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DeLonghi Dinamica Plus im Test: Kaffee-Vollautomat mit App

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Guter Kaffee für jeden Geschmack: Das will der Vollautomat Dinamica Plus von DeLonghi mit einer App und anpassbaren Nutzerprofilen schaffen. Wir testen, wie gut die Maschine Espresso, Cappuccino und Co brüht, wie sinnvoll die App arbeitet und wie aufwändig die Pflege ist.

Für unsere Themenwelt zu Vollautomaten haben wir diesmal die DeLonghi Dinamica Plus im Test. Der Vollautomat brüht Espresso und Co auf, bereitet dank des separaten Milchtanks Cappuccino und Flat White zu, bietet eine Nutzerverwaltung für verschiedene Kaffeegeschmäcker und lässt sich per Smartphone-App steuern. Im Test klopfen wir die Maschine auf Stärken und Schwächen ab.

Neben der DeLonghi Dinamica Plus haben wir bereits weitere Vollautomaten und Siebträger getestet, etwa die Nivona NICR 789 (Testbericht) oder die Sage Barista Touch (Testbericht). Für Kapselnutzer haben wir zudem die Füllmaschine Capsulier Lite (Testbericht) ausprobiert.

DeLonghi setzt beim Vollautomaten Dinamica Plus auf ein klassisches Kastendesign, im Grunde ist der Vollautomat ein großer Quader. Der Vorteil ist klar, mit 45 × 25 cm ist die Grundfläche vergleichsweise klein, die Maschine ist etwa gleich groß wie die Nivona CafeRomatica 789 (Testbericht). Beim Design setzt der Hersteller auf Kunststoff, die Steuerungseinheit hebt sich mit einem verchromten Rahmen ab. Die Verarbeitung ist sehr gut, nichts knirscht oder knarzt. Die mitgelieferte Milchkanne besteht aus vier Teilen: den Behälter für die Milch, dem Ansaugschlauch, dem Deckel und der separat einsetzbaren Milchrüssel. Wir fragen uns aber, warum der Rüssel nicht fest integriert ist. Im Alltag sitzt er aber fest.

Die Dinamica Plus von DeLonghi

Die erste Inbetriebnahme ist vergleichsweise schnell erledigt. Über das gute Farbdisplay führt die Dinamica Plus den Nutzer durch das Setup. Dabei wird etwa erklärt, wie der Filter richtig sitzt oder die Maschine testet den Wasserkreislauf. Hier kann man auch die zugehörige App Coffee Link per Bluetooth koppeln, mehr dazu später.

Der Dinamica Plus merkt man an, dass sie nicht nur für Einzelpersonen, sondern auch für Familien und kleine Teams gedacht ist. Das beginnt bei der Nutzerverwaltung. Die Maschine bringt Profile für drei Nutzer sowie ein Gastprofil mit. Sprich, jeder kann sich seinen Cappuccino speziell zusammenstellen und Stärke oder Schaummenge anpassen. Das gilt übrigens für jedes Getränk, die Dinamica Plus bringt 15 verschiedene Voreinstellungen für Getränke mit. Das reicht von Espresso über Flat White und Cappuccino bis hin zur Kanne Kaffee. Jeder Eintrag lässt sich anpassen oder als Basis eines neuen Getränks nutzen. Das geschieht einfach über die „My”-Taste an der Front, die Maschine speichert die neuen Einstellungen automatisch. Der Nutzerwechsel am Gerät ist dabei sehr gut gelöst, im Test schalten wir schnell zwischen mehreren unterschiedlichen Anwendern hin- und her.

Ein Manko fällt uns aber bei der Milchkanne auf: Diese besitzt ein Drehrad, das sich je nach Geschmack in drei Milchschaumpositionen stellen lässt. Die vierte Position ist für die Reinigung. Steht das Wahlrad aber auf Position vier, wenn ein Getränk eine andere Position erfordert, so bricht die Zubereitung ab. Man muss das Rad drehen und die Zubereitung neu starten. Das ist nervig. Wir würden uns wünschen, dass man das Rad auch bei der Zubereitung noch drücken kann. Ebenfalls seltsam: Der abnehmbare Rüssel ist eigentlich zu kurz. Zudem fließt die Milch teilweise über den Hebel, mit dem man den Kaffeeausguss hoch- oder runterschiebt. Warum DeLonghi diesen nicht seitlich, sondern vorne und unter dem Milchausguss gesetzt hat, kann vermutlich nur der Designer erklären.

DeLonghi Dinamica Plus (45 Bilder)

DeLonghi Dinamica Plus: Lieferumfang, Aufbau und Einrichtung

Doch kommen wir zur Qualität der Kaffeegetränke: Dieser ist mit unterschiedlichen Espressobohnen durch die Bank sehr gut. Das Kegelmahlwerk ist vergleichsweise geräuscharm und der Kaffee ist selbst ohne viel Herumspielen an den Einstellungen von sehr guter Qualität. Das gilt nicht nur für Mischgetränke, sondern auch für den reinen Espresso. Für einen Vollautomaten macht die Dinamica Plus mit ihren 19 bar Pumpendruck einen sehr guten Kaffee, auch wenn sie nicht ganz an die Geschmackstiefe eines Siebträgers wie der Sage The Barista Touch (Testbericht) herankommt. Das sind aber die Abstriche, die man bei der Nutzung eines Vollautomaten leider eingehen muss.

