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Dyson V10 Cyclone im Test: starke Saugkraft, lange Akkulaufzeit

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Der neue Dyson V10 Cyclone ist ein Akkusauger, der die Daseinsberechtigung herkömmlicher Staubsauger mit Kabel hinterfragt. Seit zwei Wochen hat TechStage den mindestens 570 Euro teuren V10 Cyclone im Dauereinsatz.

Ein Staubsauger für 669 Euro? Richtig – Staubsauger. Nicht Staubsaug-Roboter. Aber im Dyson-Stil immerhin beutellos, kabellos, technisch und irgendwie stylisch, quasi ein Staubsauger für Nerds, obwohl er weder über WLAN noch über USB verfügt.

Der V10 Cyclone ist in drei unterschiedlichen Ausführungen erhältlich, die sich hauptsächlich durch das mitgelieferte Zubehör unterscheiden. Dabei handelt es sich um Aufsätze und Düsen, die sich auch nachträglich kaufen lassen, falls man nicht das gesamte Set benötigt.

Eine weitere Einschränkung gibt es: Die „günstigste“ Ausführung Motorhead hat einen kleineren Schmutzbehälter, er fasst 0,54 statt 0,76 l. Die Ausführung Animal ist noch nicht lieferbar.

Dyson V10 Cyclone Absolute

Für den Testbericht stellt Dyson uns die höchste Ausstattungsvariante, Absolute, zur Verfügung. Im Lieferumfang befinden sich sechs Aufsätze, von denen drei einen eigenen Elektrobetrieb haben. Die verschiedenen Düsen sind für verschiedene Einsatzzwecke und Bodenbeläge gedacht.

Die Elektrobürste mit Direktantrieb ist beispielsweise für Teppichböden ideal: An der elektrisch betriebenen Walze sind Borsten aus Nylon angebracht, die tiefsitzenden Schmutz und Staub aufnehmen. Ähnlich groß, jedoch für harte Böden, ist die Softwalze aus Nylon- und Carbonfasern zum Einsammeln von feinen Staub- und Schmutzpartikeln – etwa auf Parkett-, Laminat- oder PVC-Böden. Auch dieser Kopf besitzt einen eigenen kleinen Motor und dreht die Walze.

Dyson V10 Cyclone Montageset

Aufgrund des modularen Aufbaus lässt sich der Dyson V10 Cyclone sowohl als Boden-, als auch als Handstaubsauger mit der Mini-Elektrobürste nutzen. Hierfür ist die mittlere Stange mit einer Länge von 0,69 m herausnehmbar, die ansonsten die Düse mit dem Antrieb verbindet. Dadurch gewinnt der Staubsauger an Kompaktheit und lässt sich bei wenig Platz mit geringer Höhe nutzen, zum Beispiel auf der Couch, unter einem flachen Tisch oder im Fußraum des Autos.

Mittlere Stange

Eine Kombi- und Fugendüse sowie eine weiche Bürste runden das Paket ab und machen den Staubsauger zu einer Allzweckwaffe im Haushalt. Erst das umfangreiche Zubehör macht den V10 Cyclone zu einem Alleskönner. Mit dem richtigen Kopf kommt er in jede Ecke sowie jeden Winkel.

Bei allen Modellen ist freilich das Ladegerät samt Kabel sowie eine Wandhalterung dabei. Für kommende Generationen wäre es sinnvoller, das Ladegerät schon in die Wandhalterung zu integrieren, sodass der Stecker lediglich in die Steckdose geht.

Dyson V8
Bild: Dyson Limited of Tetbury Hill Wandmontage des Dyson V8
Dyson V8
Bild: Dyson Limited of Tetbury Hill Wandmontage des Dyson V10 Cyclone

Der neue Dyson-Staubsauger ist schnell aufgebaut: Die Einzelteile lassen sich über ein Stecksystem miteinander verbinden und rastern bombenfest ein. Akku laden, dann kann es losgehen. Um die Teile wieder zu lösen, reicht ein Knopfdruck an den Enden aus. Übrigens hat sich das Stecksystem zum Vorgänger V8 nicht verändert. Wer über ein Upgrade nachdenkt, kann seine Aufsätze behalten und sie beim V10 Cyclone weiterverwenden.

Der Dyson V10 Cyclone wie 2,7 kg. Im Vergleich zum V8 ist das Gewicht um nicht merkliche 50 g gewachsen. Mit der mittleren Stange misst der V10 Cyclone eine Höhe von 1,25 m.

Der Vorteil eines Akkusaugers ist seine Flexibilität. Ein herkömmlicher Bodenstaubsauger ist schwerer und mit seinen Schläuchen und Kabeln viel sperriger. Außerdem schränkt das Stromkabel die Reichweite ein, all das entfällt beim V10 Cyclone. Interessant ist, dass man als Nutzer eines „normalen“ Staubsaugers erst merkt, wie nervig das ist, wenn man mal mit dem Dyson gesaugt hat.

Dyson V10 Cyclone

Die eigentliche Saugeinheit des Produkts besteht aus ingesamt vier Teilen: dem Saugbehälter, dem Griff mit Einschaltknopf, der Technik sowie dem Akku.

