Dockin D Fine im Test: Klangwunder für unter 100 Euro | TechStage
TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Dockin D Fine im Test: Klangwunder für unter 100 Euro

von  //  Twitter

Der Dockin D Fine zeigt im Test, dass Bluetooth-Speaker nicht nur etwas für Bassfanatiker sind. Mit schönen Höhen und satten Mitten ist der Lautsprecher ein echtes Klangwunder.

Im Dockin D Fine arbeiten vier Treiber, die es zusammen auf eine Gesamtleistung von 50 Watt bringen. Somit liegt der kabellose Lautsprecher leistungstechnisch im Vergleich der Bluetooth-Speaker unter 100 Euro weit vorn. Ob sich dieser Leistungsvorteil auch in der Klangqualität bemerkbar macht, verrät der nachfolgende Testbericht. Darüber hinaus folgt ein detaillierter Blick auf die Bedienung, das Design und alle zusätzlichen Extras.

Im Dockin D Fine setzt der Hersteller auf eine klassische Treiberanordnung in der Horizontalen. Der Klang ist hierdurch zielgerichteter, als beispielsweise bei 360-Grad-Lautsprechern wie dem Huawei Sound X (Testbericht). Gleichzeitig bietet der Bluetooth-Speaker einen effektiveren Stereo-Klang. Die zwei Tieftöner befinden sich dabei in der Mitte des Bluetooth-Speakers, die beiden Hochtöner sitzen jeweils links und rechts daneben. Zusätzlich installiert Dockin auf der Rückseite zwei passive Bassradiatoren.

Bassradiatoren sind zusätzliche Lautsprechermembranen, die keinen zusätzlichen Magneten besitzen und auch nicht an den Verstärker angeschlossen sind. Stattdessen schwingen sie mit, wenn die sonstigen Treiber im Lautsprecher arbeiten und gelten gerade in kleineren Modellen als sinnvolle Alternative zu Bassreflexöffnungen. Der Einsatz im Dockin D Fine ergibt bautechnisch also durchaus Sinn. Die Platzierung auf der Rückseite lassen den Sound des Speakers zudem ein wenig voluminöser erscheinen und die Klangqualität leidet bei falscher Positionierung nicht so stark, wie beim Anker Soundcore 2 (Testbericht).

Dockin D Fine (9 Bilder)

Nach dem Anschalten des zwei Kilogramm schweren Dockin D Fine, überrascht der Bluetooth-Speaker im Test mit einem großen Klangbild. Vor allem die Basswiedergabe ist im Vergleich zu Alternativen im gleichen Preisbereich definierter und setzt die Umgebung nicht nur in der immergleichen Frequenz zum Vibrieren. Der Bass wirkt facettenreich und wird gut an die Umgebung abgegeben.

Dabei verliert der Bluetooth-Speaker sich aber nicht in den tiefen Klängen der Musik. Dem starken Fundament setzt der Dockin D Fine klare Höhen auf und versteht, mit komplexen Kompositionen umzugehen. Die hochwertigen Master- und HiFi-Streams des Musikstreamingdienstes Tidal kommen dabei gut zur Geltung.

In Titeln wie Aja von Steely Dan sind alle Feinheiten der verspielten Komposition erkennbar und Bassläufe lösen sich gut von den tiefen Schlägen der Bassdrum ab. Wie fein der Dockin D Fine seine Musiktitel auflöst, zeigt sich auch am Titel Avail von The Bad Plus. Trotz des chaotischen Schlagzeuges im Hintergrund und dem immergleichen Piano bleiben Reid Andersons Kontrabassläufe mit ein wenig Konzentration klar erkennbar.

Der Dockin D Fine hat ordentlich Power.

