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E-Scooter Metz Moover im Test: Premium hat seinen Preis

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Der Metz Moover will mit guter Verarbeitung, großem Akku, starkem Motor und kompakten Maßen das Premium-Modell unter den E-Scootern sein. Ob das gelingt, zeigt der Test.

Der Metz Moover ist Made in Germany. Das süddeutsche Unternehmen hat nach eigenen Angaben drei Jahre an dem E-Scooter entwickelt. Das merkt man dem E-Roller an. Er wirkt fantastisch verarbeitet, ist kräftig, ausdauernd und trotzdem angenehm kompakt. Trotzdem offenbart auch er in einigen Bereichen Schwächen.

Das Besondere an E-Scootern: Sie können bereits ab 14 Jahren und ohne Führerschein bewegt werden. Eine Helmpflicht besteht nicht, dennoch empfehlen wir ihn. Denn auch wenn legale E-Scooter auf 20 km/h begrenzt sind, ist das Fahren mit ihnen nicht ungefährlich. Das gilt auch für die in Großstädten unzähligen Leihangebote ( Lime, Tier, Voi & Circ: Wer ist der beste E-Scooter-Verleih?). Was es alles beim Fahren von E-Scootern zu beachten gibt, zeigt unser Beitrag Grundlagen: E-Tretroller mit Straßenzulassung. Wer einen Führerschein hat und deutlich schneller als 20 km/h fahren möchte, sollte sich unsere Kaufberatung Elektroroller bis 45 km/h anschauen.

Das vielleicht auffälligste Merkmal des Metz Moover ist sein mit 18 cm außergewöhnlich breites Standbrett aus Holz. Es bietet dank Sandpapier-ähnlichen Anti-Rutsch-Streifen einen sicheren Halt und erinnert optisch unwillkürlich an ein Skateboard. Leider ist es mit gerade einmal 40 cm Standfläche sehr kurz, was gerade größere Menschen stören könnte. Das maximale Gesamtgewicht gibt Metz mit 110 kg an. Abzüglich des Eigengewichts des E-Scooters bleiben für den Fahrer und Gepäck gerade einmal 94 kg. Das ist für einige Fahrer zu wenig.

Der Vorteil der kurzen Standfläche sind die insgesamt recht kompakten Maße. Im fahrbereiten Zustand ist er 120 cm lang, 51 cm breit und, je nach zweistufiger Lenkerhöhe, 100 beziehungsweise 116 cm hoch. Über einen stabilen und einfach zu bedienenden Klappmechanismus reduzieren sich die Maße auf 100 cm × 26 cm × 64 cm. So passt er auch in einen Kofferraum ab Golf-Klasse. Das können viele andere E-Scooter nicht von sich behaupten. Das ist vor allem für Pendler ein Kaufgrund, die mit dem Auto die Hauptstrecke und mit dem E-Scooter die letzte Meile bewältigen wollen. Praktisch: Der Lenker kann seitlich gedreht (aber leider nicht abgeklappt) und die Lenkstange am Gepäckträger fixiert werden. So lässt sich der E-Scooter auch mal ein paar Meter tragen. Das geht jedoch schnell in die Arme, auch wenn der Metz Moover mit 16 kg nicht schwerer ist als viele seiner E-Scooter-Kollegen.

Kabel, überall Kabel: Das hätte man beim Metz Moover besser lösen können.

Praktisch finden wir den kleinen, auf 5 kg Ladelast beschränkten Gepäckträger, schließlich sollte man während der Fahrt immer beide Hände am Lenker haben. Hier hält über Spanngurte eine kleine Tasche. Optional bietet Metz dafür einen Korb oder eine schließbare Bike Box. Der Gepäckträger muss jedoch frei sein, will man den Moover zusammenklappen.

Die Lenkstange wirkt überladen und unaufgeräumt. Das liegt in erster Linie an den vielen Kabeln, die Metz nicht in der Lenkstange versteckt, sondern außen entlangführt. Aber auch die mittig positionierte, monochrome und hintergrundbeleuchtete LCD-Anzeige wirkt altbacken, aufgesetzt und passt nicht zum eigentlich stimmigen Gesamteindruck des Rollers. Andere Roller wie der IO-Hawk Sparrow (Test folgt) bieten hier eine bessere Integration der Anzeige.

Der 250-W-Motor sitzt im Heckrad des Metz Moovers.

Bevor es losgeht, muss der Fahrer sich zu einem kleinen Taster bücken und ihn 5 s gedrückt halten, um den Moover einzuschalten. Für unser Empfinden ist das etwas zu lang. Mit dem Einschalten des E-Scooters leuchten auch Front- und Hecklicht.

Der E-Scooter hat dank bürstenlosem Heckmotor mit 250 W Nennleistung (500 W Peak) ordentlich Schub. Mit einer Zuladung von 85 kg braucht er 7 s von 5 auf 20 km/h. 20 km/h markiert hier die maximale Geschwindigkeit, die im Fußgängermodus auch auf 6 km/h begrenzt werden kann. Der Motor unterstützt, indem der Fahrer ab 3 km/h (2 km/h im Fußgängermodus) mit dem rechten Daumen den Beschleunigungshebel stufenlos nach hinten drückt. Wirklich ergonomisch ist das vor allem wegen des hohen Gegendrucks nicht und kann bei längeren Fahrten bei Höchstgeschwindigkeit zu Verkrampfungen in der Hand führen. Auch ist der Metz Moover lauter als andere E-Scooter. Das stört nicht wirklich, allerdings drehen sich noch mehr Leute nach einem um, als das ohnehin schon der Fall ist.

