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FitBit Blaze im Test: stylische Fitness-Uhr mit rundem Konzept

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Nicht etwa Apple oder Samsung sind Marktführer bei den Wearables, sondern FitBit: Mit 8,1 Millionen verkauften Geräten und einem Anteil von knapp 30 Prozent hat das junge US-Unternehmen soviel vom Wearable-Kuchen wie die drei nächstplatzierten Apple, Xiaomi und Samsung zusammen. Was FitBits neueste Sport-Watch Blaze auf dem Kasten hat, seht Ihr in diesem Test.

FitBit Blaze – Sportuhr im Video-Test

Sämtliche Wearables von FitBit haben eines gemein: Sie sehen beziehungsweise sahen – vorsichtig gesagt – ganz schön funktional aus. Eine Surge möchte man ebensowenig zum Dinnerempfang tragen wie eine Charge oder Flex. Das ändert sich mit der aktuellen Produktgeneration. Das 230 Euro teure Flaggschiff FitBit Blaze ist gegenüber ihrer Vorgängerin Surge nicht nur deutlich schlanker, sondern auch deutlich schicker geworden.

Dank des modularen Systems ist es ein leichtes, bei der FitBit Blaze das Armband zu tauschen.

Der Trick an der Blaze ist nun, dass sich der Tracker aus dem Armband herausnehmen lässt – man ist also nicht auf die im Lieferumfang enthaltene Alu-Silicon-Version angewiesen, sondern findet im Zubehör auch Versionen mit Lederarmband oder Gliederarmband aus Metall. Praktisch ist auch, dass man schnell das Armband wechseln kann, um beim Sport beispielsweise die Lederversion zu schützen.

Für die FitBit Blaze gibt es eine Vielzahl von Armbändern. Wer die Uhr für 230 Euro kauft, findet eines der drei linken Silikonarmbänder im Karton.

Allerdings hat das Design des Blaze auch Nachteile: Ober- und Unterkante des Tracker-Gehäuses sind recht exponiert – und verkratzen schnell. Ich bin zum Beispiel einmal beim Bouldern mit der Uhr an der Wand entlanggerutscht und habe Ihr damit ein paar ganz ordentliche Kratzer zugefügt.

Was auch noch positiv hervorzuheben ist: Die Blaze ist wirklich sehr bequem. Das Design ist sehr ergonomisch, die Uhr mit gerade einmal 44 Gramm extrem leicht, und Probleme mit Hautirritationen hatte ich während des zweiwöchigen Testzeitraumes keine. Allerdings sei noch hinzugefügt, dass die Blaze nicht wasserdicht ist – Regen und Schweiß sind das Maximum, was man der Uhr zumuten sollte.

Auch wenn das Design sicherlich Geschmackssache ist: Unterm Strich finde ich, dass die Blaze richtig schick aussieht, gerade im Vergleich zu den Vorgängern. Ich wurde witzigerweise mehrmals von wenig technikaffinen Menschen darauf angesprochen, ob das etwa „diese Apple-Uhr“ sei. Nungut.

Auch wenn das octagonale Design sicherlich Geschmackssache ist, kommt die Blaze doch deutlich schicker daher als ihr Vorgängerinnen.

Die Bedienung der Blaze läuft zu weiten Teilen über das berührungsempfindliche Display ab. Das LCD-Panel ist nun bunt und wirklich hervorragend gelungen. Es ist hell, auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen noch gut ablesbar, und bietet kräftige Farben. Das Display ist allerdings nicht „always on“, sprich: Es schaltet sich ab, um Energie zu sparen. Mit einer „Auf-die-Uhr-schauen“-Geste könnt Ihr den Bildschirm jedoch aktivieren, was recht zuverlässig klappt. Wenn Ihr aber zum Beispiel sehr schwere Einkaufstüten schleppt, dann wird das schwierig.

Links am Gehäuse sitzt eine Zurück-Taste.

