Auch hier gibt es vier verschiedene Versionen mit Preisen zwischen 299 und 319 Euro. Ebenfalls aus dem Fossil-Konzern stammen übrigens die beiden Michael-Kors-Modelle Bradshaw und Dylan, die wie die Q Wander technisch mit der Q Marshal identisch sind und sich nur in Sachen Design unterscheiden.

Update: Inzwischen sind die Uhren bereits ab ca. 230 Euro zu haben. Aktuelle Preise findet Ihr am Ende dieses Testberichts.

Die Fossil Q Marshal ist in diesen vier Ausführungen erhältlich.

Im Gegensatz zu seinen analogen Kollegen hat die Q Marshal ein Display auf der Front. Die 1,4 Zoll große Anzeige löst 320 × 290 Pixel auf. Die in x- und y-Achse unterschiedliche Auflösung deutet es schon an: Wie die Q Founder hat auch die Marshal einen „Flat Tire“. Das fällt bei diesem Watchface hier kaum auf, klassische Ziffernblätter sind jedoch stets im unteren Bereich abgeschnitten. Insbesondere bei hellen Watchfaces fällt das stark auf, und das finde ich schon schade. Das Display ist übrigens always on – und das wiederum sehr alltagstauglich.

Bei dunklen Watchfaces fällt der „Platten“ im unteren Displaybereich nicht so stark auf.

Mit einer Ladung des 360 mAh starken Akkus bin ich immer gut über den Tag und auch durch die anschließende Nacht gekommen. Im Alltag läuft es aber darauf hinaus, dass man die Uhr täglich ans Ladegerät hängen muss. Wie bei der ersten Fossil-Smartwatch funktioniert das Aufladen induktiv. Das dicke Ladekissen der Founder hat der Hersteller nun allerdings durch dieses kleine Kabel ersetzt, das sich magnetisch an der Rückseite der Marshal festhält.

Um den Vortrieb kümmert sich übrigens Qualcomms Wearables-SoC namens Snapdragon 2100 Wear, der beispielsweise auch in der Zenwatch 3 von Asus (Testbericht) steckt. Der Prozessor hat vier ARM-Cortex-A7-Kerne und eine Adreno-304-GPU. Ruckler oder ähnliche Performance-Probleme konnte ich während des Testzeitraums nicht beobachten.

Die Kommunikation mit der Außenwelt geschieht über Bluetooth 4.1 Low Energy und über WLAN. Über ersteres stellt die Smartwatch die Verbindung zum Mobiltelefon her, über WLAN kann sie sich auch mit dem Internet verbinden, wenn das Smartphone gerade außer Reichweite ist. Außerdem ist es auch möglich, Bluetooth-Headsets mit der Q Marshal zu verbinden, um dann mit Hilfe von Google Play Music auf die Uhr übertragene Musik zu hören. Für diese Zwecke sind 4 GByte Speicher an Bord.

Übrigens hat die Q Marshal auch einen Lautsprecher und ein Mikrofon an Bord. Während das Mikrofon zur Annahme von Sprachbefehlen dient, lässt sich dank des Lautsprechers beispielsweise für die Uhr auch ein eigener Klingelton für eingehende Anrufe einstellen.

Die Fossil Q Marshal wird mit Android Wear in Version 1.5 ausgeliefert. Damit bekommt Ihr die übliche Funktionalität von Googles Wearable-Betriebssystem. Ein Update auf 2.0 ist angekündigt.

Wer vom Homescreen ausgehend nach unten wischt, bekommt die von Google Now bekannten Karten angezeigt. Diese können beispielsweise Wetterinfos, Aktienkurse oder Sportergebnisse beinhalten, aber auch Erinnerungen, Details zu versandten Paketen, Hotel- und Restaurantreservierungen oder anstehenden Flügen mitsamt den Flugtickets.

Ein Wisch von rechts nach links holt den App Drawer aufs Display, der neben den auf der Smartwatch installierten Apps auch einen Link in die Einstellungen beinhaltet. Rechts davon finden sich der Anrufsverlauf vom Smartphone, und wiederum rechts davon geht es zu Googles Sprachassistenten. Letzterer lässt sich aber auch durch ein Antippen des Homebuttons und ein anschließend gesprochenes „Ok, Google“ aufrufen.

Auf der Q Marshal läuft Android Wear in Version 1.5.

Der Sprachassistent erlaubt es beispielsweise, direkt über die Uhr Anrufe zu starten oder SMS- und WhatsApp-Nachrichten zu verschicken, Erinnerungen, Timer und Wecker anzulegen, Notizen zu schreiben oder eine Navigation zu starten. Diverse Apps erweitern diese Liste an Kommandos – so kann ich beispielsweise an der Uhr ein Workout in meiner Under-Armour-App starten. Eine Möglichkeit, den Schlaf zu tracken gibt es übrigens nicht. Zugegebenermaßen ergäbe das vermutlich auch wenig Sinn – schließlich wird die Uhr ihre Nächte eher mit dem Ladegerät verbringen.

Zu guter Letzt gibt es dann auch noch die Android-Wear-App auf dem Smartphone, um die Uhr zu konfigurieren. So gibt es hier dann ein paar rudimentäre Einstellungen und die Möglichkeit, die Watchfaces anzupassen und Apps auf der Uhr zu installieren. Leider liegen uns aktuell noch keine Details zu einem Update auf Android Wear 2.0 vor. Sobald sich hier etwas ändert, werden wir den Artikel auf TechStage.de entsprechend aktualisieren.

Der Play Store bietet inzwischen auch unzählige Apps und Watchfaces für Googles Wearables-Betriebssystem an.

Fossil zeigt mit seinen Android-Wear-Uhren eindrucksvoll, dass auch klassische Uhrenhersteller den Sprung ins Smartwatch-Business schaffen können. Wer sich vom Flat Tire des Displays nicht abschrecken lässt, erhält hier eine gelungene Uhr mit allen Annehmlichkeiten, die Googles Android-Wear-Betriebssystem mitbringt.

Fossil Q Marshal im Test – schicke Smartwatch mit Android Wear

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