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Canon Selphy CP1300 im Test: Fotodrucker mit Akku

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Der Canon Selphy CP1300 ist nicht gerade klein für einen Mini-Drucker. Dafür druckt er schöne Fotos in Postkartengröße und ist, verglichen mit der Konkurrenz, günstig im Unterhalt.

Die Canon-Selphy-Reihe ist der Klassiker unter den Fotodruckern, es gibt sie gefühlt schon immer. Sie drucken Fotos im Thermosublimationsverfahren auf postkartengroßes Fotopapier. Canon verspricht auf seiner Website laborähnliche Qualität und bis zu 100 Jahre Lebensdauer.

Der Canon Selphy CP1300 misst 180.6 × 63.3 × 135.9 mm und wiegt 920 g ohne, und 1260 g mit Akku. Damit ist er kein Leichtgewicht, schon sein Netzteil ist in etwa so groß wie ein Polaroid Zip (Testbericht) oder Fujifilm Instax Share SP-3 (Testbericht). Trotzdem sollte der Canon-Drucker auch mit Zubehör in jeden Rucksack passen.

Das Fotopapier steckt lose in einer halbtransparenten Kunststoffkassette, die der Nutzer hinter einer Klappe an der Front einsetzt. Dadurch verdoppelt sich die Länge des Druckers. Ebenfalls hinter der Klappe befindet sich ein SD-Karten-Slot. Auf seiner linken Seite verbaut Canon einen USB-A- und einen Mini-USB-Port sowie ein Kensington-Lock.

Hinten lädt der Canon Selphy CP1300 über einen Rundstecker. Auch gibt es dort die Möglichkeit, eine Klappe zu entfernen und einen als Zubehör erhältlichen Akku einzusetzen. Der Akku ragt eingesetzt etwa 30 mm heraus. Sein Grau passt farblich nicht optimal zum matten Schwarz des Druckers. Wie lange der Akku durchhält ist nicht ganz klar. Es gibt keine Möglichkeit den aktuellen Akkustand anzuzeigen. Wir druckten mit einem geladenen Akku etwa 15 Bilder ohne an seine Kapazitätsgrenzen zu kommen, der Drucker war dabei etwa zwei Stunden an. Der Akku lädt am Gerät, zusätzlich sind aber auch externe Akkuladegeräte erhältlich.

Auf der rechten Seite des Drucker befindet sich eine Klappe, dahinter haben Wachsfolienkartuschen Platz, die mit dem Fotopapier mitgeliefert werden und alle 30 Bilder getauscht werden sollten. Gummierte Füßchen sorgen dafür, dass der Canon auf glatten Oberflächen nicht rutscht.

Das in der Diagonale 8 cm messende Farb-Display auf der Oberseite klappt über ein Scharnier etwa im 45-Grad-Winkel nach oben. Es ist nicht berührungsempfindlich, die gesamte Bedienung am Gerät funktioniert über die insgesamt zwölf Bedienelemente.

Der Canon Selphy CP1300 wird über App, SD-Karte oder USB-Stick mit Bildmaterial gefüttert. Bei SD-Karte und USB-Stick erfolgt die Bedienung am Gerät. Dabei behält Canon dieser Methode einige Collage-Optionen vor, die nicht über die App möglich sind. Schade.

De App gestaltet Canon sehr übersichtlich – für unseren Geschmack etwas zu übersichtlich. Der Drucker verbindet sich per WLAN mit dem Smartphone. Die App greift auf den internen Speicher des Smartphones zu, Social-Media- und Fotodienste wie Facebook, Instagram und Google Foto lassen sich im Gegensatz zu Konkurrenten wie dem HP Sprocket Plus (Testbericht) nicht verknüpfen.

Nachdem sich der Nutzer für eines oder mehrere der Bilder entschieden hat, wählt er im nächsten Schritt, ob das Bild einen Rand haben soll und gleich mehrfach gedruckt wird. Das wars, mehr geht nicht. Zumindest Farbkorrekturen und eine Anpassung des Bildausschnitts vermissen wir an dieser Stelle.

Dafür müssen dann externe Apps herhalten, die das im Zweifelsfall sogar besser erledigen. Uns ist auf jeden Fall diese App, die nur wenig kann, dass dann dafür aber richtig, lieber als die App des Polaroid Zip (Testbericht), die viel will, aber nichts richtig macht.

Eines kann sie dann doch: So können beliebig viele Nutzer sich die App auf ihr Handy laden, sich mit dem Drucker verbinden und Bilder senden. Hat der Drucker so acht Bilder erhalten, druckt er sie in zufälliger Reihenfolge in einer Collage auf ein Bild. Canon nennt dies Partymodus, im Test funktioniert das gut.

Der Thermosublimationsdrucker rollt aus der Wachsfolienkartusche einzelne Farbfolien in vier Schritten über das Bild. In den ersten drei Schritten werden die Farben CMY über eine Leiste mit 300 bis 400 Grad heißen Heizelementen aufgetragen. Der letzte Schritt fixiert die Farbe mit einer farblosen Schicht. Bei jedem dieser Schritte fährt das Fotopapier beinahe komplett aus dem Drucker heraus und wieder hinein. Das ganze dauert vom Druckauftrag bis zum fertigen Bild etwa eine Minute.

