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Dashcam Nextbase 612GW im Test: 4K, GPS und WLAN

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Mit der 612GW bietet Nextbase eine Dashcam mit erstklassiger Ausstattung an. Wir haben getestet, ob sich der hohe Preis für die mit WLAN, 4K und GPS ausgestattete Kamera lohnt.

Das Design der Dashcam ist modern und zweckmäßig. Auf der Vorderseite sitzt mittig das lichtstarke Objektiv mit einer Blende von f/1,6. Den größten Teil der Rückseite nimmt das berührungsempfindliche 3,0-Zoll-LC-Display ein. Auf der Oberseite sitzen der Power-Taster, eine Mini-USB-Buchse und der Einschub für die Halterung. Auf der Unterseite sind ein Reset-Taster und ein Helligkeitssensor verbaut. Der Einschub für Micro-SD-Speicherkarten mit einer Kapazität bis maximal 512 GByte ist auf der linken Seite untergebracht. Rechts sind ein Mini-HDMI-Ausgang und der Notfall-Taster verbaut. Das Gehäuse misst 7 × 17 × 13 cm und wiegt inklusive Saugnapfhalterung 152 g. Die Vorderseite ist aus gebürstetem Aluminium gefertigt. Verarbeitung und Haptik sind, verglichen mit anderen Dashcams, hochwertig.

Neben der Dashcam gehören ein Polfilter, ein 12-24-V-Netzteil für den Zigarettenanzünder, ein Mini-USB-Kabel und die Halterung für die Windschutzscheibe zum Lieferumfang. Das Kabel vom Netzteil für den Zigarettenanzünder ist mit 2 m Länge ausreichend dimensioniert, um sich auch versteckt verlegen zu lassen.

Zusätzlich gehört noch ein Mini-USB-Kabel für den Anschluss am Computer zum Lieferumfang.

Die Halterung der Kamera besteht aus dem GPS-Empfänger mit einem zweiten Mini-USB-Slot und der eigentlichen Befestigungseinheit. Die meisten Dashcams arbeiten mit einer flexiblen, aber mittelmäßig stabilen Saugnapfhalterung. Andere Modelle setzen auf eine stabile, aber unflexible Klebehalterung. Nextbase packt beide Varianten in den Karton und überlässt dem Kunden die Wahl zwischen stabil und flexibel.

Im ersten Moment stellen wir uns die Frage, warum zwei USB-Anschlüsse verbaut sind. Die Antwort ist einfach: Wer die Kamera an einen Computer anschließen möchte, nutzt den Eingang direkt an der Kamera. Der zweite USB-Port, der mit dem KFZ-Netzteil verbunden ist, verbleibt an der Halterung. Umständliches Umstecken ist nicht notwendig.

Eine passende Micro-SD-Speicherkarte ist nicht beigepackt. Aufgrund der 4K-Auflösung muss diese ausreichend groß und vor allem schnell genug sein. Der Hersteller empfiehlt eine Kapazität von mindestens 64 GByte.

Eine Besonderheit der 612GW-Dashcam ist der beiliegende zirkulare Polfilter. Dieser hilft, Reflektionen auf der Windschutzscheibe zu vermeiden und sorgt außerdem für einen besseren Kontrast zwischen hellem Himmel und dunklem Untergrund. Ein praktisches Extra, das üblicherweise im professionellen Fotobereich zu finden ist.

Damit das Livebild während der Fahrt nicht ablenkt, schaltet sich das Display mit den Standardeinstellungen nach einer 30 Sekunden ab. Wer diese Einstellung ändert und den Monitor dauerhaft aktiviert, profitiert vom integrierten Lichtsensor, der die die Helligkeit der Darstellung automatisch an das Umgebungslicht anpasst. Diese Funktion ist vor allem bei Nachtfahrten hilfreich.

Die Anschlüsse und Taster sind zweckmäßig verteilt.

Neben dem bereits erwähnten GPS-Empfänger ist die rechtlich relevante Loop-Funktion integriert. Die Kamera zeichnet nicht am Stück, sondern in kurzen Videoclips mit einer bis drei Minuten Länge auf und überschreibt automatisch die ältesten Aufnahmen, sobald die Speicherkarte voll ist.

Der interne Beschleunigungssensor bemerkt starke Verzögerungen, wie beispielsweise Bremsmanöver und schützt das aktuell laufende Video-File vor versehentlichem Löschen. Löst er aus, wird eine 30 Sekunden lange und geschützte Aufnahme im Ordner Protected auf der Speicherkarte abgelegt. Diese Aufnahme enthält die zehn Sekunden vor dem Ereignis und die folgenden 20 Sekunden danach. Wer einen Situation händisch vor dem Überschreiben schützen möchte, drückt auf den Notfall-Taster.

Die Kamera hilft nicht nur bei Fahrten Beweise zu sichern, sie ist auch beim Parken aktiv. Zur Parkraumüberwachung ist neben dem Beschleunigungssensor eine zusätzliche Bewegungserkennung verbaut. Verzeichnet die Kamera Bewegungen oder Erschütterungen, zeichnet sie auf und hilft so bei der Aufklärung von Parkremplern oder Vandalismus. Dank des integrierten Akkus funktioniert das auch wenn die Kamera keinen Strom vom KFZ bekommt.

