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D-Link DIR-X1860: Günstiger Wifi-6-Router im Test

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Der schwarze D-Link DIR-X1860 Wi-Fi 6 Router verspricht WiFi-6 bis 1200 MBit/s bei 5 GHz plus 600 MBit/s bei 2,4 GHz. TechStage prüft, was ankommt.

D-Link hat mit dem DIR-X1860 einen vergleichsweise günstigen Wifi-6-Router im Programm. Bei den technischen Daten ähnelt er dem Honor Router 3 (Testbericht), der allerdings deutlich günstiger ist. Wir testen das D-Link-Gerät im Rahmen unserer Themenwelt Wifi-6 Router.

Der D-Link DIR-X1860 AX1800 EXO Wi-Fi 6 Router setzt auf das klassische WLAN-Router-Design mit externen Antennen. Vorne sitzen vier Status-LEDs. Sie leuchten weiß, wenn alles passt. Hinten hat der D-Link-Funker, von links, eine Strombuchse für das Netzteilkabel, einen echten Power-Taster und einen Reset-Taster. Rechts außen sitzt ein winziger WPS-Taster.

Mittig vier schwarze LAN-Buchsen und eine gelbe WAN-Buchse. Alle Fünf sind auf 1000 MBit/s limitiert. Da D-Link den WiFi-6-Bruttodurchsatz bei 5 GHz bis maximal 1200 MBit/s aufdreht, werden auch die höchsten Netto-Peaks an den „langsamen“ LAN-Ports nicht ausgebremst.

D-Link DIR-X1860 (4 Bilder)

D-Link DIR-X1860

(Bild: Karcher)

Der D-Link DIR-X1860 Wi-Fi 6 Router verspricht eine WLAN-Summen-Leistung von 1800 MBit/s, verteilt auf zwei WLAN-Bänder:

  • Im 5 GHz Band bis zu 1200 MBit/s.
  • Im 2,4 GHz Band bis zu 574 MBit/s.

Diese Werte kommen aber nur, wenn auch die WLAN-Endgeräte schon mit WiFi-6 alias IEEE802.11ax funken. Daneben versteht der D-Link DIR-X1860 Wi-Fi 6 Router auch WiFi-5 alias 11ac, WiFi-4 alias 11n, sowie noch ältere WLAN-Gattungen wie 11a, 11b und 11g.

Der D-Link DIR-X1860 Wi-Fi 6 Router lässt sich per Browser oder App einrichten. Durch Eingabe der Adresse http://dlinkrouter.local./ in den Browser kamen wir auf den integrierten Webserver des D-Link DIR-X1860 Wi-Fi 6 Router. Er meldete sich gleich auf Deutsch. Eine Umstellung von Englisch oder Chinesisch war nicht nötig. Das Graphical User Interface, die Web-GUI des Routers wirkt nüchtern und sachlich. Die Hilfetexte fanden wir ausreichend, aber nicht üppig. Mit Zwangsregistrierungen in einer Cloud wurden wir gottlob nirgends belästigt.

Viele weitere Funktionen sind in der folgenden Bilderstrecke dokumentiert: Etwa IPv6, VLAN, QoS-Engine, Portweiterleitung, Virtueller Server, Website-Filter, Dynamischer DNS alias DDNS, Quick VPN, Zeitplan, WPA, WPA2, WPA3, Gastnetz, und mehr:

D-Link DIR-X1860: Software (137 Bilder)

Wie immer messen wir den D-Link DIR-X1860 in unserem Testaufbau. Dabei gehen wir fünf Messpunkte ab, messen dort den real ankommenden Durchsatz und erstellen aus mehreren Messungen ein Mittel. Die wichtigste Messreihe absolvieren wir mit unserem WLAN-6-Laptop: Er funkt maximal 2×1200 MBit/s Wifi-6 = 2400 MBit/s aus zwei WLAN-Antennen, kann aber auf die älteren WLAN-Gattungen 11ac-n-g-b-a zurückschalten. Wir messen den echten Ende-zu-Ende-Netto-Durchsatz mit 50 GByte großen Dateien von der NAS über den D-Link DIR-X1860 Wi-Fi 6 Router bis auf den Laptop an den fünf Messpunkten unserer Testwohnungsgrafik und bekommen folgende Werte in MBit/s:

Durchsatz D-Link DIR-X1860
System Mess-1 Mess-2 Mess-3 Mess-4 Mess-5 Mittelwert
D-Link DIR-X1860 - 2G 11 11 10 10 10 10
D-Link DIR-X1860 - 5G 684 552 169 169 59 327

Bei der niedrigen, blauen Kurve war der Laptop im 2,4 GHz Band mit dem D-Link DIR-X1860 Wi-Fi 6 Router verbunden. Ergebnis: Downloads von sehr schwachen 11 MBit/s im gleichen Raume wie der Router sowie passablen 10 MBit/s im hintersten Zimmer waren überraschend. So lahm war in unserem Setup noch kein WLAN-6-Router im Zusammenspiel mit dem Laptop. Da sollte D-Link noch ein bisschen an der Firmware feilen. Im Upload kamen zwar bessere Werte bei 2,4 GHz, aber den meisten privaten WLAN-Usern kommt es doch besonders auf den schnellen Downstream an, etwa für YouTube und Netflix.

