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FitBit Surge im Test: Fitness-Tracker mit GPS und Pulssensor

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Man kann FitBit bei der Ankündigung der Surge kaum Bescheidenheit vorwerfen. „Fitness-Superwatch“ nennt der Hersteller aus San Francisco seine Sport-Uhr, die neben klassenüblichen Fitness-Tracking-Features auch einen Herzfrequenz-Sensor, ein GPS-Modul und ein paar Smartwatch-Funktionen mitbringt. Wir haben das rund 250 Euro teure Gadget ausführlich getestet.

Bereits beim ersten Blick auf die Surge wird klar, dass sie von der gleichen Manufaktur stammt wie der bereits seit längerem erhältliche FitBit Charge (HR): Die „Fitness-Superwatch“ sieht eher funktional und nach Fitness aus – und weniger modisch als beispielsweise die Android-Wear-Smartwatch Motorola Moto 360.

Die Trapez-Form der FitBit Surge fällt überhaupt nicht mehr auf, wenn man die Uhr am Handgelenk trägt.

Einen wertigen Eindruck macht die Surge aber dennoch: Das Armband besteht aus Gummi, das sich mit seiner strukturierten Oberfläche gut anfühlt. Zum Befestigen am Handgelenk setzt die Surge auf eine Dornschließe aus Edelstahl. Probleme mit Hautirritationen hatte ich während des Testzeitraums übrigens keine – und ich neige zu empfindlicher und notorisch trockener Haut.

Der Korpus der Uhr ist – von der Seite her gesehen – trapezförmig und wirkt damit auf den ersten Blick etwas sperrig. Beim Tragen fällt das jedoch überhaupt nicht auf. Im Gegenteil: Mit 52 Gramm wirkt die Uhr erstaunlich leicht. Außerdem ist sie laut Hersteller bis fünf Atmosphären wasserdicht. Was nach viel klingen mag, reicht in der Praxis allerdings gerade einmal aus, um Schweiß, Regen und sonstigem Spritzwasser zu widerstehen. Schwimmen sollte man mit der Uhr nicht. Der Hersteller rät auch vom Tragen unter der Dusche ab.

Die Dornschließe hält die Surge sicher am Handgelenk fest – Sorgen, die Uhr beim Sport zu verlieren, braucht man sich keine zu machen.

Die FitBit Surge gibt es übrigens in zwei verschiedenen Größen: Wer die Uhr ungesehen online bestellt, sollte seinen Handgelenkumfang messen und sich dann entsprechend zwischen der kleinen (140 bis 160 Millimeter) und der großen Ausführung (160 bis 198 Millimeter) entscheiden.

Das quadratische Displayglas zieht sich über nahezu die gesamte Front – und ist im Gegensatz zu den Anzeigen von den Geschwistern Charge und Charge HR kratzfest. Das darunterliegende Schwarzweiß-Display selbst ist allerdings schmaler – und damit rechteckig. Die Auflösung des 1,26 Zoll großen Bildschirms klingt mit 144 × 168 Pixeln zwar nicht besonders hoch; um etwas Text sowie ein paar Zahlen und Logos darzustellen, reicht sie aber mühelos aus. Die Anzeige ist auch bei Sonnenlicht gut ablesbar. Und apropos ablesbar: Der Bildschirm der Surge ist immer an; die Uhrzeit somit immer sichtbar.

Pixelrekorde wird das Display nicht gewinnen. Doch dafür ist es auch bei Sonnenlicht gut ablesbar und zeigt 24 Stunden am Tag die Uhrzeit an.

Selbst wenn „Fitness-Superwatch“ auch nach viel Smartwatch klingen mag: Auf der Surge läuft nicht etwa Android Wear, sondern ein proprietäres System. Das Menüinterface ist hirarchisch aufgebaut – die Navigation erfolgt mit Hilfe von drei Buttons und des Touchscreens. Auf oberster Ebene sind die diversen Status-Anzeigen angesiedelt, also Uhrzeit, zurückgelegte Schritte, aktueller Puls und so weiter.

