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CAT S60: Outdoor-Handy mit Wärmebildkamera im Test

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Das CAT S60 ist kein gewöhnliches Outdoor-Smartphone, es hat eine Wärmebildkamera der Firma Flir an Bord. Ansonsten gibt es Mittelklassetechnik in einem robusten Gehäuse. Ob der Preis von um die 500 Euro gerechtfertigt ist, erfahrt Ihr in unserem Test.

Mit den Abmessungen von 73,4 × 147,9 × 12,95 Millimeter und dem Gewicht von 223 Gramm ist das CAT S60 ein ganz schöner Brocken. Um das Smartphone herum geht ein robust wirkender Metallrahmen, der Rest des Gerätes besteht aus stabilem Kunststoff beziehungsweise Glas auf der Vorderseite. Unter dem Display sitzen drei mechanische Taster, direkt darüber hinter einem Kunststoffgitter der Lautsprecher. Für den Speaker unten und den Speaker oben gibt es jeweils einen Schiebemechanismus, der die Lautsprecher bei Bedarf komplett verschließt. Dann ist das CAT S60 bis fünf Meter wasserdicht, ansonsten bis zwei Meter. Das CAT S60 ist gut verarbeitet und wirkt sehr robust.

Auf der rechten Seite des Gerätes befindet sich die Lautstärkewippe, links ein 3,5-Millimeter-Klinkeneingang, ein microUSB-Anschluss und ein SOS-Taster, jeweils von einer Abdeckung geschützt. Links oben finden sich noch der Powerbutton und ein Schnellstarttaster. Die Kartenslots verbergen sich auf der Rückseite hinter einer Kunststoffklappe. Daneben sitzt die Hauptkamera nebst LED-Blitz. Direkt drüber findet eine Wärmebildkamera ihren Platz.

Der Prozessor des CAT S60 ist ein Chip des Typs Snapdragon 617 von Qualcomm. Vier der acht Kerne haben einen Maximaltakt von 1,5, die anderen vier von 1,2 GHz. Ihm stehen 3 GByte RAM zur Seite, der interne Speicher ist 32 GByte groß und mit einer microSD-Karte erweiterbar. Daneben gibt es zwei SIM-Kartenslots, über die es mit LTE der Kategorie 4 (mit bis zu 150 Mbit/s im Downstream) ins mobile Internet geht. Im WLAN funkt das Smartphone nach 802.11 b, g und n.

Der fest verbaute Aukku hat eine Kapazität von 3800 mAh und lädt per Schnellladetechnologie Quick Charge 2.0. Neben Bluetooth in Version 4.1 und NFC gehört noch GPS zur Ausstattung des Outdoorhandys. Das CAT S60 ist nach IP-Zertifizierung wasserdicht bis fünf Meter für bis zu 60 Minuten und unempfindlich gegen Staub. Nach Militärstandard MIL-SPEC 810G ist es stoß- und sturzsicher bis 1,80 Meter. Das Handy hält Temperaturen von minus 25 bis plus 55 Grad Celsius aus.

Neben einer Schnellstarttaste die der Nutzer mit zwei Apps der Wahl belegen kann (geöffnet werden diese durch kurz drücken respektive gedrückt halten) hat das CAT S60 auch eine SOS-Taste, die in erster Linie zum Senden eines Standortalarms gedacht ist. Diese ist allerdings nur schwer zu erreichen, sie sitzt unter einer Metallabdeckung, die sich nur schwerlich mit dem Fingernagel öffnen lässt. Mal schnell einen Standortalarm senden ist so nicht möglich. Die Schnellstarttaste hingegen funktioniert übrigens nicht bei ausgeschaltetem Display.

Das 4,7 Zoll große Display löst 1820 × 720 Pixel auf und wird von Gorilla Glass 4 geschützt. Es unterstützt die Bedienung mit feuchten Fingern und Handschuhen. Beides hat im Test gut funktioniert. Der Hersteller spricht von einem „superhellen Display“, was wir so jedoch nicht bestätigen können. Allerdings ist die maximale Helligkeit zumindest sehr ordentlich und für den Einsatz in direktem Sonnenlicht ausreichend. Die Blickwinkelstabilität des Bildschirms ist gut, die Farbwiedergabe jedoch tendenziell etwas blass mit einem ganz leichten Gelbstich.

Bild: Techstage

Die Hauptkamera des CAT S60 löst 13 Megapixel auf und hat einen Autofokus und einen LED-Blitz. Die maximale Auflösung bei Videos beträgt 1080p bei 30 Bildern die Sekunde. Vorne gibt es eine 5-Megapixel-Frontcam. Direkt über der Hauptkamera befindet sich eine Wärmebildkamera, die Temperaturen zwischen minus 20 und plus 120 Grad Celsius mit einer Entfernung von bis zu 30 Metern misst. Sie stammt vom Hersteller Flir und kommt mit MSX-Technologie und Autofokus. Parallel zu den Wärmebildaufnahmen wird jeweils ein Bild mit der normalen Kamera geschossen, sodass der Nutzer genau nachverfolgen kann, woher die Wärmesignatur kommt. Wie bei vielen normalen Kameras gibt es auch bei der Wärmebildkamera die Optionen Foto, Video, Zeitraffer und Panorama, außerdem einige Filter. Innerhalb des Blickfelds sind punktgenaue Messungen möglich. Die Auflösung der geschossenen Bildern ist mit 640 × 480 Bildpunkten recht gering.