Sind die Kompositionen weniger komplex, überzeugt der Dockin D Fine mit ausreichenden Leistungsreserven. Bei der Wiedergabe basslastiger Titel wie New Orders Blue Monday kommt die hohe Ausgangsleistung von 50 Watt dem Klang zugute. Hier zeigt sich der D Fine als durchaus partytauglich, auch wenn der Klang sich dann nicht in eine partytaugliche Tendenz zum Bass umprogrammieren lässt. Denn Bassfanatikern könnten die Mitten und Höhen des D Fine zu stark ausgeprägt sein. Hier wünscht man sich eine App mit Equalizern, einen Knopf für zusätzlichen Bass-Boost oder einen Zwei-Wege-Equalizer auf der Oberseite wie beim Fender Newport (Testbericht).

Anders als die Fender-Alternative unterstützt der Dockin D Fine allerdings den Bluetooth-Codec aptX nicht. Hierdurch leidet neben der Klangqualität vor allem die Synchronität beim Schauen von Videos und Filmen. Als platzsparende Alternative zu einer Soundbar (Kaufberatung) ist der Speaker daher eher im kabelgebundenen Betrieb zu empfehlen.

Klanglich überzeugt der Dockin D Fine insgesamt gerade mit Blick auf das Preisschild sehr. Viel mehr Leistung und vor allem eine ausgewogenere Abmischung gibt es unter 100 Euro beim Neukauf kaum. Allerdings gibt der Lautsprecher störendes Rauschen von sich, wenn man mit einem verbundenen Android-Handy durch Menüs oder Musik-Playlisten stöbert. Das Rauschen erlischt nach wenigen Sekunden mit einem hörbaren Abbruch und ertönt wenige weitere Sekunden später erneut. Doch störende Geräusche treten nicht nur hier auf.

Lautstärkeänderungen auf angeschlossenen Geräten kommentiert der Dockin D Fine stets mit einem Piepton. Das ist vor allem in hohen Lautstärken störend, da der Piepton gleich mit lauter wird. Bei Änderungen der Lautstärke über die vier Knöpfe an der Oberseite entfällt dieser Störfaktor, bis die Maximallautstärke des Speakers erreicht ist. Dann wiederum ist die Gefahr eines Zusammenschreckens hoch, da der Speaker seinen Warnton bei maximaler Lautstärke auch in maximaler Lautstärker ausgibt. Zudem arbeiten die Lautstärken am Smartphone und die des Speakers unabhängig voneinander. Somit ist es unvermeidbar, den störenden Piepton bei der Nutzung zu hören.

Der Dockin D Fine verbindet sich via NFC mit entsprechenden Smartphones.

Komfortabel ist die Verbindung von Geräten über NFC. Per Auflegen erhalten Android-Smartphones den Befehl, sich mit dem Dockin D Fine zu verbinden. Bei gekoppelten Geräten gelingt das ohne erneute Bestätigung der Verbindung, wodurch das Anschalten und Verbinden noch ein wenig nahtloser wird. Verfügt ein Handy nicht über einen NFC-Chip, bietet der Dockin D Fine an der Oberseite einen kombinierten Button zum Pausieren der Musik und zum Aufbauen einer Bluetooth-Verbindung.

Ohne die störenden Geräusche würde die Bedienung des Dockin D Fine komplett überzeugen. Denn aufgrund ihrer Einfachheit schaffen selbst Laien es, ohne Bedienungsanleitung ihr Smartphone mit dem Speaker zu verbinden und Musik abzuspielen. Gleichzeitig wäre aber zumindest für eine gesonderte Bluetooth-Taste ausreichend Platz auf der Oberseite gewesen. Denn mit nur vier Knöpfen auf der Oberseite wirkt der Speaker im Formfaktor von 285 × 100 × 103 Millimetern recht nackt.

Hinter dieser Abdeckung verbergen sich die Anschlüsse.

