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Cocoso Smart Power Strip im Test: Steckerleiste mit App

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Jede einzelne der sechs Dosen der smarten Steckerleiste lässt sich einzeln per App schalten, programmieren und überwachen. Die Verbindung mit dem Netz erfolgt per WLAN, außerdem ist die Smart Power Strip kompatibel zu Alexa.

Die Steckerleiste ist nach der Einbindung in das WLAN per App steuerbar, die Software gibt es aber nur für Android (mindestens 4.3). Eine iPhone-App ist derzeit nicht verfügbar. Zusätzlich stellt der Hersteller einen Skill für Amazon Alexa zur Verfügung. Das erlaubt die Steuerung per Spracheingaben.

Die WLAN-Verbindung erfolgt nach 802.11b, g oder n im 2,4-GHz-Frequenzband, 5 GHz gibt es nicht. Einrichtung und Steuerung werden vollständig über die Smartphone-App realisiert, PC-Software oder der Aufruf eines Web-Interfaces auf dem Gerät über den Browser ist nicht nötig.

Besonders reizvoll ist die Möglichkeit, verschiedene Steckdosen und somit auch die angeschlossenen Geräte zu gruppieren: Einer Hauptsteckdose lassen sich verschiedene Nebensteckdosen zuordnen. Sobald nun die Hauptsteckdose manuell oder beim Eintreten eines bestimmten Trigger-Ereignisses aus- oder eingeschaltet wird, wird der Schaltvorgang auch auf die beigeordneten Steckplätze angewandt. Dadurch schalten sich beispielsweise TV und Soundanlage parallel aus, während eine angeschlossene Lampe zur Wohnzimmerbeleuchtung weiterhin mit Strom versorgt wird.

Die Monitoring-Funktion informiert den Nutzer über den Stromverbrauch angeschlossener Geräte und speichert diese Informationen zwecks späterer Auswertung auch über einen längeren Zeitraum. Dreh- und Angelpunkt der Programmierung ist selbstverständlich die Möglichkeit, verschiedene Schaltpläne für die einzelnen Steckdosen der Steckerleiste zu erstellen.

Die Steckerleiste misst 26,1 x 11,8 x 5,1 cm und ist 928 g schwer. Wichtigster Bestandteil sind freilich die sechs schaltbaren Schuko-Buchsen, zusätzlich gibt es einen USB-Anschluss zum Laden externer Geräte. Er liefert 2,1 A bei 5 V und eignet sich somit zum relativ flotten Laden von Smartphones oder Powerbanks.

Da sämtliche Schaltvorgänge über die Smartphone-App vorgenommen werden, verfügt die Cocoso Smart Power Strip kaum über zusätzliche, externe Bedienelemente. Seitlich angebracht finden wir einen roten Kippschalter, der scheinbar falsch beschriftet wurde. Zwar steht Aus für genau das, was man hinter dieser Funktion erwartet, wird der Schalter jedoch auf Reset gestellt, schaltet er die gesamte Steckerleiste ein. Bei der nächsten Version der Steckerleiste soll die Beschriftung eindeutiger ausfallen.

Positiv fällt auf, dass der Hersteller die insgesamt sechs einzeln schaltbaren Steckdosen nicht nur mit gut unterscheidbaren Farben markiert, sondern zusätzlich mit gut lesbaren, LED-hintergrundbeleuchteten Ziffern versehen hat. Ebenfalls auf der Oberseite findet sich ein kleines Feld mit Beleuchtungselementen zur Status-Anzeige für Power, WLAN und LAN. Die uns vorliegende Version der Steckerleiste verfügt über die Möglichkeit, das Gerät über ein Netzwerkkabel mit dem Router zu verbinden. Das soll allerdings mit der nächsten Revision wegfallen. Zusätzlich gibt es noch einen Reset-Taster zur Wiederherstellung des Auslieferungszustandes, der durch das Einführen eines schmalen Gegenstands wie beispielsweise einer Nadel oder Büroklammer ausgelöst wird.

