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Fitbit Inspire 2 im Test: Fitness-Tracker für Einsteiger

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Der Fitbit Inspire 2 erinnert an günstige Fitnesstracker von Xiaomi oder Amazfit, kostet aber das Dreifache. TechStage zeigt im Testbericht, ob sich der Aufpreis lohnt.

Der Test erscheint in unser Themenwelt zu Fitness-Trackern. Dort sind bereits Artikel zum Xiaomi Mi Band 5 (Testbericht), zum Realme Band (Testbericht), zum Fitbit Charge 4 (Testbericht) oder zum Honor Band 5 (Testbericht) erschienen. Im Artikel Sportuhr oder Tracker? erklären wir, ob Sportler einen Fitness-Tracker oder eine Sportuhr verwenden sollten.

Der Fitbit Inspire 2 bietet optisch keine großen Überraschungen: Der Tracker selbst kommt im üblichen schmalen Rechteckdesign daher, das Display ist leicht abgerundet und das Armband besteht aus schwarzem Silikon. Die ganze Aufmachung wirkt eher zweckmäßig und teilweise fast schon etwas billig, insbesondere am Armband, dessen Schnalle lediglich aus mattem Kunststoff besteht.

Die Fitbit Inspire 2, ein einfacher Fitness-Tracker.

Fitbit hat beim Inspire 2 zwar ein OLED-Touch-Display verbaut, allerdings füllt das nicht die gesamte Oberfläche des Trackers aus. Stattdessen nimmt es nur etwa die Hälfe bis zwei Drittel der Gehäuseoberseite ein, der Rest bleibt schwarz. Das Display selbst fällt dadurch vergleichsweise klein aus, bietet aber noch ausreichend Platz für die Anzeige. Um den Tracker zu bedienen, stehen uns neben dem Touch-Display zwei in das Gehäuse eingelassene Touch-Tasten zur Verfügung. Die funktionierten im Test gut. Allerdings mussten wir uns erst daran gewöhnen, dass die Uhr bei abgeschaltetem Display nicht auf Berührung reagiert, sondern wir zuerst eine der Seitentasten drücken müssen.

Das Display hat einige Schwächen: Die Helligkeit lässt insbesondere im Freien sehr zu wünschen übrig. Selbst bei wolkigem Wetter hatten wir teilweise Probleme, die Anzeige zu erkennen. Außerdem gibt es keine Möglichkeit, die Dispalyanzeige in irgendeiner Form anzupassen, sei es durch alternative Hintergründe oder Watchfaces, sei es durch eine Regulierung der Helligkeit oder der Schriftart.

Die Einrichtung des Fitbit Inspire 2 funktionierte in unserem Test einwandfrei. Wir koppeln wie gewohnt den Tracker mit unserem Smartphone, nachdem wir ein Fitbit-Konto angelegt haben. Außerdem wählen wir beim ersten Start die gewünschte Sprache, woraufhin alle Maßeinheiten und Anzeigen entsprechend angepasst werden. Übersetzungsfehler gab es nicht.

Der Fitbit Inspire 2 bietet in der Fitbit-App zusammengefasst die bekannten Informationen rund um Gesundheit und Aktivität angenehm übersichtlich aufbereitet. Wir können uns zurückgelegte Schritte, verbrannte Kalorien, Gesundheitswerte, Schlaf, Stress, Herzfrequenz, Achtsamkeitsübungen, Bewegung und Trainingseinheiten in einzelnen Diagrammen anzeigen lassen. Darüber hinaus haben Frauen die Möglichkeit, ihre Periode zu tracken.

Separate Features, etwa zusätzliche Apps oder eine Bezahlfunktion, unterstützt der Fitbit Inspire 2 allerdings nicht. Dafür können wir innerhalb der App eine Bedienungsanleitung für den Tracker aufrufen, die uns noch einmal die wichtigsten Funktionen des Geräts erklärt.

Fitbit Inspire 2: Software (8 Bilder)

Begleit-App zur Fitbit Inspire 2

Der Fitbit Inspire 2 konzentriert sich als Fitness-Tracker auf diverse Arten von Aktivität, die Nutzer mit ihm ausführen. Er zeichnet nicht nur Schritte, sondern auch verbrannte Kalorien, Aktivitätsminuten, Stresslevel, Herzfrequenz und Flüssigkeitszufuhr auf. Der Schrittzähler funktionierte in unserem Test zuverlässig und wich lediglich im geringfügigen einstelligen Bereich von den Werten unseres Kontrollgeräts (Garmin Vivoactive 3 Testbericht) ab. Der Inspire 2 besitzt darüber hinausgehend aber keine besonderen Funktionen, die andere Fitbit-Geräte nicht bieten.

