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Bluetooth-Lautsprecher Anker Soundcore Flare Mini im Test

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Der Soundcore Flare Mini von Anker präsentiert sich mit seiner LED-Beleuchtung und dem Rundumsound als potenzieller Partykönig. Wir testen die Lärmdose.

Wer einen Lautsprecher für draußen sucht – sei es für die Nutzung im Garten, am Strand oder unterwegs -, kann aus einer großen Auswahl diverser Geräte wählen. Wir haben bereits mehrere dieser Outdoor-Lautsprecher mit Bluetooth-Support getestet:

Anker verortet sich mit dem Soundcore Flare Mini eindeutig im Einsteiger-Segment, will aber für den aufgerufenen Preis von aktuell rund 50 Euro eine möglichst runde Musikerfahrung bieten – inklusive 360° Sound und LED-Beleuchtung. Ob diese Rechnung aufgeht und sich der Flare Mini gegenüber anderen günstigen Bluetooth-Lautsprechern im Outdoor-Einsatz behaupten kann, wird unser Test prüfen.

Während Anker den Flare Mini selbst mit ein paar netten Extras bestückt hat, fällt der Lieferumfang des Lautsprechers sehr sparsam aus: Die zweckmäßige Verpackung beinhaltet lediglich eine knappe Anleitung im Hosentaschenformat sowie ein Micro-USB--Ladekabel. Die Anleitung besteht aus einem sogenannten Quick Start Guide, der mithilfe einfacher Piktogramme die Funktionen des Lautsprechers einigermaßen verständlich erklärt.

Der Hersteller hat dem Soundcore Flare Mini zwar eine partytaugliche LED-Beleuchtung verpasst, setzt ansonsten aber auf ein eher schlichtes Design. Der Flare Mini misst kaum mehr als eine handelsübliche Coladose, während sich sein rundes Gehäuse nach oben hin leicht verjüngt. Die Oberfläche des Lautsprechers ist mit einer Art Textilmesh überzogen. Die LED-Beleuchtung umrandet den Boden des Lautsprechers mit einer Breite von etwa einem Zentimeter. Der Flare Mini ist ausschließlich in der Farbe schwarz-grau zu haben.

Die einzelnen Buttons des Flare Mini sind im Dunkeln oder bei schwachem Lichteinfall nur sehr schwer zu erkennen.

Auf der Oberseite des Lautsprechers befindet sich eine Silikonplatte mit eingelassenem Bedienpanel. Das schlichte Soundcore-Logo prangt auf der Front des Geräts, auf der Rückseite können wir das Ladekabel anschließen. Einen Klinke-Anschluss oder weitere Ports gibt es nicht. Der Anschluss lässt sich allerdings – wie bei den meisten Outdoor-Lautsprechern üblich – mit einem Gummipfropfen verschließen.

Der Flare Mini übersteht als Outdoor-Lautsprecher kleinere Stürze aus einem Meter Höhe problemlos: Wir ließen das Gerät sowohl auf Vinylfußboden als auch auf Kies fallen und konnten keine Schäden am Gehäuse oder Beeinträchtigungen der Funktion des Lautsprechers feststellen. Wir konnten das Textilmesh außerdem ohne Probleme von Staub und Dreck befreien, indem wir es mit einem leicht angefeuchteten Tuch abwischten.

Zusätzlich zu seiner Stoßfestigkeit verfügt der Flare Mini außerdem über eine IPX7-Zertifizierung. Dementsprechend können wir den Lautsprecher für maximal 30 Minuten in bis zu einem Meter tiefes Wasser tauchen, ohne dass die Hardware Schäden davonträgt. Die nächste Pool- oder Strandparty kann also kommen: Der Flare Mini sollte einen Sturz ins (niedrige) Wasser problemlos überstehen.

Die Bedienung beschränkt sich auf ein paar wenige, wesentliche Funktionen: Die Steuerungseinheit verfügt neben dem Power-Knopf über Tasten für das Bluetooth-Pairing, die LED-Beleuchtung, die Lautstärke sowie Play/Pause und Vor/Zurück. Zwei Tasten sind doppelt belegt: Der Bluetooth-Button dient zugleich dem Pairing mit einem weiteren Soundcore Flare Mini, während die Play/Pause-Taste parallel dazu dient, zwischen einzelnen Songs zu wechseln.

Der Flare Mini von Soundcore besteht aus einem runden Gehäuse mit Textilüberzug sowie einem Bedienpanel auf Silikonfläche an der Oberseite.

Auf den ersten Blick gibt es bei der Bedienung wenig zu meckern: Alle Tasten reagierten funktionsgemäß, auch wenn es beim Betätigen der Play/Pause-Taste zu einer leichten Eingabeverzögerung kam. Wir konnten die einzelnen Tasten bei schwachem bis mittlerem Lichteinfall allerdings nur schwer erkennen, was insbesondere beim Einsatz des Lautsprechers in dämmriger oder dunkler Außenumgebung stören kann. Zwar verfügen die Power- und die Bluetooth-Taste über eine eigene Beleuchtung. Die nützt uns aber wenig, wenn wir im Dunkeln etwa die Lautstärke ändern wollen. Ein Ertasten der Buttons ist kaum möglich.

Wir empfanden darüber hinaus die Doppelbelegung der Play-Taste als unglücklich: Um einen Song abzuspielen oder zu pausieren, drücken wir die Taste einmal. Um einen Song zu überspringen, betätigen wir sie zweimal, und wenn wir zurückspringen wollen, müssen wir den Knopf dreimal benutzen. Wenn wir nun aber mehrere Lieder vor- oder zurückspringen wollen, artet das schnell in einem wilden Hin- und Hergedrücke aus, wenn wir die Taste nicht schnell genug betätigen oder uns verzählen. Hier hätten dem Lautsprecher zwei zusätzliche Tasten wirklich gutgetan.

