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E-Book-Reader Pocketbook Touch HD 3 im Test

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Viele Käufer eines E-Readers greifen fast schon blind zu Amazon oder Tolino. Aber es gibt gute Alternativen, wie der Test des Pocketbook Touch HD 3 zeigt.

Der Amazon Kindle Paperwhite 2018 (Testbericht) ist gut, sehr gut sogar. Für 120 Euro, zeitweise sogar für 70 Euro, bietet er eine sehr gute Verarbeitung mit Wasserdichtigkeit, Bluetooth für Hörbücher, wie immer ein tolles Display, lange Akkulaufzeiten und eine selbsterklärende Nutzerführung. Doch der Paperwhite hat einen großen Nachteil: Bücher bezieht er ohne Umwege nur aus dem Amazon-Universum.

Deutlich offener zeigt sich der Pocketbook Touch HD 3. Er funktioniert komplett ohne Anmeldung und Cloud und versteht alle gängigen E-Book- sowie Hörbuch-Formate. Das wird alle freuen, die viel Wert auf persönlichen Datenschutz legen. Doch auch abseits der Formatfreiheit weiß der Pocketbook Touch HD 3 im Test zu gefallen.

Der Pocketbook Touch HD 3 verträgt dank IPX7-Zertifizierung Tauchbäder von 1 m Tiefe bis zu 30 min unbeschadet. Das gilt jedoch nicht für Salzwasser.
Die Spaltmaße auf seiner Rückseite sind beachtlich. Dennoch drang im Test kein Wasser ein.

Das Pocketbook Touch HD 3 misst bei 155 g gerade einmal 161,3 × 108 × 8 mm und ist damit leichter und kompakter als der Amazon Kindle Paperwhite 2018. Seine Rückseite und der Rahmen ist wahlweise Kupferfarben („Spicy Copper“) oder Grau („Metallic Grey“). Wir haben die Kupfervariante vorliegen. Die Rückseite glänzt im Licht metallisch, besteht jedoch komplett aus einem angenehm gummierten und Fingerabdruck-abweisenden Kunststoff. Die Farbe hebt sich angenehm vom sonst üblichen E-Reader-Grau ab.

Am unteren Rand der Front prangt das Pocketbook-Logo, das uns vor allem in der Kupfer-Variante etwas zu dominant ist. Direkt darunter verbaut Pocketbook vier physikalische Tasten, die in den Einstellungen individuellen Aktionen zugeordnet werden können

Der Touch HD 3 ist wasserdicht nach IPX7 und soll demnach in 1 m Tiefe 30 min durchhalten, bis Wasser eindringt. Der Paperwhite bietet eine IPX8-Zertifizierung und soll unter 2 m 60 min durchhalten. Tatsächlich hatten wir vor dem Wassertest mit dem Touch HD 3 ein paar Bedenken, da sich zwischen Rand und Rückseite eine Spalte mit dem Fingernagel anheben lässt. Diese erwiesen sich jedoch als unnötig. Der Touch HD 3 funktionierte nach 30 min in etwa 30 cm Tiefe nach dem Trocknen einwandfrei.

Insgesamt gefällt uns das Design. Schade finden wir jedoch, dass das Display nicht wie beim Kindle Paperwhite 2018 plan abschließt: In den Displayecken kann sich so leichter Staub und Schmutz festsetzen.

Das 6-Zoll-E-Ink-Display löst mit 1072 × 1448 Bildpunkten auf und kann 16 Graustufen darstellen. Dank 300 dpi sind beim Lesen kaum einzelne Pixel auszumachen, die Schrift wirkt scharf und natürlich. Das Display ist quasi identisch zum sehr guten Display des Kindle Paperwhite. Unterschiede gibt es bei der Beleuchtung. Denn während sich diese beim Paperwhite gleichmäßig verteilt, bildet sich beim Touch HD 3 am unteren Rand ein deutlicher Lichthof. Wirklich gestört hat dies jedoch nicht.

Toll finden wir, dass Nutzer stufenlos zwischen einer kaltweisen und einer warmen Lichtfarbe wählen können. Es ist sogar möglich, die Lichtfarbe gewissen Uhrzeiten zuzuordnen. Wer kurz vor dem Schlafengehen noch etwas liest, sollte eine warme Lichtfarbe wählen, da blaues Licht den Schlaf stören kann.

E-Ink-typisch sind die Blickwinkel fantastisch.

Wer seine E-Books im Hochkantformat liest, wird zum Seitenblättern die Touch-Funktion des Displays nutzen. Seitliche Taster wie beim Amazon Oasis gibt es nicht. Allerdings verfügt der Touch HD 3 über einen Lagesensor, der das Bild automatisch ins Querformat dreht. Wir empfanden es als sehr angenehmen, den Touch HD 3 zum Lesen mit einer Hand im Querformat zu halten. Denn so erreichen die Finger zum Umblättern bequem die frontseitigen Taster.

