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Bose Soundsport Wireless im Test: teuer, toller Klang

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Bose packt in seine Bluetooth-Sportkopfhörer Soundsport Wireless einiges an Technik. Wir testen die teuren Kopfhörer und prüfen, ob sie ihr Geld wert sind.

Der Lieferumfang zum Kopfhörer.

Die Sportkopfhörer wirken auf den ersten Blick überraschend groß. Wo andere Hersteller Akku und Sound-Technik ins Kabel verlagern, setzt Bose auf Technik direkt am Ohr. Das sorgt für zwei recht große Ohrteile, die jeweils knapp 10 g wiegen. Tatsächlich sind die Kopfhörer aber angenehm zu tragen, siehe den nächsten Abschnitt.

Bose setzt beim Design auf Silikon und Plastik. Elemente aus Alu oder Edelstahl sucht man vergebens. Bei Sportkopfhörern ist das aber in Ordnung. Die Kopfhörer sind gegen Schweiß und Spritzwasser geschützt, Bose gibt allerdings keine IPX-Zertifizierung an. Das Design ähnelt den Soundsport Pulse (Testbericht), allerdings ohne integrierte Pulsmessung.

Im Lieferumfang gibt es neben dem eigentlichen Headset eine Tragetasche samt Karabiner, ein Ladegerät und mehrere Ohrstöpsel. Die sind aus der „StayHere+”-Serie und sollen einen besonders guten Halt bieten. Das klappt in der Praxis gut, die Stöpsel lassen sich zudem leicht entnehmen und unter lauwarmen Wasser reinigen.

Die Kopfhörer unterstützen Multipoint-Verbindungen mit zwei Geräten zur gleichen Zeit. So kann man etwa Videos am Laptop ansehen und zudem Anrufe vom Handy aus annehmen. Die Koppelung per Bluetooth ist einfach und klappte im Test problemlos. Noch leichter ist die Verbindung per NFC: Man hält die Kabelfernbedienung ans NFC-Modul des Smartphones oder Tablets und die Verbindung wird nach einer kurzen Rückfrage erstellt. So soll das sein.

An den Ohrteilen der Kopfhörer hat Bose neben den typischen Ohrstöpseln auch „Flügel” aus Silikon fest angebracht. Mit diesen lassen sich die Kopfhörer in die Ohren drehen, sie sitzen anschließend fest. Das funktioniert nicht nur im normalen Alltag, sondern auch bei sportlichen Aktivitäten wie etwa Laufen. Dabei sind die Ohrstöpsel auch bei längeren Strecken bequem zu tragen und drücken nicht.

Die Kabelfernbedienung beinhaltet auch das NFC-Modul und das Mikrofon.

Die beiden Ohrhörer sind mit einem Kabel verbunden. In diesem sitzt die Kabelfernbedienung, das Mikrofon sowie der NFC-Chip. Am rechten Ohrstöpsel ist der Ein-/Ausschalter. Bei den Statusansagen piepen die Bose-Kopfhörer nicht wie andere Geräte, eine virtuelle Stimme macht uns klare Ansagen zum Akkustand oder mit welchem Gerät der Kopfhörer gekoppelt ist. Dabei liest der Soundsport per Text-to-Speech die Namen der Geräte vor, was bei etwas schwierigeren Smartphone-Namen zu seltsamen Ansagen führen kann. Das Kabel an sich ist so lang, dass sich die Kopfhörer bequem tragen lassen und nichts unnötig beim Sport herumhängt. Sehr gut.

Die Kabelfernbedienung hat die typischen Funktionen: Die Lautstärke lässt sich lauter oder leiser schalten, ein Druck auf den mittleren Knopf pausiert die Wiedergabe oder nimmt einen Anruf an. Ein zweimaliges Drücken wählt das nächste Lied, dreimal Drücken springt ein Lied in der Playliste zurück. Die App dagegen kann man getrost ignorieren. Es gibt keinen Equalizer, man kann lediglich die Sprachausgabe abschalten oder den Bluetooth-Musikstream für einen zweiten Bose-Kopfhörer freigeben. Nett, aber ein Equalizer wäre netter gewesen.

