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Fitness-Paket: Healthbox von Under Armour & HTC im Test

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Die Partnerschaft zwischen HTC und Under Armour besteht bereits seit der CES 2015 – genau ein Jahr später wurde in Las Vegas dann die Healthbox mit Körperfettwaage, Fitness-Tracker und Pulsgurt vorgestellt. Im Spätsommer dieses Jahres schaffte es das Paket auch nach Deutschland. Wie unser Fazit ausfällt, das erfahrt Ihr in unserem Testbericht.

Healthbox von HTC und Under Armour im Test – Fitness-Tracker, Körperfettwaage und Pulsgurt

Ich möchte mir in diesem Testbericht kurz die drei einzelnen Komponenten der UA Healthbox mit Euch ansehen – und anschließend die App unter die Lupe nehmen, in der ja schließlich die von den einzelnen Komponenten erhobenen Daten zusammengeführt und ausgewertet werden.

Die Healthbox von Under Armour und HTC besteht aus drei Komponenten: Fitness-Tracker, Brustgurt und Waage – auch bekannt als UA Band, UA Pulse und UA Scale.

Los geht es mit dem UA Band, das der Nutzer nach den Vorstellungen des Herstellers Tag und Nacht am Handgelenk tragen soll. Und das klappt in der Praxis auch gut: Der Tracker ist nämlich mit 21 Gramm sehr leicht und trägt sich sehr bequem. Der 110 mAh starke Akku reicht für eine Laufzeit von etwa vier bis fünf Tagen, was für eine weitgehend lückenlose Überwachung sorgt. Probleme mit Hautirritationen traten bei mir keine auf, der Verschluss hat stets zuverlässig gehalten.

Auf der Vorderseite befindet sich ein 1,36 Zoll großes PMOLED-Display, das zwar kein Auflösungswunder, dafür aber in allen Situationen gut abzulesen ist. Die Anzeige ist berührungsempfindlich, dazu gibt es an der Seite des Trackers noch einen Home-Button. Ausgehend vom Startscreen mit der Uhrzeit navigiert der Nutzer mit horizontalen Wischgesten durch die Menüs, hier folgen Aktivität, Schlaf, Herzfrequenz und Sport.

Fast jeder dieser Punkte bietet schließlich noch weitere Optionen, die ein Antippen des Pfeils am rechten Displayrand aufruft. Auf dem Startscreen sind das beispielsweise ein paar Einstellungen oder Steuerelemente für den Mediaplayer auf dem Smartphone. Unter Aktivität stehen verschiedene Tagesstatistiken zur Verfügung, und unter Schlaf finden sich Details zur vergangenen Nacht sowie die Möglichkeit, manuell ein Schlaftracking zu starten – das übernimmt das UA Band ansonsten aber auch zuverlässig selbst.

Aufgrund des geringen Gewichts und des komfortablen Designs lässt sich das UA Band bequem den ganzen Tag lang tragen.

Herzfrequenz schließlich bietet keine weiteren Details – wer diesen Punkt auswählt, kann seinen Puls auslesen lassen. Dazu hat das UA Band auf der Rückseite einen optischen Herzfrequenzsensor verbaut. Dieser eignet sich jedoch nicht für Workouts, sondern eben nur für ein manuelles Auslesen und für das automatische tägliche Bestimmen des Ruhepulses, der einen Aufschluss über die Herz-Kreislauf-Fitness zulässt. Je niedriger der Ruhepuls, desto besser ist das Herz grundsätzlich trainiert – sofern keine krankhafte Bradykardie vorliegt.

Unter dem Punkt Sport gibt es schließlich die Möglichkeit, ein Workout zu starten. Neben den drei fest definierten Disziplinen Laufen, Radfahren und Studio kann der Nutzer in der App noch eine vierte Sportart hinzufügen, beispielsweise Basketball, Yoga oder Golf. Nach einer Bestätigung der Disziplin sucht der Tracker nach dem Pulsgurt, der bei mir stets zuverlässig binnen Sekunden erkannt wurde. Ein Fingertipp auf die Play-Taste startet den Workout, eine LED zeigt dann in verschiedenen Farben die aktuelle Pulszone an.