Der E-Reader kommt mit einem Funktionsumfang, bei dem der Paperwhite vor Neid erblasst. Das fängt schon damit an, dass er komplett ohne Registrierungszwang nicht nur das beliebte Epub-Format, sondern auch die E-Book-, Text- und Dateiformate PDF, DJVU, FB2, FB2.ZIP, DOCX, RTF, PRC, TXT, CHM, HTM, HTML, MOBI und ACSM versteht. Lediglich beim Amazon-eigene AZW-Format verweigert er die Wiedergabe. Bei Bildern verarbeitet er JPEG, BMP, PNG und TIFF, für Musik und Hörbücher MP3 und M4B. Für die Audiodateien benötigt der Touch HD 3 Kopfhörer oder externe Boxen, die entweder über Bluetooth oder über den beiliegenden Micro-USB-auf-Klinke-Adapter angeschlossen werden. Für die Dateien stehen von den 16 GByte Speicher knapp 14 GByte zur Verfügung.

Kleinere Buchhandlungen haben beim Verkauf des E-Readers die Möglichkeit, ihren eigenen Online-Shop mit dem Gerät zu verknüpfen. Alternativ holt sich der Touch HD 3 Dateien über ein Dropbox-Konto, der Pocketbook-Cloud oder man schickt die Dateien an die E-Mail-Adresse des Geräts. Sobald es sich dann im WLAN befindet, zieht es sich die Dokumente automatisch. Ganz klassisch verbindet sich der Touch HD 3 auch über ein Micro-USB-Kabel mit dem Rechner. Die so auf dem E-Book-Reader abgelegten Dateien finden Nutzer im Datei-Browser des Geräts.

Nutzer können sich Texte auch vorlesen lassen. Dabei ist die Sprachausgabe auf Englisch bereits vorinstalliert, Deutsch und andere Sprachen sind kostenfrei verfügbar. Nette Idee, aber leider lässt die Computer-Stimme mit ihrem hakeligen Lesefluss kaum Atmosphäre aufkommen. Als Zeitvertreib bietet der Touch HD 3 die Spiele Klondike, Sudoku, Schach und ein Zeichenprogramm. Außerdem stehen Browser, Taschenrechner, Wörterbuch, RSS-Nachrichten-Feed, Galerie und einiges mehr zur Verfügung.

Hier lässt sich detailliert bestimmen, wann welche Lichtfarbe angezeigt werden soll.

Im E-Book-Reader kommt ein Dual-Core-Prozessor mit 2 × 1 GHz, unterstützt von 512 MByte RAM, zum Einsatz. Wirklich flott reagiert er jedoch nicht. Gerade in den Optionen genehmigt sich das Gerät gerne mal die ein oder andere Denkpause. Beim normalen Lesen eines Buches stört die etwas schwache Performance jedoch nicht.

Der Pocketbook Touch HD 3 ist seit Dezember 2018 auf dem Markt. Er kostet derzeit in der Farbe Spicy Copper knapp 150 Euro. Wer das dezentere Metallic Grey bevorzugt, muss etwas mehr auf den Tisch legen. Wir empfehlen die Nutzung mit einem Cover. Die Originalhüllen von Pocketbook kommen in den Farben Braun, Rot, Grau, Blau sowie Schwarz und sind mit etwa 14 Euro verhältnismäßig günstig.

PocketBook Touch HD 3, spicy copper (PB632-K-WW)

Pocketbook Touch HD 3 Spicy Copper

PocketBook Touch HD 3, metallic grey (PB632-J-WW)

Pocketbook Touch HD 3 Metallic Grey

PocketBook Cover Shell braun (WPUC-627-S-LB)

PocketBook Cover Shell Braun

PocketBook Cover Shell rot (WPUC-627-S-RD)

PocketBook Cover Shell Rot

PocketBook Cover Shell grau (WPUC-627-S-GY)

PocketBook Cover Shell Grau

PocketBook Cover Shell blau (WPUC-627-S-BG)

PocketBook Cover Shell Blau

PocketBook Cover Shell schwarz (WPUC-616-S-BK)

PocketBook Cover Shell Schwarz

Der Pocketbook Touch HD 3 ist eine ernsthafte Alternative zu den Platzhirschen von Amazon und Tolino. Besonders gut gefällt uns sein schlankes Design, die auf Wunsch warme Lichtfarbe und die Formatfreiheit. Dabei bietet er auch die Premium-Features der Konkurrenz wie eine Wasserdichtigkeit nach IPX7 sowie Bluetooth für die Wiedergabe von Hörbüchern. Dass sein Optionsmenü kaum Wünsche offenlässt, setzt dem Ganzen die Krone auf. Abzüge in der B-Note gibt es lediglich für den etwas zu gemächlichen Prozessor. Der Pocketbook Touch HD 3 ist gerade für all jene, die nicht mit dem Amazon Kindle Paperwhite 2018 (Testbericht) ins goldenen Amazon-Gefängnis wollen, einen Blick wert. Kaufempfehlung!

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