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Epson EH-TW650 im Test: Full-HD wie gedruckt

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Druckerspezialist Epson will auch mit seinen Projektoren großformatige Bilder zur Geltung bringen. Ob der Full-HD-Beamer für Kinofeeling sorgt, verrät der Test.

Große Fernseher werden immer erschwinglicher, doch mit dem Riesen-Bild eines Beamers können sie nur selten mithalten. Gute Projektoren bringen die Kino- oder Stadionatmosphäre nach Hause – und müssen nicht teuer sein. In dieser Themenwelt stellen wir Full-HD-fähige Beamer unterschiedlicher Hersteller vor. Bereits erschienen sind:

Epson kennt man zwar vor allem als Hersteller von Druckern, doch auch mit Projektoren hat sich das Unternehmen inzwischen einen guten Ruf erworben. Insgesamt zwölf aktuelle Modelle listet die Webseite auf, der TW650 ist das Einstiegsmodell – bei dem sich die Designer nicht wirklich mit Ruhm bekleckert haben.

Wo die Form noch als zweckmäßig durchgeht, wirkt der verwendete weiße Kunststoff im besten Falle günstig. Auch die beweglichen Teile wie Fokus- und Zoom-Hebel fühlen sich nicht sonderlich hochwertig an. Gut ist hingegen, dass Epson dem Full-HD-Beamer einen manuellen Linsenschutz spendiert hat. Dieser wird mittels eines Schiebereglers bedient und sorgt dafür, dass ein Transport keinen Knick in die Linse bringt. Die Lampe dahinter soll laut Anleitung eine Lebensdauer von 7500 Stunden haben – zumindest im Sparmodus. Epson hat den Wert übrigens mit einer kleinen Faustformel erklärt: Wenn man jeden Tag einen Film schaut, hält die Lampe 11 Jahre lang.

Epson EH-TW650

An der Vorderseite und an nur einer Seite befinden sich die Lüftungsöffnungen, damit der Beamer im Betrieb ausreichend gekühlt wird. Und Kühlung ist auch dringend nötig, denn bereits nach kurzer Zeit entwickelt sich eine beträchtliche Wärme. Eine weitere Öffnung wäre hier wahrscheinlich hilfreich gewesen. Stattdessen sitzt an der Rückseite ein kleiner 2-W-Lautsprecher, der allerdings Mühe hat, gegen den Betriebslärm anzuschallen.

Epson EH-TW650

Mit zehn Bedientasten geht es auf der Oberseite des Gehäuses richtig opulent und ein wenig unübersichtlich zu – zumal auch die jeweilige Beschriftung viel Raum einnimmt. Minimalismus ist für dem TW650 ein Fremdwort. Das gilt aber glücklicherweise auch für die Anschlussmöglichkeiten: Neben einem USB-A- und einem USB-B-Eingang befinden sich auf der Rückseite, ein Klinken-Audio-Ausgang, Cinch-Eingänge für Audio und Video, zwei HDMI-Eingänge sowie ein VGA-Eingang. Damit ist der Beamer für alle Eventualitäten gut gewappnet. Der Clou ist aber die WLAN-Fähigkeit: So können Inhalte, zum Beispiel vom Handy, kabellos direkt an den Beamer gesendet werden.

Mit einer Breite von 30,2 cm und einer Tiefe von 25,2 cm ist die Standfläche nur unwesentlich größer als ein DIN-4-Blatt. Auch die Höhe ist mit 9,2 cm gering. Dafür schlägt das Gewicht mit 2,7 kg ordentlich zu Buche. Obwohl der Beamer offenbar als mobiles Gerät konzipiert ist, fehlt eine Tragetasche. Generell ist der Inhalt der Verpackung eher spartanisch: Neben dem Stromkabel gibt es noch eine Fernbedienung und passende Batterien.

Der erste Start geht schnell von der Hand: Sobald das Gerät eingeschaltet ist, stellt sich der Kanal automatisch auf den angeschlossenen und aktivierten Zuspieler. Das leistungsstarke Leuchtmittel kommt schnell auf die nötige Betriebstemperatur. Je nach Standort und Entfernung zur Wand müssen Bildgröße und Schärfe justiert werden. Dabei unterstützt eine Automatik, die den Abstrahlwinkel automatisch erkennt und das Bild entsprechend optimiert. Zudem darf der Beamer das Bild getrost schräg von der Seite projizieren: Mit der manuellen Trapezkorrektur werden schräge Inhalte geradegerückt. Per Menü sind verschiedene Bildoptimierung vordefiniert, mit denen sich das Bild entsprechend Umgebung, Lichtverhältnissen oder eigenen Vorlieben anpassen lässt.

