Fender Monterey im Test: 120 Watt volle Nostalgie | TechStage
TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Fender Monterey im Test: 120 Watt volle Nostalgie

von  //  Twitter

Der Bluetooth-Speaker Fender Monterey kleidet 120-Watt-Ausgangsleistung in einen charmanten Retro-Look mit viel Tradition. TechStage zeigt im Test, ob das Konzept aufgeht.

Unter Musikern genießt die Marke Fender Legendenstatus. Dass Fender mit dem Newport und dem Monterey aber auch Bluetooth-Lautsprecher im Sortiment hat, das weiß hierzulande kaum jemand. Schade, denn der Fender Newport (Testbericht) überzeugt im Test mit einem sehr guten Klang beim günstigen Preis von unter 100 Euro. Ob Fender dieses Leistungsniveau beim teureren Modell aufrecht halten kann, verrät der Test.

Preislich liegt der Fender Monterey über dem kleineren Modell. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 350 Euro ist er preislich mit Modellen wie dem Huawei Sound X (Testbericht) gleichauf, besitzt aber keine smarten Funktionen. Allerdings ist der große Fender-Lautsprecher inzwischen im Preis auf rund 150 Euro gefallen. Im Vergleich zu den meisten herkömmlichen Bluetooth-Speakern verfügt er dennoch über keinen eingebauten Akku. Besonders portable Bluetooth-Lautsprecher finden sich im Ratgeber Günstig & gut: Vergleich von fünf Bluetooth-Speakern unter 50 Euro.

Auf den ersten Blick ist der Fender Monterey nur schwer von einem Gitarrenverstärker des Herstellers zu unterscheiden. Genauer gesagt ist das Aussehen offenbar an den Fender Mustang GTX 100 angelehnt. Denn der Bluetooth-Speaker besitzt auf der Oberseite eine Reihe an Schaltern und Knöpfen und strahlt seinen Sound über Lautsprecher an der Front aus. Diese bedeckt Fender durch ein hochwertiges, graues Stoffnetz, auf dem der Fender-Schriftzug thront. Auch in anderen Details finden sich viele bekannte Designelemente von Fender wieder.

So gleichen die Einstellräder an der Oberseite den Potis von Fenders Gitarren und auch den bekannten Kippschalter samt dunkelblauer Leuchte überträgt Fender von seinen Gitarrenverstärkern auf die Bluetooth-Box. Der 3,5-Millimeter-Klinkeneingang sitzt beim Monterey dort, wo sonst Gitarrenkabel Anschluss finden, also links auf der Oberseite. Der zusätzliche Anschluss für ein Cinch-Kabel befindet sich an der Hinterseite, wodurch die Kabel angeschlossener Plattenspieler mit aktiver Verstärkung hinter dem Verstärker verschwinden. Von welcher Quelle der Verstärker Musik abspielen soll, können Nutzer über einen schlichten Knopf an der Oberseite einstellen. Gleich daneben sitzt ein Knopf zum Verbinden von Bluetooth-Geräten.

Fender Montery (9 Bilder)

Der Fender Monterey ist auf den ersten Blick nicht von einem Gitarrenverstärker des Herstellers zu unterscheiden.

Seiner Retro-Rock-Linie bleibt der Fender Monterey beim Anschalten treu. Hier spielt der Bluetooth-Lautsprecher Gitarrensounds ab, während die meisten herkömmlichen Modelle nur Pieptöne oder holprige Sprachausgaben äußern. Die kurzen Gitarrenriffs sind unaufdringlich genug, um beim wiederholten Hören nicht zu stören. Eher freut man sich immer wieder darüber, dass Fender hier an ein ausgewogenes Gesamtkonzept gedacht hat.

Diesem Gesamtkonzept scheint Fender hohe Qualitätsstandards zugrunde zu legen, die Verarbeitungsqualität ist insgesamt ausgezeichnet. Mit einem Gesamtgewicht von fast sieben Kilogramm fühlt sich der Monterey wertig an und alle Einstellräder und Tasten haben sehr angenehme Druckpunkte und Widerstände. Der metallene Kippschalter sorgt für ein befriedigendes Gefühl beim Umlegen und der Monterey schaltet sich nach längerer Inaktivität selbst ab.