Auf der linken Seite des Gehäuses befindet sich ein Zurück- beziehungsweise Home-Button.

Darunter gibt es die vier Punkte Laufen, Training, Alarme und Einstellungen. Laufen und Training unterteilen sich dann wiederum auf einer dritten Ebene in verschiedene Disziplinen, beispielsweise Frei Laufen, Runde Laufen, Fahrradfahren, Kampfsport, Yoga oder Gewichte. Unter Training zeigt die Surge dabei maximal sieben Sportarten an – diese lassen sich aus einem Pool von 16 Disziplinen im FitBit-Webinterface am Rechner oder in der App am Smartphone zusammenklicken.

Unter Alarme verwaltet der Nutzer die diversen Wecker der Uhr – kann diese hier allerdings nur aktivieren bezeihungsweise deaktivieren, nicht jedoch anpassen. Unter Einstellungen gibt es ein paar Optionen, beispielsweise zum Ein- und Ausschalten von Hintergrundbeleuchtung oder Pulssensor.

Innerhalb einer Ebene navigiert der Nutzer mit Wischbewegungen auf dem Touchscreen zwischen den verschiedenen Punkten. Die Taste links am Display ist quasi ein Zurück-Button. Bei angezeigter Uhrzeit wechselt er jedoch in die zweite Ebene. Die beiden Knöpfe rechts am Gehäuse sind kontextabhängig belegt und dienen etwa zum Starten und Beenden von Trainingssessions oder zum Treffen von Einstellungen.

Die Knöpfe rechts am Gehäuse haben eine jeweils vom Kontext abhängige Funktion.

Das simple und hirarische Bedienkonzept überzeugt – und geht dank kleiner Animationen schnell in Fleisch und Blut über. Die Knöpfe bieten gute Druckpunkte und lassen sich auch während des Laufens gut betätigen. Hier freut man sich darüber, nicht auf dem Touchscreen irgendwelche kleinen Icons treffen zu müssen.

Wer sein Smartphone mit der Uhr verbindet, bekommt außerdem noch Benachrichtigungen bei eingehenden SMS und Anrufen aufs Display und hat die Möglichkeit, am Handgelenk den Mediaplayer auf dem Smartphone zu steuern. Das funktioniert allerdings nicht bei allen Smartphones. Eine Liste kompatibler Geräte gibt es auf der Webseite des Herstellers.

Im Test haben wir sowohl die Benachrichtigungs- als auch die Mediaplayer-Funktion jedoch auch auf einem Huawei Ascend Mate 7 zum Laufen bekommen, das nicht in der Liste aufgeführt ist. Knackpunkt ist hier wohl, dass das Smartphone das AVRCP-Bluetooth-Profil unterstützt. Das Einrichten und Bedienen der Mediaplayer-Funktion ist übrigens wenig intuitiv – eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu gibt FitBit an dieser Stelle.

Während des etwa zweiwöchigen Testzeitraums stürzte die Surge einmal ab und reagierte nicht mehr auf Eingaben. Das Problem ließ sich durch einen Reset jedoch einfach beheben. Erfreulicherweise gehen dabei – abgesehen von SMS- und Anrufbenachrichtigungen – keine Daten verloren. Der Reset erfolgt über ein 10- bis 15-sekündiges gleichzeitiges Drücken sowohl der linken als auch der rechten unteren Taste.

Wenn der Nutzer durch das Dashboard in der App scrollt, bekommt er die wichtigsten Körperdaten aus dem FitBit-Universum präsentiert.

Herzstück der FitBit-App ist das Dashboard. Hier zeigt die Anwendung die Tagesstatistiken an – also etwa die bislang zurückgelegte Schrittzahl und Entfernung, die erklommenen Stockwerke, die aktiven Minuten und die Schlafzeit der vergangenen Nacht. Durch horizontales Wischen lässt sich tageweise in die Vergangenheit blättern, ein Fingertipp auf einen der Punkte bringt Details zur jeweiligen Messgröße aufs Display.

