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Devolo dLAN WiFi Outdoor: Wetterfestes Power-LAN im Test

Bild: Harald Karcher

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Devolo bringt mit dem dLAN WiFi Outdoor einen wasserfesten Powerline-Adapter mit WLAN-Access-Point. Im Inneren steckt alte Technik – ist der Preis gerechtfertigt?

Mit dem dLAN WiFi Outdoor packt Devolo einen Powerline-zu-WLAN-Adapter in ein wetterfestes Gehäuse. Die zusätzliche WLAN-Reichweite schafft das Gerät dabei weder durch superflottes Powerline noch durch schnelles WLAN, sondern vor allem durch das fünf Meter lange 230-Volt-Outdoor-Kabel.

Bild: Harald Karcher Der schwarze Outdoor-Funker liefert das Netzwerk über das 5 Meter lange Stromkabel weit in den Garten.

„Schnelles WLAN“ steht auf der Packung: Aber der Outdoor-AP funkt nur WLAN-11n im 2,4GHz-Band bis 300 Mbps. WLAN-11ac und 5GHz kann der Devolo-Funker nicht. „Wetterfest“ steht ebenfalls auf der Verpackung, de facto ist der Access Point laut IP65 gegen Staub und Wasser geschützt. Ein Problem könnte die Temperatur sein: Sie darf zwischen 0 und 40 Grad Celsius liegen. Das ist nicht viel: In praller Sommerhitze kann so ein Kunststoffgehäuse heißer als 40 Grad werden. Trotz Wetterfestigkeit schadet es nicht, den Access Point an einem geschützten, schattigen Ort aufzustellen.

Der pechschwarze Plastikklotz wiegt samt 5-Meter-Kabel satte 826 Gramm. Dazu kommt ein Installations-Flyer, fertig ist der Lieferumfang. Laut Verpackung ist der dLAN WiFi Outdoor „Kompatibel mit allen devolo dLAN Powerline Adaptern der 200 – 1200 Mbps-Produktreihe, sowie Power-LAN-Produkten anderer Hersteller mit gleichem Standard“. Wir testen es mit folgenden Adaptern:

Das Verbinden mit einer Gegenstelle ist aber einfach: Sowohl beim Devolo-PLC wie auch dem AVM-Gerät waren die Geräte nach dem Drücken der jeweiligen Knöpfe gekoppelt. Erfreulich einfach, so muss das sein. Das Outdoor-Gerät hat die notwendigen Druckknöpfe sowie die Informationen zur MAC oder dem WLAN-Key unter dem abschraubbaren Deckel. Dort ist auch ein Reset-Knopf, falls die Konfiguration zurückgesetzt werden muss.

Bild: Harald Karcher Der Adapter taucht in der Netzwerkgrafik der Fritz Box auf. Ein Klick auf den Namen öffnet die Konfigurationsoberfläche.

Der Devolo-Outdoor-Adapter tauchte in der Netzwerkübersicht des Fritz-Box-Routers auf, ein Klick auf den Namen führt zur Webkonfiguration des Adapters. Dort kann man den Powerline-zu-WLAN-Adapter noch detaillierter konfigurieren, was aber für unsere Speed-Messungen, sowie für das normale Surfen und Streamen über den Devolo-Adapter gar nicht nötig war.

Wer keine Fritzbox mit Heimnetzgrafik hat, kann dem Devolo-PLC-Adapter auch mit der kostenlosen Devolo Cockpit Software oder mit der „My Devolo“-App genauer unter die Haube schauen.

Bild: Harald Karcher Der Versuchsaufbau.

Um die Werte des Outdoor-PLC mit den anderen Powerline-Komponenten und den bereits getesteten Repeatern vergleichen zu können, kommt er an die gleiche Position und muss die gleichen Tests durchlaufen. Konkret bedeutet das:

Der Router, eine Fritz Box 7590 steht im Dachgeschoss, ebenso wie die Powerline-Adapter von Devolo und AVM. Sie sind jeweils direkt per LAN an den Router angeschlossen und leiten die Daten ins Stromnetz. Ein Stockwerk darunter greift der Devolo Outdoor AP die Daten aus der Stromleitung ab und verteilt sie über sein eigenes WLAN. Das WLAN-Smartphone misst den durchschnittlichen Durchsatz an insgesamt sieben Punkte im Haus.

Wie schnell sollte der Durchsatz sein? Das kommt auf das jeweilige Endgerät und den Einsatzzweck an. Wir haben typische empfohlene Mindestgeschwindigkeiten in der folgenden Tabelle zusammengestellt. Dabei gilt aber ganz klar: Je schneller, desto besser.

Empfohlene Mindestgeschwindigkeit
Aktivität Empfohlene Mindestgeschwindigkeit
Surfen ab 1 Mbps
Musik Streaming 96 Kbps (Spotify) / 256 Kbps (iTunes)
Video Streaming ab 3 Mbps
Skype-Call (Audio) ab 300 Kbps
Skype-Call (Video) ab 500 Kbps / 1,5 Mbps (HD)
Gruppen-Calls ab 2 Mbps
Online-Gaming 3 -6 Mbps
IoT: Sicherheitskamera ab 25 Kbps
Bild: Harald Karcher Die Messdaten aus dem LAN.

