Eufy Video Türklingel mit Akku und 2K-Sensor im Test | TechStage
TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Eufy Video Türklingel mit Akku und 2K-Sensor im Test

von  // 

Die Eufy Video Türklingel macht vieles richtig: Sie bietet eine hohe 2K-Auflösung, viele Optionen, erkennt Personen und kommt ohne Cloud-Services aus. Wir haben sie getestet.

Seine dumme Türklingel mit smarten Alternativen zu ersetzen, hat viele Vorteile. So bekommt man beispielsweise eine Nachricht auf das Smartphone sobald jemand klingelt und kann anschließend etwa dem Paketboten über die Gegensprechanlage bitten, das Paket vor die Tür zu legen – auch wenn man selbst im Büro sitzt.

Die Anker-Tochter Eufy überzeugte uns bereits mit der Outdoor-Kamera Eufycam 2 (Testbericht) und vor allem mit der Eufycam 2C (Testbericht). Nun zeigt das Unternehmen die Eufy Video Türklingel, welche sich in das Ökosystem der Eufy-Kameras integriert.

Wir testeten dazu bereits die Ring 2 (Testbericht) und die ACME Doorbell (Testbericht). Hier geht’s zur Kaufberatung smarte Türklingeln mit Video und VoIP. Aber auch smarte Türklingeln mit DECT statt WLAN haben ihre Vorteile. Interessant ist die Möglichkeit, das Guckloch in der Tür mit einem digitalen Türspion und Display nachzurüsten.

Die Eufy Video Türklingel kommt zusammen mit der Basisstation Homebase 2 samt Netzteil und LAN-Kabel, einer Montageschale mit Schrauben und Dübeln, einem 15-Grad-Keilaufsatz zur leicht angeschrägten Montage und Kabeln zum optionalen Anschluss an die existierende Klingel. Der Lieferumfang ist damit gut und ausreichend, kommt aber nicht an den der Ring 2 heran. Ihr liegt sogar eine Miniwasserwaage zum geraden Einbau bei.

Die Klingel selbst ist etwa 14 × 5,5 × 3 Zentimeter groß und wiegt gut 200 Gramm. Im oberen Teil überwacht die große Kameralinse, mittig prangt der Produktnamen und unten sitzt auf schwarzem Kunststoff ein recht großer, schwarzer Klingelknopf. Wir hätten uns gewünscht, der Klingelknopf würde sich farblich vom schwarzen Gehäuse abheben, damit Besuch ihn besser als solchen erkennt. In der Praxis scheint das dann aber weniger problematisch, in den zwei Testwochen fanden ihn alle Besucher. Beim Klingeln leuchtet optional ein blauer Ring um den Knopf auf. Auf Wunsch gibt die Türklingel außerdem ein akustisches Signal von sich.

Eufy Video Türklingel (14 Bilder)

Insgesamt wirkt die Klingel gut verarbeitet. Wichtig ist ihre IP65-Zertifizierung, dank der ihr Spritz- und Regenwasser nicht ausmachen dürfte. Eufy gibt außerdem an, dass sie in Temperaturbereichen zwischen -20 und 50 Grad Celsius arbeitet. Damit sollte sie den deutschen Winter schadlos überstehen. Jedoch sollte man sie nicht in der Sonne platzieren, hier könnte sie sich auch wegen ihres schwarzen Gehäuses auf über 50 Grad erhitzen.

Im Test-Setup steht die Homebase 2 als Reichweitenverstärker am Fenster.

Zunächst verbindet man die Homebase 2 per LAN-Kabel mit dem Router und wartet, bis die rote Status-LED an der Station blau wird. Die App Eufy Security verlangt bei ihrer Installation lediglich nach einem Namen und einer E-Mail-Adresse. Wir begrüßen die sparsame Datenabfrage. Die Ring 2 (Testbericht) etwa ist deutlich datenhungriger, will sie doch gleich noch die Adresse des Nutzers. Nach dem Login scannt die App einen QR-Code auf der Rückseite der Homebase 2, baut die Verbindung auf und richtet das WLAN ein.

Von nun an kann das LAN-Kabel weg, die Basisstation funkt zum Router und dient so gleichzeitig als Reichweitenverstärker. Das war in unserem Fall auch nötig, da das Gartentor, an dem die Türklingel sitzt, zu weit vom Router entfernt ist. Nachdem wir die Homebase 2 im Haus zwischen Router und Klingel positionierten, hatte sich das Problem erledigt. Bei der Ring-Lösung, die im WLAN funkt, bräuchte man dafür mit dem Chime Pro einen zusätzlichen Reichweitenverstärker.