Beim Schlaf lassen sich hier dann etwa ruhelose Zeiten einsehen, beim Sport die in den unterschiedlichen Herzfrequenz-Zonen verbrachten Zeiten oder bei der zurückgelegten Strecke ein Verlauf über die vergangenen Tage.

Zur zusätzlichen Motivation bietet FitBit dem Nutzer auch die Möglichkeit, Bekannte zur Freundesliste hinzuzufügen – und mit diesen dann um die meisten Schritte zu wetteifern. Außerdem gibt es eine Wettkampf-Funktion, in der man seine Freunde zu bestimmten Challenges einladen kann, beispielsweise, wer am Wochenende die meisten Schritte schafft.

Ein Fingertipp auf die diversen Punkte bringt weitere Details zum Vorschein, beispielsweise zur zurückgelegten Strecke, zu absolvierten Workouts oder zum Schlaf.

In der neuesten Version unterstützt die FitBit-App übrigens nun auch mehrere gleichzeitig verbundene Geräte. Wer beispielsweise einen Charge zum Zählen der Schritte im Alltag hat und die sperrigere und auffälligere Surge nur für den Sport nutzen möchte, kann beide Geräte parallel nutzen.

Das Webinterface unter www.fitbit.com bietet dem Nutzer im Großen und Ganzen ähnliche Möglichkeiten wie die App. Allerdings machen die ganzen Diagramme auf einem großen Bildschirm einfach mehr Spaß als auf der kleinen Smartphone-Anzeige. Außerdem gibt es teilweise zusätzliche Informationen: Wer beispielsweise die FitBit-App zum Tracken der Ernährung nutzt, kann auf der Webseite zusätzlich die Verteilung der Makronährstoffe einsehen oder seinen Salzkonsum überwachen.

Präzise Messungen und dennoch keine lästigen Brustgurte: Das verspricht FitBit für die Surge – und verbaut auf der Unterseite der Uhr zwei grüne LEDs. Ein optischer Sensor kann anhand der Reflexionen dann auf den Blutfluss schließen – und daraus wiederum auf die Herzfrequenz. Brustgurt-Systeme wie der Sigma RC Move messen dagegen elektrische Impulse. Das funktioniert genauer und zuverlässiger, erfordert aber eben einen bei vielen Sportlern unbeliebten Brustgurt.

Je nach Sportart klappt die optische Pulsemessung bei der Surge gut: Bei einem Lauf über gut 14 Kilometer zeigt die Surge am Ende eine durchschnittliche Herzfrequenz von 154 Schlägen pro Minute an. Zum Vergleich lief noch noch der Sigma RC Move mit, der auf einen Brustgurt zur Pulsmessung setzt – hier liegt der Durchschnittspuls bei 158 Schlägen pro Minute.

Beim Laufen liefert die Surge (links) ähnliche Werte wie ein Brustgurt-System (rechts).

Meine Vermutung, woher diese Divergenz stammt, sind die wiederholten Bergauf-Passagen und gelegentlichen Ampel-Stops in dem Lauf, die für Pulsschwankungen sorgen: Hier reagiert die Surge gegenüber einem Brustgurt-System mit einer spürbaren Verzögerung – insbesondere bei schnellen Pulsanstiegen. Während des Laufens waren die Messunterschiede zwischen der FitBit-Uhr und dem Sigma RC Move zumeist geringer als vier Herzschläge.

Eine MMA-Trainingseinheit hat dann allerdings die Grenzen der FitBit Surge deutlich aufgezeigt. Bei explosiven Armbewegungen, abgeknickten Handgelenken etwa bei Burpees und stark variierenden Herzfrequenzen liefert die Pulsuhr keine zuverlässigen Messungen mehr am Handgelenk – und deutlich zu niedrige Werte. Während die Surge beispielsweise eine durchschnittliche Herzfrequenz von 113 Schlägen pro Minute und einen Maximalpuls von 158 anzeigt, spuckt der RC Move hier einen Schnitt von 138 und ein Maximum von 176 aus. Dass bei der Surge der Trainingsmodus „Kampfsport“ ausgewählt war, hat übrigens nicht weitergeholfen.

