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Elegoo Mars im Test: SLA-3D-Drucker zum Budgetpreis

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Weniger als 300 Euro will der Hersteller Elegoo für seinen fertig aufgebauten SLA-3D-Drucker. Ist das der perfekte Drucker für Einsteiger oder nur Elektroschrott?

Die günstigsten 3D-Drucker gibt es schon ab etwa 100 Euro. Sie arbeiten nach dem FDM-Verfahren – dabei wird Kunststoff geschmolzen und Schicht für Schicht aufeinandergelegt. Das Preis-Leistungsverhältnis ist sehr gut, vor allem günstige Drucker sind aber häufig fummelig und wer ein Druckergebnis mit perfekter Oberfläche will, muss händisch nacharbeiten. SLA-Drucker hingegen belichten ein zähflüssiges Harz mit UV-Licht, das dann aushärtet. Sie versprechen ein deutlich besseres Druckbild und sind leichter in der Handhabung, waren bislang aber teuer. Wir prüfen anhand eines der günstigsten bei Amazon erhältlichen Modelle, was für 300 Euro möglich ist.

Wer möglichst wenig investieren möchte, sollte sich unseren Ratgeber zu den günstigsten 15 FDM-Druckern ansehen. Mit der richtigen Nachbearbeitung der 3D-Drucke sind auch damit sehr gute Ergebnisse möglich.

Der Elegoo Mars kommt vorbildlich verpackt und gut geschützt beim Kunden an. Design und Verarbeitung sind überraschend gut; von einem so günstigen SLA-Drucker hatten wir das nicht erwartet. Das Metall-Gehäuse mit dem berührungsempfindlichen 3,5-Zoll-Farbdisplay sieht nicht nur gut aus, es ist auch sehr hochwertig verarbeitet. Die Abmessungen des Druckers entsprechen etwa der einer Kaffeemaschine und sind somit deutlich kleiner als bei FDM-Druckern. Druckplattform und Resin-Behälter bestehen zum größten Teil aus Metall und sind ebenso ordentlich verarbeitet wie der Rest des Druckers. Die Schutzhaube aus rotem, durchsichtigen Kunststoff ist stabil und reduziert die unangenehmen Ausdünstungen des Harzes und schützt es gleichzeitig vor dem Aushärten durch UV-Licht aus der Umgebung.

Der Lieferumfang des Elegoo Mars.

Auf der Rückseite des Gerätes befinden sich der Stromanschluss für das beigelegte Netzteil, der Powerknopf und ein USB-Slot. Neben dem eigentlichen Drucker gehören ein USB-Stick, eine verständliche Anleitung, ein kleiner Messbecher, drei Paar Gummihandschuhe, drei Staubschutzmasken, zehn Einweg-Filter, eine Kunststoff-Spachtel, eine Abtropfhilfe und etwas Werkzeug zum Lieferumfang.

Eine Flasche „Resin“, wie das Druckharz auf Englisch heißt, ist hingegen nicht dabei. Wer den Drucker bestellt, sollte dieses gleich mitbestellen, um direkt loslegen zu können. Neben dem Harz werden allerdings noch andere Komponenten benötigt. Mehr dazu später.

Der eigentliche Aufbau klappt dank der ordentlichen Kurzanleitung schnell und unkompliziert. Alles was der Nutzer tun muss, ist die Anbringung und Kalibrierung der Druckplattform und das Einfüllen des Resins. Anschließend kann es zumindest theoretisch losgehen.

Das UV-empfindliche Harz befindet sich in einem rechteckigen Metall-Behälter mit einem durchsichtigen Boden aus einer stabilen Folie. Dieser Tank steht direkt auf dem Masking-LC-Display, unter dem sich die UV-Lichtquelle befindet. 2560 × 1440 Bildpunkte entscheiden darüber, wo Licht auf das Harz fällt und es aushärtet; das ist zugleich die Druckauflösung. Je mehr Pixel, desto feiner der Druck. Die meisten anderen SLA-3D-Drucker in dieser Preisklasse haben nur HD- oder Full-HD-Auflösung.

