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D-Link Outdoor-Cam im Test: Mit Sirene & kostenloser Cloud

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Alarm-Sirene, Einbruchswarnung und kostenlose Cloud-Speicherung von Aufnahmen – die D-Link Outdoor-Kamera bietet viel für 170 Euro. Wir haben die Cam getestet.

Wer wissen will, was im eigenen Garten oder auf dem Balkon passiert, braucht eine Überwachungskamera. Hier hat man die Wahl zwischen kabelgebundenen und kabellosen Lösungen. Letztere eignen sich vor allem für große Gärten und fehlende Stromanschlüsse, limitierender Faktor ist dann nur noch eine entsprechende WLAN-Netzabdeckung. In unserem Vergleichstest: Outdoor-Kameras mit Akku zeigen wir entsprechende Lösungen für den Betrieb ohne Stromkabel.

Kabelgebundene Varianten wie die D-Link DCS-8627LH bieten meist deutlich mehr. Sie hat einen Lautsprecher, ein Mikrofon, einen SD-Karten-Slot, Infrarot-LEDs für Nachtsicht und einen Passiv-Infrarot-Sensor (PIR). Zudem erkennt sie Personen und erschrickt mit Sirene und LED-Beleuchtung. Letzteres ist eigentlich sonst den Outdoor-Leuchten mit WLAN-Kamera (Vergleichstest) vorbehalten.

Die Einrichtung erfolgt über die kostenlose Mydlink-App für Android und iOS. Dafür fordert D-Link ein Nutzerkonto mit Name, E-Mail-Adresse und Kennwort. Im Vergleich zu anderen Anbietern ist das völlig in Ordnung: Bei der Ring Spotlight (Testbericht) will der Hersteller gleich noch die ganze Anschrift wissen, bei der Nest Cam IQ (Testbericht) die Postleitzahl.

Ist das Nutzerkonto angelegt, führt die App binnen rund zwei Minuten durch den kompletten Einrichtungsprozess. Per Klick auf Gerät hinzufügen, Scan des entsprechenden QR-Codes auf der Unterseite der Kamera und Eingabe des WLAN-Passworts ist sie einsatzbereit. Zwischendrin gibt es Tipps zu den einzelnen Funktionen und Hinweise zur Montage an der Wand – dazu später mehr.

D-Link App-Setup (13 Bilder)

Weniger gefallen hat uns das Firmware-Update nach Abschluss der Einrichtung. Das dauert ungewöhnlich lang; rund 40 Minuten mussten wir warten, bis die Kamera wirklich einsatzbereit war. Zudem bleibt die App gerne einmal in Untermenüs hängen. Dann ist ein kompletter Neustart notwendig.

Für die Montage an Wand und Decke liegen der Kamera jeweils zwei Schrauben und Dübel bei. Die Halterung selbst ist fest mit der Cam verbunden und eignet sich je nach Winkel für Wände oder beispielsweise Vordächer. Eine Befestigung per Magnet ist nicht vorgesehen, dennoch gibt es Befestigungsmöglichkeiten ohne Bohren. Das gelingt allerdings nur, wenn man einen Pfahl, eine Stange oder etwa Geländer in der Nähe hat. Dafür liegen zwei mitgelieferte Kabelbinder zur Befestigung bereit, die durch entsprechende Aussparungen in der Wandhalterung gezogen werden.

Vor dem Festschrauben der D-Link-Kamera sollten Nutzer nach der nächsten Steckdose Ausschau halten, schließlich benötigt die Kamera dauerhaft eine feste Stromversorgung. Das mitgelieferte Kabel misst sieben Meter. Wer die Cam also auf einer Höhe von drei Metern befestigt, hat noch vier Meter zur nächsten Steckdose übrig – das sollte in den meisten Fällen ausreichen.

Die D-Link DCS-8627LH bietet eine Bewegungserkennung via PIR-Sensor. Dieser löst zuverlässig aus und aktiviert je nach vorgenommener Einstellung die LED-Beleuchtung, die integrierte Sirene und sendet eine Benachrichtigung ans Smartphone des Eigentümers. Die Sirene selbst piepst laut genug, um einen Einbrecher kurzzeitig aufzuschrecken, klingt aber eher wie ein Auto mit Rückfahrassistent. Für echte Signalwirkung ist das zu leise.

Die LED-Beleuchtung kommt auf 400 Lumen Leuchtkraft. Das reicht, um einen Garten teilweise auszuleuchten. Hier sind andere Kameras heller: Die Netatmo Presence (Testbericht) kommt auf 1500 Lumen, die Blaupunkt Lampcam (Testbericht) auf 1000 Lumen.

Die Kamera ist wetterfest und hält laut Hersteller Temperaturen zwischen -25 und +45 Grad Celsius stand. Für unsere Breiten reicht das.

Software-seitig unterscheidet die Kamera zwischen generellen Bewegungen und Bewegungsmustern von Menschen. Die Unterscheidung ist vor allem dann wichtig, wenn man daran weiterführende Aktionen knüpfen möchte. So können Nutzer etwa einen Notfallkontakt festlegen, der direkt angerufen werden kann, wenn die Kamera einen Menschen erkennt – die Polizei beispielsweise. Zudem gibt es eine sogenannte Glass Break Detection, also eine Geräuscherkennung bei zerbrochenem Glas. Wirklich gut funktioniert die aber nicht. In unserem Testlauf löste diese Erkennung auch bei zugeschmetterten Türen oder Gewitter aus.