Bei Sportarten mit ruckartigen Armbewegungen, in diesem Beispiel einem MMA-Workout, liefert die Surge keine zuverlässigen Ergebnisse.

Ein ähnliches Problem gibt's beim Agilitäts- und Sprungtraining – hier liegen die Messewerte des Surge ebenfalls weit unterhalb von denen des Sigma-Geräts. Außerdem treten gelegentlich Ausfälle bei der Pulserfassung auf, die in den finalen Diagrammen dann durch eine lineare Interpolation überspielt werden.

So sieht die Darstellung während des Workouts aus. Per Fingerwisch lässt sich die in der unteren Zeile dargestellte Information verändern – dann steht hier beispielsweise die Geschwindigkeit in Minuten pro Kilometer anstelle der Herzfrequenz.

Eine merkliche Divergenz bei den Messwerten gibt es übrigens auch beim sinnfreien Herumstehen. In Ruhe komme ich beim RC Move im Stand auf Werte von etwa 44 Schläge pro Minute – die Surge dagegen weigerte sich, die 50er-Marke zu unterschreiten.

Die Smartphone-App bietet übrigens zwar die Möglichkeit, verschiedene Herzfrequenz-Zonen fürs Training zu definieren. Einen Alarm, wenn man während des Trainings eine bestimmte Zone verlässt, gibt es allerdings nicht. Wer innerhalb bestimmter Zonen trainieren möchte, muss also regelmäßig aufs Display gucken.

Unterm Strich bleibt hier zu sagen, dass die Surge beim Laufen und Radfahren durchaus brauchbare Ergebnisse liefert. Für viele andere Sportarten dagegen eignen sich andere Messpunkte besser – insbesondere, wenn ruckartige Armbewegungen im Spiel sind. Wer eine Abneigung gegen Brustgurt-Systeme hat, sollte sich die Sportkopfhörer Jabra Sport Pulse Wireless und SMS Audio BioSport näher ansehen. Beide Gadgets messen den Puls im Ohr, was deutlich hampelkompatibler ist als eine Erfassung am Handgelenk.

Wer wie in diesem Beispiel Laufen war, kann sich anschließend (hier von links nach rechts) noch einmal die zurückgelegte Strecke auf einer Karte ansehen, die Zeiten für die einzelnen Kilometer analysieren sowie die in den unterschiedlichen Pulsbereichen verbrachte Zeit und seinen Kalorienverbrauch bewundern.

Wie praktisch alle Fitness-Tracker zählt auch die Surge die Schritte des Trägers. Wie ihre Vorgänger Charge HR oder Flex geht die Sportuhr hier allerdings recht optimistisch zu Werke. Mit dem üblichen Herumgelaufe im Büro und ein paar Hundert Metern zwischen Wohnung, Auto und Büro komme ich meistens schon recht nah an das vordefinitierte Tagesziel von 10.000 Schritten heran. Die Withings Activité Pop zählt beispielsweise deutlich konservativer und hat am Ende eines Tages in der Regel nur gut die Hälfte der Schritte auf dem Konto.

Für 4790 Schritte bei der FitBit Surge muss man nicht besonders hart arbeiten – das sieht bei manchen Konkurrenten anders aus. Sinnvoll ist aber, dass man mit der Schrittzahl einmal einen Messwert hat, von dem ausgehend man sich dann steigern kann.

Ein nettes Extra hat die Surge den allermeisten Konkurrenten allerdings voraus: Sie zählt die erklommenen Stockwerke. Das funktioniert in der Praxis recht zuverlässig und motiviert tatsächlich enorm dazu, häufiger mal die Treppen anstelle des Aufzugs zu nehmen, um das Tagesziel von zehn Etagen zu erreichen.

