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DECT-Telefon Fritz Fon C6 von AVM im Test: unauffällig gut

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Neben ordentlicher Sprachqualität und hoher Reichweite müssen DECT-Telefone auch über ein einfaches Bedienkonzept verfügen. Wir prüfen, ob das AVM Fritz Fon C6 diese Anforderungen erfüllt.

Nach den mit der Fritzbox kompatiblen DECT-Telefonen AVM Fritz Fon C5 (Testbericht), Gigaset CL660HX (Testbericht) und Panasonic KX-TGJ310 (Testbericht) muss jetzt das neue C6 von AVM zeigen, was es kann.

Das Design des Fritz Fon C6 ist wesentlich klassischer und unauffälliger als das des kantigen und schmalen Vorgängermodells C5 (Testbericht). Das ist schade, denn die schlanke Form und das eigenständige Aussehen hatten uns gut gefallen. Das C6 sieht zwar modern und schick aus, es hebt sich aber nicht vom Design der Konkurrenz ab. Mit Abmessungen von 4,7 × 2,1 × 15,2 cm ist das Gerät dicker und breiter als das ältere C5. Auch das Gewicht liegt mit 126 g über dem des Vorgängers. Durch die abgerundete Rückseite liegt das C6 trotzdem sehr gut in der Hand.

Das (weiße) C6 neben dem (schwarzen) Vorgängermodell C5.

Verarbeitung und Haptik sind tadellos und hochwertig. Selbst bei starkem Druck auf das Gehäuse kommt es weder zu Knacken noch zu Verformungen. Im Vergleich zum Vorgängermodell verzichtet AVM auf glänzende Flächen. Das ist gut so, denn diese sind Anziehungspunkte für Staub und Fingerabdrücke. Auch die Befürchtung, dass die weiße Oberfläche schnell verschmutzt, hat sich im Testzeitraum nicht bestätigt. Die beleuchteten Tasten sind gut zu erreichen und auch „blind“ ausreichend gut zu erfühlen. Die Tastatur reagiert zuverlässig und hat einen klar definierten Druckpunkt.

Das Farbdisplay mit einer Diagonalen von 5,6 cm (2,2 Zoll) ist ausreichend hell, um es auch in direktem Sonnenschein noch gut ablesen zu können. Die Auflösung von 240 × 320 Bildpunkten ist zwar bei weitem nicht mit einem Smartphone vergleichbar, für ein DECT-Telefon aber okay – im direkten Vergleich zum Handy fühlt sich das aber trotzdem irgendwie altbacken an.

Das C6 hat, wie auch das Vorgängermodell, einen seitlichen Lautstärke-Taster und eine Klinke-Buchse für den Anschluss eines Headsets. Auf einen Gürtelclip verzichtet der Hersteller.

Der Akku erlaubt eine Standby-Zeit von über 10 Tagen.

Der Deckel auf der Rückseite ist einfach abnehmbar. Darunter sitzt ein austauschbarer 3,7-Volt-Akku (Li-ion) mit einer Kapazität von 1000 mAh. Beim C6 sind laut Hersteller 16 Stunden Gesprächsdauer und eine Standby-Zeit von satten 12 Tagen möglich. Der Erfahrung nach liegt die tatsächliche Akkulaufzeit minimal darunter, was aus unserer Sicht trotzdem für Vieltelefonierer ausreicht. Die Akkulaufzeit bei regelmäßiger Nutzung liegt bei gut einer Woche. Das vollständige Aufladen dauert mit über fünf Stunden allerdings verhältnismäßig lange. Liegt das C6 auf dem Tisch, geht es nach wenigen Minuten in den Standby-Modus und verdunkelt das Display. Sobald das Telefon in die Hand genommen wird oder ein Anruf eingeht, erwacht das Telefon automatisch.

Das Design der Ladestation ist reduziert und unauffällig. Einsetzen und Herausnehmen des Handteils klappt sowohl von oben als auch von vorn. Die Verarbeitung ist gut und AVM tut gut daran, auch hier auf eine Hochglanzoberfläche zu verzichten. Das fest mit der Ladeschale verbundene Kabel des 12-Volt-Netzteils ist mit 180 cm ausreichend lang dimensioniert.

Die Tasten haben einen klar definierten Druckpunkt.

Das Einrichten des Fritz Fons an einer Fritzbox 7590 (Testbericht) ist ebenso unkompliziert wie beim Vorgängermodell. Selbst technisch unbedarfte Nutzer kommen problemlos damit zurecht. Nach dem Entfernen des Akku-Schutzes schaltet sich das C6 ein. Sofort erscheint ein Hinweis, den DECT-Knopf des Routers zu drücken. Nachdem dieser gedrückt wurde, dauert es nur einen Augenblick – dann ist das Telefon erfolgreich gekoppelt und sofort einsatzbereit. Einfacher und bequemer geht es nicht.

Das C6 liegt gut in der Hand.