GPS ist leider nicht an Bord – wer beim Laufen oder Radeln sein Smartphone dabei hat, kann jedoch das hier verbaute GPS-Modul zum Aufzeichnen der Strecke nutzen. Ansonsten steht der im Band verbaute Schrittzähler zur Verfügung, der sich in der App auch kalibrieren lässt.

Das Gehäuse des UA Band ist übrigens bis zwei Atmosphären wasserdicht. Schweiß, Regen & Co. sind damit kein Problem, zum Schwimmen sollte man den Tracker allerdings tunlichst nicht tragen.

Weiter geht’s mit dem Pulsgurt. Zum Einrichten verbindet der Nutzer den UA Pulse zunächst mit der App, die dann eigenständig die Verbindungsdaten an das UA Band weitergibt. Es ist also später kein Smartphone mehr erforderlich, um den Brustgurt mit dem Fitness-Tracker am Handgelenk zu nutzen. Nach dem ersten Koppeln dauert es ein wenig, bis der Tracker dann den Brustgurt auch findet. Später vergehen dann aber nur noch wenige Sekunden, bis nach dem Anlegen des Brustgurtes der Puls auch am Handgelenk verfügbar ist.

Auch über die Konnektivität hinweg gibt es zum Brustgurt nur Gutes zu sagen: Der Sitz ist so bequem, wie man es von anderen aktuellen Highend-Pulsgurten her kennt. Die Elektronik ist dank zweier Druckknöpfe abnehmbar, und der Brustgurt lässt sich dann einfach bei 40 Grad in der Maschine waschen. Das kleine Gehäuse mit der Elektronik ist nach IPX7 gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt – Regen, Schweiß & Co. sind also kein Problem, Schwimmen aber schon.

Der UA Pulse sieht nicht nur schick aus, sondern funktionierte im Test auch noch einwandfrei.

Während sicher einem guten Dutzend Workouts hat der UA Pulse meine Herzfrequenz stets ohne Unterbrechungen erkannt. Im direkten Vergleich mit anderen zuverlässigen Pulssensoren, beispielsweise dem Bose SportSport Pulse, waren die Ergebnisse deckungsgleich. Unterm Strich gibt der UA Pulse dem Nutzer damit eine bequeme und sehr zuverlässige Möglichkeit an die Hand, seine Herzfrequenz zu messen. Daumen hoch.

Der Pulsgurt setzt bei der Energieversorgung übrigens auf eine CR2032-Uhrenbatterie, die sich vom Nutzer selbst austauschen lässt. Die Laufzeit beträgt laut Hersteller rund 365 Stunden. Wer also täglich eine Stunde lang den Pulsgurt nutzt, muss die Batterie einmal jährlich auswechseln. Wenn die Energie zur Neige geht, zeigt der Pulsgurt das übrigens mit einer roten LED an.

Die dritte Komponente in der Healthbox ist die Körperfettwaage UA Scale. Zum Einrichten wird diese zunächst mit dem Smartphone gekoppelt, anschließend trägt der Nutzer in der App das WLAN-Passwort seines Heimnetzwerks ein. Die Waage synchronisiert sich dann fortan eigenständig über die Cloud mit dem Under-Armour-Dienst, ohne dass am Smartphone eine aktive Bluetooth-Verbindung erforderlich wäre. Sobald das einmal eingerichtet ist, funktioniert das absolut problemfrei.

Die gemessenen Körperfett-Messwerte sind allerdings sicherlich nicht so genau wie mittels Kaliper-Bestimmung oder mit professionellen Geräten. Das liegt schon alleine daran, dass die Waage nur den Körperfettanteil der unteren Körperhälfte erfasst – Hand-Messpunkte für den Oberkörper wie bei so manch anderen Waagen gibt es hier nämlich nicht.

Die UA Scale ist mit der schwarz-glänzenden Oberfläche definitiv ein Hingucker. Genauere Ergebnisse ließen sich jedoch mit zusätzlichen Sensoren für die Hände erzielen.