Wie gehabt geht es zuerst um die maximale Geschwindigkeit innerhalb des WLANs. Die zwei roten Kurven und Zahlen in der Messgrafik zeigen den internen Datendurchsatz zwischen dem WLAN-Router und dem Handy. Die steilere Mess-Kurve zeigt den Speed-Verlauf in der 5-GHz-Zelle, die flachere in der 2,4-GHz-Zelle.

Die weiße Kurve und Messwerte stehen für die Performance zwischen dem Devolo und dem WLAN-Handy. Da der Access Point kein 5 GHz unterstützt, gibt es nur die Werte für 2,4 GHz.

Die Grafik zeigt eine ziemlich stabile Leistung des Devolo Access Points, die etwas langsamer abfällt als der Router. Das ist typisch für 2,4 GHz: Obwohl der Gesamt-Speed nicht so hoch ist wie bei 5 GHz kommen die Funkstrahlen besser durch Wände.

Bild: Harald Karcher Der Access Point bringt das Internet nahezu am Maximum zum Test-Handy. Bei mehreren Stockwerken Abstand ist aber kein Empfang mehr möglich.

Wichtiger als der WLAN-Speed ist die Messung der Internetgeschwindigkeit. Für den Test nutzen wir VDSL 50, entsprechend gedeckelt ist der maximale Durchsatz. In jeder Teilstrecke und an jeder Nahtstelle zwischen LAN, WLAN und Powerline kann es zudem zu den Bremseffekten kommen. Das schwächste Glied, also der größte Bremser, bestimmt ganz wesentlich den Speed der Gesamt-Strecke von Ende zu Ende, also vom Router bis zum Handy.

In der Messgrafik schneidet der Powerline-Adapter recht gut ab. Er liefert fast dauernd kontinuierlich hohe Datenraten, nur der Keller ist zu weit. Die Powerline-Lösung ist tatsächlich deutlich besser als die 2,4-GHz-Leistung der Devolo WLAN Repeater (Testbericht).

Der Praxistest im Garten ist wenig überraschend: An der Außensteckdose angesteckt nimmt der Devolo-Adapter Kontakt zur Gegenstelle auf und liefert das 2,4-GHz-WLAN nach Draußen. Da es hier keine Hindernisse gibt, wird der Garten sauber abgedeckt, selbst bei einer ziemlich hohen WLAN-Dichte in der Nachbarschaft.

Bild: Harald Karcher Die Schutzart IP65 bedeutet, dass das Gerät staubdicht und gegen Strahlwasser aus einer Düse geschützt ist.

Wie bei allen PLC-Geräten hängt die Leistung des Adapters an der Qualität und der Beschaffenheit des Stromanschlusses im Garten: Geht dieser etwa über einen separaten Stromzähler, ist keine Verbindung möglich. In diesem Fall ist das Kabel des Devolo dLAN Wifi Outdoor aber so lang, dass man es in der Wohnung anstecken und aus dem Fenster führen kann. Wer vor dem Kauf bereits ein Power-LAN im Einsatz hat, sollte einen Adapter in jedem Fall draußen anstecken und die Leitung überprüfen, um nicht einen teuren Fehlkauf zu tun. Mehr zu den Nachteilen von Powerline haben wir im Beitrag „Kaufberatung: Power LAN“ zusammengestellt.

Devolo gibt für seinen Adapter folgenden Stromverbrauch an:

  • Maximal: 6,3 Watt
  • Typisch: 4,4 Watt
  • Stand-By: 1,1 Watt

Der Outdoor-Funker braucht kein externes Netzteil. Zieht man den Stecker des 5-Meter-Kabels aus der Dose heraus, dann geht sein Stromverbrauch garantiert auf 0,00 Watt zurück. Einen gesonderten Ein-Aus-Schalter haben wir am Gerät nicht gefunden.

devolo dLAN WiFi Outdoor (8189)

Devolo dLAN Wifi Outdoor

devolo dLAN 1200+ weiß, HomePlug AV2, RJ-45 (9320/9375/9374)

Devolo dLAN 1200+

AVM FRITZ!Powerline 1220E (20002736)

AVM Fritz Powerline 1220E

devolo dLAN WiFi Outdoor Set

Devolo WiFi Outdoor Set

Der Devolo-Powerline-to-WLAN-Funker ist praktisch, wenn man so eine Outdoor-Lösung braucht. Ein technisches Wunderwerk ist er sicher nicht, im Gegenteil: Bewährte günstige Technik, Powerline 500 und WLAN-11n-300, robust verpackt. Und das für satte 170 Euro, wobei noch ein zweiter Powerline-Adapter notwendig ist. 5-GHz-WLAN ist in dieser Preiskategorie machbar.

*Anmerkung: In der ersten Version des Tests gaben wir an, dass es kein Set gibt. Das stimmt so nicht, Amazon hat ein Kit bestehend aus dem Outdoor-Adapter und einem Devolo dLAN 550+ Duo im Programm. Wir haben den Beitrag entsprechend korrigiert.

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