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Bluetooth-Kopfhörer für einen Cent im Test

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Bei der Suche nach günstigen Bluetooth-Kopfhörern, sind wir über ein Modell für gerade mal einen Cent (zuzüglich der Versandkosten) gestolpert. Wir haben es bestellt und getestet.

Der billige Bluetooth-Kopfhörer kommt in einem schicken kleinen Softcase bei uns an – einen Karton oder eine nervige Blister-Verpackung gibt es nicht. Die In-Ears sehen auf den ersten Blick aus, als hätten sie ein wertiges Gehäuse aus Aluminium. Erst bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass es sich um Kunststoff mit Metallic-Lackierung handelt. Die Oberfläche besitzt bereits im Auslieferungszustand viele kleine Mikrokratzer auf. Insgesamt ist die Verarbeitung dem Preis entsprechend: billiger Kunststoff und ungleichmäßige Spaltmaße. Ähnlich sieht es bei der Kabelfernbedienung mit Bedientastern, Micro-USB-Schnittstelle und Akku aus. Auch hier zeigen sich ungleichmäßige Spaltmaße und speckiger, billiger Kunststoff. Das abgeflachte Kabel zur Fernbedienung macht einen positiven Eindruck. Es ist stabil und verheddert sich nicht.

In einem der In-Ears fehlt der Magent – die Verarbeitung entspricht dem Preis.

Neben den In-Ears und dem Softcase gehört ein Micro-USB-Ladekabel und eine englische Anleitung zum Lieferumfang. Für einen guten Sitz im Ohr sorgen Silikon-Ohrstöpsel, die in insgesamt drei Größen beiliegen. Sollte der Sitz trotzdem nicht zuverlässig sein, sind noch ein paar Ear-Flaps aus weichem Silikon beigepackt.

Die beiden In-Ears sind laut Herstellerangabe magnetisch. Das scheint allerdings nicht immer der Fall zu sein. Wir haben den YiGaTech Sport V4.2 in zwei Farben bekommen. Die Kopfhörer haben dieselbe Modellbezeichnung und sind augenscheinlich identisch. Allerdings ist bei uns nur einer der Kopfhörer tatsächlich magnetisch, beim zweiten Paar wurde einer der Magnete nicht verbaut.

Der Lieferumfang ist ordentlich – insbesondere, wenn man den Preis bedenkt.

Der YiGaTech Sport V4.2 ist laut Herstellerangabe IPX5 geschützt und somit gegen leichten Regen und Schweiß geschützt. Ein genauer Blick auf die Kabelfernbedienung gibt allerdings die Sicht auf die Steuerplatine frei – das lässt uns an der Dichtigkeit zweifeln. Für Outdoor-Aktivitäten bei Nässe, würden wir die Kopfhörer nicht benutzen.

Auch ohne aufgesteckte Ear-Flaps halten die Kopfhörer erfreulich gut, ohne dabei jegliche Außengeräusche abzuschirmen. Der Tragekomfort ist in Ordnung – die In-Ears sind auch nach knapp einer Stunde weder unangenehm noch störend. Wer die Ear-Flaps nutzen will, braucht etwas Glück, denn die Silikonbügel sind nur in einer Größe beigelegt. Ist diese zu groß oder zu klein, hat der Käufer Pech.

Die In-Ears halten im Test auch ohne die beigelegten Ear-Flaps.

Die Bedienung des Headsets ist identisch zur Steuerung bei anderen günstigen Modellen. Ein langer Druck auf den mittleren Taster startet die Kopfhörer. Ein kurzer Druck dient zum Annehmen eines Telefonates oder zum Starten und Stoppen von Musik. Die beiden äußeren Taster dienen zum Ändern der Lautstärke oder zum Vor- und Zurückspulen.

Das gleichzeitige Verbinden mit mehreren Geräten klappt nicht. Bei der Wiedergabe von kommt es zu einer minimalen Verzögerung, was sich insbesondere bei Videos bemerkbar macht. Die Latenz ist zwar minimal, aber spürbar.

Nach der Verbindung zum Smartphone ist ein deutliches Rauschen zu hören. Beim Abspielen von Musik stört das deutlich weniger als beispielsweise beim Telefonieren.

Der Klang erfüllt unsere niedrigen Erwartungen.

Der Klang ist zwar besser als der des kürzlich getesteten Airpod-Klons (Testbericht), gut ist er trotzdem nicht. Der Sound des Billig-Kopfhörers ist schlecht abgestimmt. So mangelt es zwar nicht an Bass, allerdings sind die Töne im mittleren und hohen Tonbereich deutlich zu schwach und leise. Bei hoher Lautstärke überzeichnet der Bass außerdem und der Klang wird insgesamt blechern. Mit der erfreulich guten Klangqualität der 20 bis 30 Euro teuren Kopfhörern von Taotronics, ifrogz oder Andorer können die 1-Cent-Ins-Ears nicht mithalten.

Das verbaute Mikrofon macht einen mittelmäßigen Job. Die Gesprächspartner hören uns zwar laut genug, allerdings ist der Klang blechern und es kommt zu leichten Echos.

Die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit von drei bis vier Stunden haben wir im Test nicht erreicht. Bei hoher Lautstärke muss unser YiGaTech Sport V4.2 nach zweieinhalb bis drei Stunden an ein USB-Netzteil. Das Aufladen des komplett leeren Akkus dauert etwa 90 Minuten.

Der Akku sitzt in der schlecht verarbeiteten Kabelfernbedienung.

Das YiGaTech Sport V4.2 ist in mehreren Farben für jeweils einen Cent plus 4,99 Euro Versand erhältlich.

(Kein Produktbild vorhanden)

YiGaTech Sport V4.2 Blau

(Kein Produktbild vorhanden)

Grau

(Kein Produktbild vorhanden)

Gold

(Kein Produktbild vorhanden)

Schwarz

Bei den mit *gekennzeichneten Link handelt es sich um einen Provisions-Link (Affiliate-Link). Erfolgt über den Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer ändert sich dadurch nichts am Preis.

Update: Nach unserem Test sind die im Preisvergleich gelisteten Angebote bereits vergriffen. Wer trotzdem Interesse hat, sollte nach YiGaTech auf Amazon* suchen.

Hinsichtlich des Preises bekommt man einen ordentlichen Kopfhörer. In Relation zu Headsets für 20 bis 30 Euro, schneiden die YiGaTech Sport V4.2 allerdings nicht gut ab. Zwar gibt es noch schlechtere Kopfhörer, empfehlen können wir das 1-Cent-Headset trotzdem nicht.

Wer einen vernünftigen Bluetooth-Kopfhörer mit In-Ears sucht, sollte sich die Modelle von Taotronics (Testbericht), ifrogz (Testbericht) und Andorer (Testbericht) ansehen oder einen Blick auf unsere Kaufberatung für günstige Bluetooth-Kopfhörer werfen.

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