Epson EH-TW650

Der Beamer kann parallel Inhalte von zwei unterschiedlichen Quellen im Split-Screen-Modus abspielen. Eine per USB angeschlossene Maus dient als Pointer bei Präsentationen. Zudem gibt es von Epson eine Smartphone-App, die einerseits als Fernbedienung genutzt werden kann, anderseits Inhalte wie Fotos oder Webseiten per WLAN auf den Beamer überträgt.

Epson EH-TW650

Mit seiner nativen Auflösung von 1920 × 1080 Pixel ist der TW650 ein reinrassiger Full-HD-Beamer. Die Lampenleistung liegt bei 210 W, im Betrieb ist die Lichtausbeute mit 3100 lm prima. Selbst bei indirekt einfallendem Tageslicht sieht das Bild noch ordentlich aus – jedenfalls gut genug, um damit in Büroumgebungen Präsentationen anzuzeigen. Bei Filmen und Videospielen empfiehlt sich allerdings eine dunklere Umgebung. Sind die Lichtverhältnisse optimal, zeigt der Epson-Beamer seine Stärken. Das ausgewogene Gesamtbild macht Freude, die helle und gleichzeitig intensive Farbdarstellung ist prächtig. Der Kontrast wirkt mit guten Schwarzwerten sehr natürlich. Die leistungsstarke Lampe erlaubt es, das Bild bis zu einer Diagonalen von 300 Zoll (7,62 Meter) an die Wand zu werfen. Allerdings kommt der Beamer bei dieser Bildgröße deutlich an seine Grenzen, die Darstellung fängt deutlich an zu schwächeln. Dafür verfügt der Epson über eine sogenannte 3LCD-Technologie, womit der „Regenbogeneffekt“ vermieden werden soll. Dieser bezeichnet das Phänomen, dass man vor allem bei Bewegungen an Kanten unerwünschte Farbverläufe sieht. Im Test war davon tatsächlich nichts zu sehen.

Mit den vordefinierten Modi „Kino“, „Dynamisch“, „Spiel“ und „Helle Kinoprojektion“ lässt sich das Bild über das Menü an Umgebung und Vorlieben anpassen. Darüber hinaus können die Werte auch über virtuelle Regler feinjustiert werden. Insgesamt ist das Bild des Beamers zwar nicht spektakulär, aber dennoch sehr erfreulich.

Für diesen Test war der Beamer mehrere Tage im Einsatz, sowohl bei Tageslicht, als auch nachts, um damit zum Beispiel die neusten Folgen von „Game of Thrones“ zu gucken oder ein paar Ausritte im Spiel „Read Dead Redemption 2“ zu unternehmen. Und ganz egal, ob mit dem TW650 Filme, Serien oder Videospiele an die Wand geworfen – das Bild war tadellos.

Dank der hohen Lichtausbeute wirken Full-HD-Inhalte gestochen scharf und farbecht. Wie bei Projektoren in dieser Größe üblich, ist auch hier der Lüfter deutlich zu hören. Aber diese müssen beim Epson-Beamer auch sehr stark arbeiten, denn das Gerät wird im Betrieb recht warm. Der eingebaute Lautsprecher macht bei Filmen keinen Spaß und dient höchstens bei Präsentationen vor kleiner Runde als Soundquelle. Hier lohnt es, in externe Lautsprecher oder eine Soundbar (Übersicht) zu investieren.

Erfreulich ist es, dass der Beamer über einen manuellen Linsenschutz verfügt. Die Vielzahl an verschiedenen Ein- und Ausgängen ist ein weiterer Pluspunkt – zumal der USB-Anschluss zum Beispiel einen Fire-Stick von Amazon (Testbericht) mit Strom versorgen kann. Auch wenn der Look des Gerätes suggeriert, der Beamer soll vor allen in Büros eingesetzt werden, flehen die inneren Werte geradezu um einen Stammplatz im Wohnzimmer.

Der UVP des TW650 liegt bei 699 Euro – trotz guter Qualität ein zu hoher Preis – besonders dann, wenn man den Beamer mit Konkurrenz-Produkten vergleicht. Der Marktpreis liegt allerdings inzwischen darunter, teilweise deutlich dreistellig. Damit wird der Projektor zu einem guten Deal.

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