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E-Scooter Trekstor EG3178 im Test: richtig gut und bezahlbar

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Der Trekstor EG3178 ist einer der günstigsten E-Scooter mit Straßenzulassung am Markt – und einer der Besten. Im Test zeigen wir, warum wir von diesem elektrischen Tretroller so angetan sind.

Wer E-Scooter fahren will und in einer größeren Stadt lebt, muss meist keinen kaufen – er kann mieten. Im Beitrag Lime, Tier, Voi & Circ: Wer ist der beste E-Scooter-Verleih? klären wir genau diese Frage. Wer einen eigenen mit Straßenzulassung will, hat mittlerweile eine ganz vernünftige Auswahl. Der Metz Moover (Testbericht) ist sehr gut, kostet aber viel. Der Soflow S06 (Testbericht) ist weniger gut, dafür in Verbindung mit einem 1&1-Vertrag ein echtes Schnäppchen. Vor einem Kauf sollte man sich jedoch unbedingt mit den Grundlagen zu E-Tretrollern mit Straßenzulassung vertraut machen. Wer dann einen hat, muss den E-Scooter oder Elektroroller richtig versichern – so gehts!

Der Trekstor EG3178 (oder auch EG31) macht einen hervorragenden und toll verarbeiteten ersten Eindruck. Die weich gepolsterten Handteile sind griffig, die Bremse sitzt mit ihrem orangen Kabel genauso wie der Gashebel auf der rechten Seite. Dabei ist der Gashebel groß und leichtgängig genug, um auch bei längeren Fahrten nicht zu Ermüdungserscheinungen im Daumen zu führen. Auf der linken Seite des Lenkers sitzt ein vergleichbarer Hebel für die elektrische Vorderbremse und eine kleine Klingel.

In der Mitte befindet sich oberhalb des Ein-/Austasters ein kleines, auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut lesbares Display, welches neben der aktuellen Geschwindigkeit in ganzen Zahlen außerdem den Akkuladestand in fünf Balken zeigt. Das ist sehr rudimentär. Eine Möglichkeit, die Anzeige zum Beispiel auf die Gesamtkilometer zu wechseln, gibt es nicht. Auch eine App wie es sie beim IO Hawk Sparrow Legal (Testbericht) gibt, fehlt hier. Schlimm finden wir das nicht, gehören alle E-Scooter-Apps, die wir bisher ausprobieren konnten, doch eher in die Kategorie Spielerei ohne Mehrwert.

Die Beleuchtung ist fest am EG31 installiert und funktioniert direkt nach dem Auspacken mit dem Ein- und Ausschalten des E-Scooters. Dabei sitzt die Frontleuchte am Rahmen, nicht an der Lenkstange. Dadurch leuchtet sie beim Lenken nicht in die Kurven, sondern immer geradeaus.

Der große Sicherungshebel besteht aus einem Metall, die Schraube übernimmt die Hauptsicherungsaufgabe. In unserem Fall war sie nicht richtig justiert.
Der abgebrochenen Kunststoffhaken ist mit zwei Schräubchen gesichert.

Die Lenkstange sitzt vergleichsweise fest. Sie vermittelt beim Fahren ein sicheres Gefühl. Im unteren Bereich der Lenkstange ist der Sicherungshebel zu Umklappen. Dort übernimmt eine an einem beweglichen Zylinder befestigte Schraube die Hauptsicherungsaufgabe. Direkt darüber sitzt ein kleiner Kunststoffhaken, der dafür sorgen soll, dass sich der Sicherungshebel aus Metall nicht unbeabsichtigt löst.

In unserem Fall war die dicke Sicherungsschraube nicht richtig justiert. Dadurch wirkten zu starke Kräfte auf den Kunststoffhaken, der nach etwa 25 km abbrach. Das kann richtig gefährlich werden, wenn bei 20 km/h auf einmal die Lenkstange umklappt.