Im Idealfall gelingen mit der Hauptkamera ansehnliche Bilder, allerdings ist dies nicht die Regel. Oft sind Fotos auch blass unscharf und verwaschen. Ähnlich sieht es auch bei der Frontkamera aus, die jedoch weniger Probleme beim Scharfstellen hat. Die Wärmebildkamera erfüllt ihren Zweck, der ja nicht einmal in erster Linie das Schießen von Bildern, sondern eben die Wärmemessung in Echtzeit ist. Die Auflösung von Fotos ist, wie schon angesprochenen, recht niedrig und taugt nicht für großformatige Ausdrucke. Für die meisten Nutzer dürfte diese Knipse letztendlich nur eine Spielerei sein, außer sie sind Handwerker zu deren Beruf es beispielsweise gehört Wärmebrücken an Türen und Fenstern aufzuspüren.

Mit dem Mittelklasseprozessor Snapdragon 617 kommt das CAT S60 auf knapp 44.000 Punkte im AnTuTu-Benchmark. Die Systemperformance ist zufriedenstellend, für grafisch anspruchsvollere Spiele sollte man jedoch zu einem potenteren Gerät greifen. Allerdings liegt bei einem Outdoor-Smartphone der Fokus in der Regel nicht auf Gaming und prinzipiell läuft das System flüssig und ohne größere Denkpausen.

Auch bei starker Beanspruchung kamen wir im Test mit einer Akkuladung problemlos über den Tag. Das Aufladen nimmt ungefähr zwei Stunden in Anspruch. Auch die Stärke und Zuverlässigkeit des GPS-Signals hat uns gefallen, innerhalb kamen wir auf eine Genauigkeit von um die 10, außerhalb von um die 3 Meter. Bei der Navigation hatten wir jeweils ein zuverlässiges Signal ohne Ausfälle.

Wir haben unsere üblichen Belastungstests durchgeführt: mehrmaliges längeres Untertauchen in Wasser in einer Tiefe von ungefähr einem Meter, Falltests aus einer Höhe von circa 1,50 auf Waldweg, Asphalt und Laminat und Eingraben in feuchter Blumenerde in ungefähr dreißig Zentimeter. All dies hat das CAT S60 ohne größere Schäden überstanden. Der umlaufende Metallrahmen zeigte sich, was sichtbare Kratzer angeht, allerdings empfindlicher, als das CAT S41 (Testbericht) und das Samsung Galaxy Xcover 4 (Testbericht), beide mit stabilem Kunststoffgehäuse.

Klangqualität des Lautsprechers und Sprachqualität des Handys sind zufriedenstellend. Der Sound ist zwar nicht gerade wohlklingend, aber beim Telefonieren ist die Lautstärke ausreichend, um auch in lauteren Umgebungen Gespräche führen zu können. Wir verstanden auch dann unseren Gegenüber deutlich und dieser uns auch. Abbrüche bei Telefonaten hatten wir im Test nicht.

Auf dem CAT S60 läuft Android in alter Version 6.0.1, zumindest stammt der installierte Sicherheitspatch vom 01. September 2017. Während der Hersteller die Benutzeroberfläche unangetastet lässt, gibt es softwareseitig einige Features per vorinstallierter Programme und innerhalb der Systemeinstellungen. Dort werden beispielsweise die programmierbare Taste und die SOS-Taste konfiguriert. An vorinstallierten Apps gibt es unter anderem eine „Toolbox“, eine Art App-Store mit auf den Outdooreinsatz zugeschnittenen Programmen, eine App zur Trocknung der Lautsprecher nach Tauchgängen und eine App, in der sich Einstellungen für den Positionsalarm vornehmen lassen.

Mit seiner Wärmebildkamera hat das CAT S60 ein Alleinstellungsmerkmal, das man bei der Konkurrenz nicht findet. Wer diese jedoch gar nicht unbedingt benötigt, der bekommt ein robustes Smartphone mit Mittelklasseausstattung und veralteter Software für recht viel Geld. Die Zielgruppe des CAT S60 sind dementsprechend ausschließlich Personen, die beruflich oder privat eine Wärmebildkamera benötigen und öfter nutzen. Fans von herkömmlichen Outdoorhandys bekommen mit dem CAT S41 (Testbericht) oder dem Ulefone Armor 2 (Testbericht) vergleichbare Hardware und aktuellere Software für weniger Geld.

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