In Sachen Video-Auflösung hat die Dashcam einiges zu bieten. Zur Wahl stehen Aufnahmen in 4K (30fps), 1440p (60fps) oder Full-HD (60fps). Wer möchte kann die Videos auch als Zeitraffer aufnehmen, um damit beispielsweise sein Urlaubsvideo aufzuwerten. Dazu muss die entsprechende Funktion im Menü aktiviert sein. Die Wiedergabezeit des Zeitraffers beträgt ein Sechstel der Aufnahmedauer. In der Anleitung weist der Hersteller darauf hin, dass diese Funktion für die Freizeitgestaltung gedacht ist und im normalen Straßenverkehr deaktiviert werden soll. Wer sie nutzt, kann Fahrten mit einer Dauer bis zu einer halben Stunde aufnehmen.

Die Steuerung per Touchscreen ist intuitiv und unkompliziert. Die Menüführung ist logisch aufgebaut und dank guter Übersetzung verständlich. Das gleich zu Testbeginn fällige Update ist nach etwa zwei Minuten fertig installiert. Wer die Kamera lieber am Smartphone konfiguriert oder sich Videos herunterladen möchte, kann alternativ die kostenlose App Cam Viewer für iOS und Android benutzen. Die WLAN-Verbindung funktioniert im Test zuverlässig.

Wenn Sprache, Maßeinheiten, Uhrzeit, Auflösung und Aufnahmedauer konfiguriert sind, muss sich der Nutzer nicht weiter um die Kamera kümmern. Sobald die Dashcam Strom bekommt oder händisch eingeschaltet wird, beginnt sie mit der Loop-Aufzeichnung. Vom Überschreiben alter Aufnahmen bekommt der Nutzer nichts mit. Wenn zu viele Videos mit dem Notfall-Button markiert wurden, muss man eingreifen und Platz auf der Speicherkarte schaffen. Bei Nutzung der vollen 4K-Auflösung, ist dies bei kleinen Speicherkarten schon nach wenigen Clips der Fall.

Der Touchscreen funktioniert zuverlässig und präzise.

Wer möchte, kann Geschwindigkeit, Datum, Uhrzeit und auch einen Namen oder ein Kennzeichen im Video einblenden. Wer dies nicht will, deaktiviert die jeweilige Anzeige im Menü. Die Positions und Geschwindigkeitsdaten werden allerdings trotzdem mit abgespeichert. Die kostenlose Nexbase-Software Replay 3 hilft bei der Auswertung der Videos. Das Programm spielt nicht nur die Videos ab, es zeigt auch Geschwindigkeit, Beschleunigungswerte und Position auf einer Karte an.

Obwohl die Dashcam auch bei niedrigen Temperaturen sehr warm wird, funktioniert sie während des Tests auch an heißen Spätsommer-Tagen zuverlässig. Trotz über 40 °C im Fahrzeuginneren, macht die 612GW keinerlei Probleme.

Wer die Kamera per HDMI an einen Monitor anschließt, kann die Videos ohne Umwege abspielen und ansehen. Ein nettes, aber nicht wirklich notwendiges Extra.

Die Bildqualität der 4K-Aufnahmen ist vor allem tagsüber ex­zel­lent. Die Aufnahmen sind knackig scharf und kontrastreich. Die Farben wirken natürlich und selbst bei Gegenlicht ist der Dynamikumfang ausreichend. Dank der hohen Auflösung sind auch Details, wie Nummernschilder oder Straßennamen, gut sichtbar. Die Regulierung der Helligkeit bei wechselndem Umgebungslicht funktioniert schnell und zuverlässig.

Verschiedene Blickwinkel im Überblick.

Der Blickwinkel ist mit 150 Grad zwar nicht ganz so groß wie bei anderen Modellen, das Geschehen vor dem Auto ist aber gut zu erkennen. Nur Fahrzeuge, die sich auf annähernd selber Höhe befinden, verschwinden im toten Winkel.

Für langsame Fahrten innerorts hat sich die 4K-Auflösung als ideal herauskristallisiert. Hier sind die meisten Details zu erkennen und die Bildrate ist ausreichend, um ordentliche Standbilder zu erzeugen. Für schnelle Fahrten auf der Autobahn empfehlen wir die Einstellung 1440p mit 60 Bildern pro Sekunde. Bei den 30 Einzelbildern der 4K-Aufnahmen sind die Standbilder bei großen Geschwindigkeitsunterschieden sonst zu unscharf.

Die Nachtaufnahmen sind ausreichend gut, können aber bei weitem nicht mit der guten Bildqualität in heller Umgebung mithalten. Die Videos bei Dunkelheit rauschen und sind leicht unscharf. Das Geschehen direkt im Scheinwerfer-Pegel ist trotzdem gut zu erkennen. Aufgrund der Reflektionen der eigenen Scheinwerfer sind die Nummernschilder entgegenkommender Fahrzeuge kaum bis gar nicht lesbar.

Die 612GW von Nextbase ist zwar verhältnismäßig teuer, aber gerade für Fahrten am Tag lohnt sich die Investition. Der große Funktionsumfang, die ausgesprochen gute Bildqualität und einfaches Handling rechtfertigen den hohen Preis. Wer häufig Nachts unterwegs ist, kann sich allerdings auch eine günstigere Dashcam zulegen. Hier sind die Ergebnisse der 612GW nicht besser als bei anderen Modellen.

Besonders die beiden Halterungs-Varianten und die kostenlose Auswertungssoftware fallen positiv auf.

Wer nicht bereit ist so viel für seine Auto-Kamera auszugeben, sollte sich die Dashcam von Yi (Testbericht) ansehen. Zwar ist der Funktionsumfang nicht so groß, aber die Bildqualität ist dennoch zu gebrauchen. Wer auf hohe Qualität und gute Ausstattung Wert legt, sollte sich den Testberichte der Dashcams von Garmin (Testbericht) und Rollei (Testbericht) ansehen.

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