Nachdem sich die Verteilung der Fettreserven genetisch bedingt bei jedem Menschen ein wenig anders gestaltet, ist diese Messung dann auch bei jedem Nutzer unterschiedlich genau – zum Vergleichen mit Freunden oder Trainingspartnern eignen sich die absoluten Messwerte also nur bedingt. Was aber natürlich funktioniert, ist das Beobachten der eigenen Entwicklung. So lässt sich erkennen, ob man mit Training und Ernährung beispielsweise auf dem richtigen Weg ist, um den Körperfettanteil zu senken, oder ob sich bei Masse-Phasen der Körperfettanstieg in akzeptablen Grenzen hält.

Die Under-Armour-App namens Record zeigt dem Nutzer auf dem Startscreen übersichtlich eine Zusammenfassung des jeweiligen Tages an. Ein Klick auf einen der Punkte ruft mehr Details auf.

In der App namens Under Armour Record laufen dann schließlich sämtliche Daten zusammen. Der Homescreen der App teilt sich in fünf Bereiche auf und zeigt hier jeweils aktuelle Ergebnisse, nämlich hinsichtlich Aktivität, Ernährung, Schlaf und Sport. Nummer fünf versteckt sich ganz dezent hinter dem Unter-Armour-Logo in der Mitte – nämlich das Gewicht.

Gewicht, Aktivität, Sport und Schlaf befüllt die App automatisch, sofern sich der Nutzer natürlich auf die Waage stellt, den Tracker trägt und am Handgelenk brav seine Workouts protokolliert. Für die Ernährung lässt sich in der Under-Armour-App eine grobe Abschätzung der Kalorienzufuhr eintragen. Detaillierter geht’s über Myfitnesspal, das inzwischen auch zu Under Armour gehört – hier kann der Nutzer dann jedes einzelne konsumierte Lebensmittel eintragen.

Ein Klick auf einen der fünf Bereiche ruft dann schließlich detailliertere Statistiken auf, in denen sich auch eine langfristige Entwicklung der einzelnen Parameter beobachten lässt, unter Aktivität sind das die Schrittzahl und die zurückgelegte Strecke, beim Schlaf die Schlafzeiten sowie der Ruhepuls.

In den Workouts gibt es mehr zu gucken – hier hält das UA Band dann Details zu den vergangenen Trainingssessions bereit. Dazu gehören beispielsweise die durchschnittliche Herzfrequenz, die maximale Herzfrequenz sowie die Werte Intensität und Willpower. Ersterer ist von der Herzfrequenz während des Trainings abhängig. Der Wert für Willpower erreichnet sich unter anderem auch noch aus dem Nutzerprofil und der Trainingshistorie und soll die für das Workout aufgewandte Willenskraft des Sportlers auf einer Skala von 0 bis 10 einstufen.

Wer auf dem Homescreen nach unten scrollt, bekommt schließlich noch weitere Details zum aktuellen Tag präsentiert. Über das Plus am rechten unteren Rand ist es schließlich noch möglich, unterschiedliche Daten manuell einzutragen. Schließlich bietet dann auch die Record-App noch eine soziale Komponente: Man kann Freunde hinzufügen, Statusupdates posten – beispielsweise in Form von Trainings oder Fotos – und Freunde zu Wettkämpfen herausfordern.

Zu guter Letzt bietet die App auch noch eine Reihe von Einstellungsmöglichkeiten, dazu gehören Notifications vom Smartphone, ein recht detailliertes Nutzerprofil oder auch eine Laufkalibration.

Für insgesamt 349 Euro bietet Under Armour mit der Healthbox ein nicht nur in Sachen Design attraktives Paket für Hobbysportler an. Die einzelnen Komponenten arbeiten absolut problemlos zusammen und erlauben ein einfaches Tracken diverser Gesundheitsparameter, wobei der Funktionsumfang noch hinter den Top-Modellen von Garmin und Polar hinterherhinkt. Dafür gibt es aber bei HTC und Under Armour ein komplettes Ökosystem, das nahtlos ineinandergreift und richtig Spaß macht.

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