Beim eigentlichen Drucken wird die Druckplattform auf die Folie abgesenkt. Die Lichtquelle unter dem LCD belichtet jene Stellen, an denen das Harz aushärten soll. Sobald eine Schicht fertig ist, hebt sich die Druckplattform und die nächste Belichtung startet. So wird das Druckobjekt praktisch aus dem Harz nach oben gezogen. Der Vorteil an dieser Technik: die Belichtung einer Schicht dauert immer gleich lang – egal ob nur ein kleiner Bereich, oder die komplette Druckfläche belichtet wird. Die Schichtdicke beträgt 0,01 mm bis maximal 0,2 mm. In den Standard-Einstellungen arbeitet der Elegoo Mars mit einer Schichtdicke von 0,05 mm. Die von FDM-Druckern bekannte Stufenbildung ist somit zwar vorhanden, fällt aber praktisch nicht auf. Zum Vergleich: Eine Schicht ist dort meist zwischen 0,1 und 0,4 Millimeter dick. Der Bauraum, also der maximale Platz für 3D-Druckerzeugnisse, misst 120 × 86 × 155 Millimeter. Das ist im Vergleich zu FDM-Druckern nicht viel, aber für viele Anwendungen und den Einstieg ins Thema durchaus ausreichend.

Für Deko-Stücke oder beispielsweise Table-Top-Figuren ist die Druckgröße locker ausreichend.

Zur Übertragung der Druckdaten kommt ein USB-Stick zum Einsatz. Dieser wird rückseitig eingesteckt, was leider recht unpraktisch ist. Das Problem ist mittels eines USB-Verlängerungskabels aber schnell aus der Welt geschafft.

Zur Steuerung des Druckers dient der integrierte Touchscreen. Die Menüführung ist logisch und übersichtlich. Die Druckdaten erscheinen sogar als Grafik, was bei der Auswahl des richtigen Modells hilfreich ist.

Wie bei FDM-Druckern benötigt man auch hier einen Slicer. Er schneidet das 3D-Objekt in einzelne Schichten auf und erklärt dem Drucker, mit welchen Belichtungszeiten und mit welcher Schichtdicke er arbeiten soll. Die beigelegte kostenlose Software Chitubox lässt sich auf deutsch umstellen und arbeitet erfreulich schnell. Die Übersetzung ist zwar grundsätzlich in Ordnung, trotzdem bevorzugen wir die englischsprachige Oberfläche, da uns die dort genutzten Begriffe geläufiger sind.

Das Druck-Profil für den Elegoo Mars ist bereits angelegt.

Selbst das Vorbereiten von großen und komplexen Objekten dauert nur wenige Augenblicke. Auch das automatische Erstellen von Support-Struktur, um Überhänge drucken zu können, klappt schnell und zuverlässig. Die bisher getesteten Programme für FDM-Drucker arbeiten erfahrungsgemäß deutlich langsamer. Positiv fällt auch auf, dass man nichts in der Software konfigurieren muss, da das Elegoo-Mars-Druckerprofil bereits hinterlegt ist. Zum Erstellen von 3D-Objekten ist Chitubox allerdings ungeeignet. Hier lohnt ein Blick auf die 3D-Software von Windows oder das deutlich komplexere Fusion 360.

Das Muster-Modell auf der beigelegten Speicherkarte funktioniert übrigens sofort. Wer möchte, kann den ersten Druck ganz ohne Software starten. Damit es aber tatsächlich losgehen kann, braucht der Nutzer noch ein paar Dinge, die nicht zum Lieferumfang gehören. Dazu gehören allem voran das Resin und eine UV-Lampe zum endgültigen Aushärten des 3D-Drucks. In der Praxis hat sich hier ein UV-LED-Band in einem Eimer bewährt. Alternativ reicht bei kleinen Objekten auch eine günstige UV-Lampe zum Aushärten von Nagellack.

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Außerdem braucht man Isopropanol und Küchentücher zur Reinigung von Druckplattform, Resin-Tank, Spachtel und fertigem Druckerzeugnis. Um den Verbrauch im Rahmen zu halten, nutzen wir ein mit Isopropanol gefülltes Einmachglas, um die fertigen Drucke von überschüssigem Resin zu befreien. Dieses kann mehrfach benutzt werden. Für die Reinigung von Plattform und Tank empfehlen wir eine Sprühflasche.

Um eine größere Sauerei zu vermeiden, sollte zudem eine Unterlage ausgelegt werden. Latexhandschuhe, Atemschutzmaske und Resin-Filter gehören zwar zum Lieferumfang, trotzdem sollte man sich gleich einen kleinen Vorrat davon zulegen. Die Filter kommen übrigens dann zum Einsatz, wenn nach dem Druck übriggebliebenes Harz zurück in die Vorratsflasche gefüllt wird.

Die Software hinterlässt einen positiven Eindruck.

Die Vorbereitung des Equipments, die Kalibrierung der Druckplattform und das Einfüllen des Harzes dauert im Test knapp fünf Minuten. Während Druck und Nichtbenutzung sollte der Kunststoff-Deckel immer aufgesetzt sein, um die Ausdünstungen zu reduzieren und das Resin vor der im Tageslicht enthaltenen UV-Strahlung zu schützen.

Wenn man mit dem Harz hantiert, sollte man grundsätzlich Handschuhe und Atemschutz benutzen. Dies ist wichtig, da das Zeug im flüssigen Zustand gesundheitsschädlich ist und über Haut und Ausdünstungen aufgenommen wird. Während der Arbeiten am Drucker sorgt ein gekipptes Fenster für zusätzliche Frischluftzufuhr. Dies ist übrigens ein entscheidender Unterschied zu FDM-Druckern, die – je nach eingesetztem Kunststoff – etwa bei PLA völlig geruchslos arbeiten. Vor allem Eltern und Haustierbesitzer sollten das bedenken.

Wir sehen sogar den ungefähren Resin-Verbrauch.

Der Druck der auf dem USB-Stick gespeicherten Muster-Datei dauert knapp vier Stunden für insgesamt 1000 Schichten und funktioniert auf Anhieb. Als wir nach Ablauf der Zeit zum Drucker kommen, hängen die beiden Schachfigur-ähnlichen Objekte kopfüber an der Druckplattform. Der Geruch des Elegoo-Resins ist deutlich weniger schlimm, als erwartet. Zwar riecht es nach chemischen Dämpfen, aber der häufig erwähnte beißende Gestank hält sich im Rahmen.

Nun geht es an die Nacharbeit. Zuerst legen wir wieder Handschuhe und Atemschutz an. Anschließend wird die Druckplattform aus dem Drucker entnommen und die daran haftenden Resin-Reste mit einem Papierhandtuch entfernt. Um den Druck mit dem Kunststoffspachtel von der Plattform zu bekommen, ist einiges an Kraftaufwand nötig, da die Haftung erstaunlich hoch ist. Nun folgt für den Druck ein mehrminütiges Bad in Isopropanol und die anschließende Aushärtung unter UV-Licht (circa 10 bis 20 Minuten). Diese Wartezeit bietet sich an, um Druckplattform und Resin-Tank ordentlich mit Isopropanol und Küchentuch zu reinigen und gegebenenfalls das restliche Harz zurück in die Flasche zu schütten. Damit keine Verunreinigungen im Resin landen, kommt dabei einer der beigelegten Filter zum Einsatz.

Das erste Druckergebnis ist nicht nur gut, es ist beeindruckend! Wer bisher nur FDM-Drucker gewohnt ist, kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Die Oberfläche ist spiegelnd glatt, die Kanten scharf und die einzelnen Schichten kaum zu erkennen. Selbst kleinste Details sind perfekt gedruckt. Zwar gibt es einige kleine Schönheitsfehler, aber diese sind auf zu kurzes Aushärten und ein zu kurzes Isopropanol-Bad zurückzuführen.

Auch die nächsten Versuche mit aus dem Internet heruntergeladenen Objekten klappen gut. Allerdings zeigen sie uns schnell auf, was man bei der Vorarbeit mit der Slicing-Software beachten muss. So drucken wir beispielsweise eine Yoda-Figur ohne Support-Struktur. Das führt bei Überhängen zu Problemen – bei unserem Test ist das an den fehlerhaften Schichten an den Ärmeln zu erkennen. Mit Stützstruktur funktionieren auch komplexe Figuren problemlos. Um den Support zu entfernen, kommt die im Lieferumfang enthaltene Zange zum Einsatz.

Der Vergleich FDM-Druck gegen SLA-Druck. Beide Schiffe sind gleich groß.