Wer ein Vergleich mit dem Vorgängermodell V8 zieht, merkt beim Behälter augenblicklich den Unterschied. Er ist um 27 Prozent größer geworden und anders angebracht: Jetzt schaut nicht mehr nach unten, sondern liegt auf einer Linie mit dem Saugrohr.

Mit herkömmlichen Bodenstaubsaugern, die in ihren Beuteln zwischen 3 und 5 l Dreck, Staub, Eheringe und Legosteine aufnehmen, kann es der Dyson V10 Cyclone mit seinen 0,76 l nicht aufnehmen. Dafür arbeitet er ohne ein Beutel; das spart langfristig Geld – wobei man schon ganz schön viele Beutel vollsaugen muss, bevor sich der 600-Euro-Dyson amortisiert.

Dyson V10 Cyclone: Trigger

Die Reinigung des Behälters klappt kinderleicht. Ein unter dem Behälter sitzender Hebel entriegelt die Klappe des Behälters; ein Gummiring schiebt den Schmutz bis zur Kante heraus. Nur in wenigen Fällen muss der Finger zum Einsatz kommen, zum Beispiel bei langen Haaren.

Der Griff ist sowohl für Links- als auch Rechtshänder geeignet. Die Taste zum Einschalten der Saugleistung lässt sich mühelos drücken. Ein Feststelltaster, wie beim Dirt Devil Cavalier (Preisvergleich), zum kontinuierlichen Saugen fehlt, stattdessen muss man die Taste dauerhaft betätigen. Lässt man sie los, stoppt der Dyson V10 Cyclone.

Dyson V10 Cyclone: 14 Zylone

Das Herzstück des Akkusaugers ist der Motor, den Dyson „digitaler Elektromotor Dyson V10“ nennt. Im Vergleich zum Vorgänger ist das Gewicht deutlich gesunken (125 statt 225 g; minus 45 Prozent). Der Antrieb erreicht laut Hersteller 125.000 Umdrehungen pro Minute, das entspricht einer Leistungsverbesserung von 15 Prozent. Obwohl „digitaler Motor“ wohl nicht viel mehr ist als ein moderner, bürstenloser Elektromotor mit klugem Marketing-Spruch, ist zumindest der Hersteller von seiner Entwicklung überzeugt und bietet eine lebenslange Garantie auf den Elektromotor.

Dyson V10 Cyclone: Akkuanzeige

Weg vom Namen, was bringt die Saugleistung? Der V10 Cyclone ist stark und vergleichbar mit anständigen Bodenstaubsaugern mit Kabel. In kurzen Worten gesagt: Schmutz, Staub und grobe Partikel zieht der Staubsauger mit einer unglaublichen Saugkraft ein und befördert diese direkt in den Sammelbehälter. Für einen Akkusauger ist das natürlich genial, aber ob man so einen hohen Aufpreis für den Komfortgewinn zahlen möchte, steht auf einem anderen Blatt.

Negativ aufgefallen ist Lautstärke, und zwar nicht nur uns: Nach zwei Minuten Saugen schlagen die beim Autoren installierten Überwachungssysteme der Alarmanlage von Netatmo zu und melden ein surrendes Geräusch mit einem Pegel von 67 dB.

Bei kontinuierlicher Nutzung und in der niedrigsten Saugstufe soll der V10 Cyclone 60 Minuten halten, verspricht Dyson. Den angegebenen Wert haben wir im Test fast erreicht: Nach 57 Minuten ging der V10 Cyclone bei niedriger Saugstufe aus. Bei mittlerer Einstellung war es mit 31 Minuten halb so lang, bei Vollgas (Max) hielt der Akku gerade noch 19 Minuten. Eine blaue LED zeigt in drei Schritten den Ladestand an.

Das Laden dauert 3:21 Stunden, eine schnelle Ladetechnik für die sieben Lithium-Nickel-Cobalt-Aluminum-Akkuzellen gibt es von Dyson nicht. Auf Nachfrage heißt es: „Eine Schnellladetechnik schadet den Akkus langfristig und würde sie zerstören. Die Technologie würde die Ladedauer auf eine Stunde verkürzen, das ist kein signifikanter Vorteil für Familien.“


Dyson V10 Cyclone (Absolute)

Dyson V10 Cyclone (Absolute)

Dyson V10 Cyclone Motorhead

Dyson V10 Cyclone Motorhead

(Kein Produktbild vorhanden)

Dyson V10 Cyclone Animal

Dyson V10 Cyclone

Der V10 Cyclone ist ein erstklassiger Akkusauger. Überzeugend ist das umfangreiche Zubehör, das ihn zu einem Universalgerät macht. Gut gefallen hat uns auch das Handling: Er ist leicht und wendig. Auch seine Technik ist durchdacht. Der Komfort beim Saugen ist genial: Etwa, wenn man Treppenstufen absaugt, will man schon nach dem ersten Einsatz nicht zurück zum kabelgebundenen Vorfahren.

Perfekt ist der neue Dyson jedoch nicht: Er ist laut, der Schmutzbehälter ist im Vergleich zu einem normalen Staubsauger klein, und der Preis ist extrem. Wer das Geld übrig hat, bekommt zweifelsfrei einen genialen Haushaltshelfer, auf den er nicht mehr verzichten will. Alle anderen fahren mit „normalen“ Staubsaugern aber auch ganz gut.

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