Darüber hinaus gibt es noch drei Tasten: Links am Gehäuse befindet sich ein Zurück-Button, mit den beiden Knöpfen auf der rechten Seite ruft der Nutzer die Mediaplayer-Steuerung fürs Smartphone und die Benachrichtigungen auf – aber zu den Smartwatch-Features später mehr.

Die Oberfläche der FitBit Blaze teilt sich in insgesamt sieben Bereiche auf, die sich horizontal durchwischen lassen. Von links nach rechts sind das Uhrzeit, Heute, Übung, FitStar, Timer, Alarme und Einstellungen.

– Unter Heute sehr Ihr Euren aktuellen Tagesfortschritt in Form von Schritten, aktueller Herzfrequenz, Ruhepuls, zurückgelegter Strecke, verbrannter Kalorien und erklommener Etagen.
– Mit dem Punkt Übung startet Ihr ein neues Workout – standardmäßig gibt es hier die Sportarten Laufen, Radfahren, Gewichte, Laufband, Ellipsentrainer und Training. In der App könnt Ihr aber auch andere Disziplinen hinzufügen, beispielsweise Yoga, Pilates, Tennis, Kickboxen und Golf.
– Mit FitStar bringt die FitBit Blaze ein eigenes Trainingsprogramm mit. Standardmäßig findet Ihr hier drei verschiedene Einheiten: „Wärme Dich auf“, „7-Minuten-Training“ und „10 Minuten Bauchmuskeln“. Zu den Trainingseinheiten später mehr.
Timer bringt Euch wahlweise eine Stoppuhr oder einen Countdown ans Handgelenk. Praktisch.
– Unter Alarme könnt Ihr Wecker aktivieren oder deaktivieren. Einrichten müsst Ihr diese jedoch über die App oder das Web-Interface.
– Die Einstellungen schließlich halten ein paar simple Optionen zum Verhalten der Uhr bereit, beispielsweise zur Display-Helligkeit oder zur Herzfrequenz-Erfassung. Detailliertere Einstellungsmöglichkeiten gibt’s in der App.

Weiter geht’s mit den Sensoren, die die Blaze mitbringt – oder auch nicht: Im Gegensatz zur Vorgängerin Surge verzichtet die FitBit Blaze nämlich auf ein integriertes GPS-Modul. Damit beim Radfahren oder Laufen dennoch die Route aufgezeichnet wird, verbindet sich die Uhr mit dem Smartphone und nutzt den hier integrierten GPS-Empfänger. Das funktioniert in der Praxis problemlos. Einziger Nachteil: Man muss das Smartphone eben auch mitnehmen.

Die FitBit Blaze hat auf der Unterseite einen optischen Pulssensor. Wie bei den Vorgängerinnen funktioniert die Messung zuverlässig, solange die jeweilige Sportart die Arme nicht übermäßig beansprucht. Heißt: Joggen und Radfahren sind gar kein Problem, aber bei HIIT-Einheiten mit endlosen Burpees oder beim Yoga bekommt Ihr keine zuverlässigen Ergebnisse mehr.

Das ist allerdings kein spezifisches FitBit-Problem, sondern gilt für alle optischen Sensoren am Handgelenk, die ich bisher ausprobiert habe. Wenns richtig genau sein soll, führt kein Weg an einem Pulsgurt vorbei – oder an einem Sport-Kopfhörer mit integriertem Pulssensor. Eine Möglichkeit, Bluetooth-Brustgurte mit der Blaze zu verbinden, gibt es übrigens nicht.

Auf der Rückseite der Blaze findet sich ein optischer Pulssensor.
Fleißig oder faul? Die FitBit-App verrät dem Nutzer, wie viel er sich wann bewegt hat.

Und dann ist natürlich noch der obligatorische Schrittzähler an Bord. Hier werdet Ihr sicherlich keine zurückgelegte Tagesstrecke mit GPS-Genauigkeit erhalten, sondern eher einen groben Anhaltspunkt dafür, wie viel Ihr Euch an dem jeweiligen Tag eben bewegt habt. Auch sind die Zahlen nicht mit den Ergebnissen anderer Tracker vergleichbar – Withings beispielsweise zählt eher konservativer, heißt, Ihr müsst härter für 10.000 Schritte arbeiten.

