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Chipolo Classic und Plus: Bluetooth-Keyfinder im Test

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Die beiden Schlüsselfinder von Chipolo werben mit einer super Reichweite von bis zu 60 Metern. Wie die beiden Modelle in der Praxis funktionieren und wie sie sich im Vergleich zur Konkurrenz schlagen, haben wir ausprobiert.

Das äußere Erscheinungsbild der beiden Bluetooth-Tags ist nahezu identisch. Die Gehäuse sind rund und flach und haben eine Öffnung für den Schlüsselring. Der Chipolo Plus ist mit einem Durchmesser von 37 Millimeter und einer Höhe von knapp 6 Millimeter einen Hauch größer als das Classic-Modell; dieses hat die Abmessungen 35 × 5 Millimeter. Die geruchlosen Kunststoffgehäuse machen einen stabilen Eindruck und erinnern ein wenig an übergroße Einkaufswagen-Chips.

In weiß der Chipolo Classic und in blau das Plus Modell.

Der Funktionsumfang der Chipolo Keyfinder ist auf die Schlüsselsuche beschränkt. Eine Fernauslösefunktion für die Smartphone-Kamera wie beim Modell von Terratec ist nicht vorhanden.

Eine bidirektionale Kommunikation mit dem Smartphone findet aber statt: so lässt sich das Handy auch mit Hilfe des Transponders finden.

Bei Verbindung zwischen den beiden Geräten speichert das Handy außerdem den Standort. Die letzte bekannte Position des Trackers lässt sich so bequem auf einer Karte überprüfen.

Die sogenannte Crowd-GPS-Suche ist ebenfalls verfügbar. Diese Funktion ist vor allem durch den TrackR Bravo bekannt geworden; allerdings setzten inzwischen auch andere Hersteller wie Musegear oder Tile auf die gemeinsame Suche. Die Idee dahinter ist einfach: Sobald ein Smartphone mit der passenden Schlüsselfinder-App in die Bluetooth-Reichweite eines Trackers kommt, speichert es dessen GPS-Position und übermittelt diese an einen Server. Dabei ist es egal, ob es der eigene oder ein fremder Transponder ist. Der Vorteil ist, dass sich so alle Nutzer mit dem gleichen Keyfinder an einer Suche beteiligen. Der Knackpunkt an der Crowd-Suche ist allerdings die unklare Netzabdeckung. In Großstädten mag es ja noch einige andere Chipolo-User geben, die uns bei einer Suche helfen können – am Land ist die Chance, dass jemand mit der passenden App an unserem Transponder vorbei kommt, sehr viel geringer.

Das Modell Classic ist nicht wasserdicht; die Knopfzelle (Typ CR2025) hält rund ein halbes Jahr und lässt sich danach einfach vom Nutzer austauschen. Beim Plus-Modell ist die Batterielaufzeit mit einem Jahr doppelt so lang. Wegen des versiegelten, spritzwassergeschützten Gehäuses kann die Batterie nicht getauscht werden. Ist der Energieträger am Ende, ist der Tracker entweder ein Fall für den Müll oder er wird an den Hersteller zurückgeschickt – der gewährt dann 50% Rabatt beim Kauf eines neuen Chipolo-Trackers.

Der Alarm des Plus-Devices ist mit 100 dB um 8 dB lauter als der vom Classic-Modell.

Die Suchfunktion ist einfach: Zuerst wird die App installiert, dann folgt eine Anmeldung bei Chipolo und das Binden von Tracker und Smartphone. Nun den gesuchten Tracker in der App für Android oder iOS auswählen und den Button Klingeln zum Finden betätigen. Wenige Sekunden später schrillt der Alarm am Tracker, und er lässt sich auch an nicht einsehbaren Stellen leicht wiederfinden, eine Bluetooth-Verbindung vorausgesetzt. Besteht diese nicht, reicht ein Blick auf die Karte, um seine Position zu bestimmen. Die GPS-Daten sind zwar nicht ganz exakt, reichen aber üblicherweise aus, um wieder in Reichweite des Schlüsselfinders zu kommen.