Die Fitbit-App bereitet die getrackten Werte übersichtlich in detaillierten Diagrammen auf und zeigt etwa Ruheherzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität und Atemfrequenz in Sieben-Tage-Trends an. Dadurch erkennen wir auf einen Blick, ob deutliche und bedenkliche Abweichungen von unseren Standardwerten bestehen. Wer mag, kann außerdem direkt am Tracker eine Entspannungsübung starten und für zwei oder fünf Minuten zur Stressreduktion angeleitet atmen. Die Kalibrierung des Trackers auf die Atmung dauerte im Test relativ lange (circa 20 Sekunden), die Erkennung funktionierte dann aber einwandfrei. Die Übung eignet sich für eine kurze Auszeit, echte Entspannung kommt aber nur bedingt auf.

Verschiedene Sportarten und Trainings sind hinterlegt.

Der Fitbit Inspire 2 verfügt neben dem Aktivitätstracking auch über eine separate Trainingsfunktion, mit der wir unsere Sporteinheiten aufzeichnen können. Hier stehen zur Auswahl: Laufen, Radfahren, Schwimmen, Laufband, Gewichtheben und Intervalltraining. Der Inspire 2 richtet sich eindeutig an Einsteiger im Tracking-Bereich, von daher empfanden wir diese Auswahl als ausreichend, auch wenn die Konkurrenz hier mehr bietet.

Wir haben den Fitbit Inspire 2 beim Laufen und beim Krafttraining getestet – mit gemischten Ergebnissen. Der Tracker verfügt über kein eigenes GPS, weshalb wir zum Aufzeichnen der Strecke unser Smartphone benötigen. Allerdings erkennt der Inspire 2 unsere Sporteinheiten automatisch und zeichnete zuverlässig sowohl Laufeinheiten als auch Spaziergänge auf, ohne dass wir das Tracking gesondert aktivieren mussten. Die App zeigt uns dann die einzelnen Trainingseinheiten inklusive Streckenkarte, Dauer, Herzfrequenz, Kalorien und Zonenminuten an.

Der Tracker besitzt zwar ein OLED-Display, leider fehlen aber schöne, farbige Designs.

Während der Tracker beim Lauftraining eine ordentliche Figur machte, enttäuschte er beim Krafttraining umso mehr: Denn er leidet ganz offensichtlich unter den zwei Hauptproblemen, die Fitnesstracker mit Krafteinheiten gerne haben. Der Inspire 2 soll einzelne Sätze und Wiederholungen unserer Übungen aufzeichnen, was aber nur leidlich und sehr ungenau funktioniert. Wir konnten bei mehreren Übungen (Kniebeugen, Bankdrücken, Kreuzheben) keinen einzigen Satz abschließen, bei denen die Wiederholungen korrekt gezählt wurden. Das viel größere Problem stellte aber die Herzfrequenzmessung dar: Die kam in unserem Test nämlich überhaupt nicht mit den typischen Schwankungen des Krafttrainings zurecht und zeigte minutenlang völlig überhöhte Werte an (120+ statt etwa 90). Beim Laufen funktionierte die Messung der Herzfrequenz hingegen normal.

Wer einen Fitbit Inspire 2 kauft, erhält automatisch Fitbit Premium für ein Jahr kostenlos dazu. Wir haben in unserem Test der Fitbit Sense genauer erklärt, was es mit Fitbit Premium auf sich hat und für wen sich der Dienst lohnt, daher an dieser Stelle nur so viel: Der Fitbit Inspire 2 erhält durch Fitbit Premium keine besonderen zusätzlichen Funktionen. Fitbit Premium funktioniert in diesem Fall nur in der App, weil der Tracker weder Trainingspläne noch Sportübungen wiedergeben kann (anders als andere Fitbit-Geräte). Besitzer des Inspire 2 können die Premium-Funktion ein Jahr lang kostenlos nutzen.

Das Schlaftracking ergänzt auf dem Fitbit Inspire 2 das Aktivitätstracking und läuft vollkommen automatisch ab. Wir müssen also keinen separaten Schlafmodus aktivieren. Der Tracker verfügt aber über eine Nicht-Stören-Funktion (DND, Do not disturb), sodass wir entweder automatisch oder von Hand festlegen können, dass wir zu einer bestimmten Uhrzeit keine Benachrichtigungen mehr erhalten wollen.