Im Grunde ist dies kein größeres Problem – wenn man denn davon weiß. Deswegen raten wir vor der ersten Fahrt unbedingt dazu, den Sicherungsmechanismus zu prüfen und die Schraube gegebenenfalls derart zu justieren, dass der Metallhebel straff an der Lenkstange anliegt. In unserem Fall mussten wir die Schraube etwa eine Umdrehung lockern. Das entsprechende Werkzeug liegt bei. Trekstor versprach uns, darauf zukünftig in der Bedienungsanleitung hinzuweisen.

Einmal umgeklappt fixiert ein Haken auf dem Schutzblech des Hinterrads die Lenkstange. So kann man den 14,5 kg schweren EG31 tragen oder platzsparend verstauen. Zusammengeklappt misst er 113 × 43 × 49 cm, ausgeklappt wächst die Höhe von 49 auf 121 cm. Die Lenkstangenhöhe ist dabei fix und nicht variabel. Die maximale Tragfähigkeit gibt Trekstor mit 120 kg an. Der EG31 ist nach IP54 zertifiziert und entsprechend spritzwassergeschützt. Regen und kleinere Pfützen sollten ihm also nichts anhaben können.

Die Reifen kann man nicht aufpumpen. Dadurch sind sie pannensicher, federn allerdings beim Fahren auch weniger Unebenheiten weg.

Der Trekstor EG31 hat keine normalen Luftreifen, sondern 8,5 Zoll (ca. 22 cm) große, sogenannte Honeycomb-Reifen. Diese federn durch ihre Wabenstruktur ein wenig und sollen besonders verschleißarm sein. Da sie keine Luft halten, müssen sie auch nicht aufgepumpt werden, sind damit stets einsatzbereit. Allerdings federn sich doch deutlich weniger weg als Luftreifen. Um das ein wenig auszugleichen, spendiert Trekstor dem EG31 eine Federung zwischen der Aufhängung des Hinterrads und dem ausreichend großen Trittbrett. Doch auch mit dieser Federung müssen sich Fahrer darauf gefasst machen, deutlich mehr durchgerüttelt zu werden als bei E-Scootern mit Luftreifen. Ein weiterer Nachteil der Honeycomb-Reifen: Sie greifen etwas schlechter, rutschen also tendenziell schneller weg.

22 km/h! Der Tacho des Trekstor EG3178 zeigt mehr an als sonst von E-Scootern mit Straßenzulassung gewohnt.

Der Motor sitzt im Vorderrad und bietet 350 W Leistung. Die Beschleunigung ist gut, vergleichbar mit anderen E-Scootern dieser Klasse. Allerdings zeigt das Display eine maximale Endgeschwindigkeit von 22 km/h an. Bei anderen E-Scootern mit Straßenzulassung ist bei maximal 20 km/h Schluss. Auf Nachfrage verriet uns Trekstor, dass der Tacho vergleichbar mit dem Auto tendenziell eher etwas mehr anzeigt, auf keinen Fall aber zu wenig. Auch gibt es für die Straßenzulassung einen Toleranzbereich von +/-10 %.

Der Motor im Vorderrad dient als elektrische Bremse.

Der Bremshebel auf der rechten Seite des Lenkers löst neben der Scheibenbremse am Hinterrad gleichzeitig auch die elektrische Bremse am Vorderrad aus. Während sich die Bremskraft der Scheibenbremse wie vom Fahrrad gewohnt je nachdem wie stark man den Bremshebel anzieht justieren lässt, scheint die elektrische Vorderbremse nur die Zustände Ein und Aus zu kennen. Ein ganz leichtes Abbremsen ist deshalb kaum möglich, es passiert immer abrupt. Anfangs ist das etwas irritierend, fast schon gefährlich. Nach einer kurzen Eingewöhnung ist man darauf vorbereitet und lehnt sich auf dem E-Scooter vor dem Bremsen schonmal ein wenig nach hinten.

