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Blaupunkt Frida 500 im Test: Das große, kleine E-Klapprad

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Das E-Klapprad Frida 500 wirkt vor allem dank der großen 24-Zoll-Räder wie ein ausgewachsenes E-Bike und ist dennoch klappbar. Wir machen den Test.

E-Klappräder haben im Gegensatz zu normalen E-Bikes den Vorteil, dass sie zusammengeklappt wenig Platz wegnehmen und so auch in kleine Keller oder den Kofferraum passen. Auch kann man sie so ohne zusätzliches Ticket in öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren. Alle Vor- und Nachteile der klappbaren E-Bikes zeigen wir im Vergleich: E-Klapprad oder E-Scooter? Und der Sieger ist…

In den allermeisten Fällen geht ihre Radgröße nicht über 20 Zoll hinaus. Das hat den Nachteil, dass sie zum einen zuweilen etwas ulkig wirken, wenn eine großgewachsene Person darauf sitzt. Zum anderen ist das Fahrgefühl deutlich weniger komfortabel als bei Fahrrädern mit normal-großen Rädern. Blaupunkt Frida 500 ist eines der ganz wenigen faltbaren E-Bikes mit 24-Zoll-Rädern. Wir sind es für unseren Test gefahren und zeigen, welche Vor- und welche Nachteile sich daraus ergeben. Dazu empfehlen wir auch unseren großen Vergleichstest: Neun E-Klappräder von 500 bis 3000 Euro.

Auf den ersten Blick ist das Frida 500 kaum von konventionellen E-Bikes zu unterscheiden. Das liegt vor allem an den großen 24-Zoll-Rädern, welche ihm eine erwachsene Anmutung verleihen. Dieser Eindruck wird durch die Schutzbleche und den Gepäckträger verstärkt. Dieser wirkt dank dicker Metallstreben sehr stabil. Direkt darunter verbirgt sich der entnehmbare Akku. Die Farbgebung ist mit dem schlanken matt-grauen Rahmen, vielen schwarzen Elementen und einigen braunen Highlights dezent-elegant. Insgesamt gefällt uns die unaufgeregte Optik ausgesprochen gut.

Der nicht höhenverstellbare Lenker hat eine Höhe von 120 Zentimetern. Damit eignet er sich auch für größere Personen. Zum Vergleich: Der Lenker des Fiido D11 (Testbericht) ist nur 100 Zentimeter hoch. Der über einen Schnellverschluss verstellbare Sattel des Frida 500 bewegt sich zwischen einer Höhe von 83 und 105 Zentimetern. Mit 170 Zentimetern ist das Frida 500 recht lang. Von den bisher von uns getesteten E-Klapprädern sind nur die E-Fatbikes Mate X (Testbericht) und Fiido M1 (Testbericht) länger.

Blaupunkt Frida 500 (28 Bilder)

Das E-Klapprad Frida 500 kommt in einer großen Kiste mit Einwegpalette.

Zusammengeklappt verringern sich die Maße auf 90 × 83 × 60 Zentimeter. Damit passt es, wenn auch knapp, in kleine Kofferräume der Golf-Klasse. Nicht zu vergleichen mit den winzigen Brompton Electric (Testbericht) mit den Faltmaßen von 58 × 62 × 33 Zentimetern. Leider gibt es keinen Mechanismus wie den Magneten am Blaupunkt Fiene 500 (Testbericht), der das Fahrrad zusammengeklappt fixiert. Wer das 22,5 Kilogramm schwere Frida 500 etwa in den Kofferraum hieven will, muss aufpassen, dass es dabei nicht auseinanderklappt und das Auto beschädigt. Insgesamt ist der Klappmechanismus gut. Gerade die beiden Sicherungshebel wirken durchdacht und vermitteln den Eindruck, nicht so schnell kaputtzugehen.

Die braunen Kunstledergriffe am Lenker haben eine ergonomische Form und fassen sich angenehm an. Links sitzt der Fahrradcomputer, rechts die einfache Shimano-Schaltung. Die Klingel ist schick in den linken Bremsgriff integriert. Insgesamt führen sechs Kabel vorne vom Lenker weg und münden in der Querstrebe des Alurahmens, beziehungsweise direkt in der Vorderbremse. Optisch stört der Kabelsalat das sonst so durchdacht wirkende Design.

Ungewöhnlich, aber praktisch: Der Doppelständer hält das Frida 500 sicher.

Das Vorder- und Rücklicht hängt am Stromkreislauf und kann über den Fahrradcomputer ein- und ausgeschaltet werden. Dabei leuchtet das Rücklicht beim Bremsen hell auf. Der braune Sattel ist schick und schlank. Allerdings werden ihn einige Käufer als zu hart empfinden. Erwähnenswert ist der praktische Doppelständer, der das Frida 500 stabil in der Parkposition hält.