D-Link DCS-8627LH im Detail (6 Bilder)

Mikrofon, Scheinwerfer, und Status-LED lassen sich dauerhaft über die App an- oder ausschalten. Zudem können Nutzer hier einen Aufnahmebereich festlegen, also etwa nur von einem zum anderen Gartenzaun, sowie die Intensität der Bewegungserkennung. Auf hoch wird jede noch so kleine Bewegung erfasst, das führt bei Wind zu nervigen Fehlalarmen. Ein vollständiges Ausschwärzen von Bildbereichen ist nicht möglich, entsprechend darf man die Kamera nur dort anbringen, wo sie keinen öffentlichen Raum filmt.

Für Scheinwerfer und Sirene erlaubt die App jeweils drei Zeiträume; 30, 60 und 90 Sekunden. Danach geht das Licht wieder aus und der Alarm verstummt. Über Regeln kann man zudem verschiedene Einstellungen kombinieren. Erkennt die Kamera eine Person, besteht etwa die Wahl darin, ob Licht und Alarm oder nur eins von beidem aktiviert wird.

In Kombination mit Alexa- oder Google-Assistant ist eine Anzeige des Kamerabildes auf einem Bildschirm, etwa einem Echo Show (Testbericht), möglich. Mit Befehlen wie „Alexa, zeige mir den Garten“ sieht man dann, was gerade draußen passiert.

Bei Tageslicht ist die Bildqualität gut bis befriedigend und erinnert an die Akaso CS300 (Testbericht). Der Himmel ist überbelichtet und überstrahlt mangels ordentlicher Bilddynamik komplett weiß. Bäume, Büsche & Co. haben matschige Texturen aufgrund fehlender Bildschärfe – trotz Full-HD-Auflösung, also 1920 × 1080 Pixel.

Bei Aufnahmen bei Tageslicht verschwimmen Texturen, Himmel sind überbelichtet.

Nachtaufnahmen sind hingegen vergleichsweise scharf und kontrastreich, das Bild durch die zwei integrierten Infrarot-LEDs ausreichend hell. Dadurch sind sogar Gesichtszüge und Konturen von Personen zu erkennen. Wer bei Nacht zudem mit eingeschaltetem Scheinwerfer aufnimmt, erhält ein sehr farbenfrohes und gut ausgeleuchtetes Bild. D-Link nennt das "Farb-Nachtsicht".

Bei Nacht sieht man jedes notwendige Detail, selbst Gesichtszüge.

Das integrierte Mikrofon überträgt den Ton klar und verständlich auf das Smartphone. So versteht der Eigentümer beispielsweise problemlos, was der Postbote sagt. Der Lautsprecher in der D-Link-Kamera ist allerdings viel zu leise zur Wiedergabe der eigenen Stimme. Will man dem Postboten etwa sagen, dass er das Paket im Garten abstellen soll, muss der schon genau hinhören – der ausgegebene Ton wirkt verzerrt und dumpf.

Wer seine Aufnahmen von der D-Link-Kamera speichern will, hat zwei Optionen. Entweder kommt eine Micro-SD-Karte (max. 256 GByte) zum Einsatz oder der Cloud-Dienst von D-Link. Ersteres ist in Hinblick auf den Schutz der eigenen Aufnahmen die sicherste Alternative. Allerdings: Wenn jemand die Kamera klaut, sind auch die Aufnahmen weg. Letzteres, also der Cloud-Dienst, ist deutlich komfortabler. Die kostenlose Version speichert Aufnahmen von bis zu drei Kameras für jeweils 24 Stunden. Einzelne Aufnahmen kann man sich direkt auf das Smartphone speichern – ohne Aufpreis.

Für 24 Euro im Jahr gibt es die Speicherung von Aufnahmen der letzten 7 Tage, für 50 Euro der letzten 14 und für 100 Euro der letzten 30 Tage. Zudem werden bei den teuersten Angeboten auch fünf beziehungsweise zehn Kameras unterstützt. Die gespeicherten Aufnahmen unterliegen der DSGVO, als Speicherorte kommen laut Datenschutzerklärung (Link zu D-Link) aber möglicherweise auch die USA in Frage.

Die D-Link DCS-8627LH liefert ein gutes Gesamtbild. Personenerkennung, LED-Scheinwerfer und Sirene sind drei große Pluspunkte. Der kostenfreie Cloud-Speicher sollte zudem für alle reichen, die einfach nur eine saubere Überwachung wollen.

Weniger gut schneidet die Einbruchserkennung, der integrierte Lautsprecher und die App ab. Alle drei sind mangelhaft. Gerade bei der App wünscht man sich, dass die dauerhaften Aussetzer behoben werden. Wer damit dennoch klar kommt, erhält eine solide Outdoor-Kamera für den Heimgebrauch, die Personen zuverlässig erkennt und sekundenschnell den Nutzer informiert.

Alternativen haben wir in unserem Vergleichstest: Outdoor-Kameras mit Akku sowie im Vergleichstest: Outdoor-Leuchten mit WLAN-Kamera zusammengefasst.

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