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Buffalo Linkstation 520 im NAS-Test: günstig und leise

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Buffalo liefert mit der Linkstation 520 ein 2-Bay-NAS, das mit einem günstigen Preis lockt. Wir testen, für wen sich der Netzspeicher lohnt.

Buffalo bietet in der Linkstation 520 die 2-Bay-NAS klassischen Festplatten-Betriebsmodi RAID 0, 1 und JBOD. Für den Heimnutzer bieten sich vor allem RAID 1 und JBOD an, seine Leistungsvorteile kann RAID 0 zu Hause nur selten ausspielen. Wer Daten nicht nur speichern, sondern auch schützen möchte, sollte zu RAID 1 greifen. Wer viel Platz für Informationen braucht, aber nicht wirklich auf eine Renundanz angewiesen ist, kann einen JBOD-Verbund wählen. Den Unterschied merkt man im verfügbaren Speicherplatz: Weil RAID 1 Informationen doppelt speichert, ist de facto nur eine Festplatte nutzbar. JBOD bündelt beide Platten in einen Speicher-Pool und stellt damit die Kapazität beider Platten bereit. Im Test nutzen wir RAID 1, dieses ist auch die Standard-Einstellung der NAS.

Der verbauten Realtek-RTD1195N-Prozessor taktet mit 1,1 GHz, es ist eine Dual-Core-CPU mit ARM-v7-Architektur. Der nur 256 MByte große Arbeitsspeicher ist knapp bemessen, jedoch genug für die alltägliche Bereitstellung von Daten im Netzwerk sowie die Verwendung grundlegender Multimedia- und Backup-Funktionen. Allzu viele zusätzliche Programme sollten nicht auf dem Netzwerkspeicher laufen, angesichts des schmalen Funktionsumfangs ist das aber auch nicht möglich. Im Test verwenden wir die Firmware 4.30.

Bei den beiden ab Werk in unserem Testgerät verbauten 2-TByte-Festplatten handelt es sich um Modelle der Baureihe Seagate ST2000DM001. Die sind eigentlich für den Desktop-Einsatz gedacht und deutlich günstiger als die speziellen NAS-Speichermedien. In der Theorie sind sie anfälliger gegenüber Defekte, da sie nicht für den Dauereinsatz gedacht sind. Entsprechend lohnt der Einsatz von RAID 1, um Daten notfalls noch retten zu können.

Auf der Umverpackung gibt sich der Hersteller informativ und bietet nicht Produktbilder, sondern weist auch auf verschiedene Funktionen sowie Vorteile des NAS-Systems hin. Die mitgelieferten Festplatten wurden bereits fest verbaut, dementsprechend übersichtlich ist der Lieferumfang: Neben einen Netzteil mit austauschbarem Stecker spendiert der Hersteller ein zwei Meter langes Flachband-Netzwerkkabel sowie eine Kurzanleitung für die Inbetriebnahme. Eine deutliche ausführlichere und informativere Bedienungsanleitung für die Linkstation steht auf der Buffalo-Homepage bereit.

Buffalo bietet die Linkstation 520 alternativ als Leergehäuse an. Dann kann man eigene Festplatten wählen, sie einzurichten ist über die mitgelieferte Konfiguration auch für Neulinge mit geringen Vorkenntnissen problemlos nachvollziehbar.

Die Linkstation 520 ist eins der kompaktesten 2-Bay-Geräte auf dem Markt. Sie verfügt über ein mit 12,6 x 8,7 x 20,5 cm vergleichsweise kleines Gehäuse sowie ein geringes Leergewicht von 829 g. Einschließlich der beiden mitgelieferten Festplatten zeigt die Waage knapp über 1,9 kg. Trotz der schlanken Maße ist der Aufbau robust: Dafür sorgt ein stabiles Gehäuse aus widerstandsfähigem, mattschwarzen Kunststoff. Dieses weist bis auf einen kleinen, seitlich eingeprägten Herstellerschriftzug und einen dezenten roten Streifen an der Front keine Zierelemente auf. Ein im Inneren an mehreren Stellen mit dem Außengehäuse verschraubter Festplattenkäfig sorgt für zusätzliche Verwindungssteifigkeit.

An der Vorderseite sitzt eine Status- sowie eine Funktions-LED. Die obere Diode leuchtet und blinkt mehrfarbig (weiß, rot, gelb). Sie gibt Aufschluss darüber, ob das Gerät eingeschaltet ist, ein Farbwechsel informiert unter anderem auch über eine vorliegende Statusmeldung oder ein bereitstehendes Firmware-Update. Die darunterliegende, weiße Funktions-LED zeigt an, ob ein USB-Gerät angeschlossen ist oder gerade die Direct-Copy-Funktion verwendet wird. Zwei weitere Anzeigen verbergen sich hinter der vorderen Gehäuseklappe, die ein einfacher, aber stabiler wie auch gut zu lösender Einrastmechanismus hält. Diese LEDs leuchten nur bei Festplattenfehlern.