Lob verdienen die großflächigen Gummierungen an der Unterseite der Steckerleiste, die das Verrutschen zuverlässig unterbinden und somit für etwas Ordnung im Kabelsalat sorgen. Zusätzlich gibt es hier einige Montageöffnungen, die eine Wandmontage der Steckerleiste ermöglichen.

Angeschlossene Verbraucher dürfen sich laut Herstellerspezifikation nicht mehr als 2300 W genehmigen (10 A im 230-V-Netz). Gerade weil sich hier bis zu sechs Geräte anschließen lassen, hätten das ruhig etwas höher dimensioniert sein dürfen; die meisten Zimmer-Steckdosen in Deutschland sind mit 16 A abgesichert. Auf unsere Nachfrage hin sagte uns der Hersteller, dass die Steckdose auch höhere Lasten verkrafte, man aber bei der Angabe bewusst etwas konservativer vorgehe. Das führe zu kritischen Konstellationen, wenn Kunden beispielsweise mehrere Steckerleisten in Reihe schalten. Davon raten wir ohnehin ab, zumindest, wenn nicht vorher genau der Verbrauch der angeschlossenen Geräte sowie die Belastbarkeit der Steckerleisten überprüft wird.

Ansonsten macht das Gerät einen guten, soliden Eindruck und das Anschlusskabel fällt mit 1,80 m lang genug aus. Der Lieferumfang beschränkt sich auf eine knappe, aber übersichtliche Kurzanleitung zur Einrichtung über das Smartphone und ein Zertifikat über eine bestandene Qualitätskontrolle.

Nachdem wir die Steckerleiste mit einer freien Wandsteckdose verbunden haben, geht es an die App-basierte Einrichtung. Tippfaule Anwender gelangen über den Scan eines QR-Codes in der Kurzanleitung direkt zum entsprechenden App-Download.

Nach der Installation steht die obligatorische Registrierung an (Nickname, Email, Passwort). Die Schaltfläche Neues Gerät hinzufügen mussten wird direkt nach dem Login gar nicht erst betätigen, die App hat die Smart Power Strip nach wenigen Sekunden automatisch erkannt.

Im folgenden Schritt verbindet sich der Anwender mit dem WLAN-Netz der Steckdose, dessen Name das Wort „Cocoso“ enthält und somit eindeutig ist. Anschließend gibt er die Zugangsdaten zum eigenen WLAN ein. Unser Funknetzwerk wurde automatisch erkannt, so dass nur noch die Eingabe des Passworts erforderlich war.

Während einer anschließenden Suche nach Cocoso-Geräten hat sich unser Smartphone wieder automatisch mit dem heimischen WLAN verbunden. Bei anderen Geräten im Test (TP-Link RE270K) war dazu erneut ein Eingreifen von Hand nötig – schön also, dass es an dieser Stelle so problemlos funktioniert.

Nach weiteren rund 30 Sekunden folgt eine Meldung über die erfolgreiche Ausführung der automatischen Konfiguration. Im Rahmen der Testreihe haben wir auch versucht, die Steckerleiste abseits des Auto-Setups manuell hinzuzufügen. Das funktioniert nur, wenn aus den für die manuelle Integration aufgeführten Produkten das richtige ausgewählt wird. Eigentlich sieht die Lösung von Cocoso vor, dass die App ein spezifisches Gerät durch den Scan des Barcodes auf der Unterseite erkennt. In der Praxis erhielten wir lediglich den Hinweis, es handele sich um kein Cocoso-Gerät und mussten das gewünschte Gerät von Hand in der App wählen. Da das Auto-Setup jedoch problemlos funktioniert, ist die manuelle Integration ohnehin nicht nötig.

