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Elgato Avea Bulb & Flare im Test: LED mit App-Steuerung

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Philips Hue ist wirklicht gut, aber eben auch teuer – und für manche Einsatzzwecke etwas übertrieben. Wenn schon ein oder zwei RGB-LED-Leuchten reichen, um für ein paar Farbakzente zu sorgen, kommt man mit der Avea-Serie von Elgato extrem weit: Die LEDs lassen sich komfortabel in der Farbe einstellen und bieten diverse zusätzliche Effekte. Und das deutlich günstiger: ab etwa 30 Euro. Wie gut sich Avea Bulb und Avea Flare in der Praxis schlagen, haben wir ausführlich getestet.

Die Avea Bulb gewinnt mit ihrer etwas gedrungenen Form und den Kühlrippen keinen Design-Preis, wirkt aber gut verarbeitet. Um sie auszuprobieren, schrauben wir sie in eine E27-Fassung. Nach dem Einschalten verbreitet sie ohne weitere Konfiguration schon mal ein angenehmes weißes Licht ohne auffälligen Farbstich.

Der Diffusor, also der Kunststoffschild über den eigentlichen LEDs, sorgt für eine gleichmäßige Abstrahlung und dafür, dass der Lampenschirm in der ausgewählten Farbe aufleuchtet. Das klappt bei den meisten Farben sehr gut – bei manchen aber auch nicht, dann sieht es etwas komisch aus.

Die Leuchtkraft, 430 Lumen laut Hersteller, geht für ein Stimmungslicht in Ordnung. Als einzige Beleuchtung im Raum reicht das aber eigentlich nicht aus. Lampen anderer Hersteller erreichen einen fast doppelt so hohen Lichtstrom (810 Lumen bei Osram Lightify).

Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenzprodukten ist bei Elgato Avea keine Bridge nötig, die am Netzwerk angeschlossen werden muss. Während Hue & Co. über den Zigbee-Funkstandard kommunizieren, greift Elgato auf Bluetooth zurück. Smartphones und Tablets sprechen direkt und ohne Umweg mit den LEDs.

Nach dem Einsetzen der Lampe haben wir die Avea-App aus dem Play Store geladen und mit unserem Nexus 5X (Android 7.1.2) ausprobiert. Das letzte Update stammt vom März 2016, ist also schon über ein Jahr her. Die iOS-App ist noch älter, unterstützt aber immerhin die Apple Watch. Im Test hatten wir keine Probleme, eine Verbindung zur Lampe aufzubauen, und auch sonst gab es kaum Auffälligkeiten.

App wie Lampe laufen fehlerfrei, Farbwechsel werden zügig umgesetzt. Probleme gibt es nur bei der ersten Erkennung der Lampen. Die Erkennung unter Android lief bei uns zum größten Teil sehr schnell ab, blieb aber manchmal auch hängen. Ein paar Wiederholungen später waren alle LEDs angelernt. Unter iOS scheint es das Problem nicht zu geben, mit einem iPad Air 2 war die Kopplung schnell erledigt.

Ein etwas anderes Thema ist die Funktionsvielfalt: Die Konkurrenz kann mehr. Bei Elgato gibt es exakt zehn Farb-Themen mit dynamischem Schwanken der Lichtfarbe, beispielsweise von hellgrün bis blaugrün. Aktiviert man eines dieser Themen, kann man das Licht in Helligkeit und Farbintensität noch ein wenig anpassen.

Unterhalb der Themen gibt es noch zwei weitere Links: Lichtwecker und Farbe. Bei Farbe kann man ganz schlicht eine Farbe wählen. Der Lichtwecker ist eine coole Möglichkeit, sich mit Vogelgezwitscher und heller werdendem Licht wecken zu lassen. Schade nur, dass der Hersteller nicht mehr als diesen einen Sound mitliefert, immerhin kann man auch ein Stück aus der MP3-Sammlung auf dem Handy wählen. Weit vor der eigentlichen Weckzeit blenden sich Licht und Musik dann langsam ein.

Gut hat uns an der App gefallen, dass der Ein-/Ausschalter jederzeit an derselben Stelle verfügbar ist. Man muss nie in den Menüs herumsuchen, sondern findet den Schalter sofort. Auch die Favoriten-Funktion macht sich gut, denn damit kann man beliebte Szenen oder Funktionen aus der langen Liste nach oben befördern.

Bei der Avea Flare von Elgato handelt es sich um ein 22 cm hohes Ei aus Kunststoff, das mit seinem internen Akku als mobile Leuchte gedacht ist. Stellt man sie auf den mitgelieferten Ladesockel, lädt der Akku auf und soll dann gut 8 Stunden durchhalten. Sogar einen praktischen Aufhänge-Bügel besitzt die Flare.

Allerdings leuchtet sie bei weitem nicht so hell wie die normale Avea Bulb, der Hersteller gibt gerade mal 60 Lumen Leuchtdichte an. Die Flare eignet sich damit gut als Mood Light für den Balkon oder die Kuschelecke, als Leselampe fällt sie aber aus. Ob das den Preis von rund 100 Euro wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Die Steuerung beider Lampen per App klappt problemlos – bis auf das oben erwähnte Problem beim Einbinden der Flare. Einen kleinen Haken hat die Sache aber noch: Helligkeit und Farbe der beiden Lampen lassen sich unter Android nicht unabhängig voneinander regeln. Das geht nur mit der iOS-App, die sonst aber den gleichen Funktionsumfang bietet.

Mangels Bridge gibt es kein Starter-Kit. Wer Interesse an Avea hat, bestellt sich einfach die gewünschte Anzahl an LED-Leuchten. Neben der klassischen „Glühbirne“ mit 7 Watt für die verbreitete E27-Schraubfassung gibt es noch die akkubetriebene Flare sowie die Avea Sphere – eine Kunststoff-Kugel mit 25 cm Durchmesser und Steckdosen-Anschluss.

  • Avea Bulb (E27)
    Elgato Avea Dynamisches Stimmungslicht  7W/RGB E27 (ZM-5188)
  • Avea Flare
    Elgato Avea Flare Portables Stimmungslicht (ZM-51882)
  • Avea Sphere
    Elgato Avea Sphere Stimmungslicht

Elgato Avea funktioniert unkompliziert, das hat uns gut gefallen. Die App bietet die wichtigsten Funktionen. Das Paket eigent sich gut, wenn man mit farbigem Licht eine angenehme Stimmung schaffen will und weder eine umfangreiche Smart-Home-Integration sucht noch eine komplette Disko beleuchten will. Die Avea Bulb ist optimal, wenn man nicht mehr als ein oder zwei Lampen unkompliziert steuern möchte.

Nicht ganz so überzeugend finden wir die Avea Flare, da sie für ihren Preis ein bisschen wenig bietet. Allerdings gibt uns zu denken, dass die letzten Updates schon weit über ein Jahr her sind. Pflegt Elgato sein Produkt nicht weiter, wird es früher oder später Probleme mit der Steuerung geben.

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