Chipolo weist auf der Homepage darauf hin, dass die ideale Reichweite für Bluetooth-Verbindungen bei 10 Metern liegt. Gleichzeitig gibt der Hersteller aber an, dass bei direkter Sicht auch bis zu 60 Meter möglich sind. Das haben wir erfolgreich nachstellen können: Im Bürogebäude riss die Verbindung nach etwa 35 Metern ab; bei freier Sicht im Außenbereich passierte das erst ab einer Entfernung von 50 bis 60 Metern. So weit kam bisher nur der Finder 2 von Musegear; alle anderen Transponder schaffen nur eine maximale Distanz von circa 35 Metern.

Auch einen bei der Gartenarbeit verloren Schlüssel findet man dank Keyfinder.

Der Alarmton, der per App ausgelöst wird, ist bei beiden Geräten deutlich zu hören. Chipolo bewirbt die Plus-Variante gar als den lautesten Keyfinder auf dem Markt. Das konnten wir zwar nicht exakt überprüfen; er ist subjektiv auf jeden Fall einer der lautesten Tracker im Testfeld.

Die umgekehrte Handy-Suche ist ebenso einfach: Ein zweifacher Druck auf den Transponder und das Smartphone beginnt zu bimmeln – eine Verbindung per Bluetooth vorausgesetzt.

Den Chipolo gibt es als Classic-Modell in weiß und schwarz. Der Plus-Tracker ist in den Farben schwarz, weiß, blau, rosa, grün, rot und gelb erhältlich. Auf der Seite des Herstellers gibt es die Tracker einzeln, im Vierer- oder Siebener-Paket.

Chipolo Plus Bluetooth Finder blau (CH-PM6-MB-R)

Plus blau

Chipolo Plus Bluetooth Finder rot (CH-PM6-TR-R)

Plus rot

Chipolo Plus Bluetooth Finder weiß (CH-PM6-PW-R)

Plus weiß

Chipolo Plus Bluetooth Finder schwarz (CH-PM6-CB-R)

Plus schwarz

(Kein Produktbild vorhanden)

Plus gelb

(Kein Produktbild vorhanden)

Plus grün

(Kein Produktbild vorhanden)

Plus pink

Die beiden Schlüsselfinder von Chipolo gefallen uns gut. Die Grundfunktion funktioniert zuverlässig und die Keyfinder sind ausreichend laut, um sie auch im Nachbarzimmer noch gut zu hören.

Auch die Möglichkeit das Smartphone mit Hilfe des Trackers zu finden, ist ein großer Pluspunkt. Nicht alle getesteten Keyfinder haben diese Funktion. Die hohe Reichweite von über 50 Metern bei freier Sicht schafft ansonsten nur der Finder 2 von Musegear.

Die Crowd-Suche ist praktisch – ob sie tatsächlich hilfreich ist, hängt davon ab, ob es genügend andere Chipolo-Nutzer gibt.

Bild: Das weiße Classic-Modell hat eine austauschbare Batterie. Das geht beim Plus leider nicht.

Leider muss man sich zwischen höherer Lautstärke inklusive spritzwassergeschützten Gehäuse und der Möglichkeit, die Batterie selbst tauschen zu können, entscheiden. Das Konzept der fest verbauten Knopfzelle gefällt uns alleine schon wegen der Kosten überhaupt nicht – das hatten wir auch bei den Tags von Tile kritisiert. Die nicht vorhandene Auslösefunktion für die Smartphone-Kamera ist zwar kein KO-Kriterium; für ein Nachfolgemodell würden wir sie uns aber wünschen.

Die Schlüsselfinder von Chipolo sind den Preis von 20 bis 30 Euro auf jeden Fall wert. Wer ein Modell mit extra lautem Piepser sucht, sollte sich die Plus-Version kaufen. Aus umwelttechnischer Hinsicht empfehlen wir trotzdem die Classic-Variante.

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