Wie die Nivona NICR 789 bringt auch die DeLonghi Dinamica Plus eine App mit, die per Bluetooth kommuniziert. Das hat Vor- und Nachteile: Der Nachteil ist, dass man relativ nahe am Gerät stehen muss. Der Vorteil ist, dass die Kaffeemaschine nicht im WLAN (und damit dem Internet) hängt und ein potenziell ungepatchtes Einfallstor für Angreifer ist. Die Bluetooth-Verbindung ist schnell erledigt, sie wird durch eine PIN gegen zufällige Nutzer geschützt. Die App kann man mit einem Konto nutzen, muss man aber nicht.

Man kann über die App Getränke beziehen, aber das ist im Alltag Quatsch. Schließlich muss man sowieso an die Maschine, um eine Tasse unterzustellen und die Milch richtig einzustellen (siehe oben). Aber, wozu sich die App sehr gut eignet, ist zum Anpassen der Getränke oder um neue Getränke einzuspeichern. Mit wenig Aufwand konnten wir etwa einen extra starken Espresso einprogrammieren, der mit etwas Vanilleeis in der Tasse zu einem exzellenten Affogato wird. Auch das Anpassen bestehender Getränke ist einfach, DeLonghi setzt in der App auf eine sehr zugängliche Symbolsprache.

DeLonghi: Coffee Link App (18 Bilder)

Die Coffee Link App von DeLonghi.

Alle neu erstellten oder angepassten Getränke werden auf der Maschine im jeweiligen Nutzerprofil gespeichert, man kann sie also danach problemlos ohne App zubereiten. DeLonghi geht hier einen sehr guten Weg, bei dem die App eine sinnvolle Erweiterung für diejenigen ist, die sie nutzen wollen.

Die Dinamica Plus verlangt einiges an Aufmerksamkeit. So möchte sie jedes Mal den Milchschäumer spülen, wenn er verwendet wurde. Dazu sollte man unbedingt ein Gefäß unterstellen, sonst saut man sich den Kaffeeausguss ein. Das ist nicht schlimm, sieht aber unschön aus. Sollte man den Milchausguss nicht gleich spülen, so erinnert die Maschine mit einem Icon daran. Dazu kommt ein regelmäßiges Spülen beim Start oder das Ausstoßen von gemahlenem Kaffee und etwas Wasser nach der Zubereitung. Der Auffangbehälter ist dabei groß genug, so dass man ihn, anders als bei der Nivona, nicht ständig leeren muss. So oder so sollte man einmal am Tag die Maschine ausleeren und kurz durchwischen. Praktisch ist, dass sich der Milchbehälter abnehmen und direkt im Kühlschrank aufheben lässt.

Je nach Wasserhärte muss man die Maschine etwa alle 1,5 Monate entkalken. Das dauert rund 45 Minuten und wird gut erklärt. Allerdings benötigt man den zugehörigen Wasserausfluss, der abnehmbar ist (und sich gerne versteckt). Wir empfehlen dringend, ihn nah bei der Maschine aufzuheben.

Insgesamt ist die Reinigung sinnvoll gelöst. Die Maschine ist vergleichsweise zügig und die Entkalkung geht schnell von der Hand. Dazu kommt ein großer Auffangbehälter für den benutzten Kaffee und das Wasser, so dass man im Homeoffice locker über einen Tag kommen sollte.

Der UVP der Dinamica Plus liegt bei 899 Euro, der Straßenpreis ist deutlich darunter. Wer bei DeLonghi direkt bestellt, den Aufpreis zahlt und sich innerhalb von drei Monaten registriert, der bekommt eine fünfjährige Garantie für seine Maschine.

Die Dinamica Plus ist ein sehr guter Vollautomat, bei dem nur der Milchbehälter etwas herumzickt. Dass das besser geht, zeigt etwa Nivona bei der NICR 789. Dennoch: Wer darüber hinwegsehen kann, der bekommt einen feinen Vollautomaten, der guten Kaffee zubereitet und darüber hinaus mit einer cleveren Nutzerverwaltung und unterschiedlichsten Rezepten aufwartet.

Für eine Einzelperson ist die Dinamica Plus fast zu viel. Wer aber einen Partner hat, der den Kaffee komplett anders trinkt, oder wer eine vergleichsweise wartungsarme Maschine für ein kleines Team anschaffen möchte, der sollte sich den Vollautomaten genauer ansehen.

Die Dinamica Plus hat unserer Meinung nach eine sinnvollere App-Integration im Vergleich zur Nivona NICR 789, allerdings kommt sie nicht an die sehr gute Kaffeequalität der Sage Barista Touch heran.

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