TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Feiyu Tech SPG im Test: Gimbal für kompakte Smartphones

von  // 

Der SPG von Feiyu Tech ist ein hochwertig verarbeitetes Gimbalsystem für Smartphones. Für die unverbindliche Preisempfehlung von 269 Euro ermöglicht es wackelfreie Aufnahmen. Wie es sich schlägt, erfahrt Ihr in diesem Testbericht von TechStage.

In den vergangenen Wochen und Tagen haben wir zahlreiche Gimbals getestet, darunter der Smooth Q von Zhiyun Tech sowie der Osmo Mobile von DJI. Was die Verarbeitung angeht, so sitzt der SPG in der ersten Reihe. Das Handgerät hat eine Masse von 350 Gramm und ist durchweg hochwertig gemacht. Der Handgriff ist aus solidem Metall und mit gummierter Oberfläche überzogen. Das sorgt für einen festen Halt.

Auch die einzelnen Komponenten der Vorrichtung verleihen ein edles Gefühl: schwarze Schrauben, geriffelte Drehregler und eine kräftige Klammer zum Einbinden des Smartphones. Unser SPG kam nagelneu aus der Verpackung. Aber schon nach wenigen Tagen haben wir leichte Kratzer am Gehäuse feststellen können. Eine gut gepolsterte Tragetasche liegt im Lieferumfang bei und auch wir sind vorsichtig mit dem Gimbal umgegangen. Erklären lassen sich die kleinen Schäden wie folgt: Sobald der SPG ausgeschaltet wird und seine Stromspannung verliert, fallen die Gelenke aus massivem Metall ineinander. Das Zusammenprallen ist auch deutlich hörbar und selbst das schmerzt. Selbiges gilt übrigens auch für das eingesetzte Smartphone. Hier sollte man sich kurz vor dem Ausschalten darauf vorbereiten, das Gerät aufzufangen.

Der SPG von Feiyu Tech hat drei bürstenlose Motoren, die die Bewegungen des Nutzers in drei Rollachsen ausgleichen. Im Vergleich zum Osmo Mobile oder Smooth Q scheint die Leistung beim SPG geringer zu sein. Zumindest kann ein iPhone 7 Plus nicht zu 100 Prozent waagerecht gehalten werden. Selbst nach einer ganz feinen Verlagerung des Gewichtes kippt das Apple-Smartphone nach links oder rechts um eins bis zwei Grad. Nimmt man leichtere Geräte, wie beispielsweise ein Galaxy S8 von Samsung (Testbericht), dann funktioniert alles ordnungsgemäß.

Anders als bei den übrigen Modellen besitzt der SPG einen wechselbaren Akku mit 3000 mAh, ähnlich auch beim Osmo Mobile. Mit einem Google Pixel und der aktiven Bluetooth-Verbindung zu der Applikation hielt der Akku im Test etwas um die sechs Stunden. Das Aufladen funktioniert über einen abgedichteten microUSB-Anschluss. Das Laden dauert rund zwei Stunden.

Der SPG ist leicht und mit einer Hand zu bedienen. Wegen der geringen Masse sind auch längere Aufnahmen möglich. Am Halter des Gimbals gibt es eine drückbare Taste sowie einen Joystick, der in vier Richtungen bewegt werden kann. Damit steuert der Nutzer die Position des Gimbals manuell. Außerdem vorhanden: ein Auslöser für Foto und Video.

Der SPG arbeitet in verschiedenen Modi: horizontal, vertikal, mit blockierten Achsen oder im Selfie-Modus. Die gesamte Bedienung erfolgt über den flachen Knopf. Das Hin- und Herspringen zwischen den einzelnen Modi läuft über mehrfaches Drücken der Taste. Das erfordert anfangs ein wenig Zeit, bis man sich daran gewöhnt und ein Gefühl für die jeweilige Verwendung entwickelt.

Der SPG ist schnell und präzise, solange das montierte Smartphone leicht und klein ist. Der Hersteller bewirbt zwar eine Kompatibilität mit großen und schweren Geräten wie dem iPhone 7 Plus oder dem Galaxy Note 7, doch in der Praxis sieht es häufig anders aus. Ein nennenswerter Punkt: Mit dem großen Apple-Smartphone kratzt die breit aufgezogene Klammer am Gehäuse. Dadurch wird nicht nur das Bild instabil, sondern auch das führt zu Kratzern.

Im Test haben wir deshalb durchgehend kleinere Telefone wie das P10 von Huawei (Testbericht) oder eben das Pixel von Google genutzt. Das Einsetzen in der gummierten Klammer ist manchmal schwierig. Hier gefällt uns die Lösung von DJI mit der fest drehbaren Schraube mehr.

Des Herstellers Applikation trägt den Namen Feiyu ON und ist erhältlich für das iPhone als auch Android. Sonderlich schön ist das User Interface nicht. Im Gegenteil: die Übersetzung ist fehlerhaft, an einigen Stellen fehlt das einheitliche Bild, des Öfteren stützt sie ab. Rein von den Fähigkeiten kann sie viel, wie beispielsweise eine manuelle Kamerasteuerung. Auch das Verfolgen eines Gesichtes ist dabei, funktioniert jedoch nur sehr mäßig. Sehr gutes Objekt- und Gesichttracking unterstützt der Osmo Mobile von DJI.

Der SPG von Feiyu Tech überzeugt durch seine Materialverarbeitung. Er ist kompakt und leicht zu transportieren. Gefallen haben uns seine Gimbal-Fähigkeiten. Eher enttäuschend war seine unzureichende Leistung bei größeren Smartphones, die unter anderem auch zu unruhigen Videoaufnahmen führen.

Ein Punkt, der für den Kauf des Gimbals spricht, ist der günstige und wechselbare Akku, der obendrein noch lange hält. Für die Zukunft wünschen wir uns eine konstant funktionierende App, die ihre versprochenen Features auch einhält.

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige