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Einfach und gut: Sony Xperia XA1 im Test

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Sony Mobile präsentiert mit dem Xperia XA1 sein neues Mittelklasse-Smartphone für 2017. Das Design ist eine Rückkehr zu Altbewährtem und gefällt uns richtig gut. Ob die technische Seite auch überzeugt, lest Ihr in diesem ausführlichen Test von TechStage!

Die optische Erscheinung von Sonys neuem Mittelklasse-Gerät setzt sich auf jeden Fall von der Masse ab. Durch die längliche Form, 145 × 67 Millimeter, und die verhältnismäßig spitzen Gehäuse-Außenkanten wirkt es auf den ersten Blick vor allem funktional und erinnert an ältere Smartphones des japanischen Herstellers. Die vollverglaste Vorderseite und die silbernen Akzente an der Ober- und Unterseite geben dem Xperia einen eleganten Touch, ohne dabei direkt aufzufallen.

Das Design des Xperia XA1 hebt sich von der Masse ab.

An der rechten Seite oben sitzen der Power-Button und die Lautstärkewippe. Weiter unten findet sich eine eigene Kamera-Taste, die perfekt für's Auslösen im Querformat platziert wurde. Auf der Unterseite sind eine Aussparung für den Mono-Lautsprecher und ein USB-C-Type-Anschluss verbaut. Auf einen klassischen Klinkenanschluss für Kopfhörer hat Sony nicht verzichtet: Er ist auf der linken Oberseite zu finden. Auf der linken Gehäuseseite versteckt sich außerdem noch die Abdeckung des SIM- und Speicherkarten-Schachtes.

Die Haptik steht dem gelungenen Design in Nichts nach. Durch die schmale Form und die abgerundeten Gehäusekanten liegt das Xperia XA1 angenehm in der Hand. Die Verarbeitung ist erstklassig: die ebenfalls abgerundete Scheibe über dem Display schließt beinahe nahtlos mit dem Aluminiumrahmen ab. Die Spaltmaße sind dabei so klein und und gleichmäßig, dass man den Übergang zwischen Glas und Gehäuse praktisch nicht spürt.

USB-C setzt sich immer weiter durch – auch beim Mittelklasse Xperia XA1.

Die Rückseite ist zwar aus Kunststoff, fühlt sich aber nicht billig an. Zuerst waren wir uns nicht einmal sicher, ob es sich um Kunststoff oder Aluminium handelt. Der Stabilität schadet die Materialwahl nicht. Auch bei stärkerem Druck knirscht oder knackt nichts. Die Masse mit rund 143 Gramm passt gut: Damit wirkt das Xperia XA1 wertig und es ist nicht zu schwer.

Bei der Ausstattung fällt zuerst die Kamera mit der hohen Auflösung von 23 Megapixeln ins Auge. Die Selfie-Kamera knipst immerhin noch mit acht Megapixeln. Ein LED-Blitz, wie bei der Hauptkamera, ist bei der Frontkamera aber nicht vorhanden.

Die restliche Hardware ist, wie das gesamte Smartphone, eher unauffällig. Als Prozessor kommt eine Helios-P20-CPU von MediaTek zum Einsatz. Dem stehen drei GByte Arbeitsspeicher zur Verfügung. Das Vorgängermodell Xperia XA (Testbericht) von 2016 musste noch mit 2 GByte auskommen.

Ser Slot für SIM- und Speicherkarte ist leicht zugängig und gut versteckt.

Als interner Speicher stehen 32 GByte zur Verfügung. Das reicht zwar, um vernünftig damit zu arbeiten; für große Musik- oder Fotosammlungen reicht der Platz aber nicht aus. Mit einer microSDXC-Karte kann der interne Speicher immerhin um bis zu 256 GByte erweitert werden. Allerdings können Apps nicht komplett darauf ausgelagert werden – schade, wenn man bedenkt, dass einige Apps mehrere GByte groß sind. Wer aber nicht extrem App-hungrig ist, dürfte nicht so schnell in diese Grenze laufen.

Bluetooth 4.2 und NFC sind im Xperia integriert. WLAN beherrscht das Xperia XA1 natürlich auch; leider aber kein Dual-Band-WLAN. Ebenso verzichtet das Xperia auf einen Fingerabdruck-Sensor. Wasser- oder Staubschutz sind nicht vorhanden; beides ist in dieser Preisklasse aber okay.

Der Bildschirm hat eine Größe von 5 Zoll und eine eher durchschnittliche Auflösung von 1280 × 720 Pixeln. Die Pixeldichte liegt somit bei 294 ppi. Das ist unter dem derzeitigen Standard. Einige andere Geräte in dem Preissegment haben da mehr zu bieten. Trotzdem hinterlässt das Display einen guten Eindruck. Pixel sind nur aus allernächster Nähe und bei genauer Betrachtung erkennbar. Positiv ist, dass wir auch bei knalligem Sonnenschein noch genügend ablesen können. Durch die verglaste Vorderseite hatten wir zuerst die Befürchtung, dass das Xperia XA1 zu spiegeln würde; das hat sich aber nicht bestätigt.

