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Fitness-Tracker Huawei Band 4: Xiaomi-Konkurrent im Test

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Mit dem Band 4 will es Huawei mit Fitness-Trackern wie dem Xiaomi Mi Band 4 aufnehmen. Im Test zeigen wir, warum diese Taktik durchaus aufgeht.

Huawei ist in der Verfolgerrolle. Wo das Unternehmen mit seinen ersten Fitness-Trackern anderen Herstellern wie Fitbit oder Jawbone günstige Konkurrenz machte, sind inzwischen Firmen wie Xiaomi oder Acme im niedrigen Preissortiment erfolgreich unterwegs. Den Kunden kann es freuen, dann das bringt neben vernünftigen Preisen clevere neue Features in die aktuellen Fitness-Tracker. In diesem Test sehen wir uns das Huawei Band 4 genauer an, einen Tracker mit optischer Pulsmessung.

Der Test zum Huawei Band 4 ist Teil unserer Themenwelt rund um Fitness-Tracker. Dort haben wir nicht nur den Vorgänger, das Huawei Band 3 Pro (Testbericht, Note 2), sondern auch Konkurrenten wie den deutlich teureren Polar A370 (Testbericht, Note 2) oder das günstige Xiaomi Mi Band 4 (Testbericht, Note 1) getestet. Wer einen schnellen Überblick sucht, dem empfehlen wir unseren Artikel „Ratgeber: Sportuhren oder Fitness-Tracker für Jogger”.

in der Verpackung liegt eigentlich nur der Tracker. Überrascht hat uns, dass offenbar die Ladeklammer des Vorgängers fehlt. Doch das klärt sich schnell, denn das Huawei Band 4 hat am unteren Ende unter dem Silikonarmband zwei Kontakte. Damit wird der komplette Tracker in eine USB-Buchse gesteckt und so geladen, genannt „Plug n Charge”. Praktisch, da man endlich keinen Adapter mehr herumschleppen muss.

Das Huawei Band 4 an sich ist eine solide Weiterentwicklung älterer Geräte. Das Display mit knapp einem Zoll Bildschirmdiagonale löst mit 80 × 160 Pixeln auf. Huawei setzt auf ein TFT, das schadet dem Gerät aber nicht. Ja, OLED ist bei den Schwarzwerten knackiger, aber das vermisst man auf einem so kleinen Bildschirm nicht wirklich.

Das Huawei Band 4, hier in der Farbvariante Amber Sunrise, sprich Rot-Orange.

Nervig ist, dass Huawei offenbar noch immer keine Lust hat, an den Übersetzungsfehlern zu arbeiten. Die „Watchfaces”, also die Designs der Uhr, sind seit dem Huawei Band 2 Pro (Testbericht, Note 1) mit „Gesichter” übersetzt. Was damals noch irgendwie niedlich war, darf einem Weltkonzern nach so vielen Jahren eigentlich nicht mehr passieren. Selbst Xaiomi schafft es inzwischen, dem Billig-Tracker Mi Band 4 eine vernünftig lokalisierte Software mitzugeben.

Beim Armband setzt Huawei auf Silikon. Die Breite ist in Ordnung, es war im Test weniger unangenehm zu tragen als das Band 3 Pro. Dennoch, wir hätten gerne etwas breitere Bänder, wie etwa beim Fitbit Inspire HR (Testbericht, Note 2). Durch den neuen Stecker ist es schwerer, alternative Armbänder aufzutreiben. Schade, hier wäre es cool, wen Huawei Alternativen liefern würde.

Die eigentliche Einrichtung geht schnell von der Hand, zumindest, wenn man die App Huawei Health hat. Die ist zwingend notwendig. Auf Huawei-Smartphones ist diese vorinstalliert, alle anderen Android-Nutzer können sie herunterladen. Wahrscheinlich will die App dann noch die Huawei Mobile Services installieren und verlangt eventuell ein Konto bei dem Dienst. Das ist leider mittlerweile Standard, kaum ein Fitness-Tracker lässt sich komplett ohne Account sinnvoll nutzen.