Auf ein proprietäres Netzteil, das als Kritikpunkt beim kleinen Bruder galt, verzichtet Fender bei seinem Verstärker und platziert das Netzteil gleich mit im Gehäuse. Zum Anschluss ist somit ein dreipoliger Kaltgerätestecker nötig, der im Lieferumfang enthalten ist. Hier sollte Fender zukünftig auf die eigenen hochwertigen Kabel zurückgreifen, denn die mitgelieferten Standardkabel gehen nur gerade so in Ordnung. Alles in allem ist die Verarbeitungsqualität der unverbindlichen Preisempfehlung von etwa 350 Euro angemessen.

Diesen positiven Eindruck führt der Fender Monterey fort, wenn er zum ersten Mal Musik ausgibt. Denn die Leistung des Lautsprechers ist mit 120 Watt nicht nur auf dem Papier eindrucksvoll. Fender lässt im hochwertigen Gehäuse insgesamt vier Treiber zusammenarbeiten, von denen sich jeweils zwei Hochtöner und zwei Tieftöner die Arbeit aufteilen. Die Klangqualität ist wuchtig und steigt auf Wunsch in ohrenbetäubende Lautstärken. Den Fender Monterey in voller Lautstärke über einen längeren Zeitraum zu nutzen, ist kaum zu ertragen. Trotz Ohrenschmerzen ist es erstaunlich, wie klar die Treiber bei maximaler Lautstärke bleiben.

Der Shape-Schalter auf der Rückseite wechselt zwischen einer Neigung zu Bässen oder zu Höhen.

Im Vergleich zum Fender Newport (Testbericht) besitzt der Monterey eine große Vorliebe zum Bass, der sich aufgrund des hohen Gewichts sehr gut an die Umgebung überträgt. Wie beim günstigeren Modell sind es vor allem die beiden analogen Einstellräder für Bässe und Höhen, die dem Lautsprecher seine Flexibilität geben. Zusätzlich bietet der Fender Monterey auf der Rückseite einen Shape-Schalter, der grundlegend zwischen einer Neigung zum Bass und einer Neigung zu Höhen umher schaltet. Da Fender den Wirkungsgrad der Einstellräder gut ausbalanciert, wirkt sich das Drehen der Knöpfe deutlich und vor allem mit hoher Präzision auf den Klang aus.

Hörer mit einer Präferenz zum Bass können sich dabei richtig austoben. Durch die schiere Leistung sind Bässe schön klar und sehr kraftvoll. Hip-Hop-Titel wie Passin’ Me By von The Pharcycle laden dabei zum Kopfnicken ein. Keineswegs fühlt sich der Rock-Lautsprecher in nur einem Genre wohl. Der Song besitzt jedoch einen basslastigen Grundton, der recht dumpf in das Zimmer poltert. Kein Fehler des Fender Monterey, denn bei Liedern mit gezielten Bassschlägen wie New Orders Blue Monday kommt die Klarheit im Bassbereich deutlich besser zur Geltung. Wieder weiß die Leistung zu gefallen. Obwohl der Bassregler des Fender Monterey hier nur auf Stufe 4 von 10 steht füllen die tiefen Frequenzen den Raum. Hier ist viel Luft nach oben, ohne dass der Speaker scheppert oder kracht.

Doch zu viel Bass vergräbt die klaren Höhen des Speakers zu sehr unter sich. Das wäre schade, denn dank seiner Kompatibilität zum aptX-Codec trennt der Fender Monterey Instrumente und Tonhöhen sehr fein voneinander ab. Beim Song Bad Asteroid spielen die vielschichtigen Melodien der Instrumente perfekt zusammen und Details im Hintergrund lassen sich fast so gut vernehmen, wie mit hochwertigen Kopfhörern. Das Kontrabassspiel im Pink-Floyd-Cover Comfortably Numb von The Bad Plus schnarrt ebenfalls bei jedem Basston ein wenig. Hier kommen Details zum Vorschein, die bei minderwertigeren Lautsprechern verloren gehen. Mit geschlossenen Augen stehen die Musiker fast im Raum.