Der Gummipfropfen auf der Rückseite des Lautsprechers, der den Anschluss für das Ladekabel vor eindringendem Schmutz und Feuchtigkeit schützt, überzeugte im Test ebenfalls nur teilweise. Denn leider ist er ziemlich tief in das Gehäuse eingelassen, sodass wir ziemlich lange damit beschäftigt waren, die fummelige Konstruktion zu öffnen.

Ebenfalls ärgerlich: Der Flare Mini funktioniert nicht mit der Soundcore-App, außerdem lässt sich der Lautsprecher ausschließlich mit gleichen Modellen verbinden, nicht aber mit anderen Lautsprechern der Flare-Serie wie etwa dem Flare+.

Immerhin können wir mit der Beleuchtungstaste aus fünf verschiedenen Licht-Modi wählen. Zur Auswahl stehen M-Sync (Licht pulsiert zum Beat der Musik), Fusion (duale, blinkende Farben), Breathe (Farben gehen fließend ineinander über), Pulse (sich einander verfolgende Farbringe) und Glow (langsame Übergänge einzelner Farben). Eine einzelne Farbe, die dauerhaft leuchtet, lässt sich aber nicht einstellen.

Weil es sich bei dem Soundcore Flare Mini um einen Outdoor-Lautsprecher der Einsteiger-Preisklasse handelt, hatten wir unsere Erwartungen an den Klang des Geräts im Vorfeld unseres Tests bewusst niedrig angesetzt. Trotzdem gelang es dem Lautsprecher, uns zu enttäuschen.

Soundcore verzichtet abseits des Anschlusses für das Micro-USB-Ladekabel auf weitere Anschlüsse, etwa für eine SD-Karte oder ein Klinke-Kabel.

Denn obwohl der Flare Mini 360°-Sound bietet und der Hersteller mit der sogenannten BassUp-Technologie ordentlich Power verspricht, beweist der Lautsprecher, dass fünf Watt Leistung für einen halbwegs akzeptablen Klang einfach nicht ausreichen. Bereits beim Hochfahren des Lautsprechers durch das Betätigen der Power-Taste fiel uns der blecherne Ton des Geräts auf.

Als wir dann diverse Musik verschiedener Genres (Pop, Rock, Metal, Klassik) abspielten, vernichtete der Lautsprecher sämtliche Hoffnungen auf guten Sound. Egal, welche Art von Musik oder Sprache wir über den Flare Mini wiedergaben, der Sound klang immer dumpf und blechern, teilweise mit deutlich hörbarem Nachhall. Das trat besonders deutlich bei dynamischer und höhenlastiger Musik zutage, aber auch Bässe und tiefere Töne vermischten sich zu einem verwaschenen Klangbrei.

Insgesamt übertrifft der Flare Mini damit zwar klanglich noch immer die Lautsprecher der meisten Mittelklasse-Smartphones, allein schon wegen des stärkeren Basses. Allerdings muss sich der Flare Mini am Markt für Bluetooth-Lautsprecher mit starker Konkurrenz messen – und da zieht das Soundcore-Gerät beim Klang eindeutig den Kürzeren.

Soundcore hat den Flare Mini abgesehen von der bereits erwähnten LED-Beleuchtung mit keinerlei Extras ausgestattet. Ein Klinke-Anschluss fehlt ebenso wie ein Equalizer oder die Möglichkeit, den Lautsprecher irgendwo zu befestigen (etwa mit einem Karabiner). Dieses Manko können wir angesichts des günstigen Preises allerdings verschmerzen.

Ja, der Soundcore Flare Mini kostet nur 50 Euro. Ein Schnäppchen ist er deshalb nicht. Denn der Lautsprecher fiel in unserem Test mit diversen kleinen und großen Problemen auf, die eine Kaufempfehlung praktisch unmöglich machen. Allem voran der Klang: Dass man im Einsteigersegment und bei der geringen Größe des Flare Mini nicht allzuviel erwarten darf, versteht sich von selbst. Trotzdem haben andere von uns getestete Outdoor-Lautsprecher derselben Preisklasse ein besseres Klangbild mit mehr Ausstattung kombiniert – etwa der Tronsmart Element Force.

Wir wurden beim Testen das Gefühl nicht los, dass Soundcore beim Flare Mini irgendwie den Blick für das Wesentliche verloren hat: Warum braucht ein Outdoor-Lautsprecher, der sich mit einem Preis von 50 Euro im absoluten Einsteiger-Segment einreiht, eine LED-Beleuchtung mit fünf unterschiedlichen Modi? Und verzichtet gleichzeitig auf ein vernünftiges Bedienpanel oder einen halbwegs akzeptablen Klang – die Kernbestandteile eines brauchbaren Lautsprechers in jeder Preiskategorie?

Weil der Flare Mini in jeder Hinsicht wie ein unausgereiftes Lifestyle-Produkt wirkt, das in diversen Punkten nicht überzeugen kann, können wir für diesen Outdoor-Lautsprecher trotz des günstigen Preises und wegen der starken Konkurrenz keine Kaufempfehlung aussprechen. Der Flare Mini eignet sich allerhöchstens für Partygänger, die einen teuren Glowstick mit Lautsprecherfunktion suchen.

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