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Ein Jahr Apple Homepod – lohnt sich der Kauf noch?

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Der Homepod ist Apples Antwort auf die Smart Speaker Amazon Echo, Sonos One und Google Home. Ob er bezüglich seines Klang und der Smart-Features mithalten kann, zeigt der Test.

Apple verkauft seinen schlauen Siri-Lautsprecher Homepod seit Juli 2018 und positioniert ihn als direkte Konkurrenz zu Amazons Echo-Reihe, Google Home und Sonos One. Dabei soll besonders sein Klang im Vordergrund stehen. Zu Beginn kostete der Apple Homepod noch gut 330 Euro, stand Juli 2019 liegt sein Straßenpreis bei 270 Euro. Wir haben uns den Smart Speaker ein Jahr nach seinem Erscheinen nochmal genau angeschaut und verraten im Test des Apple Homepod, ob sich der Kauf auch heute noch lohnt.

Apple integriert das Netzteil in den Homepod.

Was seine Verarbeitung angeht ist der Homepod ein typisches Apple-Produkt: Alles wirkt wie aus einem Guss. Er liegt auch dank des integrierten Netzteils massig in der Hand und versprüht ein Gefühl von Wertigkeit. Sein Stoffbezug in Rautenoptik sieht toll aus, die touch-sensitive Fläche auf der Gehäuseoberseite leuchtet bunt auf, sobald Siri angesprochen wird. Plus- und Minus-Touch-Felder leuchten nur dann auf, wenn zum Beispiel Musik spielt. Das Stromkabel ist stoffummantelt. Der Homepod steht sicher auf seiner gummierten Unterseite, zu sehen ist davon im Alltag nichts. Natürlich ist Design immer auch Geschmackssache: Manche mögen sagen, dass der Homepod klobig wirkt. Wir empfanden das jedoch nie als störend. Ganz im Gegenteil: Der in schwarz und weiß erhältlich Smart Speaker integriert sich wunderbar in Wohzimmer und Co.

Trotz seiner kompakten Maße hat der Homepod einen richtig guten Klang.

Der Apple Hompod ist kaum höher als ein iPhone Xs max. Dafür ist es schon erstaunlich, welch vollen Klang Apple aus der Minitonne kitzelt. Tatsächlich ist er nochmal deutlich besser als der sehr gute Amazon Echo Show (Testbericht) und kann fast mit einem Sonos One (Testbericht) mithalten. Der Sound strahlt im 360-Grad-Winkel ab und zeigt sich dabei ausgewogen. Nicht nur die Höhen tönen glasklar aus dem Speaker, auch die tiefen Frequenzen meistert der Homepod gut. Dabei vernachlässigt er auch die Mitten nicht. Insgesamt sind wir schwer beeindruckt vom vollen Sound.

Noch besser ist er, wenn man zwei Homepods miteinander koppelt. Gefühlt klingen sie dann nicht nur doppelt so gut, sondern um ein vielfaches besser. So gut, dass sie durchaus anständig eine klassische Stereoanlage ersetzen können.

Siris Visualisierung auf der Oberseite des Apple Homepods sieht richtig cool aus.

Wenn es darum geht, sich von einem Sprachassistenten Fragen beantworten zu lassen, liegt Alexa gefühlt vor Siri. Auch schafft es Alexa, Bezug zur vorher gestellten Frage zu nehmen. Auch bei der Ansteuerung von weiteren Geräten kann Apple nicht mit der Konkurrenz mithalten: Der Apple Homepod steuert nur Homekit-Geräte an. Auch hier ist Alexa und auch der Google Assistant vielfältiger. Wer sich ohnehin hauptsächlich mit Apple-Geräten und eben Homekit-Lösungen umgibt, den wird das wenig stören. Ganz im Gegenteil: Für Homekit-Geräte bietet der Homepod einen echten Mehrwert, er kann genauso wie ein Apple TV oder ein iPad als Steuerzentrale dienen und die sonst nur lokal steuerbaren Homekit-Geräte mit der iCloud verknüpfen, um sie ortsunabhängig mit iPhone oder Macbook bedienen zu können.

Siri ist aktuell nicht der schlaueste smarte Assistent, allerdings will Apple mit dem im Herbst 2019 erscheinenden iOS 13 nachbessern.

Nur wer Apple Music nutzt, kann Siri per Sprachbefehl nach Songs suchen lassen. Wer Spotify, Deezer und Co. nutzt, muss von iPhone, iPad oder Macbook den Apple Homepod via Airplay ansteuern. Allerdings könnte sich das mit iOS 13 ändern. Dann soll Siri auch den Befehl: „Hey Siri, spiele Space Oddity auf Spotify“ erkennen, zumindest auf iPhone, iPad und Macbook. Ob auch der Hompod davon profitiert, ist noch nicht klar. Zu begrüßen wäre es, dass Apple sich anderen Streaming-Anbietern öffnet. Bisher muss sich das Unternehmen aus Cupertino den Vorwurf gefallen lassen, den eigenen Dienst zu bevorzugen, um mehr Abonnenten zu gewinnen. Die Konkurrenten wie Amazon Echo Dot, Echo Plus und Echo Show (Vergleichstest) sind da deutlich offener.

Was recht sicher mit iOS 13 auf den Homepod kommt, ist „Siri for everyone“. Damit sollte Siri mehrere Nutzer anhand ihrer Stimme unterscheiden und Aktionen und Antworten darauf abstimmen können.

Der vielleicht größte Konkurrent zum Apple Homepod ist der Multiroom-Lautsprecher Sonos One. Das liegt vor allem daran, dass die beiden Speaker bezüglich ihres Klangs in einer anderen Liga spielen als zum Beispiel ein Amazon Echo Plus (Testbericht). Im vergleich dazu sehen wir den Sonos One klar vorne. Er bringt nochmal ein volleres Klangbild, dank Alexa gute Smart-Features, ist mit 220 Euro (2. Gen.) günstiger und kann vor allem mit vielen weiteren Sonos Lautsprechern zu einem erwachsenen Sound-System ausgebaut werden.

Apple HomePod weiß (MQHV2B/A)

Apple HomePod weiß

Apple HomePod schwarz (MQHW2B/A)

Apple HomePod schwarz

Der Apple Homepod ist richtig gut und wird dank regelmäßiger Updates immer schlauer. Dennoch ist er bezogen auf seine Sprachassistentin noch lange nicht so weit wie Amazons Alexa oder der Google Assistant. Einfache Fragen beantworten, Termine erstellen, Wettebericht anzeigen und Homekit-Geräte steuern macht er dabei fast so gut wie die beiden. Allerdings klingt Siri steif und ist in einigen Details noch nicht so weit.

Wer im Apple-Universum zu Hause ist und mit dem Gedanken spielt, sich einen Smart Speaker zu kaufen, macht mit dem Apple Homeod nichts falsch. Er kann auch ein Jahr nach seinem Erscheinen noch Bedenkenlos empfohlen werden. Da seine Hardware ausgereift wirkt und eher die Software noch Optimierungsbearf zeigt, rechen wir nicht damit, dass Apple bald einen Nachfolger der gleichen Klasse zeigt. Und selbst wenn: Der Apple Homepod wird sicher zu ihnen kompatibel sein.

Im Umkehrschluss gilt: Wer kein iPhone oder zumindest einen Macbook oder iPad hat, sollte die Finger vom Apple Homepod lassen. Für sie bietet sich eher Amazon Echo Dot, Echo Plus und Echo Show (Vergleichstest) samt Echo Sub (Testbericht) oder auch der Sonos One (Testbericht) an.

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