Der 250-Watt-Motor schiebt auf der höchsten der fünf Tretunterstützungsstufen merklich an. Wie bei Heckmotoren üblich, dauert es eine knappe Sekunde, bis nach dem Treten der Motor anspringt. Genauso lange läuft er nach; nachdem man aufhört zu treten. Daran gewöhnt man sich jedoch schnell.

Das Fahrgefühl ist insgesamt sehr gut. Das liegt vor allem an den großen 24-Zoll-Rädern mit laut Blaupunkt pannensicheren Reifen. Denn sie fangen dank ihrer Größe die meisten Unebenheiten zuverlässig ab. Eine zusätzliche Federung ist so nicht nötig. Das Frida 500 hat sowohl vorne als auch hinten eine mechanische Scheibenbremse von Tektro. Diese greift sehr gut, muss aber eventuell vor der ersten Fahrt nachjustiert werden. Die Sechs-Gang-Schaltung ist eine der ganz günstigen von Shimano. Während des Tests hatten wir mit ihr keine Probleme.

Der Fahrradcomputer des Frida 500.

Am hintergrundbeleuchteten Fahrradcomputer kann der Fahrer zwischen fünf Tretunterstütungsstufen wählen oder sie komplett ausschalten. Außerdem schaltet er hier das Licht ein und aus und entscheidet sich unter anderem zwischen der Anzeige der insgesamt gefahrenen Kilometer, der Trip-Kilometer, der Trip-Zeit und der Watt-Aufnahme des Motors. Zusätzlich schaltet der Computer auf Wunsch eine Schiebehilfe an, die das Frida 500 selbstständig mit Schrittgeschwindigkeit bewegt. Das ist vor allem praktisch, wenn man das Fahrrad etwa einen Berg hochschieben will.

Der entnehmbare Akku des Frida 500 hat eine Kapazität von 374 Wattstunden. Damit ordnet es sich unter den bereits von uns getesteten E-Klapprädern etwa im Mittelfeld ein und ist nicht mit Akkumonstern wie dem Mate X (Testbericht) mit seinem massiven 672-Wattstunden-Akku zu vergleichen. Dank der großen Reifen und des geringen Rollwiderstands kommt man mit ihm dennoch bei voller Unterstützung, überwiegend gerader Strecke und Fahrergewicht von gut 85 Kilogramm über 40 Kilometer weit. Das Ganze ist jedoch stark abhängig von der Fahrweise und der gewählten Unterstützungsstufe. Geladen ist der Akku über das mitgelieferte Netzteil nach etwa fünf Stunden.

Das E-Klapprad Frida 500 wirkt angenehm unaufgeregt und erwachsen. Das liegt an seinen großen 24-Zoll-Rädern, die außerdem für hohen Fahrkomfort sorgen. Aber auch die elegante Farbwahl und die vielen Extras wie Schutzblech, vollintegriertes Licht, einer Schiebehilfe, der Doppelständer und vor allen der Gepäckträger lassen es eher wie ein erwachsenes E-Bike denn wie ein E-Faltrad erscheinen. Dennoch klappt es klein genug, um auch in die meisten Kofferräume zu passen. Gewünscht hätten wir uns noch einen Mechanismus, der das Fahrrad zusammengefaltet fixiert. Auch wirken die Kabel am Lenker unaufgeräumt.

Insgesamt liefert Blaupunkt mit den Frida 500 ein sehr gutes E-Klapprad, was jedoch mit 1600 Euro etwas zu teuer ist. Doch tatsächlich gibt es unter den legalen E-Klapprädern nicht viele günstigere Modelle mit einer ähnlich hohen Ausstattungsstufe. Am ehesten lohnt sich noch der Blick auf das Fiene 500 (Testbericht) aus dem gleichen Haus, welches 100 Euro weniger kostet. Wem es nicht auf den Preis ankommt, sollte sich das Brompton Electric (Testbericht) anschauen.

Richtig günstig, aber nicht legal, sind E-Klappräder aus China. Sie kosten wie das sehr gute Fiido D4S (Testbericht) nur etwas über 550 Euro. Wer statt der dezenten Optik lieber etwas Auffälliges will, der kommt ohnehin nicht an faltbare E-Fatbikes wie dem Mate X (Testbericht) und dem Fiido M1 (Testbericht) vorbei. Dazu empfehlen wir auch unseren großen Vergleichstest: Neun E-Klappräder von 500 bis 3000 Euro.

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