Die zentrale App für den Fitness-Tracker ist Huawei Health. Hier fließen alle Daten hinein und es lassen sich Einstellungen am Gerät vornehmen. Die App hat uns bereits in der Vergangenheit gut gefallen. Das mag daran liegen, dass sie offenbar sehr von Samsung inspiriert wurde.

Die App zeigt alle Daten, etwa Schritte, Trainings, Puls oder Schlafphasen in kleinen Kacheln auf der Hauptseite. Klickt man auf eine der Einstellungen, taucht man tiefer in die Details ein.

Die Steuerung des Band 4 selbst ist gut gelöst. Wer etwas Zeit in der App verbringt, der kann den Tracker schnell passend einstellen. Im Vergleich zu den Vorgängern kam eine neue Oberfläche für die verfügbaren „Watchfaces” hinzu. Darüber kann man neue Designs aus dem App Store von Huawei laden. Gestrichen wurden nichts, zum Glück. Auch die sehr gute „Dreh das Handgelenk, um zum nächsten Bildschirm zu schalten”-Option lässt sich immer noch aktivieren und funktioniert wieder sehr gut. Warum kopiert das eigentlich keiner der andere Anbieter?

Der Tracker ist als Begleiter im Alltag gedacht. Er soll vor allem die tägliche Bewegung messen und so einen Aufschluss darüber geben, wie viele Schritte man etwa geht und welchen Puls man hat. Das funktioniert wunderbar. Im Test hatten wir das Gefühl, dass Huawei vergleichsweise streng zählt. Um die gesetzten Tagesziele zu erreichen, muss man sich schon anstrengen. Die Pulsmessung funktioniert ebenfalls gut, im Test gab es im Vergleich zu anderen Trackern keine großen Unregelmäßigkeiten.

Das Huawei Band 4 hat kein eigenes GPS, verbindet sich aber per Bluetooth mit dem Smartphone, kann dessen Positionsdaten auslesen und im Training anzeigen. Sprich: wer mit dem Handy laufen geht, der bekommt die Strecke und Runden auf dem Tracker am Armband angezeigt. Das TFT-Display ist beim Sport gut abzulesen. Da der Tracker die Ansicht umschaltet, wenn man das Handgelenk dreht, muss man nicht mit verschwitzten Fingern auf dem Display herumwischen. Das allein ist eine Empfehlung wert.

Die Armbänder lassen sich einfach abklippen.

Für alle Schwimmer, das Huawei Band 4 ist für 5 ATM oder 50 Meter zertifiziert. Laut Huawei kann man damit im Meer, See oder Pool schwimmen gehen. Tiefer tauchen sollte man nicht. Sportarten mit hohen Geschwindigkeiten, etwa Wasserski, sollte man ohne Band 4 durchführen.

Neben der Überwachung des Alltags ist das Schlaf-Tracking eins der großen Argumente der Fitness-Tracker. Sie halten anders als viele Smartwatches lange genug, dass man sie nicht jeden Abend anstecken muss. Das Huawei Band 4 ist keine Ausnahme. Uns hat es im Test nachts nicht gestört, es war vergleichsweise angenehm zu tragen. Die Schlafdaten wandern in die App, dort werden sie ausgewertet und optisch aufbereitet. Huawei weist die komplette Schlafdauer aus, dazu versucht die App verschiedene Schlafphasen wie tiefer Schlaf, leichter Schlaf, REM-Schlaf oder Aufwachen aufzuteilen. Für uns waren die Daten schlüssig. Sie sind jedoch mit Vorsicht zu genießen und geben eher Informationen zu langfristigen Trends als eine minutengenaue Auswertung. Dennoch, die App bereitet die Informationen schön auf.

Das Huawei Band 4 hat einen „Nicht Stören”-Modus und einen (optional intelligenten) Wecker. Beides wird über die App definiert. Der Wecker vibriert den Nutzer auf Wunsch in einem Zeitfenster wach, wenn das Armband erkennt, dass der Nutzer am Aufwachen ist. Das eigentliche Wecken klappt zwar gut, ob die intelligente Funktion wirklich etwas bringt, bleibt aber weiter zweifelhaft.

