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Dashcam Rollei CarDVR-318 im Test: teuer, aber sehr gut

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Mit dem CarDVR-318 bietet Rollei eine Dashcam mit fairem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir erklären, wie sie sich in der Praxis schlägt und warum die Kamera den hohen Preis wert ist.

Das Design der Rollei-Dashcam ist unauffällig und zweckmäßig. Das Kunststoff-Gehäuse hat die Abmessungen 57 × 58 × 30 mm und ein Gewicht von 75 Gramm. Auf der Oberseite befindet sich eine kleine Ausbuchtung mit dem GPS-Empfänger und einem Einschub für die Saugnapf-Fensterhalterung. Auf der Vorderseite sitzt das lichtstarke Objektiv mit einer Blendenöffnung von f/1,8 und einem Blickwinkel (FOV) von 156 Grad. Auf der Rückseite befinden sich der 2,3-Zoll-Monitor und eine Status-LED. Die vier Bedientaster sind auf der linken, der Mini-USB-Slot zur Stromversorgung ist auf der rechten Seite zu finden. Der MicroSD-Speicherkarteneinschub ist auf der Unterseite verbaut und durch einen Schieberegler gesichert. Dieser dient gleichzeitig als Ein-Aus-Schalter. Dies ist dann praktisch, wenn der Zigarettenanzünder dauerhaft Strom führt und die Kamera ansonsten bei jedem Stop ausgesteckt werden müsste.

Neben Kamera, Halterung und Netzteil gehört auch eine CD mit Handbuch und Auswertungs-Software zum Lieferumfang.

Neben dem erwähnten GPS-Empfänger ist auch die rechtlich wichtige Loop-Funktion vorhanden. Die Kamera zeichnet kurze Videoclips mit einer oder drei Minuten Länge auf und überschreibt die ältesten Aufnahmen, sobald die Speicherkarte voll ist.

In Sachen Video-Auflösung hat der CarDVR-318 einiges zu bieten. Zur Wahl stehen 2K mit 30 Bildern pro Sekunde (fps), FullHD mit 60fps oder HD mit bis zu 120fps. Wer möchte, kann auch HDR-FullHD-Videos mit 30fps aufzeichnen.

Ein Beschleunigungssensor verzeichnet zum Beispiel scharfe Bremsmanöver und schützt das entsprechende Video-File vor versehentlichem Löschen. Wer eine brenzlige Situation händisch schützen möchte, drückt während der Aufnahme auf den OK-Taster. Zur Überwachung von geparkten Autos steht neben dem Beschleunigungssensor noch eine Bewegungserkennung zur Verfügung. Die Einstellung von Datum und Uhrzeit geschieht wahlweise händisch oder anhand der aktuellen GPS-Position.

30fps bei hoher und bei niedriger Geschwindigkeit.

Wer möchte, kann dank GPS sogenannte Geschwindigkeitspunkte hinzufügen, um sich beispielsweise selbst an eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu erinnern. Dazu drückt der Nutzer die Pfeil-nach-oben-Taste und die Dashcam speichert die Position. Kommt die Dashcam nun in die Nähe dieser Position, ertönt ein kurzer Warnton und die aktuelle Geschwindigkeit erscheint auf dem Display.

Um sich nicht vom Livebild auf dem Display ablenken zu lassen, besteht die Möglichkeit das sogenanntes Funktionsdiagramm einzublenden. Letztlich zeigt die Dashcam dann die aktuelle Geschwindigkeit und einen Kompass mit der Fahrtrichtung an. Das Display hat eine ausreichend hohe Auflösung von 320 × 240 Pixel.

Das Kabel vom Netzteil für den Zigarettenanzünder ist mit knapp über 2 Metern Länge ausreichend dimensioniert. Eine Besonderheit ist der am Netzteil verbaute USB-Port. Dieser ermöglicht den zeitgleichen Betrieb von Dashcam und einem weiteren USB-Verbraucher.

Die Steuerung per Display und Bedientaster erweist sich als intuitiv und unkompliziert. Lediglich die vielen Einstellungsmöglichkeiten sorgen am Anfang für leichte Verwirrung. Hier hilft die ausführliche Anleitung weiter.