Etwas seltsam ist allerdings, dass die Surge auch manchmal Etagen zählt, wenn eigentlich garantiert keine Treppenstufen im Weg sein sollten – beispielsweise wenn das Trainingsprogramm „Spinning“ läuft. Ich vermute, dass die App hier das Bewegungsmuster bei einer kurzen Wiegetritt-Einlage mit dem Treppensteigen verwechselt hat. Wenn ich mir die Trainingsergebnisse dann anschließend noch einmal in der App ansehe, stelle ich im Reiter „Auswirkungen auf meinen Tag“ nicht nur eine zusätzliche Etage, sondern auch 1622 Schritte fest. Dabei hatte ich doch explizit gesagt, dass ich auf dem Bike sitze. Nunja, eigentlich ist das Meckern auf hohem Niveau – und dieses „Problemchen“ ließe sich ja auch per Software-Update noch beheben.

Apropos: Eine Möglichkeit, die Schrittlänge mit GPS-Unterstützung zu kalibrieren, gibt es nicht. Wer möchte, kann für eine verbesserte Genauigkeit aber auf der FitBit-Webseite seine Schrittlänge sowie die Schrittlänge im Lauftempo manuell eintragen – ansonsten nutzt der Anbieter hier Schätzwerte anhand der im Profil eingetragenen Körpergröße.

Hier kann der Nutzer bis zu acht verschiedene Wecker für einen Vibrationsalarm am Handgelenk einstellen.

Wie die meisten aktuellen Fitness-Tracker überwacht die Surge auch den Schlaf des Trägers. Im Gegensatz zu diversen älteren Trackern ist es hier nicht erforderlich, Bescheid zu geben, wenn man sich schlafen legt – das erkennt das Gadget automatisch anhand von Bewegungsprofil und Herzfrequenz.

Der Schlaftracker in der Surge funktioniert erfreulich präzise. Die Uhr erkennt es auch korrekt, wenn man nach dem Aufwachen noch im Bett liegen bleibt und beispielsweise Nachrichten liest. Und auch ein kurzes Nickerchen am Sonntagnachmittag bleibt nicht unbemerkt. Sehr schön.

Anhand der Schlafdaten kann der Nutzer dann beispielsweise über längere Zeit sehen, ob seine Vorsätze, mal früher ins Bett zu gehen, gefruchtet haben. Und Schlafwandler können dann auch nachträglich ihre nächtlichen Ausflüge bewundern.

Zu guter Letzt ist auch noch eine Weckfunktion an Bord. Leider ist es nicht möglich, sich in einer Phase leichten Schlafs wecken zu lassen wie beispielsweise bei den aktuellen Jawbone-Systemen. Der Alarm löst stets exakt zu der vom Nutzer eingestellten Zeit aus. Aber wer weiß, vielleicht liefert FitBit dieses Feature ja noch per Software-Update nach – die erforderliche Hardware sollte ja vorhanden sein.

Die App erlaubt bis zu acht verschiedene Alarme. Einen integrierten Laufsprecher hat die Fitness-Uhr nicht – sie weckt den Nutzer durch Vibrationen. Das ist besonders dann praktisch, wenn man nicht alleine im Bett schläft und vor seinem Partner aus den Federn muss. Ich habe allerdings einen extrem festen Schlaf und habe die zarten Vibrationen am Handgelenk zu 90 Prozent verschlafen.

Anhand des vom Nutzer händisch eingegebenen Körperdaten sowie der Messwerte schätzt die FitBit Surge den Kalorienverbrauch des Nutzers ab. In der App gibt es nun die Möglichkeit, neben dem aktuellen Gewicht auch das Wunschgewicht einzugeben. Die FitBit-Anwendung gibt dann eine Empfehlung aus, wie viele Kalorien der User am Tag zu sich nehmen sollte, um sein Ziel zu erreichen.

In der FitBit-App kann der Nutzer ein paar Daten über sich selbst und zu seinen Zielen eingeben. Auf der FitBit-Webseite gibt es noch zusätzliche Optionen – hier lässt sich beispielsweise für eine genauere Messung die Schrittlänge festlegen.