Das Telefonieren mit dem C6 funktioniert gut und zuverlässig. Beim ersten Telefonat fällt uns allerdings ein deutliches Hintergrundrauschen des Lautsprechers auf. Noch bevor wir uns weiter damit beschäftigen, meldet das Fritz Fon, dass ein neues Firmware-Update bereitsteht. Wir bestätigen die Meldung. Knapp zwei Minuten später startet das aktualisierte C6 neu. Zu unserer Überraschung ist nun auch das störende Rauschen verschwunden. Die Sprachqualität ist jetzt sowohl für uns als auch für unseren Gesprächspartner gut und störungsfrei. Der Klang des C6 ist insgesamt etwas wärmer als beim Vorgängermodell. Selbst bei nachlassender Verbindungsqualität bleibt die Sprachqualität gleichbleibend gut. Im Test hat das C6 in einem Einfamilienhaus zusammen mit der Fritzbox 7590 sehr gut zusammengearbeitet. Auf dem kompletten Grundstück (620 m²) ist der Empfang gut bis sehr gut.

Die Menüstruktur des Telefons ist logisch und intuitiv. Wir finden uns auf Anhieb gut zurecht. Das Anlegen neuer Telefonbucheinträge direkt am Telefon klappt problemlos. Die neu angelegten Kontakte speichert das C6 direkt auf der Fritzbox. Diese stehen so auch auf anderen mit der Fritzbox verbundenen und kompatiblen DECT-Telefonen, wie dem Gigaset CL660HX (Testbericht), zur Verfügung. Das Ändern von Klingelton und Startbildschirm ist ebenso unproblematisch wie das Anpassen von Hinweistönen oder das Starten eines Firmware-Updates.

Das Aufspielen des Firmwareupdates klappt ohne zusätzlichen Computer.

Wesentlich komfortabler als die Bedienung am Telefon ist die Konfiguration über das Webinterface der Fritzbox. Mit wenigen Mausklicks lassen sich die Einstellungen des C6 verändern.

Der Funktionsumfang des Fritz Fons ist enorm. So ist es beispielsweise möglich, Fotos für Kontakte zu hinterlegen und mp3-Dateien als Klingeltöne zu definieren. Auch ein minimalistischer Equalizer für die Anpassung der Tonausgabe ist vorhanden. Eine zeitgesteuerte Stummschaltungen, die Unterdrücken der Rufnummer oder die Anklopf-Funktion stehen ebenfalls zur Verfügung. Ob man das alles braucht, steht auf einem anderen Blatt.

Dank der Fritzbox im Hintergrund kann das C6 aber noch mehr. Es ist beispielsweise möglich, Radio zu hören, E-Mails zu schreiben und zu empfangen, RSS-Feeds zu lesen oder auf Bilder und Musik aus dem Netzwerk zuzugreifen. Das funktioniert in der Praxis zuverlässig, macht wegen des kleinen Bildschirms aber eigentlich keinen Spaß – das kann jedes Handy besser. Bis auf die Radiofunktion haben wir die Sonderfunktionen deshalb nur selten genutzt. Der Klang des Lautsprechers ist zwar nur mäßig, wer sonst Musik mit dem Küchenradio hört, wird dennoch zufrieden sein.

Auch als Babyfon macht das C6 eine gute Figur.

Für Eltern mag die Babyfon-Funktion interessant sein. Hierzu wird beim C6 die entsprechende Komfort-Funktion gestartet und eine Telefonnummer hinterlegt. Im Test nutzen wir ein weiteres DECT-Telefon eines anderen Herstellers und dessen interne Rufnummer. Wer will, kann aber auch externe Rufnummern einstellen. Nimmt das C6 bei aktiver Babyfon-Funktion für mehrere Sekunden lang Geräusche wahr, startet es einen Anruf zur hinterlegten Nummer. Mit dem zweiten Telefon können die Eltern dann hören, was gerade im Kinderzimmer los ist. Wer möchte, kann dem Kind auch etwas mitteilen.

Wer eine IP-Kamera im hauseigene WLAN integriert hat, der kann auch darauf mit seinem C6 zugreifen. So lässt sich beispielsweise feststellen, wer gerade an der Haustüre klingelt oder warum es im Kinderzimmer so verdächtig leise ist – aber wie gesagt, das kann jedes Handy besser.

Das Fritz Fon C6 ist nur mit weißem Gehäuse verfügbar.

Das Fritz Fon C6 unterscheidet sich letztlich nur durch eine leicht verbesserte Akkulaufzeit und ein verändertes Design vom Vorgängermodell. Zwar werden auch bessere Klangqualität und eine verbesserte Ergonomie beworben, einen signifikanten Unterschied zum günstigeren C5 können wir aber nicht feststellen.

Der volle Funktionsumfang und die Einfachheit der Bedienung sind beim Fritz Fon nur zusammen mit einer Fritzbox verfügbar. Aber exakt dafür ist das C6 prädestiniert. Kein DECT-Telefon eines anderen Herstellers bietet ein so komfortables Handling in Zusammenarbeit mit dem beliebten AVM-Router.

In Sachen Sprachqualität, Reichweite und Akkulaufzeit schneitet das Gerät gut bis sehr gut ab. Die Zusatzfunktionen wie Radio oder Babyfon sind durchaus praktisch und einfach einzurichten. Die meisten Sonderfunktionen sind zwar theoretisch ganz praktisch, werden in der Praxis aber nur selten genutzt.

Wer ein DECT-Telefon sucht, welches einfach einzurichten und zuverlässig ist, macht mit dem Fritz Fon C6 alles richtig. Wer knapp 10 bis 15 Euro sparen will, sollte das vergleichbare Vorgängermodell C5 ansehen. Durch sein eigenständiges Design gefällt es uns sogar einen Tick besser als das neue C6.

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