Das Huawei Band 4 zeigt auf Wunsch eingehende Benachrichtigen vom Handy an. Das funktioniert im Test gut, allerdings muss man in der App gezielt auswählen, welche Apps Updates durchfunken dürfen. Für uns ist das gut gelöst, so wird man nicht überflutet.

Auf dem Tracker kann man die Musikwiedergabe des Smartphones steuern oder – und das haben wir wohl am meisten genutzt – das Handy suchen, wenn es in Bluetooth-Reichweite ist.

Unter dem Armband steckt der Ladeanschluss. Den kompletten Tracker steckt man einfach in einen USB-A-Anschluss.

Die Akkulaufzeit ist erfreulich hoch. Selbst wenn man Stromfresser wie die kontinuierliche Pulsmessung, die Schlafmessung und eine hohe Display-Helligkeit einstellt, kommt man locker eine Woche ohne Netzteil aus. Das Aufladen erfolgt in etwa 60 bis 90 Minuten.

Huawei selbst hätte gerne knapp 40 Euro für das Huawei Band 4. Der eigentliche Straßenpreis hat sich deutlich darunter eingependelt, im Web zahlt man etwa 38 Euro.

Huawei Band 4 Aktivitäts-Tracker graphite black (55024462)

Huawei Band 4, schwarz

Huawei Band 4 Aktivitäts-Tracker amber sunrise (55024473)

Huawei Band 4, rot

Huawei Band 4 Aktivitäts-Tracker sakura pink (55024471)

Huawei Band 4, pink

Neben dem Band 4 gibt es noch zwei weitere Fitness-Tracker aus dieser Serie. Das Huawei Band 4 Pro ist dabei das Flaggschiff. Neben einem AMOLED-Display besitzt es ein integriertes GPS und kann den Sauerstoffwert VO2-Max berechnen. Dafür ist es deutlich teurer (und dürfte der Erfahrung nach nicht so lange durchhalten).

Links das Huawei Band 4e, rechts das Band 4.

Das untere Ende der Feature-Schiene bedient das Huawei Band 4e. Ihm fehlt der optische Pulsmesser und das farbige Display. Dafür hat es einen speziellen Modus für Basketballspieler. Dieser soll Daten zum Spiel liefern, dazu lässt sich das Band 4e direkt an den Schuh klippen.

Das Huawei Band 4 erfindet die Fitness-Tracker nicht neu, ist aber mehr als nur Modellpflege. Es liefert für seinen günstigen Preis eine sehr gute Verarbeitung, eine gute App sowie solide Daten. Gut gefallen hat uns der „Plug n Charge”-Stecker. Endlich kann man den Fitness-Tracker laden, ohne dass man ein exotisches Kabel benötigt.

Gibt es Kritikpunkte? Zumindest kleine. Das Armband ist wahrscheinlich nicht jedermanns Sache, mehr Optionen wären hier schön. Und bitte, Huawei, holt euch jemand, der eure Software vernünftig übersetzt. Was anfangs lustig war, ist jetzt eher peinlich.

Wir empfehlen das Huawei Band 4 allen, die einen simplen Fitness-Tracker suchen, der ihnen bei einfachen Trainings oder allgemein im Alltag gute Dienste leistet. Ja, GPS fehlt, aber das hat in der Vergangenheit den Akku der Huawei-Tracker zügig geleert. Und da man für die Musik beim Sport meist sowieso ein Smartphone dabei hat, kann man diesen Nachteil gut verschmerzen. Für uns ist es in dieser Preiskategorie definitiv ein würdiger Konkurrent zum Xiaomi Mi Band 4 (Testbericht, Note 1). Für mehr Informationen: Alle Einzeltests und Ratgeber sammeln wir in unserer Themenwelt rund um Fitness-Tracker.

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