Alle Anschlussmöglichkeiten sowie sämtliche externen Bedienelemente sind an der Rückseite. Neben dem An-/Aus-Schalter, der das NAS langsam herunterfährt statt den Strom einfach zu kappen, gibt es mit dem kleinen, roten Funktionstaster eine Besonderheit. Auf Knopfdruck löst er die Direct-Copy-Funktion von USB-Laufwerken aus. Zudem dient er zum Zurücksetzen des Gerätes.

Neben einem USB-3.0-Steckplatz verfügt das LS520D über einen Gigabit-Ethernet-Port einen Anschluss für das externe Netzteil – beide verfügen über eine gesonderte Status-LED.

Abgesehen von einigen kleinen Schlitzen an der Front zieht die Linkstation Frischluft vor allem über die Öffnungen an der Unterseite an, ein Lüfter an der Rückseite kümmert sich um den Luftstrom. Vier weiche Gummierungen sorgen nicht nur für einen rutschsicheren Stand auf glatten Oberflächen, sondern bieten auch eine grundlegende Entkopplung des NAS-Systems von der Standfläche.

Die 3,5 Zoll großen Festplatten sind auf einzeln nach vorne herausziehbaren Schlitten montiert, die über eine sich am jeweiligen Einschub wiederfindende Zahlenkennzeichnung verfügen. Ein Vertauschen ist nahezu ausgeschlossen. Beide Kunststoffrahmen weisen zusätzliche Anschraubpunkte zur Montage von 2,5-Zoll-Laufwerken auf.

Nach dem Anschließen und Einschalten des Geräts erreicht man das Gerät im Browser unter der Adresse „d.buffalo.jp/LD520D“. Im nächsten Schritt erfolgt die Eingabe der Region und Spracheinstellungen sowie die Weiterleitung auf eine Download-Seite für Handbücher, Firmware-Updates und Software.

Die Linkstation 520 richtet sich klar an Einsteiger und Leute, die einfach nur Speicherplatz im Netzwerk suchen. An Funktionen gibt es nur das, was Buffalo vorinstalliert. Dazu gehört ein Multimedia-Player, der Inhalte im Browser abspielt und für Anwendungen von Drittanbietern bereitstellt. Zusätzlich besteht eine begrenzte Möglichkeit zum Anlegen von Playlists, die aber offiziell nur MP3- sowie MP4-Dateien unterstützt. Eine Möglichkeit zum Transkodieren von Videomaterial gibt es leider nicht.

Wir haben im Verlauf des Tests mehrere Wiedergabeprogramme auf unterschiedlichen Geräten ausprobiert, in den meisten Fällen wurde das NAS erkannt und ein Streamen von Inhalten war problemlos möglich. Da wir keine genauen Angaben finden konnten, mit welchen Multimedia-Dateien die Linkstation mit Gewissheit umgehen kann, haben wir kurz beim Hersteller nachgefragt:

  • Filme: mpeg, mpeg2, mpg, m2p, tts, m2ts, m2t, mts, m1v, m4v, mp4, mov, wmv, avi, divx, xvid, asf, dvr-ms, vob, 3gp, vdr, spts, tp, ts
  • Bilder: jpg, jpeg, png, bmp, gif, tif, tiff, yuv
  • Musik: mp3, wma, wav, lpcm, pcm, ogg, m4a, mp4, 3gp, flac, m3u, mpa, aac, apl, ac3, aif, aiff, mp2, mp1

Die Buffalo-NAS bringt keinen Mail-Server mit, auch ist keine Anbindung an eine externe Cloud vorgesehen. Als private Cloud, mit Zugriff von außen, lässt sich die Linkstation 520 aber nutzen. Dazu ist zunächst der Dienst WebAccess notwendig. Im Feld „Zugriff über BuffaloNAS.com-Server“ wird ein beliebiger Name angegeben und UPnP aktiviert. Jetzt sollte der Zugriff von außen möglich sein – eigentlich.

Denn trotz korrekt eingestellter Fritzbox funktioniert die automatische Portfreigabe auf dem Router im Test nicht. Auch ein Eingriff von Hand führte zu keinem Ergebnis, die Linkstation blieb von außerhalb per Notebook oder Smartphone aus dem Mobilfunknetz unerreichbar. Der Fehler lag an IPv6. Damit die Weiterleitung von https://buffalonas.com/[Name des NAS] klappt, braucht der heimische Internetanschluss eine echte IPv4-Adresse. Da diese knapp sind, setzen immer mehr Anbieter im öffentlichen Netz auf IPv6-Adressen und realisieren IPv4 über einen DS-Lite-Tunnel.