Die klassiche Kopfhörer-Buchse ist trotz USB-C noch vorhanden.

Auch bei der Performance siegt die Unauffälligkeit des Xperia XA1. Das Gerät ist zwar deutlich schneller als sein Vorgänger, Maßstäbe setzt es aber nicht. Mit gut 57.000 Punkten im Antutu-Benchmark bewegt es sich leistungstechnisch klar im Mittelfeld. Das merken wir auch in der Praxis. Die Performance ist für den alltäglichen Gebrauch absolut ausreichend, mehr aber auch nicht. Hardcore-User kommen schnell an Grenzen.

Zwar laufen auch grafisch anspruchsvolle Apps fast ruckelfrei, die Ladezeiten sind aber spürbar länger als bei High-End-Geräten. So fällt zum Beispiel beim Betrachten von Fotos auf, dass diese erst unscharf erscheinen und erst nach ein, zwei Sekunden scharf werden.

Als Energieträger setzt Sony auf einen fest verbauten Akku mit 2300 mAh und Schnelllade-Funktion. Laut Hersteller reicht das für eine Nutzungsdauer von bis zu zwei Tagen. In der Praxis, mit Benchmark und Co., haben wir das Xperia XA1 aber deutlich schneller leer bekommen. Einen Tag steht das Gerät aber auch bei intensiver Nutzung durch. Bei normalem Gebrauch sind eineinhalb Tage Nutzungsdauer realistisch.

Die Kamera macht Spaß und vor allem tolle Bilder. Der Autofokus arbeitet präzise und schnell – außer bei Makroaufnahmen. Diese haben uns ein bisschen geärgert. Im direkten Sonnenschein haben wir ein paar schöne Nahaufnahmen hinbekommen. Im Büro, bei weniger Licht, ist uns dann aber aufgefallen, dass die Kamera im Makrobereich oft nicht richtig scharf stellt. Der Abstand zum Fotomotiv muss mindestens 15 Zentimeter betragen, damit die Schärfe exakt sitzt. Das ist unserer Ansicht nach zu viel und sollte besser gehen, zumal es einen expliziten Makro-Modus gibt.

Die Objektivlinse der Hauptkamera steht nicht über.

Ansonsten sind die Ergebnisse wirklich ansehnlich. Der Kontrastumfang ist für die Preisklasse absolut in Ordnung und die Auflösung setzt Maßstäbe.

Auch bei Fotos mit extremen Helligkeitsunterschieden ist das Ergebnis überraschend gut. Weder überstrahlen die hellen Bereiche, noch saufen die dunkleren Bereiche ab. Die Farben sind brilliant und der Kontrast sitzt. Auch bei mäßigem Licht sind die Bilder noch zu gebrauchen. Wird es wirklich düster, kommt auch das Xperia XA1 an seine Grenzen. Die Ergebnisse sind verrauscht und es fehlt an Kontrast und Farbbrillanz. Für ein Mittelklasse-Smartphone geraten die Bilder trotzdem überdurchschnittlich gut.

Praktisch ist die eigne Foto-Taste und die Weitwinkel-Funktion für Selfie-Fotos. Übertrieben finden wir allerdings, dass der Weichzeichner bei Selfies automatisch aktiviert ist. Uns ist ein ehrliches Foto lieber als ein verfälschtes.

Das Xperia XA1 arbeitet mit Android OS 7.0 Nougat und kommt mit einiger vorinstallierter Software bei uns an. Neben der PlayStation-App finden sich auch Facebook, Amazon-Shopping, Spotify oder der Virenscanner AVG Protection. In dieser Preisklasse ist es zwar üblich, dass sich die Hersteller mit etwas Bloatware noch ein paar Euros dazu verdienen. Was nicht in Ordnung geht, ist die Tatsache, dass sich die Programme nur deaktivieren, nicht aber deinstallieren lassen.

Das Sony Xperia XA1 ist in Schwarz, Weiß, Gold und Pink erhältlich.

Das Design und die Haptik gefallen uns extrem gut. Auch die Kamera und der Bildschirm sind überzeugend. Leider fehlt es ein wenig an Performance und technischer Zusatzausstattung. Das Xperia XA1 ist für die UVP von etwa 269 Euro ein solides und zuverlässiges Smartphone. Von der Konkurrenz mit Moto Lenovo G5 Plus oder LG K10 kannn es sich aber nicht großartig absetzen.

Auch im Hinblick auf das designtechnisch weit eigenständigere Xperia XA aus dem letzten Jahr hat sich technisch einfach nicht viel getan. Wer ein günstiges, vernünftiges Smartphone mit einem gelungenen Design, USB Type C und aktuellem Android sucht, der wird mit dem XA1 zufrieden sein.

Weitere Smartphones in den verschiedenen Preisklassen finden sich in unserer Kaufberatung.

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