Neben den tatsächlich zurückgelegten Schritten spielen außerdem auch andere Aktivitäten in das Schrittergebnis hinein. Nachdem die Messung am Handgelenk erfolgt, wird die Blaze beispielsweise ebenfalls haufenweise Schritte zählen, wenn Ihr den ganzen Abend hinter der Bar steht und Cocktails mixt.

Was ich persönlich noch sehr spannend finde, ist, dass die Blaze wie Ihre diversen Vorgänger die erklommenen Etagen zählt. Mich persönlich hat das damals vor etwa einem Jahr bei der FitBit Surge dazu motiviert, im Büro den Aufzug links liegen zu lassen und in den dritten Stock zu laufen – und die Angewohnheit habe ich bis heute beibehalten. Das Zählen der Stockwerke funktioniert ziemlich genau.

Eine Arschtritt-Funktion, die Euch bei Inaktivität erinnert, Ihr möget Euch doch regelmäßig bewegen, gibt’s übrigens nicht. FitBit hat jedoch gegenüber TheVerge angekündigt, das Feature nachzuliefern, bei der FitBit Alta ist es bereits an Bord.

Eine Neuheit bei der FitBit Blaze sind die FitStar-Programme. Dabei handelt es sich um Trainingspläne, die der Nutzer direkt ans Handgelenk geliefert bekommt. Ab Werk gibt es hier nur drei Programme. Eines zum Aufwärmen, ein Sieben-Minuten-Workout und ein Zehn-Minuten-Bauchmuskelprogramm. Die Uhr zeigt Euch dann, soweit es auf dem kleinen Display eben geht, die Übungen und fordert Euch anschließend auf, diese nachzuturnen. Beim Sieben-Minuten-Workout sind das so Klassiker wie Hampelmann, Wandsitzen, Liegestütze oder Kniebeuge.

Die Übungen sind sicherlich nicht besonders komplex oder exotisch, und das Programm mit der Intensität auch für blutige Einsteiger geeignet. Eine korrekte Ausführung oder auch nur überhaupt eine Ausführung der Übungen kontrolliert die Blaze übrigens nicht – und es besteht doch ein geringes Risiko von Fehlhaltungen. Wer sehr unsportlich ist, sollte vor dem Start den Hausarzt konsultieren und bei den ersten Übungen eine sporterfahrene Person zugucken lassen.

Diese drei Workouts sind allerdings nur die Light-Version: Wer mehr und auch anspruchsvollere Programme will, muss zahlen: Für 40 Euro gibt es eine Jahres-Mitgliedschaft bei FitStar, die dann, so der Hersteller, „maßgeschneiderte Trainingseinheiten“ mitbringt.

Zusätzlich erkennt die FitBit Blaze auch automatisch, wenn Ihr Sport treibt. In Abhängigkeit von der jeweiligen Sportart funktioniert das unterschiedlich gut. Beim Joggen hat es die Uhr aufgrund des konstanten Bewegungsprofils und des dauerhaft erhöhten Pulses natürlich leichter als bei einer dreistündigen Boulder-Session, von der eine halbe Stunde als „Sportart“ registriert wurde.

Die FitBit Blaze vermisst den Schlaf des Trägers. Den Zeitpunkt des Einschlafens beziehungsweise Aufwachens erkennt die Uhr automatisch.

Eine weitere Größe, die die FitBit Blaze misst, ist Euer Schlaf. Dazu müsst Ihr nichts tun, außer schlafen natürlich. Die Uhr merkt selbstständig, wann Ihr einschlaft und aufwacht. Das funktioniert erfreulich präzise. Unterschiedliche Schlafphasen ermittelt die Blaze allerdings nicht – sie erfasst lediglich ruhelose Schlafphasen, in denen Ihr Euch besonders viel herumwälzt. Und es wird protokolliert, wenn Ihr Nachts aufsteht, um beispielsweise auf Toilette zu gehen.