Die Weiterleitung zur Linkstation kommt damit offenbar nicht klar. Ein Nachfolgemodell mit IPv6-Unterstützung ist von Buffalo erst für 2019 geplant. Nach Redaktionsschluss wurde zwar ein Firmware-Update veröffentlicht, dieses löst das Problem aber laut dem Changelog nicht. Dafür wird eine Lücke im Samba-Server geschlossen.

Eine IPv4-Adresse ist auch für die Dateifreigabe notwendig. Das ist schade, denn diese Funktion ist eigentlich ziemlich clever: Wird im Dateimanager My Linkstation auf einen Ordner oder eine Datei geklickt, zeigt die Software die Schaltfläche Veröffentlichen. Über diese erstellt ihr einen Link zur Datei, der ein integriertes Ablaufdatum mitbringt. Der Link lässt sich statt der eigentlichen Datei verschicken, etwa per Messenger oder E-Mail. Der Zugriff klappt aber nur, wenn der Empfänger einen IPv4-basierten Internetanschluss besitzt.

Für Downloads auf das NAS ist ein Bittorrent-Client vorinstalliert. Von angeschlossenen USB-Datenträgern lassen sich Dateien einzeln per Hand oder über den oben erwähnten Knopf und die Direct-Copy-Funktion übertragen. Diese kopiert alle Informationen von USB in den Ordner „Public“ auf dem Netzspeicher.

Einzelne Ordner stellt die NAS über das Netzwerk bereit, Windows bindet diese per SMB-Freigabe ein. Neben dem manuellen kopieren auf Netzwerkfreigabe erfolgen Backups über zusätzliche Programme, etwa das mitgelieferte Nova Backup.

Sicherungen von Daten auf der NAS sind auf angeschlossene USB-Datenträger möglich, diese dürfen eine Kapazität von bis zu 16 TByte besitzen. Die Linkstation formatiert sie standardmäßig als ext4-Laufwerke. Vorsicht also, wenn die Festplatten bereits Daten enthalten. Angeschlossene USB-Medien sind für alle Nutzer sichtbar, das ist nicht in jedem Einsatzszenario optimal. Alternativ sind Backups über das Netzwerk auf Buffalo-Geräte vom Typ Linkstation oder Terastation durchführen.

Für unsere Leistungsmessung nutzen wir die RAID-1-Konfiguration. Die NAS war über den Router mit dem Endgerät verbunden. Dadurch kommen wir vielleicht zu anderen Ergebnissen als bei einer direkten Verbindung zwischen NAS und PC, dieser Testaufbau ist aber näher an der Praxis. Wichtig: Die Linkstation 520 unterstützt keine Verschlüsselung, entsprechend gibt es hier keine Werte.

Unser Benchmark besteht aus mehreren Komponenten. Wir schreiben und lesen 2000 jeweils 128 KByte große Dateien mit zufälligem Inhalt, die von der Größe her in etwa einem längeren Word-Dokument ohne Bilder entsprechen. Der nächste Durchlauf setzt auf 600 je 2,5 MByte große Dateien, die etwa den Umfang einer Musikdatei oder eines Fotos in mittlerer Qualität haben. Zusätzlich verwenden wir eine einzelne, 7,94 GByte große ISO-Datei. Dabei muss sich zeigen, wie stark das getestete Laufwerk an das Maximum der Gigabit-Ethernet-Anbindung herankommt. Theoretisch sind bis zu 125 MByte/s möglich, in der Praxis liegt der Wert erfahrungsgemäß deutlich unter 120 MByte/s. Zum Abschluss wird ein 9,53 GByte großer Spieleordner mit 313 Unterordnern und 15562 Dateien kopiert, hier messen wir nur die Zeit.