Der Dockin D Fine ist mit seinem matten Schwarz und den vier hellen Metallknöpfen auf der Oberseite sehr schlicht. Auf der Lackierung hinterlässt man nicht direkt Fingerabdrücke und insgesamt fügt sich der Speaker in Wohnzimmerregalen oder auf Tischen nahtlos in die Umgebung ein. An der Vorder- und Rückseite besteht die schwarze Oberfläche aus feinmaschigen Metallgittern, hinter denen die Treiber und die passiven Radiatoren versteckt und gut geschützt sind. Nur die Vorderseite ziert dabei ein kleines Herstellerlogo.

An der rechten Seite findet sich eine kleine Aussparung, hinter der sich die Anschlüsse des Speakers befinden. Diese ist mit einem dicken Gummideckel versiegelt, denn der Dockin D Fine ist nach IP55 gegen Spritzwasser und Staub geschützt. Regenschauer und die Nutzung am Strand sollte der Bluetooth-Speaker somit unbeschadet überstehen. Untertauchen oder mit in den Pool nehmen sollte man ihn allerdings nicht.

Die Verarbeitung harmoniert insgesamt sehr gut mit dem Klang des Speakers. Grundsolide und hochwertig, ohne großartige Auffälligkeiten oder Verspieltheit.

Kritik gibt es daher erst wieder bei den Anschlüssen. Denn der Dockin D Fine wird mit einem proprietären Netzteil geliefert, das von einem Dritthersteller stammt. Der Plastikstecker macht einen billigen Eindruck und steht somit im starken Widerspruch zum hochwertigen Bluetooth-Lautsprecher. Der zusätzliche Micro-USB-Anschluss unter der Gummiabdeckung dient lediglich zum Einspielen von Service-Updates und ist nicht zur Aufladung einsetzbar.

Neben dem eigenwilligen Ladeanschluss gibt es allerdings auch einen vollwertigen USB-A-Anschluss am Dockin D Fine. Über diesen kann der Speaker Strom an andere Geräte abgeben und wird dadurch zur Powerbank. Der große Akku mit 6600 Milliamperestunden hält den Bluetooth-Speaker rund zehn Stunden am Laufen oder versorgt Smartphones zweimal mit einer neuen Akkuladung. Über einen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss versorgen diese den Speaker wiederum mit Musik per Line-In. Kabellos bietet der Dockin D Fine Unterstützung für Bluetooth 4.0.

Zum Dockin D Fine gibt es bereits einen Nachfolger und eine Plus-Version mit zusätzlicher Akkuleistung. Dennoch empfiehlt sich gerade der Kauf des Dockin D Fine, da dieser im Internet häufig schon zu Preisen unter 100 Euro angeboten wird. Denn der Bluetooth-Speaker ist ein echtes Klangwunder, an dem gerade anspruchsvollere Musikhörer Gefallen finden könnten. Denn während andere Hersteller ihre Bluetooth-Speaker zu Bassmonstern verkommen lassen, ist der Dockin D Fine ausgeglichen und überzeugt auch bei der Wiedergabe von Mitten und Höhen.

Lediglich die störenden Pieptöne und das proprietäre Netzteil gibt es dabei zu kritisieren. Da es sich jeweils um Fehler handelt, die bei der Konzeption des Lautsprechers recht einfach hätten vermieden werden können, sind sie umso ärgerlicher. Dem hochwertigen Musikgenuss tun sie aber keinen allzu gravierenden Abbruch.

Als Alternative empfehlen wir neben dem ebenfalls sehr guten Fender Newport (Testbericht) vor allem die Nachfolgemodelle des Dockin D Fine. Das Plus-Modell ermöglicht neben einer längeren Akkulaufzeit auch den Zusammenschluss mehrerer Lautsprecher für besseren Stereoklang. Dazu unterstützt der Speaker den Standard aptX. Der Dockin D Fine +2 ermöglicht sogar die Auswahl dreier Sound-Modi, kostet aber auch gleich das Doppelte. Einen guten Überblick bietet unser Vergleich der Bluetooth-Speaker unter 100 Euro

Ähnliche Produkte im Test

Einloggen, um Kommentare zu schreiben