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DYU D3F im Test: Günstiges E-Klapprad für 420 Euro

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Das DYU D3F ist wohl das günstigste E-Klapprad am Markt. Ob sich das Modell für Pendler & Co. eignet, haben wir getestet.

Unter allen E-Klapprädern (Themenwelt), die wir bisher getestet haben, ist das DYU D3F ein echter Winzling im ausgeklappten Zustand. Es hat Miniatur-Räder mit 14 Zoll und misst kaum mehr als ein Bürostuhl in der Länge. Aber es ist alles dabei: Scheibenbremsen, Elektromotor, Klappmechanismus, Beleuchtung und ein gefederter Sattel.

Damit ist das D3F ein vielversprechender Kandidat für die schnelle Pendelei zwischen S-Bahn und Arbeitsplatz. Denn zusammengeklappt müssen Radler dafür nicht mal ein Extra-Ticket lösen – dadurch spart das Gerät nicht nur Zeit, sondern auch noch Geld. Mit gut 420 Euro liegt es bei Banggood (Kauflink) mit Gutschein-Code BGDYUD3F44GE zudem deutlich unter den Preisen anderer Kandidaten. Zum Vergleich: Das ähnlich ausgestattete Fiido D2S (Testbericht) liegt mit gut 539 Euro knapp 100 Euro darüber. Aber wird man mit dem Mini-Klapprad von DYU auch glücklich?

Das DYU D3F im Test richtet sich an Flachland-Pendler. Wer ein Klapprad für Berg, Wiese & Co. vorzieht, findet in unseren Beiträgen zum Fiido M1 (Testbericht) und Mate X (Testbericht) mögliche Alternativen.

Das DYU D3F sieht auf den ersten Blick aus wie der sehnlichst in Erfüllung gegangene Traum eines Designers für Zirkus-Gerätschaften. Es wirkt knubbelig und das tränenförmige Akkugehäuse in der Mitte des Bikes zieht alle Blicke auf sich. Dabei hat der gewöhnungsbedürftige Formfaktor einen großen Vorteil gegenüber vielen anderen E-Klapprädern: Das D3F lässt sich ohne Probleme mit einer Hand anheben und in den Kofferraum oder die S-Bahn wuchten. Das ist elementar wichtig für dieses Modell, denn bis auf Lenkerstange und Pedale klappt sonst nichts.

Nicht wirklich klappbar, aber dennoch klein – das D3F ist ein Klapp-Kompromiss.

Andere Räder wie das Luxus-Klapprad Brompton Electric (Testbericht) oder das Fiido D2S (Testbericht) schaffen es zusammengeklappt auf eine Größe von 58(l) [×] 62(h) [×] 33(b) beziehungsweise 75(l) [×] 65(h) [×] 45(b) Zentimeter. Das DYU D3F bleibt mit 112(l) × 65(h) × 30(b) Zentimetern immer sperrig. Dafür liegt die Lenkerstange zusammengeklappt immerhin perfekt parallel zum Rahmen an.

Unser Testgerät ist die günstigste Ausstattungsvariante. No-name-Scheibenbremsen, Klingel, An- / Aus-Taster, Knopf für das fest eingebaute Vorderlicht, separate Rückleuchte zum dranclippen, Ladestandanzeige, 250-Watt-Stunden-Akku und Seitenständer umfassen das gesamte Angebot. Wer ein Display mit Geschwindigkeitsanzeige und eine fest integrierte Rückleuchte will, muss gut 100 Euro drauflegen. Varianten beim Akku gibt es nicht.

Das D3F ist zweifelsohne gut verarbeitet. Der Rahmen ist stabil, die Bremsen greifen gut und der Sattel sitzt fest. Das Fahrrad wirkt, trotz seines unüblichen Designs, optisch hochwertig. Personen bis zu einem Eigengewicht von 120 Kilogramm dürfen auf dem Sattel Platz nehmen.

Er macht was er soll, aber hält der Ein- / Aus-Taster auch lange?

Kritik gibt es im Detail. Die Sicherung des Klappmechanismus der Lenkstange ist aus Kunststoff und nicht hochwertig. Zwar sitzt der Verschluss fest, dennoch wünschen wir uns eine hochwertigere Sicherung – da hängt unter Umständen schließlich die Gesundheit des Fahrers dran. Zudem wirken die Bedienelemente – also Taster für Einschalten und Licht – nicht langlebig. Das verwendete Plastik fühlt sich billig an, die Mechanik sehr wackelig. Davon abgesehen stört ein anderer Umstand ebenfalls stark: Das DYU D3F hat keine Gangschaltung. Wer also seinen Akku leergefahren hat, darf ordentlich in die Pedale treten, um ohne Unter- oder Übersetzung mit den 14-Zoll-Reifen voranzukommen.