Über die App kann der Nutzer die Türklingel der Homebase 2 zuordnen. Dafür muss er den Sync-Knopf auf der Rückseite für zwei Sekunden gedrückt halten. Die Klingel stößt nun einen Signalton aus, welche die Homebase 2 erkennt und die Klingel zuordnet. Das funktionierte bereits bei der Eufycam 2C (Testbericht) und Eufycam 2C (Testbericht) gut und tut es auch hier.

Eufy Video Türklingel Installation (31 Bilder)

Es ist möglich, die Eufy Video Türklingel an den existierenden 8 – 24 V Wechselstromkreis der alten Türklingel anzuschließen. App (siehe Bilderstrecke) und Handbuch geben dafür eine detaillierte Anleitung. Im Test nutzen wir das nicht, schließlich wollen wir wissen, wie lange der Akku läuft.

Wir befestigen die Montagehalterung über zwei Dübel an der Betonwand neben dem Gartentor. Für die Löcher liegt der Eufy Video Türklingel eine Schablone bei. Der 15-Grad-Keil hilft, die direkt vor dem Gartentor stehende Person im Kamerabild zu zentrieren. Sitzt die Montagehalterung, klippt die Türklingel darin ein. Entfernt werden kann sie nun nur noch mit der beiliegenden Nadel oder Gewalt. Um einen Diebstahl entgegenzuwirken, wäre es schön gewesen, wenn die Türklingel einen Alarm sendet, sobald sich jemand an ihr zu schaffen macht.

Das Video, aus dem dieser Screenshot stammt, wurde nicht mit maximaler Auflösung aufgenommen. Dennoch stimmt die Qualität.

Videos nimmt die Eufy Türklingel mit einer Auflösung von 2560 × 1920 Pixeln und einem Seitenverhältnis von 4:3 auf. Als Bildverbesserungsmaßnahmen kommen bei schlechten Lichtverhältnissen HDR und eine Verzerrungskorrektur zum Einsatz. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Bildhelligkeit wirkt auch bei Gegenlicht ausgewogen verteilt, so dass Gesichter gut zu erkennen sind. Die Bildschärfe ist hoch und fällt an den Rändern kaum ab. Die Auflösung ist hoch genug, um auch in Bildausschnitten noch viele Details zu erkennen. Die Nachtsicht ist dank mehrerer Infrarot-LEDs hervorragend. Die Kameraqualität war bereits bei den Eufy-Kameras hoch, die Eufy Türklingel bildet da keine Ausnahme.

Gespeichert werden die Aufnahmen mit AES 256-Bit-Verschlüsselung auf der Homebase 2. Dafür stehen 14,8 GByte zur Verfügung. In unserem Fall hat die Homebase 2 von zwei Eufycams 2C, einer Eufycam 2 und der Türklingel insgesamt knapp 5000 Bewegungen gespeichert und noch knapp 1 GByte frei. Aktuell kann man den Speicher nicht erweitern, Eufy verspricht jedoch, dieses Feature per Software-Update nachzuliefern. Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald das passiert.

Die lokale Videospeicherung mehrere Vorteile. Zum einen weilt die Homebase 2 meist vor Dieben geschützt sicher im Haus, eventuell wertvolle Aufnahmen gehen also nicht verloren. Auch kommt die Eufy-Lösung so ohne Cloud aus, gegen die es möglicherweise Datenschutzbedenken gibt. Zudem kosten Cloudlösungen den Anbieter Geld. Diese Kosten gibt er entweder über ein Abomodell an den Kunden weiter oder limitiert die Anzahl und Dauer der Aufnahmen. Als weiterer Faktor könnte es bei Cloudlösungen immer passieren, dass das Unternehmen etwa bei Insolvenz den Stecker zieht. Ein weiterer Vorteil der Videospeicherung auf der Homebase liegt in ihrer schnellen Verfügbarkeit. So dauert es bei ausreichend schneller Internetverbindung auch außerhalb des eigenen WLAN-Netzwerks keine zwei Sekunden und das gewählte Video läuft los.

Die Bildqualität der Live-Aufnahme.

In der Live-Ansicht kann man jederzeit die Gegensprechanlage starten und sich mit dem Gegenüber unterhalten. Während des Testzeitraum konnten wir so vom Büro aus einmal einem Postboten Anweisungen geben. Er verstand uns offenbar, wir ihn jedoch weniger. Das könnte aber an seinem Genuschel gelegen haben. Trotzdem fühlten wir uns kurz danach, als wären wir in der Zukunft angekommen. Neben der direkten Kommunikation besteht die Möglichkeit, bis zu drei zuvor aufgenommene Sprachnachrichten wie „Legen Sie bitte das Paket vor die Tür“ abzuspielen. Im Test gab es keine spürbare Verzögerung zwischen dem Drücken der Türklingel und der Benachrichtigung auf dem Smartphone.

