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Butterweicher Elektroroller: Trinity Venus 2.0 im Test

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Der E-Roller Trinity Venus 2.0 kommt im klassischen Rollerdesign ohne viel Schnickschnack, ist günstig und fährt sich butterweich.

Wie Niu beim NGT setzt auch Trinity auf herausnehmbare Lithium-Ionen Akkus. Das ergibt Sinn, denn nicht jeder kann sein Fahrzeug in der eigenen Garage aufladen. Das Design erinnert stark an die ikonischen Vespa-Roller. Die Blinker sind in die Plastikverkleidung integriert, das sieht lässig aus und verringert die Gefahr einer Beschädigung. Ein Haken in der vorderen Verkleidung hält Handtasche oder Einkaufstüte. Die Verarbeitung macht insgesamt einen guten Eindruck.

Zum Thema Elektroroller bis 45 km/h haben wir bereits folgende Beiträge veröffentlicht:

Butterweich ist der erste, der zweite und der dritte Eindruck beim Trinity-Venus-Fahrtest. Sehr gutmütig reagiert der Roller auf den Gaszug. Statt hektischer Ruckler wie beim Niu N, beschleunigt der Venus geradezu moderat. Trotzdem oder gerade deswegen macht das Fahren mit ihm Spaß. Das entspannte Fahrverhalten passt gut zum mediterranen Rollerdesign. Mit seinem Eigengewicht von nur 75 kg ist der Roller zudem handlich, enge Kurven und flotte Manöver gehen gut von der Hand. 160 kg Zuladung gibt der Hersteller an, das ist ein guter Wert.

Ebenso gutmütig wie auf das Potentiometer reagiert der Trinity Venus auf die hydraulischen, rekuperativen Scheibenbremsen. Beide hinterlassen einen guten Eindruck und verzögern zuverlässig. Sie greifen bei einer Vollbremsung bissig, ohne dabei die Spur zu verlassen. Das ist wichtig, denn im hektischen Stadtverkehr kommt man immer wieder mal in die Bredouille. Fährt man vorausschauend, nutzt man beim Bremsen automatisch das rekuperative Bremssystem. So kann man die Reichweite etwas vergrößern.

Das übersichtliche LC-Display zeigt Reichweite, aktuelle Fahrt, Geschwindigkeit und Batterieladestand – mehr nicht. Beim Start zeigt der Trinity Venus kurz die Gesamtkilometerleistung an. Dass das Display heftig spiegelt, ist hingegen sehr störend. Bei direkter Sonnenstrahlung ist die Geschwindigkeit kaum abzulesen. Hier sollte Trinity bei der nächsten Modellüberarbeitung nachlegen und ein entspiegeltes Display nutzen.

Das Display des Trinity Venus 2.0 spiegelt stark.
Der Akku unter dem Sitz.

Die Farbwahl ist mit schwarzem und weißem Lack überschaubar. Hier vermissen wir buntere Alternativen. Die Sitzbank kommt wahlweise im wirklich schicken Braun oder dem klassischen Schwarz.

Die Vergrößerung des Akkus von 28 Ah (1,7 kWh) auf 40 Ah (2,4 kWh) kostet 650 Euro. Dadurch erhöht dich die Reichweite von 50 auf 70 km. Der Akku ist unter der Sitzbank untergebracht und hat zum Entnehmen einen robusten Haltegriff.

Für 75 Euro kann man über einen programmierbaren Controller mittels USB-Kabel und Notebook die drei Fahrmodi Eco, Normal und Power individualisieren. Der ebenfalls optional angebotene und 25 Euro teure Fahrprofilschalter wechselt dann zwischen den Modi hin und her. Wer keine Mopeds mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit fahren darf, kann den Roller auf 25 km/h drosseln lassen, dafür verlangt Trinity 129 Euro. Das ist happig und ärgerlich, andere Hersteller wollen hierfür keinen Aufpreis. Das optionale Windschild für 75 Euro ist nicht zwingend erforderlich, schneller als 45 km/h fährt der Trinity Venus ohnehin nicht.