Durch einen Klick auf die Smart Power Strip geht es in der App zu den sehr übersichtlich gestalteten Einstellungen und Monitoring-Funktionen. Fast alles ist sauber übersetzt, es fanden sich im Verlauf eines intensiven Tests nur an ein paar Stellen noch ein paar englische Fragmente.

Das erste Fenster, Leistung, zeigt den Gesamtverbrauch und ermöglicht, die Power Strip per Smartphone vollständig ein- und auszuschalten. Ein Klick auf Details bringt uns zu einer detaillierten Anzeige, in der sich alle sechs Einzelsteckdosen separat schalten lassen. Zudem gibt es an dieser Stelle eine getrennte Anzeige für den Stromverbrauch. Die Auswahl eines einzelnen Ports sorgt einfach nur für eine größere und grafisch schickere Darstellung der Monitoring-Anzeige und des Buttons für den Schaltvorgang.

Ein Klick auf das Symbol für Einstellungen oben rechts führt zu grundlegenden Funktionen. Diese umfassen nicht nur die Möglichkeit zur Namensänderung und Aktualitäts-Überprüfung der Firmware. Unter Bearbeiten lassen sich alle sechs Ports einzeln benennen (zum Beispiel die Bezeichnung des angeschlossenen Verbrauchers wie Stehlampe oder Drucker). Außerdem kann der Anwender ein Master-Slave-Verhältnis zwischen einzelnen Steckdosen herstellen. Ab Werk stehen alle in neutraler Einstellung. Wird nun eine Master-Steckdose festgelegt, lassen sich dieser eine oder mehrere Slave-Ports zuordnen. Der Effekt: Schaltet die Master-Steckdose auf Knopfdruck per Smartphone oder über ein vorher definiertes Schaltereignis ein oder aus, wird dieser Schaltvorgang auch bei den Slave-Dosen ausgeführt.

Die Schaltfläche Energie führt uns zur Verbrauchs- und Kostenanzeige in den Dimensionen Stunde, Tag und Monat, dargestellt in Form einer Verlaufskurve. Durch einen Klick auf den kleinen grünen Pfeil nach unten ist auch hier die separate Anzeige für jeden der sechs Ports möglich. Kosten können verständlicherweise erst angezeigt werden, nachdem nach einem Klick auf EUR der individuelle Strompreis pro kWh angegeben wurde.

Timer ermöglicht das Einstellen eines Countdown-Timers, nach dessen Ablauf ein einzelner Port entweder ein- oder ausgeschaltet wird. Indirekt lässt sich dadurch beispielsweise eine Sleep-Funktion für TV, Radio oder andere Geräte umsetzen.

Komplexere Programmierungen ermöglicht der Zeitplan. Zwar gibt es hier nicht annähernd so viele Optionen wie bei AVMs Fritz!DECT 210 (Testbericht) den allermeisten Anwendern dürfte aber auch die Programmierung eines einfachen Schaltplans reichen. Der Nutzer wählt entweder ein konkretes Datum oder einen wiederkehrenden Wochentag samt Uhrzeit, zu dem die sechs Steckdosen separat voneinander ein- oder ausgeschaltet werden. Eine Kombination von verschiedenen Schaltvorgängen über einen entsprechend längeren Zeitraum führt folglich zu einem komplexen und umfassenden Gesamtschaltplan. Laut Cocoso speichert die Smart Power Strip bis zu fünf Schaltvorgänge pro Steckplatz, insgesamt also 30.

Im Verlauf des Tests funktionierte alles einwandfrei und ohne Abstürze, die aktuelle Version der Smartphone-App scheint also gerade gemessen an älteren Bewertungen im Playstore deutlich verbessert worden zu sein.

Die Aktivierung des Alexa-Skills verläuft wie gewohnt und ohne weitere Probleme, im Rahmen der Installation muss man die Cocoso-Account-Daten (E-Mail-Adresse und Passwort) angeben, um Zugriff zu erhalten.

