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Fahrradschloss mit App & Fingerabdruck: Miikey im Test

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Das Miikey 3-in-1-Fahrradschloss kann per Fingerabdruck, App und Schlüssel geöffnet werden. Das klingt praktisch, doch die smarten Funktionen überzeugen im Test nicht.

Im Rahmen unserer Themenwelt zu smarten Fahrradschlössern haben wir außerdem das I lock it (Testbericht), das Linka Original (Testbericht) und das Vgeby-Schloss (Testbericht) getestet. Hier geht es zum Vergleichstest der vier smarten Fahrradschlösser.

Das Fahrradschloss von Miikey setzt auf ein klassisches U-förmiges Design. Es ist aus Metall gefertigt und hinterlässt einen sehr robusten Eindruck. Der Bügelteil des Schlosses ist mit einer gummierten Schicht überzogen, sodass es am Fahrradrahmen keine Kratzer hinterlässt.

Wie man es gewohnt ist, wird das Verschlussteil entfernt, der U-Bügel nach Belieben zwischen Mittelstange und Hinterrad oder zwischen Rahmen und Fahrradständer angebracht und zum Fixieren der Verschluss wieder auf die Enden gesteckt. Am Bügel befinden sich acht Rasterpunkte, sodass das Schloss in seiner Verwendung flexibel ist.

Am Verschlussteil befindet sich ein Fingerabdrucksensor, das Schloss für die Verwendung eines Schlüssels, der USB-Ladeanschluss sowie eine LED.

Das Miikey 3in1 Fahrradschloss ist robust. Seine smarten Funktionen sind aber leider nicht bis zu Ende gedacht.

Um die smarten Funktionen des Miikeys nutzen zu können, muss die App Keybox des chinesischen Herstellers installiert werden. Diese verlangt unter Android Zugriff auf die GPS-Position des Smartphones, was eigentlich für die Aufzeichnung des Standorts beim Abschließen benötigt wird. Dazu mehr in einem späteren Abschnitt. Auch Zugriff auf die Kamera ist notwendig, da zum Verbinden mit dem Schloss dessen QR-Code gescannt wird.

Zusätzlich möchte die App aber uneingeschränkten Zugriff auf all unsere Fotos und Dateien. Für das An- und Aufschließen eines Fahrradschlosses sollte dieser Zugriff nicht notwendig sein. Ohne diese Erlaubnis funktioniert die App aber nicht. Unter iOS ist das anders: Möchte man das Schloss hinzufügen, fragt die App nach der Genehmigung zur Nutzung der Kamera, man kann das Schloss aber auch über Bluetooth einrichten. Zugriff auf Fotos wird hier nicht verlangt.

Jetzt muss ein Konto angelegt werden. Das Registrieren ist etwas ungewohnt. Es wird nach Telefonnummer oder E-Mail-Adresse gefragt. Dann muss ein Knopf zum Verschicken eines Verifizierungscodes gedrückt werden. Ein Timer beginnt. Der Nutzer hat nun eine Minute Zeit, den Code zu erhalten, einzugeben und sich ein Passwort auszusuchen und ebenfalls einzutippen. Sonderzeichen sind im Passwort nicht erlaubt – wieder ein Minuspunkt.

Das Verschlussteil kann entweder per Fingerabdrucksensor, per App oder mit einem Schlüssel geöffnet werden.

Das Schloss wird nun durch Scannen seines QR-Codes hinzugefügt. Nach Belieben kann man diesem einen Name geben. Praktisch, wenn man mehrere Schlösser mit der Keybox-App verwenden möchte. Die App speichert nach Hinzufügen des Schlosses auch einen Fingerabdruck. Möchte man nun das Schloss ohne das Smartphone und ohne Schlüssel öffnen, legt man seinen Finger auf den Sensor am Verschlussteil. Sollte der Finger nicht erkannt werden, leuchtet die eingebaut LED daneben rot. Alternativ entsperrt auch ein Schlüssel oder die App das Schloss. Zum Verbinden mit der App muss man jedoch zuerst den Fingerabdrucksensor berühren. Erst dann ist in der App ein Knopf zum Entriegeln verfügbar.

Das Schloss sperrt sich nach etwa fünf Sekunden von selbst. In dieser Zeitspanne muss man das Verschlussteil passend über den Bügel stecken und in der gewünschten Kerbe ausrichten. Eine Möglichkeit, das Schloss offen zu halten und dann manuell zu verschließen, ist nur mit dem beiliegenden Schlüssel möglich.

Das Schloss kann durch acht Raster flexibel in seiner Länge eingesetzt werden.

In der App befindet sich auch eine Liste mit Interaktionen, wann das Schloss entsperrt wurde. Leider registriert das tatsächlich nur die Entsperrungen per App. Werden Fingerabdrucksensor oder Schlüssel zum Aufschließen benutzt, gibt es keinen neuen Eintrag. Der Hersteller beschreibt auch eigentlich, dass die GPS Daten beim Verschließen hinterlegt werden. Doch die einzelnen Einträge in der Liste lassen sich nicht antippen, auch nirgendwo sonst sind Angaben zum Standort zu finden. Laut Smartphone hat die App während unseres gesamten Tests auch nie versucht, den Standort abzurufen. Möglicherweise ein Bug, der mit einem Update irgendwann verschwindet. Oder auch nicht.

Wer das Schloss mit Freunden oder Familie teilen möchte, kann über die App andere Nutzer hinzufügen und das gewünschte Schloss für ausgewählte Personen autorisieren. Diese müssen aber alle ein Nutzerkonto in der Keybox-App besitzen.

Das Miikey wird per Micro-USB aufgeladen. Ein passendes Kabel ist im Lieferumfang mit dabei. Nach etwa zwei Woche im Einsatz war der Akku auf knapp 80 Prozent gesunken, sodass das Schloss je nach Nutzung alle paar Monate an die Steckdose will.

(Kein Produktbild vorhanden)

MiiKey Fingerabdruck Fahrradschloss

(Kein Produktbild vorhanden)

MiiKey Fingerabdruck Fahrradschloss

Das Schloss möchte smarte Funktionen bieten, scheitert aber an der Umsetzung. Ja, es hat einen Fingerabdrucksensor und dieser arbeitete im Test sehr zuverlässig. Aber die App und auch das Konzept für das Produkt insgesamt sind undurchdacht und unrund. GPS-Daten vom Ort des Abschließens werden nicht aufgezeichnet, einen eingebauten Alarm gibt es auch nicht. Für knapp 100 Euro erhalten Nutzer zwar ein robustes U-Bügel-Metallschloss, das aber am Ende den Anspruch an ein smartes Gerät nicht erfüllen kann.

Da haben uns die smarten Rahmenschlösser I lock it (Testbericht) und Linka Original (Testbericht) besser gefallen.

Welches smarte Fahrradschloss man nun tatsächlich kaufen sollte, verrät unser Vergleichstest von vier smarten Fahrradschlössern.

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