Die App sieht gut aus und lässt kaum einen Konfigurationswunsch offen. Hier kann man beispielsweise festlegen, wie empfindlich die Bewegungserkennung sein soll und ob das Kamerabild nur bei einer Personenerkennung aufgezeichnet werden soll. Auch kann der Nutzer Bereiche definieren, in denen die Erkennung anschlägt. Soll die Aufnahme kurz oder eher lang sein? Soll die Türklingel Bewegungen nur in der Nacht aufzeichnen? Soll sie nur beim Klingeln aufzeichnen oder gar nicht und lediglich das Live-Bild an das Smartphone übertragen? All das und viel mehr kann der Nutzer über die App bestimmen. Einen genaueren Einblick bietet die Bilderstrecke mit den Screenshots.

Eufy Video Türklingel Optionen (24 Bilder)

Ab und an muss man als Nutzer etwas länger suchen, bevor man die gesuchte Option findet. So versteckt sich etwa der Zeitplan im Hauptmenü unter dem Punkt "Security". Eher schlecht als recht funktioniert die Integration in ein smartes Display wie den Amazon Echo Show (Smart-Display-Vergleichstest). Meist benötigt das Smart-Display mehrere verbale Aufforderungen, bevor es das Kamerabild zeigt. Die Option, bei einem Klingeln automatisch das Kamerabild anzuzeigen, funktioniert nicht. Auch ein Echo-Gerät (Übersicht) als Klingel zu verwenden, sollte gehen, tut es aber nicht. Schade. Zumindest steht Eufy damit nicht alleine da. Auch das Amazon-Unternehmen Ring schafft es nur sehr unbefriedigend mit Ring und Echo Show eine smarte Türsprechanlage zu erschaffen.

Leider ist es nicht möglich, Bereiche zu schwärzen. So sollte man die Möglichkeit der Videoaufzeichnung aus rechtlichen Gründen nur nutzen, wenn auf dem Bild kein Teil der öffentlichen Straße zu sehen ist.

Eufy schreibt, der Akku würde in der Video Türklingel bis zu sechs Monate durchalten. Das könnte stimmen, wenn die dauerhafte Videoaufnahme bei Bewegung abschaltet ist oder man nur selten Bewegung vor der Tür hat. Um den Akku ans Limit zu treiben stellten wir die Türklingel so ein, dass sie über zwei Wochen lang täglich etwa 50 20-sekündige Aufnahmen an die Homebase überträgt. In der Zeit schafften wir es, die Akkukapazität von 71 auf 15 Prozent zu drücken. Ein weiterer Faktor, der die Akkulaufzeit beeinflusst, ist die Entfernung der Türklingel zur Homebase. In unserem Fall sind das gut 25 Meter, unterbrochen von einem dicken Betonpfeiler.

Günstigste Angebote

Alle Preise inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten auf der jeweiligen Webseite.

Eufy Video Türklingel

Eufy Video Türklingel

Eufy Cam 2C 2-Cameras + HomeBase Set

Eufy Cam 2C 2-Cameras + HomeBase Set

Eufy Cam 2-Cameras + HomeBase Set

Eufy Cam 2-Cameras + HomeBase Set

Weitere Angebote im Heise Preisvergleich

Die Eufy Video Türklingel gehört zu den komplettesten Lösungen am Markt. Sie bietet eine außergewöhnlich hohe Videoqualität, auch bei Nacht, eine cloud-freie Speicherung der Videos auf der Homebase die zugleich die WLAN-Reichweite vergrößert. Dazu gibt es unfassbar viele Optionen in der App, bei moderater Videoaufzeichnung eine gute Akkulaufzeit und einen denkbar einfachen Installationsprozess. Einen weiteren Vorteil bilden die guten und sehr guten Überwachungskameras Eufycam 2C (Testbericht) und Eufycam 2C (Testbericht), die ebenfalls die Homebase 2 nutzen und sich so ins selbe System einbinden.

Weniger gut finden wir, dass es nicht möglich ist, Bereiche zu schwärzen. Auch versteckt die App einige Optionen und es gibt keinen Diebstahlschutz. Unbefriedigend ist aktuell die Integration mit Alexa. Doch das sind im Grunde fast schon Kleinigkeiten, wenn man das sehr gute Gesamtpaket der Eufy Video Türklingel betrachtet, die deswegen unsere Kaufempfehlung erhält.

Noch mehr Infos zum Thema sammeln wir in der Kaufberatung smarte Türklingeln mit Video und VoIP. Aber auch smarte Türklingeln mit DECT statt WLAN haben ihre Vorteile. Interessant ist die Möglichkeit, das Guckloch in der Tür mit einem digitalen Türspion und Display nachzurüsten.

Einloggen, um Kommentare zu schreiben