Sobald die Dashcam Strom bekommt oder eingeschaltet wurde, beginnt sie mit der kontinuierlichen Aufzeichnung. Vom Überschreiben alter Videos (Loop-Funktion) bekommt der Nutzer nichts mit. Lediglich wenn zu viele Videos als Notfall-Aufnahmen markiert wurden, muss man selbst eingreifen und Platz auf der Speicherkarte schaffen. Je nach Einstellung der Empfindlichkeit des Beschleunigungssensors, kann dies schon nach einigen Tagen der Fall sein. Noch öfter muss der Notfallordner geleert werden, wenn die Parküberwachung mit der Bewegungserkennung aktiv ist.

Auch in der Dunkelheit ist das Videobild in Ordnung. Allerdings sollte WDR aktiv sein und mit 60fps aufgezeichnet werden.

Wer möchte, kann Geschwindigkeit, Datum und Uhrzeit im Video ausblenden. Die Positions- und Geschwindigkeitsdaten werden trotzdem abgespeichert. Anders als andere Hersteller, liefert Rollei eine Auswertungs-Software für Windows-Rechner mit. Diese zeigt nicht nur das Video an, sondern blendet gleichzeitig Geschwindigkeit, Beschleunigungswerte und die Position auf einer Karte ein.

Hohe Temperaturen im Fahrzeuginneren steckt der CarDVR-318 problemlos weg. Trotz deutlich über 40 Grad im Fahrzeuginneren, macht die Dashcam beim Test keine Probleme.

Die Bildqualität ist sehr gut und um Längen besser als bei billigen Noname-Modellen. Auch der Blickwinkel von 156 Grad ist ausreichend groß, um das ganze Geschehen vor dem Auto festzuhalten. Selbst Fahrzeuge auf annähernd selber Höhe sind zu erkennen.

Für langsame Fahrten in der Stadt hat sich die 2K-Auflösung als ideal herauskristallisiert. Hier sind die meisten Details zu erkennen und die Bildrate ist ausreichend, um ordentliche Standbilder zu erzeugen. Für schnelle Fahrten über Land oder auf der Autobahn empfehlen wir die Einstellung FullHD mit 60 Bildern pro Sekunde. Bei 30fps sind die Standbilder sonst schlicht zu unscharf, um beispielsweise Nummernschilder erkennen. Bei 60fps sind die Aufnahmen auch bei hoher Geschwindigkeit knackig scharf.

Mit 60fps sind Nummernschilder auch bei hoher Geschwindigkeit zu erkennen.

Für Nachtaufnahmen sollte der WDR-Modus aktiv sein. Dieser verbessert den Kontrast und somit die Bildqualität bei schlechter Ausleuchtung. Wir haben den Modus im Test auch am Tag aktiviert und sind mit dem Ergebnis zufrieden. Die Videos bei Dunkelheit sind detailreich und das Geschehen ist gut zu erkennen, allerdings nur direkt im Scheinwerfer-Pegel. Aufgrund der Reflektionen der eigenen Scheinwerfer sind die Nummernschilder entgegenkommender Fahrzeuge, trotz aktivem WDR-Modus, nicht zu erkennen.

Die Dashcam von Rollei ist zwar verhältnismäßig teuer, aber die Investition lohnt sich. Der großer Funktionsumfang, gute Bildqualität und einfaches Handling rechtfertigen den Preis. Besonders der zusätzliche USB-Port im Netzteil und die zusätzlich beigelegte Auswertungssoftware fallen positiv auf. Auch die Möglichkeit GPS-Warnpunkte zu hinterlegen und Geschwindigkeit und Kompass anzuzeigen gefällt uns.

Der einzige Kritikpunkt an Rolleis Dashcam ist die Tatsache, dass es die Auswertungs-Software nur auf Windows-Rechnern läuft.

Wer nicht bereit ist so viel für seine Auto-Kamera auszugeben, sollte sich die Dashcam von Yi (Testbericht) ansehen. Zwar ist der Funktionsumfang nicht so groß, aber die Bildqualität ist dennoch zu gebrauchen. Noch mehr Funktionen bietet die Dashcam 65W von Garmin (Testbericht). Diese ist mit einem Preis von fast 200 Euro allerdings noch einmal deutlich teurer.

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