Der Fitness-Tracker zeichnet unseren Schlaf anhand verschiedener Daten auf, darunter die Herzfrequenz und die Atemfrequenz sowie die Herzfrequenzvariabilität. Außerdem dokumentiert der Tracker unsere Schlafphasen sowie den Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt. Die App bereitet dann alle Werte in einem Diagramm auf und berechnet einen Schlafindex, der angibt, wie gut wir die vergangene Nacht geschlafen haben. Die Erkennung der Einschlaf- und Aufwachzeiten erfolgte durchgängig zuverlässig und auch der Schlafindex deckte sich mit unserem subjektiven Empfinden.

Weil der Fitbit Inspire 2 verhältnismäßig flach und schmal am Handgelenk anliegt, stört er beim Schlafen nicht. Die Weckfunktion per Vibrationsalarm funktionierte gut, allerdings müssen wir die gewünschte Weckzeit erst in der App konfigurieren, bevor wir sie auf dem Tracker auswählen können.

Der Tracker zeigt auch an, wie weit tägliche Ziele erfüllt wurden.

Wie andere Fitbit-Geräte besitzt auch der Inspire 2 eine Benachrichtigungsfunktion. Nutzer haben die Möglichkeit, in einem separaten Menü des Trackers auf Benachrichtigungen des Smartphones zuzugreifen. Wir legen dazu in der App fest, welche Benachrichtigungen wir erhalten wollen. Wir können erhaltene Nachrichten lesen, eine Schnellantwort-Funktion gibt es allerdings nicht.

Was dem Fitbit Inspire 2 ebenfalls fehlt, ist eine Musiksteuerung. Es gibt weder eine Möglichkeit, eigene Musik auf dem Tracker zu speichern (was wir auch nicht erwartet hätten), noch auf dem Smartphone wiedergegebene Musik zu steuern (was andere Tracker durchaus anbieten). Insbesondere das Fehlen einer einfachen Musiksteuerung hat uns im Test doch ziemlich enttäuscht, weil wir auf diese Weise beim Training und unterwegs immer wieder zum Smartphone greifen müssen.

Die Ladeschale des Fitbit Inspire 2.

Die Akkulaufzeit des Inspire 2 beträgt laut Fitbit bis zu zehn Tage. Das können wir bestätigen: Der Tracker hielt im Test bei aktivierten Benachrichtigungen und täglichen Sporteinheiten acht Tage durch, bevor er an die Ladestation musste – ein ordentlicher Wert für einen Fitness-Tracker, der sicher noch höher ausgefallen wäre, wenn wir Benachrichtigungen deaktiviert hätten. Das Laden des Akkus erfolgt übrigens über das mitgelieferte Ladekabel, das wir mit einem speziellen Anschluss an der Rückseite des Gehäuses mit dem Tracker verbinden. Der Akku ist dann innerhalb einer Stunde wieder aufgeladen.

Fitbit bietet den Inspire 2 im offiziellen Onlineshop für 99,99 Euro (UVP) an. Der Straßenpreis lag zum Testzeitpunkt je nach Farbvariante bei rund 87 Euro. Der Tracker bewegt sich damit zwar im Einsteigersegment, kostet im Vergleich zu ähnlichen Modellen der Konkurrenz aber deutlich mehr. Fitbit verkauft außerdem Wechselarmbänder aus Silkon, Leder oder Metallgeflecht ab rund 25 Euro.

Der Fitbit Inspire 2 konnte im Test nicht wirklich überzeugen. Das liegt zum einen daran, dass der Tracker einfach kein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, sich zum anderen aber auch bei wichtigen Funktionen wie der Herzfrequenzmessung grobe Schnitzer erlaubt. Die Konkurrenz von Xiaomi oder Amazfit bietet größtenteils dieselben Features an wie Fitbit beim Inspire 2, ruft dafür aber einen deutlich geringeren Preis auf.

Abgesehen von dem kostenlosen Zusatz von einem Jahr Fitbit Premium hat der Inspire 2 gegenüber der Konkurrenz praktisch keinen Mehrwert zu bieten. Wir finden knapp 100 Euro für einen mäßigen Tracker wie den Inspire 2 deshalb zu teuer. Wer einen günstigen Einsteiger-Fitnesstracker mit vielen Features sucht, kommt etwa beim Xiaomi Mi Band 5 (Testbericht) viel eher auf seine Kosten.

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