Besonders der Zwei-Band-Equalizer des Fender Monterey überzeugt in der Bedienung.

Dabei teilen sie sich jedoch eine kleine Bühne, die sehr zielgerichtet in einer Zimmerecke steht. Genau hier zeigt sich der größte Nachteil des Fender Monterey gegenüber Hifi-Systemen mit getrennten Lautsprechern. Zwar bietet der Bluetooth-Speaker im Vergleich zum Fender Newport zwar Stereoklang, ein Sound-Wechsel von links nach rechts ist aufgrund des schmalen Gehäuses dennoch kaum vernehmbar. Bei Songs mit verschiedenen Instrumenten auf dem linken und rechten Audiokanal treten durch den Stereoklang dennoch keine Probleme auf.

Zusammenfassend bereitete uns kaum ein anderer Bluetooth-Speaker im Test so viel Freude wie der Fender Monterey. Dank der analogen Einstellräder behält man die satten Leistungsreserven im Zaum und trifft dabei den richtigen Ton. Das funktionierte in unserem Testbericht zum Dockin D Fine trotz sehr guter Klangqualität deutlich schlechter. Dieser klingt aufgrund der fehlenden Equalizer-Funktion für jeden Nutzer gleich und jede Lautstärkeänderung kommentiert der Bluetooth-Speaker mit einem störenden Piepton. Darüber hinaus bietet der Fender Monterey mit Bluetooth 4.2 samt aptX, 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss und Stereo-Cinch-Eingang eine beachtliche Anschlussvielfalt.

Die Bedienung des Fender Monterey ist insgesamt simpel und leicht verständlich. Besonders die Verbindung zu Bluetooth-Geräten ist dank eines dedizierten Verbindungsknopfes mit der Aufschrift “Pairing” kinderleicht. Bei vielen anderen Bluetooth-Lautsprechern setzen Hersteller hierfür auf eine Doppelbelegung, die beispielsweise über längeres Drücken des Anschalters funktioniert und ein wenig Eingewöhnung benötigt. Gleich neben der Verbindungstaste gibt es einen Schalter zum Wechseln der Audioeingänge. Darüber hinaus finden sich zur Einstellung des Zwei-Wege-Equalizers und zur Regulierung der Lautstärke hochwertige manuelle Drehregler.

Die Bedienelemente ähneln denen des Fender Newport. Zusätzlich gibt es jedoch einen Auswahlschalter für die Audioquelle.

Zum Einschalten vertraut Fender auf einen schwerfälligen Kippschalter, der beim Umlegen mit einem lauten "Klack!" immer wieder Spaß macht. Wird der Lautsprecher einige Zeit lang nicht mit neuer Musik versorgt, schaltet sich der Fender Monterey von selbst ab. Um dies zu erkennen, müssen Nutzer auf die helle, blaue LED achten, die in diesem Falle erlischt. Zum Leben erwacht der Speaker erst bei der Betätigung eines der beiden Knöpfe oder zweimaligem Umlegen des Anschalters.

Insgesamt ist die Bedienung des Fender Monterey sehr simpel und angenehm. Besonders die stufenlosen Regler für Tiefen, Bass und Lautstärke sind ein Alleinstellungsmerkmal.

Die Liste an Extras ist kurz. So stehen auf dieser nur der 2-Wege-Equalizer und der Cinch-Anschluss auf der Rückseite. Weder einen Akku, noch eine Lademöglichkeit für Smartphones bietet der Bluetooth-Speaker. Die fehlende Portabilität ist vor allem bei der Farbvariante “Tweed” ein Versäumnis, da Fender den Lautsprecher hier sogar mit einem Tragegriff ausgestattet. Stattdessen ist der Fender Monterey offenbar einzig und allein als Regallautsprecher konzipiert worden. Der fehlende Schutz gegen Staub und Wasser bestätigt diesen Eindruck.