Passend dazu ist es auch möglich, in der Anwendung ein Ernährungstagebuch zu führen und alle gegessenen und getrunkenen Nahrungsmittel einzutragen. Die von FitBit verwendete Datenbank kennt nicht nur Standards wie Banane, sondern erfreulicherweise auch unzählige Nahrungsergänzungsmittel – sogar das eher exotische rohvegane Proteinpulver meines Vertrauens. Zum einfacheren Auffinden der Lebensmittel ist auch eine Suche per Barcode-Scanner möglich. Und sollte man seine Wal-Augen partout nicht finden, gibt es auch die Möglichkeit, eigene Lebensmittel anzulegen.

Etwas schade ist dann allerdings, dass es keine Möglichkeit gibt, sich auf dem Smartphone die Makronährstoffe im Detail anzusehen – also die Verteilung der Kalorien auf Kohlenhydrate, Protein und Fett. Wer sich so tiefgreifend mit seiner Ernährung beschäftigen möchte, muss entweder ins Webinterface gucken oder braucht eine eigene App, beispielsweise CaloryGuard.

Der Akku hält laut Hersteller etwa sieben Tage lang durch – sofern man die Surge nicht im GPS-Betrieb nutzt. Dann reduziert sich die Laufzeit auf nur mehr fünf Stunden. Wer nicht gerade Ultramarathons läuft, dürfte damit hinkommen. Für längere Fahrrad- oder beispielsweise Trekking-Touren sind diese fünf Stunden allerdings zu knapp. Hier bleibt dann die Option, ein Trainingsprogramm ohne GPS-Messung zu nutzen und stattdessen die zurückgelegte Stecke auf dem Smartphone zu tracken. Eine Möglichkeit, das GPS-Messintervall zugunsten der Akkulaufzeit anzupassen, bietet die Surge leider ebensowenig, wie die Option, nachträglich zu einer Aktivität GPS-Daten hinzuzufügen.

Anstelle auf den weitverbreiteten Micro-USB-Standard zu setzen, will die Surge übrigens über ein proprietäres Ladekabel aufgeladen werden. Das ist schade, denn frei nach Murphy’s Law macht der Akku genau dann die Grätsche, wenn die Strippe nicht griffbereit ist. Übrigens nutzen sowohl die Surge als auch ihre Brüder Charge und Charge HR jeweils verschiedene Ladekabel.

Positiv bleibt hier jedoch anzumerken, dass die Surge den Nutzer frühzeitig warnt, wenn der Saft zur Neige geht. Erst gibt es eine Push-Benachrichtigung aufs Smartphone, später sogar noch eine Warnung per E-Mail.

Wer sich eine detailliertere Auswertung seiner Daten sowie eine Export-Funktion wünscht, kann bei FitBit für 44,99 Euro pro Jahr eine Premium-Mitgliedschaft abschließen. Außerdem ist hier auch ein virtueller Fitness-Trainer mit dabei. Zum Hineinschnuppern gibt es eine siebentägige Testphase, die allerdings nicht den Fitness-Trainer enthält.

Die Detail-Auswertungen enthalten in erster Linie viele Statistiken, in denen man sehen kann, zu welchem Percentil man mit seinen Leistungen in bestimmten Bevölkerungsgruppen oder der Gesamtbevölkerung gehört.

Mit der Surge hat FitBit eine Fitness-Uhr auf die Beine gestellt, die ein bisschen Smartwatch – und ganz viel Fitness-Tracker ist. Insbesondere für Läufer und Radfahrer hat die Surge alles Nötige an Bord, um sich auch ohne zusätzliches Smartphone auf die Strecke zu stürzen. Allerdings gibt es auch Einschränkungen: Bei Sportarten mit viel Arm-Gefuchtel liefert die Surge keine präzisen Ergebnisse. Und wer sich Smartwatch-Funktionen à la Android Wear erwartet, sollte sich ebenfalls nach einem anderen Modell umsehen.

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