Nach der Einrichtung schaltet der Sprachbefehl „Alexa, schalte Cocoso Strip ein/aus“ die gesamte Steckdosenleiste oder einzelne Steckdosen („Alexa, schalte Port 4 ein/aus“). Wer Missverständnisse vermeiden möchte, sollte aber das ganze Gerät umbennenen. Ansonsten kommt es zu Antworten wie „Ich habe KoKos-Soße nicht gefunden.“ Außerdem tendiert die deutsche Alexa dazu, den englischen Begriff „Port“ als „Part“ zu verstehen und übernimmt den Befehl dann nicht korrekt, die Lösung dieses Problems ist allerdings denkbar einfach und darüber hinaus ohnehin sinnvoll: Die Einzelsteckdosen werden in der Alexa-App einfach nach den jeweils angeschlossenen Geräten wie Fernseher, Lautsprecher oder Lampe benannt. Das ist viel einfacher, als sich die Nummer des jeweiligen Steckplatzes zu merken.

Auch ist es möglich, in Alexa mehrere Steckdosen zu gruppieren und dann entsprechend zu schalten – zwar nicht im Master-Slave-Verhältnis wie im Rahmen der App, aber dennoch immerhin als Gruppe. Wir haben dazu testweise die beiden Gruppen „Strom 1 bis 3“ und „Strom 4 bis 6“ angelegt, die sich anschließend problemlos getrennt voneinander durch Spracheingaben steuern ließen.

Der Stromverbrauch der Cocoso Smart Power Strip liegt nur im eingeschalteten Zustand leicht über den Verbrauchswerten eines einzelnen Smart Plugs. Ist die Steckerleiste über die App ausgeschaltet, zieht sie noch 2,13 W. Dabei ist das Gerät weiterhin mit dem WLAN verbunden, um ansprechbar zu bleiben. Eingeschaltet und ohne angeschlossene Verbraucher sind es 4,21 W, dann sind allerdings auch sechs Status-LEDs für den Betriebszustand der Einzelsteckdosen sowie Leuchtdioden zur Statusanzeiger von WLAN und Power aktiv. Für jede in der App deaktivierte Einzelsteckdose werden etwa 0,3-0,4 W eingespart. Das vollständige Abschalten über den seitlichen Kippschalter sorgt erwartungsgemäß für einen Verbrauch von 0 W.

Cocosos Smart Power Strip ist mehr als nur eine einfache Steckerleiste mit smarter Funktion: Für knapp 100 Euro bietet sie weitreichendere Möglichkeiten als eine Kombination aus einem einzelnen Smart Plug und einem einfachen Mehrfachstecker. Der Clou sind hier die sechs separat voneinander arbeitenden Steckdosen. Die maximale Belastbarkeit ist mit bis zu 2300 W etwas niedrig angesetzt, wenngleich der Hersteller das Maximum aus den im Test genannten Gründen bewusst konservativ bestimmt: Bewerten müssen wir das, was draufsteht.

Die automatische Einrichtung gelingt mühelos und schnell. Ohne Probleme funktioniert auch die Nutzung in Verbindung mit Amazons Echo beziehungsweise Alexa, zumal der Anwender hier ebenfalls Gruppen von Steckdosen anlegen und getrennt voneinander schalten kann. Die Monitoring-Funktionen sowie die Optionen zur Erstellung von Zeitplänen sind im Vergleich zu anderen Geräten sehr einfach gestrickt, bieten aber das, was dem Großteil der Nutzer vollkommen ausreicht. Die Bedienung aus der Ferne via Smartphone klappt ebenfalls zuverlässig.

Darüber hinaus erlaubt die Integration der Steckerleiste in eine bestehende Smart-Home-Umgebung das Schalten auf Basis verschiedenster Sensordaten, etwa in Abhängigkeit von der Temperatur oder dem Öffnen und Schließen von Türen und Fenstern.

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