Der Akku fehlt selbst bei der Nutzung in Wohnungen und Häusern. Denn um den Fender Monterey nur kurz mit in ein anderes Zimmer zu nehmen, muss dieser ausgeschaltet, ausgesteckt, angesteckt und wieder neu verbunden werden. Das ist nervig und nimmt die Möglichkeit, den Lautsprecher bequem mit auf Balkone oder in den Garten zu nehmen. Da das Netzteil mit einer Spannung von 230 Volt funktioniert, entfällt die Nutzung per Powerbank.

Dem Fender Monterey liegen neben einem Kaltgerätestecker Kabel für die jeweiligen Anschlüsse bei. Somit gibt es ein 3,5-Millimeter-Klinkenkabel, das auf beiden Seiten denselben Anschluss besitzt. Das mitgelieferte Cinch-Kabel eignet sich zum Anschließen analoger Audioquellen und sorgt für eine hochwertige Stereo-Übertragung. Hiervon abgesehen findet sich sonst nur eine Beschreibung im schick gestalteten Karton des Speakers.

Das bekannte Logo hält mit zwei Schrauben fest an der Vorderseite.

Neben dem Fender Monterey in Schwarz gibt es auch eine Tweed-Variante, die den bereits erwähnten Tragegriff bietet. Hier taucht Fender die schwarzen und grauen Elemente in beigefarbene und braune Elemente. Die Drehregler an der Oberseite ersetzt der Hersteller durch Chickenhead-Potis, die einem Pfeil ähneln. Fender-Fans wird direkt auffallen, dass der Hersteller hier den Look seines Verstärkermodells Hot Rod Deluxe imitiert. Zwar lässt sich über Geschmack streiten, die Tweed-Variante besitzt dennoch etwas mehr Charakter und ist deutlich auffälliger. Der Aufpreis von 30 Euro ist trotz der charmanten Optik aber nicht gerechtfertigt.

Kurz nach dem Auspacken hätte sich Fender mit dem Monterey erneut eine glatte Eins für einen seiner Bluetooth-Speaker verdient. Denn das Design ist noch einmal charmanter, als beim Fender Newport (Testbericht), die Verarbeitung noch ein wenig besser und die Klangqualität erhält ein fettes Upgrade. Mit seiner hohen Ausgangsleistung von 120 Watt weiß der Fender Monterey umzugehen und macht sie mit seinen stufenlosen Reglern kinderleicht zähmbar. Allerdings fehlen dem Bluetooth-Speaker ein integrierter Akku sowie eine Lademöglichkeit für USB-Geräte. Auch WLAN sollte in einem Regallautsprecher mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von knapp 350 Euro vorhanden sein. Der Fender Monterey klingt virtuos, ist gleichzeitig aber so unflexibel wie ein Altrocker, der allen neumodischen Kram ablehnt.

Wer sich vor dem Kauf sicher ist, dass er wirklich nur einen Regallautsprecher sucht, der wird beim aktuellen Straßenpreis von 150 Euro sicher nicht enttäuscht sein. Als Alternative empfiehlt sich hier der Kauf eines Hifi-Systems mit Stereo-Klang und zusätzlichem Bluetooth-Adapter (Ratgeber). Diese sehen zwar selten so charmant aus, wie der Fender Monterey, bieten aber besseren Stereo-Klang und eine vergleichbare Klangqualität.

In der Kaufberatung: Die besten Bluetooth-Speaker bis 100 Euro finden sich zahlreiche Modelle, die einen guten Klang um lange Akkulaufzeiten, zertifizierten Schutz gegen Wasser und Staub sowie integrierte Powerbanks bieten. Darüber hinaus bietet sich der Kauf eines Smart-Speakers an, der dank WLAN zu verschiedenen Sprachassistenten kompatibel ist. Hierzu bieten wir eine Übersicht über aktuelle Amazon Echo-Geräte sowie Testberichte zum Apple HomePod und zum Google Home.

Ähnliche Produkte im Test

Einloggen, um Kommentare zu schreiben