Der Micro-USB-Anschluss zum Aufladen ist durch eine Plastikabdeckung geschützt.

Im Test hätten wir uns Magneten in den Kopfhörern gewünscht wie es etwa der Anker Soundcore Spirit Pro (Testbericht folgt) oder die OnePlus Bullet Wireless (Testbericht folgt) bieten. Diese lassen sie sich bei Nichtnutzung bequem vor der Brust zusammenklicken und wie ein Halsband tragen, die Bose-Kopfhörer dagegen baumeln herum.

Bose wird seinem Ruf (und dem Preis) gerecht. Die Soundsport-Kopfhörer liefern einen soliden Klang, gut verteilt über Höhen und Bässe. Letzterer ist dabei kraftvoll, ohne zu sehr aufzutragen. Es gibt zwar keine aktive Geräuschunterdrückung wie bei den Bose Quietcontrol 30 (Testbericht), die Stöpsel isolieren den Nutzer aber gut von der Umgebung. Das integrierte Mikrofon ist sehr gut, im Test konnte uns das Gegenüber jederzeit klar und deutlich verstehen.

Dabei ist der Klang immer eine subjektive Erfahrung. Unser Kollege Hartmut Gieselmann von der c’t erklärt, warum sich Klang so schwer objektiv messen lässt. Um im Test die verschiedenen Produkte dennoch vergleichen zu können, nutzen wir die Spotify-Playliste „Speaker Testing Tracks” von Cambridge Audio, lokal auf dem Smartphone in höchster Qualität gespeichert.

Die Bose-Kopfhörer hielten in unserem Dauertest 5:15 Stunden bei voller Lautstärke am Stück durch. Das ist ausreichend für längere Sport-Sessions oder für den Weg von und zur Arbeit. Allerdings hatten wir im Test das Gefühl, dass es ab der Hälfte des Akkus schneller nach unten geht.

Für eine volle Ladung benötigen die Soundsports rund eine Stunde. Bose hat ein Schnelladesystem integriert, das in den ersten 10 Minuten viel Energie tankt (der Akku lädt zur Hälfte), danach flacht die Ladekurve aber ab. Geladen wird das Gerät über Micro-USB. Andere Geräte mit USB-C sind da deutlich flotter, schade, dass sich Bose für den alten Standard entschieden hat.

Die Soundsport Wireless laden den Akku in den ersten zehn Minuten zu knapp 50 Prozent, danach dauert es aber, bis die Kopfhörer ganz voll sind.
Bose SoundSport wireless aqua (761529-0020)

Bose Soundsport Wireless, aqua

Bose SoundSport wireless gelb (761529-0030)

Bose Soundsport Wireless, gelb

Bose SoundSport wireless schwarz (761529-0010)

Bose Soundsport Wireless, Schwarz

Bose SoundSport Transportetui mit Ladefunktion (772130-0010)

Transportetui mit Ladefunktion

Der Bose Soundsport ist ein solider Bluetooth-Sportkopfhörer. Der Klang ist gut, die Kopfhörer sitzen fest im Ohr und ist gegen Spritzwasser und Schweiß geschützt. Die App ist nett, aber auch nicht mehr. Funktionen wie einen Equalizer gibt es nicht, dafür kann man zwei Bluetooth-Kopfhörer koppeln. Die NFC-Funktion ist praktisch um Geräte schnell zu verbinden. Wir hätten uns aber noch magnetische Kopfhörer gewünscht, die sich bei Nichtnutzung einfach zusammenklicken lassen.

Das alles lässt sich Bose auch gut bezahlen, im aktuellen Testumfeld liegen die Bose-Kopfhörer preislich mit an der Spitze. Ein Blick in den Preisverlauf zeigt, dass sie immer wieder in Aktionen günstiger zu haben sind. Wer es nicht eilig hat, sollte sich einen Preisalarm einrichten und auf ein Schnäppchen warten.

Wer komplett auf Kabel verzichten will, der kann zu einem True-Wireless-Kopfhörer greifen, darunter auch dem Bose Soundsport Free (Testbericht).

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