Es stehen zwei Topcases zur Auswahl, das kleinere für 99 Euro hat Platz für einen Helm, das größere für 199 Euro für zwei. Eines der beiden sollte man sich mitbestellen, da unter der Sitzbank kein Stauraum ist. Im größeren Topcase kann man statt dem zweiten Helm ja auch eine Regenkombi verstauen. Seltsam ist, dass die offizielle Seite von Trinity den optional erhältlichen Rohrgepäckträger zwar erwähnt, er dort aber nicht konfigurierbar ist. Ein Schnellladegerät für 115 Euro lädt den Akku in 4 Stunden, das Standardnetzteil braucht dafür 8 Stunden.

Wie die meisten E-Roller-Hersteller setzt auch Trinity bei dem Venus 2.0 auf eine LED-Beleuchtung. Fern- und Abblendlicht sind ausreichend hell. Beim Blinker würde ein Warnton wie bei dem Nui N zur Sicherheit beitragen, aber das ist kein großer Kritikpunkt.

Der Trinity Venus hat weder eine elektronische Alarmanlage, noch kann man ihn per GSM mit einer App verknüpfen und so den Standort ermitteln. Das wird den meisten wahrscheinlich egal sein. Neben dem üblichen Lenkradschloss – das haben alle Roller – kann man das Schloss zusätzlich abdecken. Dafür ist rechts am Schloss ein kleiner Hebel. Zum Entsperren hat der Schlüssel ein kleines sechseckiges Tool. Ob das Diebe abhält, sei dahingestellt. Zumindest schützt es vor Spritzwasser.

Der Trinity Venus 2.0 gehört mit 2599 Euro in der Grundausstattung zu den günstigsten Rollern im Testfeld. Der Niu NGT (Testbericht) geht mindestens für 4500 Euro über den Ladentisch und Vespa verlangt gar 6500 Euro für seine Vespa Elettrica (Testbericht). Der Preis des Trinity Venus 2.0 ist angesichts des gelungenen Designs und der guten Fahreigenschaften erstaunlich gering. In einigen Großstädten bekommen Käufer von der Stadt zudem einen E-Bonus erstattet. So pusht zum Beispiel die Stadt München den Kauf eines E-Rollers mit 25 Prozent des Netto-Kaufpreises, maximal jedoch 1000 Euro. Weitere 200 Euro gibt es, wenn der Käufer Oköstrom bezieht sowie 500 Euro für das Verschrotten des alten Verbrenner-Rollers. Achtung: Die Förderung greift nur bei Beantragung vor dem Kauf.

(Kein Produktbild vorhanden)

NIU NGT weiß/rot

(Kein Produktbild vorhanden)

NIU NGT schwarz/rot

Für den Elektroroller Trinity Venus 2.0 spricht der günstige Einstiegspreis, das klassische, an historische Vespas erinnernde Design und die überzeugenden Fahreigenschaften. Auch der Unterhalt ist mit 84 Cent Stromkosten für 100 km gering. Da wird jeder Besitzer eines Motorrollers mit Zwei- oder Viertakter-Benzinmotor erst mal schlucken, denn er rechnet mit mindestens 8 Euro. Die begrenzte Lebensdauer des Akkus ist hier nicht mit eingerechnet. Die Wartung des Elektrorollers ist günstig, da der im Hinterrad genutzte bürstenlose Nabenmotor praktisch wartungsfrei ist. Auch die Versicherung geht nicht wirklich ins Geld.

Das stark spiegelnde Display sollte Trinity beim nächsten Modelupdate aber austauschen, ansonsten ist der E-Roller eine gute Alternative zur sehr teuren Vespa und unser Preis-Leistungstipp in der E-Roller-Klasse bis 45 km/h.

Für einen Überblick über den aktuellen Elektrorollermarkt empfehlen wir unsere Kaufberatung Elektroroller bis 45 km/h. Lieber E-Tretroller als Elektroroller? Dann bietet unser Grundlagenartikel: E-Tretroller mit Straßenzulassung alle wichtigen Infos.

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