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D-Link DCS-8526LH im Test: Indoor-Cam mit Rundumblick

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Die Indoor-Kamera von D-Link bietet 360-Grad-Blick, Anbindungsmöglichkeiten für NAS-Speicher und kostenlose Cloud. Wir verraten, ob sich der Kauf lohnt.

Full-HD-Aufnahmen, Bewegungs- und Geräuscherkennung, Anbindung ans Smart Home und Rundumblick – für gut 140 Euro kann die D-Link Indoor-Cam DCS-8526LH auf dem Papier viel. Wir zeigen, was die Kamera wirklich leistet.

Der Testbericht erscheint in unserer Themenwelt Überwachungskamera. Dort findet man auch weiterführende Beiträge wie Bestenliste: Security-WLAN-Kameras mit Cloud-Speicher oder Testsieger: Überwachungskamera für innen und außen.

Wer wissen will, was Zuhause passiert, braucht eine Überwachungskamera. Sie lassen sich via Smartphone steuern und erlauben per WLAN den Zugriff aus der Ferne – auch, wenn man gerade im Urlaub weit weg von Zuhause ist. Günstige Indoor-Cams wie die Blink Mini (Testbericht) oder die Yi Home 2020 (Testbericht) starten schon ab 25 Euro und bieten einfache Überwachung. Viel erwarten darf man hier auch nicht, mangelhafter Datenschutz oder schlechte Qualität von Ton- oder Audioaufnahmen sind häufige Defizite.

Vernünftige Lösungen starten ab etwa 100 Euro, etwa die Somfy One+ (Testbericht) oder Instar IN-8015 (Testbericht). In diesem Preisbereich will sich auch die Indoor-Cam von D-Link etablieren.

Die Einrichtung erfolgt über die kostenlose Mydlink-App für Android und iOS. D-Link fordert ein Nutzerkonto mit Name, E-Mail-Adresse und Kennwort. Im Vergleich zu anderen Anbietern sind das nicht viele persönliche Details: Bei der Spotlight (Testbericht) will Hersteller Ring die ganze Anschrift wissen, die Nest Cam IQ (Testbericht) von Google die Postleitzahl.

Nach der Registrierung führt die App in gut zwei Minuten durch den kompletten Einrichtungsprozess der Kamera: Klick auf Gerät hinzufügen, Scan des entsprechenden QR-Codes auf der Unterseite der Kamera und Eingabe des WLAN-Passworts – das war's.

D-Link App-Setup (13 Bilder)

Weniger gefallen hat uns das Firmware-Update nach Abschluss der Einrichtung. Das dauert wie bei der D-Link Outdoor-Cam (Testbericht) ungewöhnlich lang; rund 30 Minuten müssen wir warten. Zum Glück dürfte das nicht oft vorkommen. Allerdings bleibt die App gerne einmal in Untermenüs hängen. Dann ist ein kompletter Neustart notwendig, daran sollte der Hersteller dringend arbeiten.

Für die Montage an Wand oder Decke liegen der Kamera jeweils zwei Schrauben und Dübel bei. Die Halterung selbst besitzt ein Gewinde und rastet fest auf der Unterseite der Kamera ein. Wer die Kamera nicht montieren will, stellt sie einfach auf ein Möbelstück. Vor dem Festschrauben der D-Link-Kamera sollten Nutzer nach der nächsten Steckdose Ausschau halten, schließlich benötigt die Kamera dauerhaft eine feste Stromversorgung. Das mitgelieferte Micro-USB-Kabel misst allerdings nur zwei Meter. Wer die Cam also auf einer Höhe von drei Metern befestigt, muss sich ein längeres Kabel zulegen. Eine Stromversorgung über den Ethernet-Port der Kamera ist nicht möglich.

Die DCS-8526LH erkennt Personen und Geräusche per Software und nicht etwa mittels Sensoren. Oft funktioniert das nicht gut, wie auch etwa die Yi Home Camera 2020 (Testbericht) zeigt. Bei der D-Link-Kamera ist das glücklicherweise anders. Personen und Geräusche erkennt die Software problemlos. In den App-Einstellungen kann man die Erkennungs-Intensität nach Wunsch erhöhen oder niedriger einstellen – je nachdem, wie oft ein Alarm ausgelöst werden soll. Beispiel: Besitzt der Nutzer ein Haustier, kann ein dauerhafter Alarm nerven. Dann empfiehlt es sich, die Intensität herunterzufahren und beispielsweise nur alle fünf Minuten informiert zu werden.