Der höhenverstellbare Sattel wird für viele Interessenten ein Ausschlusskriterium sein. Die Sattelstange fährt über einen Schnellverschluss nur maximal 86 Zentimeter aus, Menschen über einer Körpergröße von 1,70 Metern werden hier deutliche Komfort-Einbußen beim Treten hinnehmen müssen. Beim Gewicht reiht sich das D3F mit 17 Kilogramm zwischen dem Brompton Electric mit 14,5 und dem Fiido D2S mit 20 Kilogramm ein.

Größter Kritikpunkt ist Gashebel des Fahrrades. Der ist zwar wegen der kleinen Bauform des Rades und fehlender Gangschaltung enorm komfortabel, aber in Deutschland nicht legal. Schade, denn dadurch wird das E-Bike dank Sattel zur angenehmen Alternative zu E-Scootern. In anderen europäischen Ländern gilt dieses Verbot nicht.

DYU D3F im Detail (10 Bilder)

Klein und robust – so beschreibt man das DYU D3F wohl am besten.

Das D3F fährt sich wie ein Kinderfahrrad – es ist klein. Wer größer als 1,70 Meter ist, wird seine Knie beim Treten auf Hüfthöhe vorfinden. Auch die Unterstützung des Elektromotors ist nicht durchdacht. Hat man die Mindestgeschwindigkeit von 6 km/h erreicht, startet der Motor. Dieser liefert aber so viel Schub, dass man eigentlich im Leerlauf tritt. Hier fehlt einfach die Gangschaltung oder eine feinere Abstimmung.

Mit Gasgriff kommt man rasch auf die angegebenen 25 km/h – zumindest in der Ebene. Sobald ein kleiner Anstieg von wenigen Prozent ansteht, schwächelt der Motor-Unterstützung und geht in die Knie. Wer sich beispielsweise die Steigung eines Rollstuhlaufgangs vorstellt, hat damit auch die Grenze des Motors vor Augen. Hier hilft nur Absteigen oder kräftig Trampeln.

Während der Fahrt auf flachem Untergrund macht das D3F aber einen guten Job. Es schwingt sich leicht um Kurven, bietet ein stabiles Fahrgefühl und macht selbst auf Kieswegen Spaß. Die fehlende Federung des Rahmens fängt der gefederte Sattel in den meisten Fällen ab.

250 Watt-Stunden leistet der fest eingebaute Akku. Zum Vergleich: Das spürbar agilere Fiido D2S (Testbericht) bietet 270 Watt-Stunden. Unter optimalen Bedingungen schafft das D3F laut Hersteller 20 bis 40 Kilometer Reichweite. In der Praxis mit reiner Trittunterstützung liegen wir bei knapp 30 Kilometern. Wer nur mit Gashebel fährt, kommt auf rund 15 Kilometer.

Leider fest eingebaut: Der Akku des DYU D3F

Um die Reichweite zu verlängern, bieten E-Bikes in aller Regel verschiedene Modi zur Trittunterstützung. Diese fehlen beim DYU-Klapprad komplett. Nach dem Motto „alles oder nichts“ tritt man mit voller Power bis der Akku leer ist. Fürs Laden kommt ein 1,5-Ampere-Netzteil zum Einsatz. Das pumpt den Akku in gut 4 Stunden wieder komplett voll.

In der günstigsten Ausstattungsvariante liegt das DYU D3F regulär bei 440 Euro mit Versand aus einem EU-Lager. Als Anbieter kommen unter anderem Gearbest, Geekbuying oder Banggood infrage. Banggood, die uns das Testgerät zur Verfügung stellen, bieten zudem einen Gutschein-Code an. Mit dem Kürzel BGDYUD3F44GE bekommt man das Rad für 420 Euro (Kauflink).

Legale Alternativen wie das Blaupunkt Fiene 500 (Testbericht) oder das Brompton Electric (Testbericht) starten ab 1500 beziehungsweise 3000 Euro.

Das DYU D3F ist ein guter Begleiter auf Camping-Plätzen und sonstigen Destinationen im europäischen Ausland. Es ist ausreichend gut verarbeitet und richtig günstig – als E-Scooter-Alternative für Stadt, Camping & Co. ideal.

Auch für kurze Pendler-Strecken auf ebenerdigen Strecken wäre das Modell optimal. Wer das Bike allerdings hierzulande fahren will, kann das nur illegal. Schade, denn eigentlich wäre das D3F trotz aller Kritikpunkte ein richtig guter Ersatz für E-Roller.

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