Wer Harz sparen möchte, kann die Objekte in der Software Chitubox aushöhlen. Das klappt komfortabel mit nur einem Klick, führt aber zu einem Problem: im Druck sammelt sich flüssiges Harz. Im Test ist uns das beim Druck eines Raumschiffs und eines Totenschädels passiert. Der Versuch, das Resin unter der Lampe auszuhärten funktioniert zwar, allerdings lief dabei ein Teil des Harzes aus den Objekten und versaute die ansonsten perfekte Oberfläche. Hierfür gibt es eine unkomplizierte Lösung. Beim nächsten Test, einer Deadpool-Büste, nutzen wir die Funktion Loch graben und machen so eine Öffnung in den Fuß der Figur. Nach dem Druck kann das überschüssige Harz dann bequem in den Tank zurückgeschüttet werden. Objekten mit einer sehr empfindlicher Struktur sollte man per Software mit einer Grundplatte versehen, um Beschädigungen beim Entfernen von der Druckplatte zu verhindern. Uns ist das beim sehr filigran gestalteten Eiffelturm passiert, bei dem ein Fuß abgebrochen ist.

Elegoo Mars (21 Bilder)

So kommt der Drucker beim Kunden an.

Nach wenigen Stunden Einarbeitung sind mit dem Elegoo Mars beeindruckende Druckergebnisse möglich. An den Workflow mit Isopropanol-Bad, UV-Lampe und Reinigung muss man sich als FDM-Drucker allerdings erst gewöhnen. Da der Drucker nur eine bewegliche Achse nutzt, ist der Betrieb leiser, als bei günstigen FDM-Druckern. Wirklich lautlos ist er trotzdem nicht. Sobald der Mars eingeschaltet wird, ist der Lüfter im Gehäuse deutlich zu hören. Auch das Heben und Senken der Druckplattform ist zu hören, weshalb wir unseren Elegoo Mars auf einer Gummimatte stehen haben.

Das benötigte Resin des Herstellers Elegoo ist in verschiedenen Farben erhältlich. Je nach Farbe (vollfarbig und halbtransparent) sind unterschiedliche Belichtungszeiten notwendig. Obwohl wir lediglich mit den Standard-Settings gearbeitet haben, sind sowohl die Drucke in rot als auch in schwarz sehr gut geworden. Die Kosten für 500 ml Resin liegen bei rund 25 Euro. Der Druck des kleinen Schiffchens benötigt laut Slicer-Software circa 16 ml. In der Praxis ist der tatsächliche Verbrauch allerdings höher, da beispielsweise durch die Reinigung einiges an Harz verloren geht.

Wer möchte, kann auch Harz anderer Hersteller (beispielsweise Anycubic) benutzen. Unserer Erfahrung nach empfehlen wir aber das Originalharz. Es ergibt ein schönes Druckbild und ist erfreulich fest, ohne dabei völlig spröde zu sein. Die Geruchsbildung hält sich im Rahmen und auch die Reinigung funktioniert ohne Probleme.

Der Folienboden des Resin-Tanks ist austauschbar. Ersatzfolien sind von verschiedenen Herstellern verfügbar. Verbrauchsmaterial wie Filter, Handschuhe, Isopropanol oder Staubmasken sind ebenso wie zahlreiche Ersatzteile beispielsweise auf Amazon erhältlich.

Günstigste Angebote

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Elegoo Mars

Elegoo Mars

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Resin rot

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Resin schwarz

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Resin transparent

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Resin weiß

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Wer einen günstigen und guten SLA-Drucker sucht, ist mit dem schicken Elegoo Mars sehr gut beraten. Neben dem sehr fairen Preis überzeugen vor allem die gute Verarbeitung und das sehr gute Druckergebnis. Das Handling ist erfreulich unkompliziert. Die hohe Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Verbrauchsmaterial ist ein weiterer wichtiger Pluspunkt.

Negativ sind nur der rückseitig angebrachte USB-Port und der deutlich hörbare Lüfter zu erwähnen.

Wer den Workaround mit SLA-Druckern scheut oder weniger Geld ausgeben will, muss sich einen FDM-Drucker anschaffen. Die derzeit günstigsten 3D-Drucker haben wir in einem Ratgeber aufgelistet.

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