Bei Bedarf kann die Kamera Personen verfolgen. Dann dreht sich der Dome so lange mit dem Mensch mit, bis er aus dem Raum verschwindet. Das funktioniert zwar gut, verrät die Kamera aber unter Umständen an den Einbrecher. Durch ein hörbares Surren bei der Kamerabewegung ist der Standort der D-Link sofort auszumachen.

D-Link DCS-8526LH (5 Bilder)

Ein Ausschwärzen von Bildbereichen ist nicht möglich, nur eine Eingrenzung der Aktivitätszonen der Cam gibt es. Bedeutet: Die Kamera darf keinen öffentlichen Raum filmen. Dafür gibt es einen Privacy Mode, der die eigene Privatsphäre schützen soll. Aufnahmen, Bewegungs- und Geräuscherkennung sind dann deaktiviert.

Wer möchte, bindet die D-Link-Kamera an Google Assistant oder Amazon Echo an. Mit Sprachbefehlen wie „Ok Google, zeige Kamera im Badezimmer“ sieht man dann beispielsweise das Live-Bild auf einem Fernseher oder Nest Hub. Ist das sinnvoll? Eher nicht, schließlich sitzt man wahrscheinlich selten Zuhause mit Popcorn vor dem Fernseher und beobachtet den Einbrecher im Nebenzimmer.

Die D-Link-Kamera filmt in Full-HD, also 1920 × 1080 Pixel. Aufnahmen bei Licht sind kontrastreich und scharf. Einzelne Farben stechen deutlich hervor. Lichtquellen – künstlich wie natürlich – sind mangels Auto-HDR überbelichtet. Bricht jemand beispielsweise an einer Terrassentür ein, wo die Sonne hineinstrahlt, ist das Filmergebnis unbefriedigend.

Nachtaufnahmen sind ebenfalls kontrastreich, hell und scharf genug, um Personen zu erkennen. Vier Infrarot-LEDs sorgen für ein gutes Bild. Hier hat die Kamera ihre Stärke.

Mikrofon auf der Vorderseite und Lautsprecher auf der Rückseite ermöglichen Zweiwege-Audio; also Sprechen und Hören. Beides wirkt in der Praxis sehr dünn. Der Lautsprecher in der Kamera schafft keine ausreichende Lautstärke, um Einbrecher wirklich zu erschrecken.

Das Mikrofon überträgt Stimmen und Geräusche sehr blechern und mitunter undeutlich. Um den Kindern zu sagen, dass sie auf dem Sofa nicht springen sollen, mag das reichen, ein Einbrecher wird sich davon aber nicht beeindrucken lassen. Eine Sirene wie bei der D-Link Outdoor-Cam (Testbericht) fehlt.

Wer seine Aufnahmen sichern will, hat bei der Indoor-Cam von D-Link drei Möglichkeiten: Cloud, Micro-SD-Karte oder NAS mit Onvif-Standard. Letztere verbinden sich via Ethernet-Kabel mit der Kamera. Die Micro-SD-Karte kommt direkt in die Cam. Hier unterstützt die D-Link DCS-8526LH Karten mit bis zu 256 GByte Speicherplatz. Hat man Angst, dass ein Einbrecher die Micro-SD-Karte entwendet oder das NAS zerstört, bleibt noch der Cloud-Dienst von D-Link.

In der kostenlosen Variante bleiben Aufnahmen der letzten 24 Stunden im Speicher erhalten. Unterstützt werden bis zu drei Kameras. Für 2,50 Euro im Monat gibt es 7 Tage Speicherung und Unterstützung für drei Kameras, für 5 Euro 14 Tage und Unterstützung für fünf Kameras und für 10 Euro 30 Tage und Unterstützung für zehn Kameras. Die gespeicherten Aufnahmen unterliegen der DSGVO.

Gute Bildqualität, hervorragende Geräusch- und Bewegungserkennung sowie Speicheroptionen auf Micro-SD-Karte, NAS oder kostenloser Cloud machen die D-Link DCS-8526LH zu einer wirklich guten Kamera. Wer seine Innenräume zuverlässig für wenig Geld überwachen will, sollte sich das Produkt ansehen.

Abzüge gibt es bei der Qualität von Mikrofon und Lautsprecher. Beides ist unzureichend, um etwas zu verstehen beziehungsweise wirksam Einbrecher abzuschrecken. Auch eine Sirene fehlt. Wer das will, findet mit der Somfy One+ (Testbericht) eine Alternative.

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