Der Vorteil: Der Bremsweg des Trekstor EG31 ist dank einer guten, automatischen Kombination aus den beiden Bremsen sehr kurz. Aus voller Geschwindigkeit braucht er bis zum Stand bei einem 85-kg-Fahrer auf trockenem Asphalt etwa 3 m. Lediglich der 2000-Euro-E-Scooter Metz Moover (Testbericht) schafft mit seinen zwei Scheibenbremsen einen kürzeren Bremsweg. Der Bremshebel auf der linken Seite für die elektrische Vorderbremse braucht für einen Vollstopp von 22 km/h etwa 7 m.

Trekstor empfiehlt zum Fahren einen Helm. Um dem Nachdruck zu verleihen, liegt dem EG31 ein Gutschein in Höhe von 50 Euro für einen von vier Uvex-Helmen bei. Dabei kostet der günstigste knapp 50 Euro.

Trekstor verspricht beim EG3178 eine Reichweite von 25 km. Im Test konnten wir das nicht ganz bestätigen.

Der EG31 kommt laut Trekstor mit einer vollen Ladung des 270-Wh-Li-Ionen-Akkus 25 km weit. Im Test kommen mit einem 85-kg-Fahrer auf knapp 20 km. Das mitgelieferte 63-W-Netzteil braucht gut fünf Stunden, um den Akku wieder vollzupumpen. Schön finden wir, dass der EG31 einer der wenigen E-Scooter ist, dessen Ladeport direkt unterhalb des Lenkers an der Lenkstange sitzt. Bei den meisten anderen E-Scootern muss man sich zum Einstöpseln des Netzteils tief auf das Niveau des Akkus bücken.

Sollte der Akku mal während einer Tour leer sein, kann der EG31 auch gut per pedes angeschubst werden. Sein Rollwiderstand ist recht gering und das Trittbrett angenehm tief.

Der Trekstor EG3178 ist seit Mitte Oktober 2019 lieferbar und kostet aktuell 580 Euro. Laut dem Preisverlauf war er auch schon mal für 500 Euro zu haben. Das ist ein guter Preis, üblicherweise sind E-Scooter mit Straßenzulassung teurer.

Der Trekstor EG3178 erhält unsere Kaufempfehlung. Das liegt vor allem daran, dass er zu einem vernünftigen Preis kommt und im Grunde nichts elementares falsch macht. Er wirkt von der Beleuchtung, Motorisierung über das Bremssystem bis hin zur Verarbeitung durchdacht und wertig. Dass man auch bei Kleinigkeiten so einiges falsch machen kann, zeigt zum Beispiel der IO Hawk Sparrow Legal (Testbericht).

Eine Note Abzug bekommt der EG31 wegen der bei uns falsch justierten Lenkstangensicherung, die dazu führte, dass ein Kunststoffhaken brach. Wenn man von dem möglichen Problem weiß, ist es schnell behoben. Wenn nicht, kann die während der Fahrt einklappende Lenkstange richtig gefährlich werden.

Auch rüttelt es den Fahrer wegen der Honeycomb-Reifen mehr duch als bei andern E-Scootern. Zudem gibt es keine Möglichkeit, die gefahrenen Gesamtkilometer anzuzeigen. Wer darüber hinwegsehen und die Sicherung mit dem mitgelieferten Imbusschlüssel nachjustieren kann, bekommt mit dem Trekstor EG3178 einen richtig guten E-Scooter zum fairen Preis.

Vor dem Kauf empfehlen wir grundsätzlich eine Probefahrt. Um ein Gefühl für E-Scooter zu bekommen, bieten sich Leihgeräte an, die in Großstädten gefühlt an jeder Ecke stehen. Wir haben Lime, Tier, Voi & Circ im Vergleichstest. Was es bei E-Scootern allgemein alles zu beachten gibt, zeigt unser Beitrag Grundlagen: E-Tretroller mit Straßenzulassung. Wer einen Führerschein hat und auch mal schneller als 20 km/h fahren möchten, sollte sich unsere Kaufberatung Elektroroller bis 45 km/h anschauen. Auch interessant: E-Scooter oder E-Skateboard? Die bessere Lösung für Pendler.

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