Die Bildqualität ist sehr gut, vergleichbar mit den Sofortdruckern in Müller, Rossmann, DM und Co. Die Bilder zeigen viele Details und knackige Farben. Nutzer berichteten online häufig von einem hässlichen Querstreifen, der bei uns im Test jedoch nicht auftrat.

Allerdings neigen die Bilder zu einem leichten Blaustich. Beim Test hat sich gezeigt, dass es hilft, bei den Bildern vorab in einer externe App die Farbtemperatur zu korrigieren, die Schärfe anzupassen und die Farbintensität leicht zu erhöhen. Hier könnte Canon an seinem Farbmanagement nachbessern.

Trotzdem ist dies Meckern auf sehr hohem Niveau. Die Druckergebnisse des Canon Selphy CP1300 sind durch die Reihe gut und besser als die Ergebnisse des Polaroid Zip, HP Sprocket Plus und Fujifilm Instax Share Sp-3.

Die Bilder drucken seitlich randlos, hinten und vorne wird ein weißer Streifen über eine Sollbruchstelle abgeknickt. Das ist bei einem Bild kein Problem. Wenn aber mal 30 Bilder am Stück vom Rand befreit werden wollen, kann das schnell nerven. Auch fühlt sich der geriffelte Rand nach dem Abtrennen an wie die Schneide eines stumpfen Buttermessers.

Egal ob hochkant oder quer, der Drucker passt das Bilder immer so an, dass die Längsseiten ohne weißen Rand drucken. Dabei befindet sich das Verhältnis der Bilder mit den Kantenlängen 15 × 10 cm irgendwo zwischen den beliebten Fotoformaten 4:3 und 16:9. Das heißt, dass beim Druck eigentlich immer Bildinformation verloren geht. Das lässt sich nur verhindern, indem Nutzer das Bild entweder per externer App auf das Seitenverhältnis 15:10 schneidet, oder das Bild mit weißem Rand druckt.

Der Canon Selphy CP1300 kommt mit einer UVP von 139 Euro, ist mittlerweile aber schon deutlich günstiger zu haben. Damit bewegt er sich in etwa auf dem Preisniveau andere mobiler Fotodrucker. Der Akku kostet original 40 Euro, im Nachbau nochmal etwas weniger. Nur mit ihm ist der Canon unabhängig von einer Steckdose und wirklich mobil.

Canon Selphy CP1300 schwarz (2234C002)

CP1300 schwarz

Canon Selphy CP1300 pink (2236C002)

CP1300 pink

Canon NB-CP2LH Li-Ionen-Akku (0749C001)

Original-Akku

(Kein Produktbild vorhanden)

Nachbau-Akku

Wirklich interessant macht den Canon Selphy CP1300 sein im Vergleich zur Konkurrenz sehr günstiges Fotopapier. Hier kosten 108 Stück inklusive Wachsfolienkartuschen ab 21 Euro. Das sind etwa 20 Cent pro Bild. Zum Vergleich: Die Bilder beim HP Sprocket Plus (Testbericht) und Polaroid Zip (Testbericht) kosten je knapp 50 Cent, die Bilder des Fujifilm Instax Share SP-3 (Testbericht) sogar knapp einen Euro.

Neben dem normalen Fotopapier bietet Canon auch teurere Fotosticker an. Hier kosten 18 Blatt im Format 54 × 54 mm gut sieben Euro, also knapp 40 Cent pro Ausdruck. 18 Blatt mit je acht Ministickern kosten gut 10 Euro, das sind gut 55 Cent für einen Ausdruck, beziehungsweise 8 Ministicker. Die Fotosticker KC-18IF im Kreditkartenformat kosten etwa genauso viel.

Canon KP-108IN Fotopapier 10x15cm inkl. Tinte (3115B001)

Fotopapier KP-108IN, 10x15, 108 Stück

Canon KC-18IS Stickerpapier 54x54mm (7429B001)

Fotosticker KC-18IS, 5,4 x 5,4, 18 Stück

Canon KC-18IL Stickerpapier 54x86mm inkl. Tinte (7740A001)

Fotosticker KC-18IL, 8 Ministicker pro Ausdruck, 18 Stück

Canon Tinte KC-18IF Color Photopack (7741A001)

Fotosticker KC-18IF, 5,4 x 8,4, 18 Stück

Der Canon Selphy CP1300 macht richtig Spaß. Das liegt vor allem an den sehr schönen Ausdrucken, die qualitativ den kleineren Fotodruckern mit Zink-Verfahren deutlich überlegen sind. Noch sind sie mit etwa 20 Cent pro Ausdruck vergleichsweise günstig.

Jedoch sollte die Farbtemperatur der Bilder vorm Druck etwas ins Warme verschoben werden. Mit einer externe App wie Lightroom, denn die eigene App von Canon kann außer Drucken so gut wie gar nichts. Dafür versteht der Canon Selphy dank entsprechender Ports auch Bilddaten direkt von der SD-Karte oder dem USB-Stick.

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