Einen Schlafphasenwecker wie beispielsweise die Jawbone-Tracker bietet die FitBit Blaze übrigens nicht.

Schließlich hat die FitBit Blaze auch noch ein paar Smartwatch-Funktionen an Bord, wobei „Smartwatch“ eigentlich schon eine Übertreibung ist. Die Uhr zeigt Notifications zu eingehenden Anrufen, SMS und Kalender-Einträgen an. Benachrichtigungen zu Facebook- oder Whatsapp-Nachrichten oder auch nur zu E-Mails? Fehlanzeige. Und ganz schön schade. Auch gibt es keine Möglichkeit, auf eingehende Anrufe oder SMS zu reagieren beziehungsweise zu antworten.

Ganz praktisch ist dann schließlich noch die Möglichkeit, von der Blaze aus den Mediaplayer auf Eurem Smartphone zu steuern. Allerdings müsst Ihr dazu eine Verbindung über Bluetooth Classic herstellen, was den Energieverbrauch erhöht. Wenn man das Feature nur gelegentlich beim Joggen nutzt, dürfte das allerdings kaum ins Gewicht fallen.

Die Akkulaufzeit der FitBit Blaze hängt maßgeblich davon ab, wie aktiv Ihr die Uhr nutzt – und wie viel Sport Ihr treibt. Der Hersteller gibt eine Laufzeit von bis zu fünf Tagen an, was bei gelegentlicher Nutzung sicherlich realistisch ist. Wer die Blaze intensiv nutzt, muss aber eher mit drei bis vier Tagen rechnen.

Das Aufladen geschieht über das schrecklich proprietäre und etwas umständliche Ladedock und dauert etwa ein bis zwei Stunden.

Um den Blaze aufladen zu können, muss man ihn aus dem Armband herausnehmen. Das geht immerhin relativ fummelfrei vonstatten.
Im Dashboard der App bekommt der User einen Überblick über seinen Tag.

Die FitBit-App ist übersichtlich gestaltet. Kernstück ist ein Dashboard mit den wichtigsten Fitness-Daten. Ein Klick auf den jeweiligen Parameter ruft weitere Details auf, und Ihr könnt Euch dann in aller Ruhe ansehen, wie sich beispielsweise Euer Ruhepuls mit der Zeit verändert – oder was aus Eurem Vorsatz geworden ist, mal zeitiger ins Bett zu gehen. Und wer möchte, kann in der App auch seine Ernährung tracken.

Außerdem könnt Ihr hier auch Freunde hinzufügen und Euch mit diesen in Wettkämpfen messen. Und schließlich gibt es hier auch die Möglichkeit Eure Blaze konfigurieren, beispielsweise hinsichtlich von Fitness-Zielen. Schließlich gibt es hier auch vier verschiedene Watchfaces zur Auswahl. Einen Shop für Third-Party-Apps oder -Watchfaces wie etwa bei Garmin gibt es leider nicht.

Das Webinterface von FitBit bietet ähnliche Funktionen wie die Smartphone-App, ist aber logischerweise aufgrund der großzügigeren Gestaltung am großen Display noch etwas nutzerfreundlicher.

Es macht wirklich Spaß, sich hier durch seine Fitness-Daten zu klicken und über seine Erfolge – so sie denn vorhanden sind – zu freuen.

Das Webinterface bietet detaillierte Statistiken und ist übersichtlich gestaltet.

Die FitBit Blaze hat zwar das GPS der Vorgängerin eingebüßt, doch in der Praxis dürfte das nur wenige potenzielle Interessenten stören – schließlich ist beim Sporteln dann doch auch meistens das Smartphone dabei. Auf der Habenseite stehen ein tolles Farbdisplay und ein deutlich verbessertes Design.

Wer über die Einschränkungen des optischen Pulssensors und den fehlenden GPS-Sensor hinwegsehen kann, erhält mit der Blaze einen hervorragenden Fitness-Tracker, der gerade in Zusammenhang mit der gelungenen App wirklich Spaß macht.

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