Kopiertests mit unterschiedlich großen Dateien
Dateiart Geschwindigkeit
2000x 128-KByte-Dateien: Lesen 10,2 MByte/s
2000x 128-KByte-Dateien: Schreiben 3,7 MByte/s
600x 2,5-MByte-Dateien: Lesen 45,4 MByte/s
600x 2,5-MByte-Dateien: Schreiben 37,1 MByte/s
1x 7,94-GByte-Datei: Lesen 106,8 MByte/s
1x 7,94-GByte-Datei: Schreiben 89,8 MByte/s
Gemischter Ordner (9,53 GByte): Lesen 04:36 min
Gemischter Ordner (9,53 GByte): Schreiben 11:26 min

Im Ergebnis bleibt die Linkstation 520 deutlich hinter der Synology Diskstation DJ216 (Testbericht), kann aber die WD My CLoud Home Duo (Testbericht) bei den kleinen und mittleren Dateien schlagen. Die Übertragung großer Dateien ist in Ordnung, hier nimmt es die NAS mit deutlich teureren Produkten auf. Die stark unterschiedlichen Leistungswerte schlagen sich auf die Dauer des Kopiervorgangs eines gemischten Ordners mit 9,53 GByte nieder. Wir greifen hierzu auf eine Steam-Installation von Sid Meier’s Civilization VI zurück und benötigen mit jeweils 4:36 (Lesen) und 11:26 (Schreiben) Minuten deutlich mehr Zeit als bei den bisher getesteten Systemen.

Das bestätigen die Werte des Intel NAS Performance Kits. Auch wenn dieser Benchmark in die Jahre gekommen ist, gibt er immer noch einen groben Richtwert an. Die Linkstation 520 bleibt durch die Bank hinter der Synology zurück.

Intel NAS Performance Tool
Typ unverschlüsselt
HD Video Playback 73,2 MByte/s
2x HD Playback 99,2 MByte/s
4x HD Playback 95,3 MByte/s
HD Video Record 80,2 MByte/s
HD Playback and Record 86,8 MByte/s
Content Creation 7,6 MByte/s
Office Productivity 36,9 MByte/s
File copy to NAS 81,8 MByte/s
File copy from NAS 55,9 MByte/s
Dir copy to NAS 7,6 MByte/s
Dir copy from NAS 9,1 MByte/s
Photo album 9,5 MByte/s

Der Stromverbrauch ist in dem Bereich, den wir auch bei anderen 2-Bay-NAS messen konnten. Im ausgeschalteten Zustand liegt er am Steckernetzteil zwischen 0,27 und 0,5 W. Die Schwankungen entstehen durch Messungenauigkeiten. Eingeschaltet braucht das Gerät im Leerlauf bzw. ohne Zugriffe von einem Smartphone oder PC zwischen 16,09 W und 16,72 W, im Ruhezustand 7,11 W bis 7,18 W. Letzterer muss manuell aktiviert werden und erfordert einen anschließenden Neustart des NAS. Wird eine große ISO-Datei geschrieben, genehmigt sich die NAS zwischen 19,65 W und 20,43 W.

Im Leerlauf beträgt die Betriebslautstärke der Linkstation 37,3 dB(A). Andere Geräte mit einem größeren Lüfter an der Rückseite sind noch ein wenig leiser, trotzdem stört die Geräuschentwicklung auch im Wohnzimmer nicht. Das gilt umso mehr, da die Linkstation unter Last zu den leisesten Geräten mit mechanischen Festplatten gehört. Beim Schreiben großer Dateien messen wir mit 37,4 dB(A) kaum mehr als im Leerlauf, bei Schreiben eines großen Datenblocks mit unterschiedlich großen Dateien liegen die Peaks selbst bei vielen kleinen Datenblöcken nie über 37,6 dB(A). Hier sind andere Geräte mit 40 dB(A) und mehr signifikant lauter. Die Datenträger sind zwar in der Linkstation 520 nicht in ihrem Montagerahmen entkoppelt, offensichtlich ist das aber auch überhaupt nicht nötig.

Buffalo LinkStation 520   2TB, 1x Gb LAN

2 TB

Buffalo LinkStation 520   4TB, 1x Gb LAN (LS520D0402)

4 TByte

Buffalo LinkStation 520   6TB, 1x Gb LAN (LS520D0602)

6 TByte

Buffalo LinkStation 520   8TB, 1x Gb LAN (LS520D0802)

8 TByte

Buffalo LinkStation 520, 1x Gb LAN (LS520DE)

Leergehäuse

Die Buffalo Linkstation 520 richtet sich an Nutzer, die Dateien und Multimediainhalte über das Netzwerk verfügbar machen und ein netzwerkbasiertes Backup-System nutzen möchten. Wer ein günstiges Gerät sucht und ohnehin nicht mehr als einen grundlegenden Funktionsumfang benötigt, bekommt hier also eine platzsparende und ohrenschonende 2-Bay-NAS-Lösung.

Eine große Einschränkung ist aber der Zwang zu IPv4 beim Zugriff von außen. Inzwischen sind alle Adressen aufgebraucht, entsprechend gehört die Zukunft IPv6. Wer eine private Cloud benötigt, der sollte zur WD MyCloud Home Duo (Testbericht) oder der Synology DS216j (Testbericht) greifen.

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