Was der elektrische Tretroller sehr gut macht ist das gleichmäßige Halten der Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Andere E-Scooter pendeln bei Vollgas zwischen 19 und 21 km/h.

Der Gashebel dosiert die Geschwindigkeit sehr gut, ist aber etwas zu straff, um ihn bequem auf längeren Fahrten durchzudrücken.
Vorder- und Rückrad kommen mit einer sehr guten Scheibenbremse.

Der Metz Moover hat an beiden Rädern sehr gut funktionierende Scheibenbremsen. Der Bremsweg beträgt auf Asphalt bei einem Fahrer von 85 kg von 20 auf 0 km/h bei Vollbremsung mit der Heckbremse etwa 4 m. Mit etwas Übung lässt sich die Vorderbremse dazudosieren. So verkürzt sich der Bremsweg auf unter 2 m. Ein sehr guter Wert. Aber Vorsicht: Wenn aus voller Fahrt beide Bremsen bis zum Anschlag angezogen werden, kippt das Fahrzeug über das Vorderrad und befördert den Fahrer unsanft über die Lenkstange. Ähnliches kennt man von Fahrrädern, wenn das Vorderrad blockiert.

Insgesamt vermittelt der E-Scooter ein fantastisches Fahrgefühl. Er liegt auch dank der breiten 12-Zoll-Luftbereifung sicher auf der Straße. Am liebsten fährt er auf Asphalt. Bei Bordsteinkanten sollte man besser absteigen, da er mit einer Unterbodenhöhe von gut 7 cm aufzusitzen droht. Kleine Unebenheiten steckt die ungefederte Luftbereifung locker weg. Auch kurze Strecken über Kopfsteinpflaster sind möglich. Allerdings gibt der Tretroller die Vibrationen deutlich an den Fahrer weiter, angenehm ist das nicht. Begrenzt ist auch Offroad möglich, allerdings rät Metz davon ab.

Ebenfalls empfiehlt Metz, den Moover bei Regen zu Hause zu lassen und Pfützen zu meiden. Schade, dass Metz nicht eine gewisse Spritzwasserunempfindlichkeit garantiert. Zwar will keiner im Regen mit einem E-Scooter durch die Gegend flitzen. Ab und an wird sich das aber kaum vermeiden lassen.

Beeindruckt hat uns der sehr geringe Rollwiderstand. So kann der E-Scooter, wenn zum Beispiel der Akku leer ist, auch ganz klassisch per Fußkraft ans Ziel bewegt werden.

Ist der Akku leer, kann der Metz Moover auch im zusammengeklappten Zustand an der Lenkstange getragen werden.

Die Lithium-Ionen-Batterie fasst 216 Wh und kommt auf eine Spannung von 32 V. Das reicht bei einer 85-kg-Person für eine Reichweite von etwa 22 km. Voll geladen ist der Moover über das mitgelieferte und recht kompakte 84-W-Netzteil nach circa 3,5 h.

Metz moover Elektro-Roller schwarz

Metz moover Elektro-Roller schwarz

Metz moover Elektro-Roller rot

Metz moover Elektro-Roller rot

Metz moover Elektro-Roller grau

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Klickfix Shopper Pro für Metz Moover

Der Metz Moover ist knapp 2000 Euro teuer, für ein Spielzeug ist das zu viel. Wer sich jedoch ernsthaft überlegt, den E-Scooter regelmäßig einzusetzen, um zum Beispiel von Park&Ride-Parkplatz zur Arbeit zu cruisen, für den könnte sich die Investition lohnen. Zumindest wenn das Wetter mitspielt, denn garantiert spitzwassergeschützt ist das Gefährt nicht. Auch könnte das maximale Zuladegewicht von 94 kg für viele zu wenig sein.

Abgesehen davon macht das Gerät vieles richtig. Er wirkt sehr wertig und stabil, fährt sich auch dank geringem Rollwiderstand fantastisch, hat zwei sehr gute Scheibenbremsen, einen kräftigen Motor und ordentlich Ausdauer. Zusammengeklappt ist er gerade einmal 1 m lang, wodurch er in die meisten Kofferräume passt. Zudem lässt er sich zusammengeklappt gut tragen. Ein paar Meter zumindest, denn auch wenn er mit 16 kg im Vergleich zu anderen E-Scootern nicht sonderlich schwer ist, geht sein Gewicht schnell in die Arme.

Insgesamt erreicht der Metz Moover bei uns trotz kleiner Mängel und des hohen Preises gerade noch die Note 1. Wer einen E-Scooter möchte, an dem er lange Freude hat, sollte den E-Scooter eine Chance geben.

Vor dem Kauf empfehlen wir eine Probefahrt. Um ein Gefühl für E-Scooter zu bekommen, bieten sich auch Leihgeräte an, die in Großstädten gefühlt an jeder Ecke stehen. Wir haben Lime, Tier, Voi & Circ im Vergleichstest. Was es bei E-Scootern allgemein alles zu beachten gibt, zeigt unser Beitrag Grundlagen: E-Tretroller mit Straßenzulassung. Wer einen Führerschein hat und auch mal schneller als 20 km/h fahren möchten, sollte sich unsere Kaufberatung Elektroroller bis 45 km/h anschauen.

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