Messung in fünf Räumen: In der roten Kurve war der Laptop im 5 GHz Band mit dem D-Link DIR-X1860 Wi-Fi 6 Router verbunden (Bild: Harald Karcher).

Bei der höheren, roten Kurve war der Laptop im 5 GHz Band mit dem D-Link DIR-X1860 Wi-Fi 6 Router verbunden. Ergebnis: 684 und 552 MBit/s netto im ersten und zweiten Zimmer sind recht passabel. Danach ging es steil bergab, was bei 5 GHz aber normal ist. Im fünften Zimmer war der Durchsatz mit 59 MBit/s aber noch brauchbar. Ein 50/10-MBit/s-VDSL könnte man mit diesem D-Link-Funker im 5 GHz Band verlustfrei in alle Räume übertragen. Einen 1000-MBit/s-Kabel-Internet-Anschluss würde dieses WLAN jedoch schon schwer ausbremsen.

Messungen mit einem WiFi-6-fähigen Samsung Galaxy Note10+ brachten in der Tendenz ähnliche Kurven. Vor allem die 5-GHz-Kurve war aber etwas flacher. Die Kurve bei 2,4 GHz etwas steiler.

Bei der folgenden Stromkurve waren alle Geräte mit dem D-Link DIR-X1860 Wi-Fi 6 Router verbunden, die in der Testwohnungsgrafik oben genauer eingezeichnet sind: Sprich 10-Gig-NAS und Multi-Gig-Kabel-Modem per LAN-Kabel, dazu Samsung-Smartphone und Asus-Laptop via Wifi-6-Funk: Im Standby gingen die Stromwerte bis 5 Watt herunter. Bei aktiven Downloads großer Dateien auf Handy und Laptop zog der Router maximal 7,51 Watt aus unserer 230-Volt-Dose.

Zum Vergleich: Beim ebenfalls recht neuen Netgear EAX20 WiFi-6-Repeater (Testbericht) waren es 4,64 Watt im Stand-by und immerhin 8,22 Watt bei aktiven Downloads großer Dateien auf Smartphone und Laptop.

In unserem Testsetup zog der D-Link DIR-X1860 Wi-Fi 6 Router passable 5,00 bis 7,51 Watt aus der 230-Volt-Dose (Screenshot: Harald Karcher).

Der Router geht aktuell für um die 110 Euro über die Ladentheke. Ein guter Preis, allerdings ist der Honor Router 3 bei ähnlicher Leistung deutlich günstiger.

Der schwarze D-Link DIR-X1860 Wi-Fi 6 Router bietet im Prinzip moderne Wifi-6-Technik zu einem günstigen Preis unterhalb 120 Euro: Nominal knapp 600 MBit/s bei 2,4 GHz klingen gut. 1200 MBit/s brutto bei 5 GHz sind allerdings der kleinste Einstieg, den die neue Gattung Wifi-6 alias 11ax überhaupt vorsieht. Der tatsächliche Netto-Durchsatz war bei 2,4 GHz in unserem Testsetup mit einem Wifi-6-Laptop allerdings arg schwach. Da sollte D-Link mal die Firmware überprüfen. Im 5 GHz Band war der Netto-Speed für einen 1200 MBit/s-Funker dagegen okay.

Die Bedienung der Router-Software ist einfach. Die Features umfangreich: Etwa IPv6, VLAN, QoS-Engine, Portweiterleitung, Virtueller Server, Website-Filter, Dynamischer DNS alias DDNS, Quick VPN, Zeitplan, WPA, WPA2, WPA3, Gastnetz und mehr.

Bis vor Kurzem hätte man bei 120 Euro die Download-Schwäche im 2,4 GHz Band tolerieren können. Zumal die Leistung im 5 GHz Band ja passabel war. Problem ist nur: Der neue und kaum 80 Euro teure Huawei Honor Router 3 (Testbericht) mit 2400 MBit/s Wifi-6 ist unterm Strich schneller, kleiner, schicker und besser verarbeitet als der schwarze D-Link DIR-X1860 Wi-Fi 6 Router.

Bleibt nur zu hoffen, dass D-Link über bessere Firmware bald noch mehr im 2,4 GHz Band herausreißen kann. Erst kürzlich haben wir uns gewundert, dass D-Link seinen 4G LTE WLAN Router DWR-933 (Testbericht) schon verkaufte, als er sich noch an der LTE-SIM-Karte der Deutschen Telekom aufgehängt hat. Nach einer Fehlerbeschreibung durch TechStage hat D-Link das Problem aber ruckzuck in der neuesten Firmware behoben. Immerhin!

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